Solider Shooter mit vernachlässigbarem Taktik-Attachment.Jedis waren einmal. Kurz nach der putschähnlichen Machtergreifung durch
Senator Palpatine im republikanischen Rat beginnt bereits das große Säbelrasseln. Von den Auswirkungen kann man sich schon zu Ende des Films
Star Wars Episode II – Angriff der Klonkrieger ein Bild machen: Eine gigantische Armee von Klonen macht sich auf den Weg, die imperialistischen Gelüste des späteren
Imperators und Kriegstreibers Palpatine zu stillen. Als Führer einer Eliteeinheit liegt es nun an euch und euren drei Gefolgsmännern, den Weg für die Hauptstreitmacht zu ebnen und brandgefährliche Einsätze in insgesamt drei Kampagnen schadlos zu überstehen.
The force ain’t strong with this oneUm für euer kommendes Leben als High-Tech Elite-Soldat gerüstet zu sein, bedarf es nicht viel: Ein paar Reagenzgläser, ein umfangreiches Ausbildungsprogramm sowie eine Feuertaufe
» Aus den Droiden macht ihr Kleinholz |
im Rahmen des immerwährend schwelenden Konfliktes auf dem Planeten
Geonosis. Die separatistischen Droiden tanzen der schwächlichen Republik nun schon zu lange auf der Nase herum; es wird Zeit zu handeln. Als unabhängiges Mitglied der ersten Invasionwelle liegt es an euch, dem Treiben ein Ende zu setzen, die Führungsstruktur zu zerschlagen und den verwüsteten Planeten zu befrieden.
Zug um Zug wird unser Protagonist während der ersten Mission in die Geheimnisse der Kriegskunst eingewiesen. Die
Steuerung geht dabei locker und
intuitiv von der Hand, bedient sich das Button-Layout doch am Genrekollegen und Lokalmatador
Halo. Als Delta-Leader sind dem Alter Ego selbstverständlich auch Soldaten untergeordnet, welche im Lauf der ersten Spielstunde zu euch stoßen und sich im Klon-Center an jeweils unterschiedlichen Spezialfähigkeiten zu beweisen hatten:
Scorch lässt auf Befehl Sprengsätze hochgehen,
Sev knipst als Scharfschütze auch weit entfernten Feinden das Lebenslicht aus und
Fixxer hackt sich nicht nur in seiner Freizeit in feindliche Netzwerke, um an vertrauliche Informationen zu gelangen. Zu den besonderen
Features eines Klon-Soldaten darf natürlich auch gezählt werden, dass diese im Falle des Ablebens jederzeit mithilfe von Elektroschocks wieder belebt werden können. Sozusagen:
Soldier revised.
"Team"-ManagementAls schlagkräftiges Einsatzkommando habt ihr im Gegensatz zu anderen Taktik-Shootern allerdings
niemals vollständige Kontrolle über euer Gefolge; zwar können rudimentäre
Verhaltensweisen der Mitstreiter auf Knopfdruck gesteuert werden – tatsächliche Befehlsgewalt dürft ihr allerdings nur an speziell dafür vorgesehen Örtlichkeiten ausüben. Zu diesem Zweck bedient sich
Star Wars Republic Commando eines kontextabhängigen “Cursors“, welcher in speziellen Situationen bestimmte Befehle – wie zum Beispiel die Positionierung eines Scharfschützen – gestattet. Per Knopfdruck wird der Befehl ausgeführt; von taktischer Freiheit kann allerdings keine Rede sein, geschweige denn von einem differenzierten und team-basierten Leveldesign, da
alle Missionen durch die Bank sehr linear gestaltet wurden und operatives Vorgehen in der Gruppe nur selten möglich ist.
Hierfür mitverantwortlich ist auch das anscheinend äußerst egozentrisch geprägte Weltbild der Mitstreiter, welche zwar gewissenhaft alle Befehle ausführen, in Standardsituationen aber oftmals den Kopf verlieren und munter vorwärts stürmen. Euer Protagonist wird sich des Öfteren nur als
Teil eines wild durcheinander gemischten Haufens von Söldnern fühlen, anstatt als
Leader einer schlagkräftigen und straff durchorganisierten militärischen Einsatzgruppe. Im Endeffekt bleibt
von der Taktik-Atmosphäre – die vorgegebenen Spezial-Situationen einmal ausgenommen – also
nicht viel übrig.
Ego-ManiaAls reiner First-Person-Shooter mit minimalem Team-Anteil betrachtet macht
Star Wars Republic Commando aber durchwegs eine anständige Figur. Den Missionen mangelt es
aufgrund strenger Linearität zwar ab und zu an Abwechslung und auch die Gegner-KI lässt in einigen Fällen dezent zu wünschen übrig – der Restwert liegt aber immer noch weit über Durchschnitt. Ganz besonders unterhaltsam sind die
witzigen Kommentare eurer Kollegen zu Befehlen oder deren bissige Unterhaltungen untereinander, in denen niemand auch nur ein einziges gutes Haar am anderen lässt. Auch die technische Seite kann auf voller Linie überzeugen – doch dazu gleich mehr.
Ein aktueller Ego-Shooter ohne Multiplayer-Modus? Undenkbar! Und aus eben diesem Grund gilt es auch in
Star Wars Republic Commando zu mehrt in die Schlacht zu ziehen. Mit
bis zu 16 Gleichgesinnten geht es per System Link oder Xbox Live ans Eingemachte – einen Splitscreen-Modus sucht man allerdings vergebens und auch an eine kooperative Spielvarainte wurde leider nicht gedacht. Dafür geht es auf 15 Multiplayer-Karten in den bekannten Modi Deathmatch, Team-Deathmatch, CTF und Assault zur Sache. In der Praxis zeigt sich jedoch schnell, dass der Fokus eindeutig auf die Kampagne gelegt wurde – die Mehrspielervarianten gehen gerade noch als Standard-Ausstattung durch, ebenso wie das Map-Design. Freunde von ausufernden Sessions werden also mit anderen Spielen sicherlich glücklicher.
Die technische Seite…… ist hingegen durchaus eindrucksvoll: Atmosphärische Optik und stimmungsvolle Soundkulisse lassen Star Wars Flair aufkommen. Ganz besonders stechen die schon erwähnten Sprachsamples der Kollegen und die hervorragenden Animationen von Freund und Feind hervor. Ruckler und Slowdowns sucht man übrigens vergeblich und auch die Ladezeiten zwischen den Missionen halten sich in Grenzen. Hier gibt es nichts zu beanstanden.