Jetzt mitmachen!
Alle Spiele anzeigen
Nur PlayStation 2-Spiele anzeigen
Nur Xbox-Spiele anzeigen
Nur Gamecube-Spiele anzeigen
Nur PSP-Spiele anzeigen
Nur DS-Spiele anzeigen
Nur Xbox 360-Spiele anzeigen
Nur PS3-Spiele anzeigen
Nur Wii-Spiele anzeigen
Spiele: » Releases | » Alle Spiele | » Neue Spiele | » Was ist neu?
 Go  
Magazin: » News | » Kommentare | » Forum | » Editorials | » User-Liste | » Über uns | » RSS
Master-Review:   » drucken    » versenden

Mortal Kombat: Deception

» Autor: Gerald Blauensteiner
» Datum: 29.11.2004
» Gesamtwertung:
/5
4/5: Empfehlenswert
mit zahlreichen Stärken.
Wie wir bewerten
Das Beat’em Up-Urgestein kehrt zurück – dank neuer Spielmodi und Onlinefähigkeit besser als je zuvor.

Mortal Kombat – einer der berüchtigtsten Namen in der Spieleindustrie. Wer hätte anno 1993 gedacht, dass die hauptsächlich durch exzessive Gewaltdarstellung auffallende Serie über ein Jahrzehnt später noch immer existieren würde? Dabei ist existieren sogar der falsche Ausdruck: Mit dem 2002 veröffentlichten Mortal Kombat: Deadly Alliance schlug die Beat’em Up-Reihe neue Wege ein und wurde von der Fangemeinde aufgrund der komplexen neuen Fighting-Engine das erste Mal als ernstzunehmendes Prügelspiel angesehen, das durchaus mit der Konkurrenz von Namco und Sega mithalten konnte.
Der kürzlich erschienene Nachfolger, Mortal Kombat: Deception, hält natürlich an der erfolgreichen Formel fest, kann sich aber vielmehr durch einen gewaltigen Umfang auszeichnen, der im Prügel-Genre alles Bisherige in den Schatten stellt. Mehr dazu im folgenden Master-Review.

Wachablöse
Die Story von MK: Deception setzt genau da an, wo der Vorgänger beendet wurde. Die Deadly Alliance der beiden Erzbösewichte Shang Tsung und Quan Chi hatte Erfolg
» Autsch!
– die Verteidiger der Erde wurden vernichtet, der Dragon King Onaga wieder belebt. Nur dumm, dass besagter König offenbar nicht die geringste Lust verspürt, sein Dasein als Sklave zu fristen und konsequenterweise auf seine Befreier losgeht. Die beiden Magier sehen sich außerstande, ihn unter Kontrolle zu bringen. Schließlich greift noch Raiden in den Kampf ein, aber auch seine Macht reicht nicht aus, wodurch sich der Gott gezwungen sieht, eine finale Entscheidung zu treffen. Durch Einsatz seiner göttlichen Essenz jagt er den ganzen Tempel mit einer gewaltigen Explosion in die Luft – womit er selbst, Shang Tsung und Quan Chi fortan nicht mehr unter den Lebenden weilen. Den Dragon King juckt’s wenig – nachdem das Spektakel vorbei ist, steht er als Einziger noch immer seelenruhig auf den Beinen und macht sich selbstverständlich sofort daran, die Herrschaft über alle Realms an sich zu reißen. Neue (bzw. alte) Helden braucht das Land!

Mortal Kombat: Deception bietet insgesamt 24 zum Großteil bereits bekannte Charaktere, wobei anfangs nur die Hälfte verfügbar ist – den Rest müsst ihr euch erst freispielen. Die Kämpferriege unterscheidet sich stark vom Vorgänger und weist neben einigen Neuzugängen auch ältere, bereits totgeglaubte Protagonisten auf, wie zum Beispiel Mileena, Kabal und Nightwolf. Die beiden Urgesteine Scorpion und Sub-Zero sind selbstverständlich wieder mit von der Partie – ohne die beiden geht’s einfach nicht. Auch Raiden-Fans müssen nicht verzagen, ein Gott ist nun mal nicht so ohne weiteres ins Jenseits zu befördern.

Getreu dem Motto If it ain’t broken, don’t fix it wurde die aus Deadly Alliance bekannte Fighting-Engine nur in Details verändert. Nach wie vor besitzt jeder Charakter drei verschiedene Kampfstile, die nach Belieben durchgeschaltet werden können, wobei einer dieser Stile wie gehabt auf einer Waffe basiert. Kombos und Special Moves funktionieren so wie im Vorgänger und gehen mit etwas Übung leicht von der Hand.
Die einzige wirkliche Neuerung im Kampfablauf stellen die sogenannten Combo Breaker dar. Wie der Name schon verrät, könnt ihr durch deren Einsatz die Kombos eures Gegners jederzeit unterbrechen. Die Anwendung ist verhältnismäßig einfach (Blocken und Richtungstaste), dafür verursachen sie aber auch keinen Schaden an eurem Gegenüber und ihr seid außerdem auf drei Breaker pro Kampf limitiert.

Finish Him!
Das Erkennungszeichen und zugleich auch das berühmteste Merkmal von Mortal Kombat waren über Jahre hinweg die berüchtigten Fatalities. Mit Deadly Alliance traten diese Finishing-Moves etwas in den Hintergrund,
» Puzzle Kombat!
da sich besagter Titel mehr auf das tatsächliche Gameplay konzentrierte. Wegzudenken sind sie trotzdem nicht, und so bietet auch Deception zwei Fatalities pro Charakter, die sich in punkto Überzogenheit gegenseitig zu übertreffen versuchen. Eines sollte aber erwähnt werden: Im Vergleich mit aktuellen Spielen wie GTA, Manhunt oder diversen Kriegssimulationen wirkt die Gewaltdarstellung in Mortal Kombat nicht mehr länger schockierend, sondern eher comichaft und übertrieben.
Neu hinzugekommen sind die sogenannten Hara Kiris. Durch die Eingabe der richtigen Tastenfolge könnt ihr als Verlierer der drohenden Fatality-Schmach entgehen und euch selbst massakrieren. Bonuspunkte gibt’s zwar nicht dafür, witzig ist es aber allemal. Da dürften die Entwickler von Midway wohl etwas zu tief ins Glas geschaut haben…

Die Kampfarenen spielen in MK: Deception eine größere Rolle als im Vorgänger. Einige Stages verfügen ähnlich wie in den Dead or Alive-Titeln über mehrere Ebenen. Darüber hinaus habt ihr auch die Möglichkeit, den Kampf in bestimmten Arenen durch ein Ring-Out vorzeitig zu beenden – wobei diese Ring-Outs natürlich der Thematik angemessen in Szene gesetzt wurden. Einmal warten Stacheln auf ein unglückliches Opfer, dann wieder Säure-Pools – MK: Deception bietet euren Charakteren überaus zahlreiche Möglichkeiten für ein vorzeitiges Ableben. Falls diese Nettigkeiten aber an euren Nerven zehren sollten, dürft ihr sie im Optionsmenü auch abschalten.

Bin ich im richtigen Spiel?
Neben dem Genre-typischen Arcade-Modus bietet Mortal Kombat: Deception einige andere Spielmodi, die teilweise rein gar nichts mit einem Beat’em Up am Hut haben.

Der Konquest-Mode ist neben dem normalen Kampfmodus der Haupt-bestandteil des Spiels. Hier erwartet euch ein reinrassiges 3rd-Person Adventure, in dem ihr den angehenden Krieger Shujinko steuert,
» Konquest.
dem eine gewichtige Rolle in der Story zufällt. Leider präsentiert sich dieser Spielmodus als zwiespältige Angelegenheit. Auf der einen Seite erwarten euch eine überraschend lange Spieldauer (mit 20 Stunden könnte Konquest durchaus als eigenständiges Spiel durchgehen), ausgedehnte Areale und interessante Story-Häppchen, die vor allem Fans der Serie in ihren Bann ziehen werden. Im Verlauf eures Abenteuers begegnet ihr so ziemlich jedem Charakter, der jemals einen Auftritt in Mortal Kombat hatte.

Auf der anderen Seite stehen vor allem der extrem monotone Spielablauf, Defizite im Gameplay und die schwache technische Umsetzung. Grundsätzlich macht ihr nichts anderes als euch von Punkt A nach B zu bewegen, dort ein Tutorial bzw. einen Kampf zu absolvieren, und dann weiter im Text. Zwischen den Story-relevanten Punkten könnt ihr mit den Bewohnern des jeweiligen Ortes reden, was sehr häufig den Beginn einer Sidequest darstellt. Prinzipiell eine gute Idee, die praktisch aber an der Umsetzung scheitert. Die Entwickler hielten es offenbar nicht für notwendig, ein Quest-Log zu inkludieren. So könnt ihr keinerlei Informationen zu euren aktuellen Aufgaben abrufen; teilweise werdet ihr ob der Fülle der Quests und der Größe der Abschnitte einige eurer Missionen einfach vergessen. Wie sich euch bald offenbaren wird, ist das aber kein wirkliches Malheur, denn eure Belohnungen beschränken sich ausschließlich auf sogenannte Koins, mit denen ihr in der Krypt Extras freischalten könnt (der K-Witz wird übrigens auch nicht besser).
Neben diesen Koins stoßt ihr während eurer Reisen immer wieder auf Schatztruhen, die zum Großteil auch nur die MK-Währung enthalten, manchmal jedoch Krypt-Keys, mit denen ihr die verschlossene Gräber öffnen könnt – wodurch ihr zumeist einen optionalen Charakter freischaltet.
Zu allem Überfluss kann die technische Umsetzung des Konquest-Mode nur als mangelhaft bezeichnet werden. Die Engine des Spiels eignet sich ganz offensichtlich nicht für ausgedehnte Örtlichkeiten, und so müsst ihr euch mit kargen Texturen und detailarmen Figuren zufrieden geben.

Nun, sagt ihr, dann spiel’ ich diesen Modus eben nicht! Aber natürlich gibt’s wie üblich einen Haken an der Sache. Zehn der zwölf optionalen Charaktere können nur über den Konquest-Mode freigeschaltet werden. Wollt ihr also auf die komplette Kämpferriege zugreifen (und wer will das nicht), müsst ihr euch wohl oder übel durch Shujinkos Abenteuer quälen. Mortal Kombat-Fans, die sich für die durchaus interessante Story der Serie interessieren, und Zocker mit einem ausgeprägten Sammeltrieb können dem Ganzen wohl noch etwas Positives abgewinnen, für alle anderen heißt die Devise: Augen zu und durch!

Neben dem eher misslungenen Adventure-Part erwarten euch in MK: Deception noch zwei andere kurzweilige Minigames.
Puzzle Kombat ist ein auf Tetris basierendes Geschicklichkeitsspiel, das seine Idee ganz offensichtlich von Capcoms Super Puzzle Fighter bezieht. Ein durchaus witziger Zeitvertreib, der vor allem gegen einen menschlichen Kontrahenten viel Spaß macht. Andere Publisher verkaufen so etwas inzwischen als Vollpreis-Spiel.
Chess Kombat bietet euch eine Mischung aus Schach und dem Klassiker Archon. Treffen zwei Spielfiguren aufeinander, wird die Begegnung im MK-Stil ausgetragen, was bedeutet, dass ihr theoretisch auch mit eigentlich unterlegenen Charakteren gewinnen könnt – die Regeln werden etwas freier ausgelegt als im klassischen Schachspiel. Auch hier kommt durchaus Spielspaß auf, der aber von den ständigen Ladezeiten vor und nach den Kämpfen wieder etwas vermindert wird.

Seinen schlussendlich größten Trumpf spielt MK: Deception im Multiplayer-Modus aus: Als erstes Beat’em Up kann der neue Mortal Kombat-Titel mit Online-Fähigkeit aufwarten. Die Funktionalität zeigt sich dabei denkbar einfach: Ihr erstellt einen Account, loggt euch ein, joint oder erstellt einen Game Room und fordert dann einen beliebigen Spieler zum Kampf - oder auch zum Puzzle bzw. Chess Kombat, die ebenfalls online spielbar sind. Eure Stats werden dabei genau festgehalten und konsequenterweise existieren auch Ranglisten für alle drei Spielmodi. Die Kämpfe selbst laufen überraschend lagfrei ab. Probleme zeigen sich nur nach längerer Spieldauer beim Charakter-Balancing: Einige Kämpfer sind doch deutlich stärker als die anderen - hier hätte Midway noch etwas nachbessern sollen.


Grafik
Grafisch gibt sich Mortal Kombat: Deception keine Blöße – zumindest im Kampfmodus. Die Stages warten mit schönen Texturen und einigen netten Details auf. Zusätzlich werden eure Augen mit schönen Spezialeffekten wie zum Beispiel wechselndem Wetter verwöhnt. Die Charaktermodelle sind für PS2-Verhältnisse relativ detailreich ausgefallen, nur die Animationen wirken zeitweise etwas steif und unnatürlich. Die unzähligen Blut- und Gore-Effekte können natürlich keineswegs als realistisch oder technisch hochwertig bezeichnet werden, was aber auch in der Absicht der Entwickler liegt.
Wie oben bereits erwähnt, fällt die grafische Qualität im Konquest-Modus sehr stark ab, was vermutlich daran liegt, dass sich die Engine schlicht und einfach nicht für ausgedehnte Areale mit vielen Details eignet.

Sound
Soundtechnisch macht der neue Mortal Kombat-Titel keine Höhenflüge. Die Musiktracks wirken eher uninspiriert und plätschern im Hintergrund vor sich hin. Auch die Soundeffekte verdienen sich nur die Bezeichnung zweckmäßig. Zumindest aber kann die gewollt trashige Sprachausgabe das typische MK-Flair erzeugen (Stichwort: Finish him!).

Spielspaß Solo
Mortal Kombat: Deception bietet mit seinen vielfältigen Spielmodi im Beat’em Up-Genre nie gesehenen Langzeitspielspaß. Allein mit dem Konquest-Modus werdet ihr euch mindestens 20 Stunden beschäftigen – sicher, spieltechnisch ist er nicht sonderlich gut gelungen, aber wer verzichtet schon gerne auf optionale Charaktere? Daneben könnt ihr euch noch längere Zeit mit Puzzle Kombat und Chess Kombat vergnügen, die durchaus als eigene Spiele durchgehen würden.
Auch die Krypt verdient eine Erwähnung. Sie bietet euch wie schon im Vorgänger die Möglichkeit, unzählige Extras freizuschalten – genügend Koins vorausgesetzt, die wiederum hauptsächlich in Konquest erworben werden. Charaktere, Kostüme, Biographien, Stages, Movies, Musiktracks etc. – hier gibt’s wirklich alles, was das Herz begehrt.
Noch nicht erwähnt wurde die Zeit, die ihr sowieso benötigt, um das Spiel richtig zu beherrschen, was bei einem Beat’em Up üblicherweise viele Stunden verschlingt.
Ihr seht schon: MK: Deception bietet extrem viel Spiel fürs Geld.

Spielspaß Multi
Online heißt das Zauberwort! Durch den Online-Modus des Titels könnt ihr zu jeder beliebigen Zeit gegen einen menschlichen Gegner antreten, was die Motivation für ernsthafte Beat’em Up-Zocker sicherlich in ungeahnte Höhen treibt – vor allem in Verbindung mit den diversen Ranglisten.
Selbstverständlich kann MK: Deception auch offline vollends überzeugen, schließlich liegt die Stärke von Prügelspielen seit jeher im Mehrspielermodus. Mit Puzzle Kombat und Chess Kombat wird euch darüber hinaus noch genug Abwechslung vom Prügelalltag geboten, um den Titel dauerhaft interessant zu machen.
Für Multiplayer-Fans mit einem Faible für Beat’em Ups führt definitiv kein Weg am neuen Mortal Kombat vorbei.
Pro
Viele verschiedene Spielmodi
24 unterschiedliche Charaktere
Tonnenweise Bonusmaterial
Interessante Story für Fans
Gelungene Fighting-Engine
Online spielbar
Contra
Optionale Charaktere müssen in Konquest freigespielt werden
Teilweise nervige Ladezeiten
Charaktere nicht ganz ausgewogen
Fazit
Mortal Kombat: Deception macht deutlich, dass auch Prügelspiele für einen längeren Zeitraum Singleplayer-Spielspaß bieten können. Der Konquest-Mode weist zwar viele Ecken und Kanten auf, nichtsdestotrotz muss Midway ein Kompliment für die Integrierung eines so umfangreichen Adventure-Parts gemacht werden. Darüber hinaus wird durch die unzähligen Extras ein Sammeltrieb erzeugt, der den Spieler trotz diverser Gameplay-Defizite immer wieder zu Konquest zurücktreibt, um noch mehr Koins bzw. Krypt-Keys zu ergattern.
Die Fighting-Engine kann zwar mit Genre-Größen wie Soul Calibur 2 oder Virtua Fighter 4 nicht ganz mithalten, steht aber sehr wohl auf eigenen Füßen und hat sich vom einstmals belächelten Mortal Kombat-Gameplay inzwischen vollends losgelöst. Mit dem Online-Modus wird außerdem ein nicht zu unterschätzender Vorteil gegenüber der Konkurrenz geboten, da er auf einfache Art und Weise Kämpfe gegen menschliche Kontrahenten möglich macht – was ja auch den wichtigsten Motivationsfaktor bei Beat’em Ups darstellt.
So bleibt nur ein Resumee: Mit Mortal Kombat: Deception halten wir den bislang besten Teil der klassischen Serie in unseren Händen, der sich auch gleichzeitig einen Spitzenplatz im Prügel-Genre sichert. Pflichtkauf für alle Beat’em Up-Fans!
Infos
Erhältlich für
Genre
Fighting
Publisher
Midway
Entwickler
Midway
Website
www.midway.com/...
Release
19. November 2004
Spiel kaufen
»  Game World
»  game4game
User-Bewertung
88
10 Bewertungen
3 Reviews
Features
userrankings.com    » Werbung | » Impressum/Kontakt | » Hilfe    © 2003 - 2008
RSS News RSS Reviews www.sevenpixel.com  0.0930