Solider Shooter mit grandiosem Multiplayer-Modus - verzweifeln müssen Einzelspieler aber dennoch nicht.The force is strong with this one - dieser klassische Spruch aus der ursprünglichen Trilogie trifft auf viele Spiele zu, nur leider allzu selten auf lizenzierte
Star Wars Produkte; die großen Ausnahmen
Jedi Knight und
Rogue Leader wieder einmal die Regel bestätigend. Mit
Star Wars Battlefront liefert Pandemic nun ein Stück Software ab, welches sich Gott sei Dank wieder mehr an qualitativem Gameplay orientiert und sich so guten Gewissens in die Reihe glorreicher Filmumsetzungen einordnen darf.
Zusammen über die gesamte Galaxie herrschenObwohl… eine klassische Filmumsetzung verkörpert
Star Wars Battlefront eigentlich gar nicht: In den
zwei Einzelspielermodi Historische Kampagne und
Galaktische Eroberung » Schnell die Beine in die Hand nehmen! |
tretet ihr vielmehr an, die Galaxie zu erobern. Die Örtlichkeiten sind dabei selbstverständlich direkt aus den Filmen übernommen und bieten mit Schlachten auf Kashyyyk, Endor, Hoth, Mos Eisley, Yavin 4, Naboo, Bespin, Kamino und Rhen Var einen bunten Querschnitt durch alle großen Schlachtfelder aus dem Star Wars-Universum. Als einfacher Soldat einer der vier Konfliktparteien (Rebellion - Imperium und Republik - Droiden) stürzt ihr euch ins Getümmel und kämpft zusammen mit unzähligen anderen Individuen um den Sieg.
Im eigentlichen Kernstück des Einzelspieler-Modus, der historischen Kampagne, werden dabei
wild die Fronten gewechselt: Habt ihr eine Mission als Anhänger der Rebellion erfolgreich gemeistert, spricht nur Sekunden später schon der Imperator höchstpersönlich zu euch, um die nötige Portion Mut für den anstehenden Kampf auf Mos Eisley zu spenden. Die Kämpfe an sich orientieren sich dabei in Ablauf und Design vor allem am PC-only Geniestreich
Battlefield 1942: Zusammen mit unzähligen Verbündeten macht ihr eurem Gegner
Kontrollpunkte streitig, welche gleichzeitig auch als Spawn-Points dienen. Diese sind der
Dreh- und Angelpunkt einer jeden Partie, da euch deren Okkupation nicht nur dem Sieg näher bringt, sondern auch über die Anzahl der Verstärkungstruppen entscheidet. In
Star Wars Battlefront ist es nämlich auf zwei Arten möglich, den Sieg zu erringen und den Gegner galaktischen Staub fressen zu lassen: Entweder erobert ihr sämtliche Kontrollpunkte und könnt diese für einen Zeitraum von 20 Sekunden auch halten oder vernichtet einfach jegliches feindliches Leben. Daneben existiert auch noch das eine oder andere optionale Missionsziel, welches jedoch niemals und in keinster Weise über Sieg oder Niederlage entscheidend ist.
Darth Vader macht UrlaubUm im Kampfgetümmel den Überblick zu bewahren, steuert ihr euer Alter Ego grundsätzlich aus der
3rd-Person Perspektive, könnt aber auch wahlweise in die Ego-Ansicht wechseln. Mit
» Sturmtruppler auf dem Hover Bike - Eine sinnvolle Mischung? |
dabei sind selbstverständlich eure Mitstreiter, denen ihr per Druck auf das Digikreuz einfache Befehle wie
Halt! oder
Folgen! geben könnt - die in Rufweite stehenden Kombattanten werden dann ihr jeweils Möglichstes tun, um euren Befehlen Folge zu leisten. Zum großen Leidwesen von Fans fahrtechnischer Untersätze könnt ihr eure Kameraden aber nicht dazu zwingen, ein eben erobertes und gesteuertes Fahrzeug wieder her zu geben. Denn was wäre schon Star Wars ohne Fahrzeuge? Auf den diversen Schauplätzen findet man (so es einem nicht die menschlichen oder KI-Kameraden vor der Nase wegschnappen) so ziemlich jedes
Fortbewegungsmittel, welches sich jemals in den Filmen die Ehre gab; insbesondere natürlich AT-ATs, AT-STs, Snowspeeder, Tauntauns (!), X-Wings, Tie-Fighter und die von Endor bekannten Hover Bikes. Die Steuerung erweist sich dabei als geradezu meisterlich einfach und stark an die Mann-Steuerung angelehnt. Sogar die bekannten Spezialfunktionen haben ihren Weg ins Spiel gefunden: Stichwort
Snowspeeder Abschleppseil - und die AT-ATs fallen wie die sprichwörtlichen Fliegen.
Damit ihr euch eurer selbst aber auch ohne Fahrzeuge erwehren könnt, stehen vor Beginn eines jeden Spiels
verschiedene Klassen zur Auswahl, die sich durch Bewaffnung und spezielle Fähigkeiten voneinander unterscheiden. Scharfschützen, einfache Soldaten und Piloten sowie spezielle Charaktere wie Wookies oder dunkle Soldaten bilden dabei das Fundament für euren Sieg. Während Sturmtruppen und Kundschafter vor allem eines gut können - nämlich den Blaster und das Gewehr abfeuern - ist es zum Beispiel den Piloten möglich, beschädigte Fahrzeuge selbst zu reparieren oder Geschütztürme aufzustellen. Einmal mehr macht’s die richtige Mischung um erfolgreich zu sein. Und als spezielles Gimmick trifft man in einigen Missionen altbekannte Ikonen der Star Wars-Saga wieder, die einem im Kampf hilfreich zur Seite stehen - Luke Skywalker und Darth Vader um nur zwei zu nennen.
Einer für alle…Klarer Fall: Der Fokus des Spiels liegt eindeutig auf den verschiedenen Multiplayer-Modi. Zwar bietet die Kampagne und die
galaktische Eroberung selbst für Einzelspieler genügend Material
» Ein AT-AT wischt mit dem Rebellenpack den Boden. |
um sich tagelang beschäftigen zu können - wirkliche Langzeitmotivation verspricht nur das kooperative und Split-Screen- sowie das Online-Spiel. Während ihr in ersterem lediglich zu zweit die Kampagnen- und Eroberungsmodi durchspielen und im Split-Screen sowohl gegeneinander als auch miteinander in Skirmish-Schlachten kämpfen könnt, liegt im Online-Modus wohl der Kaufgrund für
Star Wars Battlefront. Der Host kann bei Start des Spiels nicht nur einstellen, wie viele Bots zusammen mit den bis zu 16 menschlichen Kombattanten aufs Schlachtfeld stürmen, sondern natürlich auch Spieleranzahl, Karte sowie Zeitalter (also Imperiale Zeit oder Republikanische Zeit). Was sich dem Spieler hier bietet ist 1A-Unterhaltung: In guten Teams wird taktiert, werden Pläne geschmiedet, wie und wo und wann am besten die diversen Kontrollpunkte einzunehmen sind, da werden Klassen zugewiesen; Piloten stellen die Operatoren der Fahrzeuge, Sturmtruppen bilden die erste Linie, Scharfschützen suchen sich ein gemütliches Plätzchen – und schon marschieren 40 menschliche und computergesteuerte Einheiten im Blastergewitter und unter heftigem Granatbeschuss aufeinander zu. Das ist
Unterhaltung pur - wären da nicht die nervigen Slowdowns und Lags, die beinahe jede zweite Partie unspielbar machen. Hier ist leider noch keine Abhilfe in Sicht, weswegen man sich wohl oder übel damit abfinden muss, nicht auf jedem gejointen Server auch wirklich lagfrei spielen zu können.
GrafikDie Optik macht einen überraschend positiven Eindruck! Trotz großartiger Licht- und Spezialeffekte kommt das Spiel beinahe nie ins Stocken, was definitiv für eine hervorragende Programmierung spricht. Auch die Karten können visuell überzeugen, egal ob Eiswüste, Urwald oder Stadt - alle Schauplätze sind authentisch designt und den Original-Schlachtfeldern aus den Filmen nachempfunden. Darüber hinaus kann man zwischen den Missionen in der Kampagne zuweilen Filmschnipsel genießen, die einen kurzen Einstieg ins folgende Geschehen darstellen. Da kommt Star Wars Feeling auf!
SoundEbenso wie beim Sound! Die typische Erkennungsmelodie (und überhaupt beinahe der komplette Soundtrack) ist ebenso vertreten wie die originalen Blaster-, Wookie-, Thermaldetonatoren- und AT-ST-Stampf-Sounds. Wäre man nicht schon dabei, wäre man schon mittendrin. Die Akustik ist einfach gelungen und mit Ausnahme der größtenteils langweiligen deutschen Synchronstimmen schafft sie zusammen mit der sehr guten Optik ein rundes Bild vom Star Wars Universum.
Spielspaß SoloAls Einzelspieler hat man überraschend viel von den Singleplayer-Modi: Sowohl die Kampagne als auch die
galaktische Eroberung können eine Zeitlang fesseln und bieten vor allem in der Kampagne Action bis zum Abwinken. Sollte man sich auf eine bestimmte Karte spezialisieren wollen, kann diese auch direkt im
Sofortkampf angewählt werden und somit als Basis für ein Training dienen.
Spielspaß MultiDenn das Kern- und Sahnestück bleibt selbstverständlich der Multiplayer-Modus. Egal ob kooperativ, Split-Screen oder Online: In diesem Spiel geht die Post ab. Wären da nicht die nervigen Lags im Online-Spiel und der doch recht schmale Bildausschnitt im Split-Screen - das Spiel hätte alle Chancen zu einer Multiplayergranate gehabt.