Könnt ihr jeden Dialog der Star Wars-Filme mitsprechen? Ist der Codex eines Jedi kein Geheimnis für euch? Oder wollt ihr nur euren Blaster schnappen und ein paar Rebellen zeigen, dass die dunkle Seite der Macht die einzig wahre Seite ist? Egal, ob ihr vom Star Wars-Kult gepackt seid oder nur auf der Suche nach einem guten Shooter seid, Star Wars: Battlefront verspricht, euch einige Zeit zu fesseln.
Bei der massiven Fanbase, die das Star Wars-Universum hat, war es nur eine Frage der Zeit, dass endlich jemand einen reinrassigen Online-Shooter aus der Lizenz kreiert. Pandemics Aufgabe war also keine einfache: Einen guten Shooter machen aber dabei das Universum für die Fans soweit wie möglich intakt lassen. Battlefront ist ein Team basiertes Actionfest geworden und zeigt, dass auch Filmlizenzen hin und wieder gut gemacht sein können.
Diejenigen, die die Battlefield-Serie aus dem Hause Electronic Arts auf dem PC schon einmal gespielt haben, werden sich sofort heimisch fühlen und die verschiedenen Maps und Spielvarianten gleich erkennen. Der im Spiel enthaltene Singleplayer ist nicht nur schmückendes Beiwerk. Man kann große Teile der Schlachten der Filme auf bekannten Planeten durchspielen und sich so für den Kampf online wappnen.
Dazu kommen die fünf verschiedenen Charakter-Klassen, verschiedenste Fahrzeuge, verschiedenste Waffen und das Beste an allem: Es ist Star Wars!
Jedem ist klar, dass nur der Name Star Wars allein noch kein gutes Spiel macht. Lizenzen haben in jedem Fall einen faden Beigeschmack. Damit Battlefront die Fans nicht enttäuscht, musste also viel des Star Wars-Gefühls und der Atmosphäre verarbeitet werden. Glücklicherweise ist das erreicht worden: Battlefront sieht gut aus, bietet auch bei der Benutzung von Fahrzeugen kaum Slowdowns, Ruckler oder Pop-Ups und hat sehr viel von der Atmosphäre des Paten erhalten.
Wenn man durch den Urwald auf Endor auf einem Speeder Bike hinter dem Gegner herrast und um einen herum AT-STs die Gegner bekämpfen oder ihr in einem Snow Speeder auf ein AT-AT zurast, um es mit einem Haken und Stahldraht a là „Das Imperium schlägt zurück“ zu Fall zu bringen, macht das Spaß und ist Action pur. Dazu kommt der Sound der Filme und die Nutzung der Original-Stimmen der vielfältigen Bewohner der einzelnen Planeten wie Ewoks und Gungans. Insgesamt hat Pandemic hier ein unglaubliches Paket an Atmosphäre geschnürt, das leicht zu bedienen und doch komplex ist.
Schade nur, dass die Blaster sich immer gleich anhören während die Fahrzeuge genau so klingen wie sie im Film geklungen haben.
Grundsätzlich teilt sich Star Wars: Battlefront in zwei Kampagnen auf: das erste Szenario ist das der Klonkriege und das andere die Galaktischen Kriege, die Basis der Originalfilme sind. Für die Fans der „Originale“ bietet sich so die Möglichkeit, die einzig wahren Teile der Filme durchzuspielen: Hoth, Endor etc.. Dabei wählt man erst die Seite, der man angehören will und dann die spezifische Klasse. Hier unterscheidet man – ähnlich wie in vielen anderen Spielen – zwischen normalen Infanteristen, speziellen Scharfschützen, Piloten, schwerer Infanterie und Spezialeinheiten.
Dabei ist man nicht vollkommen auf die spezielle Klasse fixiert, da sich schnell die Möglichkeiten im Gefecht ändern. So bringt es natürlich wenig, wenn ihr als leichter Infanterist auf einmal einem großen Walker gegenübersteht. Hier heißt es: Team orientiert handeln oder sich schnell ein Fahrzeug oder Geschütz besorgen um diesen ungleichen Kampf gewinnen zu können. Geschütze und Fahrzeuge stehen im Spiel auf jeder Map an vielen Stellen zur Verfügung.
Klar ist, dass das Online-Spiel am Wichtigsten sein sollte. Lange wurden die Medien mit Presseinformationen über immer mehr Spieler per Xbox Live bombardiert. Was dann doch sehr erstaunt ist, dass es lediglich einen Online-Modus gibt: Wie bei Battlefield müssen die einzelnen Basen des Feindes eingenommen werden, um den Punkte-Zähler des Gegners auf Null zu bringen. Einzig allein der „Nebel des Krieges“ bei Battlefront ist etwas Neues: Man kann auf der Karte nicht sehen, wo sich alle Personen und Gegenstände befinden und muss erst einmal auf Erkundung gehen.
Bei der Fülle an Möglichkeiten, die die verschiedenen Spiele heutzutage im Online-Modus bieten, könnte es leicht passieren, dass einzelne Spieler schnell gelangweilt sind. Ein einzelner Modus ist einfach nicht genug um mitzuhalten.
Nochmals sei an dieser Stelle auf den Einzelspieler-Modus hingewiesen, der viel besser ausgefallen ist, als man es gedacht hätte. In vier verschiedenen Modi kann man sein Können beweisen: Die Klonkriege (Missionen auf beiden Seiten der Macht aus der Zeit der Klonkriege) und Der galaktische Bürgerkrieg (auch hier können beide Seiten in der Zeit der Originalfilme gespielt werden); Instant Action, wo man sich selbst ein Szenario zusammenbauen kann und die galaktische Kampagne. Dieser Modus ist das Sahnestückchen: Für jeden Planet, den man erobert, bekommt man Spezialfähigkeiten und Upgrades für die eigenen Truppen (mehr Nachschub, Jedihelden als Helfer etc.) und gewinnt so Schlacht um Schlacht auf den Planeten des Star Wars-Universums.
Wer dabei denkt, dass Bots dumm sein müssen, hat sich getäuscht. In den drei Schwierigkeitsgraden verstecken sich auf „hart“ sehr schwere Gegner, die natürlich nicht mit menschlichen Kontrahenten mithalten können, es einem aber sehr oft sehr schwer machen. Sie sind das Salz in einem echten Einzelspieler-Spaß und zeigen, dass Star Wars: Battlefront eigentlich das Gegenteil von dem ist, was erwartet wurde.
Fazit:
Star Wars: Battlefront bietet viel von dem, was man sich atmosphärisch von einem Star Wars-Spiel erwarten würde. Sowohl grafisch als auch akustisch wird einiges geboten und die Einzelspieler-Modi überzeugen. Was da verwundert, ist, dass online so wenig Abwechslung geboten wird und man mit einem Modus abgespeist wird. Ambitionierte Online-Spieler werden wohl schnell zu einem anderen Titel greifen und das, obwohl Star Wars: Battlefront auch online echten Spaß bietet. Bloss leider zu wenig Umfang.