Nach zig Jahren des Aussetzens beschliesst Nintendo, der Metroid-Serie endlich ein neues Spiel
zu gönnen.
Zuletzt am SNES erschienen, überpsrang die Metroid-Serie die Nintendo64-Ära, warum auch immer,
sieht man doch am NintendoDS, dass es technisch möglich gewesen wäre, und feierte im März 2003
großes Revival.
Dabei herrschte hier nach langer Zeit wieder die große Aufregung um den Sprung in die 3.Dimension.
Zelda hat´s mit Ocarina of time grandios geschafft, Mario mit Mario 64 ebenfalls, ebenso wie
viele andere Nintendo-Franchises......ob´s bei Metroid auch klappt?
°°°°°°°°°°
Fakten:
°°°°°°°°°°
Samus Aran, Kopfgeldjägerin, landet auf einer verlassen Weltraumstation, um dort gewissen Dingen
nachzugehen.
Nach zahlreichen Kämpfen innerhalb der Station begegnet sie auf ihrer Flucht aus dem Inneren
Meta-Ridley, einem mittels Metall und Elektronik regenerierten Erzfeind von ihr.
Dieser riesige Metall-Drache flüchtet auf den nächstegelegenen Planeten Tallon IV, und Samus
verfolgt ihn.
So beginnt das Abenteuer von MetroidPrime.
Das Spiel wird aus der Ego-Perspektive gesteuert, anders als in gewöhnlichen Ego-Shootern steuert
man Samus jedoch nicht mit einer 2-Stick-Steuerung, sondern viel mehr wie in einem echten Action-Adventure.
So bewegt man sich mit dem Analog-Stick nach vorne und hinten und dreht sich,wenn man nach
links oder rechts drückt.
Frei umsehen kann man sich durch Druck der R-Schultertaste.
Wie bei den 3D-Zelda-Spielen lassen sich Gegner durch Druck der L-Schultertaste fest anvisieren.
Es wird also deutlich, dass MetroidPrime, trotz Ego-Perspektive, kein Ego-Shooter im eigentlichen
Sinne ist.
Auf dem Planeten angekommen bewegt man sich stets durch Räume.
Es gibt zwar einige Natur-Räume, mit offenem Himmel, doch letztendlich ist jedes Gebiet immer
als Raum konzipiert.
Alle Räume sind mit blauen Schleusentoren verbunden, die man durch Beschuss öffnen kann.
Was die Action-Adventure-Orientierung nochmals verdeutlicht, ist die Rätsellastigkeit.
So gut wie jeder Raum enthält ein Rätsel ,das gelöst werden will, um den weiteren Weg zu ebnen.
Natürlich sind all diese Räume nicht leer, sondern beinhalten eine unglaublich vielfältige Fauna.
So viele verschiedene Gegnerarten bietet höchstwahrscheinlich kein anderes Spiel.
Dies hat jedoch auch einen trifftigen Grund:
MetroidPrime ist ein Erforschungs-/Erkundungs-Spiel.
Das wird schon dadurch deutlich ,dass RetroStudios, die Entwickler, dem Spiel eine fantastische
3D-Karte, die frei dreh- und zoombar ist, spendiert haben.
Samus Aran hat diverse Arten von Visoren, die bei Aktivierung über das Sichtfeld gelegt werden.
Der Standard-Visor ist der Scan-Visor.
Mit diesem kann man viele Objekte scannen, woraufhin ein Text erscheint, der die Sache näher
beschreibt.
Scannt man eine Tierart bzw. einen Gegner das erste mal, so wird ein Eintrag in Samus´ Datenbank
gemacht.
Dort kann man jederzeit nachschlagen und Informationen zu Gegnern lesen.
Was ebenfall stets ein Prinzip der Metroid-Serie war, ist das allmähliche Upgraden von
Samus´Fähigkeiten.
An dieser Stelle will ich nicht zuviel verraten, doch hat man zu Beginn z.B. nur einen
schnellen, aber schwachen Beam, erhält aber später als Upgrade etwa einen elektrisierenden
WaveBeam.
Es gibt im Spiel einige Upgrades zu finden, nicht zuletzt Raketenerweiterungen und
Lebenspunktecontainer.
Zuletzt gibt es noch eine Prozentanzeige auf dem Starbildschirm.
Hier wird angezeigt, zu wieviel Prozent man MetroidPrime durchgespielt hat.
Dabei heisst es aber nicht, dass man 100% haben wird, wenn man den Endgegner besiegt hat.
Die 100% ergeben sich dann, wenn man 100% aller Scans und 100% aller Items gefunden hat.
Die Prozenzeige existiert nun aber nicht nur aus dem Grund, dem Spieler zu zeigen, wann er fertig
ist, sondern sagt ihm ausserdem, welche Endsequenz er sehen wird.
MetroidPrime hat 3 verschiedene Endings parat.
Wobei verschieden etwas vermessen ist, vielmehr sieht man, wenn man 100% hat, mehr, als wenn man
weniger Prozente erreicht hat.
Hat man das Spiel einmal durch, wird auch der Expert-Modus aktiviert.
Dieser bietet einfach ein schwierigeres Spiel, stärkere Gegner, weniger Energie, usw..
Durchspielen lohnt sich jedoch nochmal ,denn auch wenn man den Expert-Modus durchspielt, kann
man etwas freischalten.
So lassen sich insgesamt 4 Bildergallerien freispielen.
Im Optionsmenü lassen sich der Controller einstellen (Y-Achse umkehren, Rumble-feature ein/aus,
Beam-und Visor-Controller austauschen) und die Bildschirmhelligkeit verändern.
Desweitern bietet MetroidPrime wie fast jedes Nintendospiel einen wunderbaren 60 Hertz-Modus
und beinhaltet sogar die Möglichkeit, Surround-Sound auszugeben.
°°°°°°°°°°°°°°°°
Eigene Meinung:
°°°°°°°°°°°°°°°°
Ich habe SuperMetroid am SNES angespielt, ebenso MetroidFusion und Metroid Zero Mission am GBA,
und keines dieser Spiele hat mir gefallen.
MetroidPrime jedoch liebe ich.
Es muss also wirklich am Wechsel in die 3.Dimension liegen.
Gut, was ist das Besondere an MetroidPrime?
Als Nintendo-Pendant zu Halo gehalten wurde MetroidPrime mit Lob von allen Seiten überhäuft,
wurde sogar Game of the year 2003.
Für mich ist das Besondere, das Originelle, das Geniale der Erfoschungs/Erkundungs-Aspekt.
Hervorzuheben ist hier vor allem, dass jemand, der nicht will, NICHTS von der Story in
MetroidPrime mitbekommt.
Leider sprechen diese Leute dann hinterher meist von "Dieses Spiel hat eine beschissene Story,
blabla".
Dem ist aber grad´ das Gegenteil der Fall:
Um die Story zu erleben, muss man mit dem Scan-Visor PCs, Schaltpulte, Objekte, Gegner usw.
scannen.
So entfaltet sich nach und nach eine Geschichte.
Man erfährt, was mit den Chozo, einem uralten Volk, passiert ist, was die Weltraumpiraten auf
dem Planeten machen, was für Techniken verwendet werden, usw.,usw..
Dass man dabei selbst für die Infos sorgen muss, versetzt den Spieler ungemein tiefer in die
Haut von Samus.
Man selbst IST auf diese Weise Samus, man SELBST muss Informationen suchen und sich ein Bild
machen.
Dieser Atmosphäre trägt auch positiv bei,dass Samus kein einziges Wort sagt.
Es gibt keine Sprachausgabe.
Doch das ist aus 2 Gründen eben überhaupt nicht schlimm:
1.Samus ist allzeit allein.Die gute Frau scheint auch keinen Dachschaden zu haben, und deshalb
wären Selbstgespräche etwas seltsam gewesen.
2.Der Spieler selbst ist die Spielfigur.Wenn da jemand spricht, wird man hingegen daran erinnert,
dass man nur diesen festen Charakter spielt und durch ein Spiel bewegt.Das ist glücklicherweise
nicht der Fall.
Um Frust vorzubeugen, sei ausserdem erwähnt, dass der Schwierigkeitsgrad von MetroidPrime mittel
bis schwierig anzusiedeln ist.
Das Spiel an sich dürfte für jeden zu meistern sein, die Bossgegner jedoch fordern alles
Geschick, was der Spieler aufbringen kann.
Das geht sogar soweit, dass einige Spieler beim vorletzten Bossgegner aufgegeben haben, weil sie
dachten, es wäre der letzte Endgegner.
Tja, so sich Menschen irren.
Ein spielerischer Schwachpunkt ist zudem noch der Schluss des Spiels, der vergleichbar mit der
Triforce-Splitter-Suche in The legend of Zelda: The WindWaker ist.
Hier müssen anhand spärlicher Hinweise einige Artefakte, die in der ganzen MetroidPrime-Welt
versteckt sind, gefunden werden.
Im Gegensatz zu The WindWaker geht das hier jedoch recht schnell, und ist nicht allzu schlimm,
da man so noch einmal die wirklich hervorragend designte Welt beschauen kann.
Zu den grafischen Aspekten:
Als Gesamtkonzept sieht MetroidPrime absolut überragend aus.
Enorm variantenreiche Texturen, ein grandioses Levelsdesign (kein Raum gleicht dem anderen,
man wird sich immer an einen bestimmten Raum erinnern können) und tolles Gegnerdesign sprechen
für MetroidPrime.
Auf der anderen Seite sind da die ,aus der Nähe betrachtet, sehr matschigen Texturen.
Geht man nah an Wände etc. heran, so sieht man, wie schlecht die Texturen sind.
Aus gesundem Abstand jedoch sieht alles wunderbar aus.
Desweitern wären da ebenfalls negativ zu nennen die Wasser- und Lavaeffekte.
Diese sind einfach platt, keine Spiegelungen, keine schönen Effekte in der Lava....einfach platt.
Auch keine Spritzer, wenn man durch Wasser läuft.
Da hätte mehr getan werden müssen.
Was die Texturen aus der Nähe und Wasser und Lava mies machen, macht der Stil des Spiels
jedoch allemal wett:
Das Spiel sieht, in seinem Konzept als verlassener Alien-Planet, äusserst realistisch aus.
Zahlreiche Tierarten, schöne Pflanzenwelt, tolle Schneeeffekte, flüssige, natürliche Animationen
der Gegner und realistisches Leveldesign.
Objekte werden nicht einfach Baukasten-mäßig in die Gegend gepflanzt, sondern liebevoll in die
Räumlichkeiten eingefasst.
Ja, auch wenn grafisch ein bisschen was verbesserungswürdig ist, so macht das Spiel einen
herrlichen Gesamteindruck.
Der Sound ist ganz klar ein weiterer Pluspunkt des Spiels.
Jedes Gebiet im Spiel hat seinen eigenen Soundtrack.
Die Musik ist schwer beschreibbar......Metroid-Style halt ;-)
Sie passt in jedem Fall hervorragend zum Spiel und steigert die ohnehin fast perfekte Stimmung
noch einmal weiter.
Soundeffekte gibts auch nicht zu knapp, die Waffengeräusche klingen sehr passend,
Gegner schreien,wenn sie getroffen sind, oder brüllen sogar einen unheimlichen Todesschrei aus.
Hier gibts im nahenden Nachfolger nichts zu verbessern.
Letztendlich:
WEM macht MetroidPrime Spass?
Jedem, der vom Ego-Shooter-Allerlei genug hat.
Jedem, der gern fremde Welten erkundet, sich allmählich einen Weg durch diese fremde Welt sucht.
Jedem, der knallharte Bosskämpfe liebt.