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Master-Review:   » drucken    » versenden

NBA Street V3

» Autor: Christian Kellner
» Datum: 04.03.2005
» Gesamtwertung:
/5
5/5: Pflichtkauf
uneingeschränkte Empfehlung.
Wie wir bewerten
Einmal mehr dribbelt der neueste Ableger der NBA Street Reihe seine Konkurrenten aus.

Sexy Streetball in Perfektion! So – oder so ähnlich – lautet der Grundtenor der internationalen Fachpresse, wenn es an eine Neuauflage von NBA Street geht. Unter dieser Prämisse konnte und kann auch beim Familien-Rookie NBA Street V3 eigentlich nichts schief gehen: Ob der Titel die zahlreichen im Vorfeld erhaltenen Lorbeeren aber auch ein drittes Mal verdient, erfahrt ihr in unserem Master-Review.

The Code of the Streets
Gigantische Arenen, glitzerndes Ambiente, knipsende Sportjournalisten und kreischende Massen sucht man in NBA Street V3 vergebens – ein Ball, sechs Spieler und zwei Körbe
» Blacktop B-Ball!
auf schwarzem Vorstadtasphalt sind alles, was echtes Streetball benötigt. Gewinnen lautet die Devise – und das mit viel Style. Dem gängigen Muster eines typischen Trendsport-Titels Rechnung tragend, betätigt ihr euch zu Beginn des Spiels mit der Erstellung eines Charakters, welcher euch später den gesamten Singleplayer-Modus hindurch begleiten wird. Schon von Beginn an stehen beinahe unendlich viele Kombinationsmöglichkeiten bei der Bekleidung zur Verfügung – zusätzliches Equipment wie neue Shirts, Hosen und sogar Schmuck darf in weiterer Folge frei gespielt werden.

Neben dem Look kümmert ihr euch jedoch auch um das Feel eures Alter Ego: So dürfen neben der Statur (!) selbstverständlich auch Skill-Punkte auf diverse Attribute verteilt werden, wobei die Wahl von Körpergröße und –gewicht auch Auswirkungen auf eure Talente hat. Zum Beispiel können etwa große, stark gebaute Charaktere nur mit höherem Ressourceneinsatz zu wieselflinken Stealern ausgebildet werden, während schmächtige Buchhalter-Typen von Natur aus substanzielle Nachteile beim Blocken in Kauf nehmen müssen. Habt ihr euch nach gründlichem Hin und Her endlich entschieden und euren Charakter fertig gebastelt, geht es auch schon ab auf den Court. Willkommen in der…

Street Challenge
Zehn Wochen lang heißt es Zähne zusammen beißen und unzählige Partien in den unterschiedlichsten Ausformungen zu bestreiten, um schlussendlich König der Streetballer zu
» Jump! Jump! Jump Around!
werden. Müsst ihr euch zu Beginn eurer Karriere noch mit Noname-Mitspielern und –Kontrahenten begnügen, werden spätestens mit dem Eintritt diverser vergangener und aktueller NBA-Stars diverse tief verwurzelte Basketballgelüste gestillt. Zentrales Element ist der Ruf: Gewinnt ihr Spiele gleich reihenweise ohne dem Gegner auch nur den Funken einer Chance zu lassen, steigt euer Ansehen in der Szene – und somit die Wahrscheinlichkeit, gute Spieler in euer Team zu locken.

Auf eurem Weg in den Streetball-Olymp wird aber auch nicht mit Belohnungen in Form von (Erfahrungs-)Punkten gegeizt. Diese könnt ihr entweder direkt in Attribute eures Spielers stecken oder in Kleidungsstücke investieren. Als besonderes Gimmick darf man auch die Möglichkeit betrachten, sich seinen persönlichen Court zu basteln, der mit den erworbenen Punkten auch durch diversen Schnick-Schnack aus- und aufgerüstet werden kann. Habt ihr erstmal genug vom anstrengenden Kampf um die Krone, lässt es sich übrigens herrlich bei einem kleinen Dunk-Contest entspannen. Was hier – aber auch im Kampf Mann gegen Mann – zählt, sind Tricks, Tricks und noch mal…

Tricks – trickier than you are
Dreh- und Angelpunkt eurer Bemühungen ist der rechte Analogstick: In Kombination mit dem Turbo, welcher auf die vier Schultertasten gelegt wurde, stehen euch beinahe unendlich viele
» Und rein damit.
Trick-Möglichkeiten zur Verfügung, den Gegner entweder zu blamieren (zum Beispiel bei Verwendung des Kopfes eines Gegenspielers als praktische Bande) oder ihn tricktechnisch im kalten Regen stehen zu lassen. Doch Vorsicht: Eine Aneinanderreihung verschiedener Manöver geht zwar leicht von der Hand und zaubert massig Punkte aufs Konto – strauchelt ihr allerdings, steht einem schnellen Turnover nur mehr die Unfähigkeit beziehungsweise Unachtsamkeit der Kontrahenten entgegen.

Ganz besonderes Augenmerk sollten angehende Top-Scorer auf den Gamebreaker legen: Mit diesem ist es nicht nur möglich, bereits verloren geglaubte Partien in allerletzter Sekunde umzudrehen; er stellt auch seit jeher ein wichtiges – und diesmal auch umfangreich erweitertes – Gameplay-Element in der NBA Street-Reihe dar. Sind durch Tricks und Korbtreffer genügend Punkte auf dem Konto gelandet, macht eine Anzeige auf die Verfügbarkeit des Gamebreakers aufmerksam. Waren diese in den bis dato erhältlichen Ablegern noch reine Zwischensequenzen mit spektakulären Szenen, so dürft ihr diesmal höchstpersönlich in das gezeigte Geschehen eingreifen. Vor dem finalen Dunk in den gegnerischen Korb darf jeder einmal ran: Bis zu vier Tricks lassen sich pro Mitspieler in einer gigantischen Kombo miteinander verbinden. Das Resultat ist desaströs – für den Spielstand aus gegnerischer Sicht: Könnt ihr euch mit einem normalen Gamebreaker maximal zwei Punkte gutschreiben, sind es bei Ausschöpfung aller genannten Möglichkeiten schon vier – der Abzug von einem Punkt für die Kontrahenten bleibt hingegen gleich.


Grafik
Grafisch macht dem Titel niemand etwas vor: Superflüssige Bewegungsabläufe, superbe Animationen und ein niemals ruckelnder Spielablauf sprechen für sich und transportieren das rasante Spielgeschehen tadellos auf den heimischen Fernseher. Besonders gut gefällt auch die Präsentation – sowohl auf dem Platz, als auch in den Menüs – die dirty Streetball-Atmosphäre wurde perfekt eingefangen.

Sound
Auch bei der Soundkulisse wurde grundsätzlich alles richtig gemacht. Mit Ausnahme des – einmal mehr – nervigen Kommentators besticht das Spiel durch authentische Klanguntermalung und weiß vor allem durch die große Anzahl an Hip Hop Tracks zu gefallen – passend zum Setting des Spiels. EA-typisch lassen sich weniger geliebte Songs von der Tracklist löschen.

Spielspaß Solo
Kernstück ist selbstverständlich die Street Challenge, mit der ihr sehr lange beschäftigt sein werdet – unzählige Partien mit den unterschiedlichsten Mit- und Gegenspielern warten, von euch in Angriff genommen zu werden. Doch auch abseits des Hauptstrangs bietet das Programm genügend Inhalt für weitere vergnügliche Stunden: Die Erstellung eigener Streetballer und Courts sowie der kurzweilige Dunk Contest laden immer wieder dazu ein, die Disc in eure PS2 wandern zu lassen. In großen Maßen mitverantwortlich für den Status Quo ist selbstverständlich das einmal mehr hervorragende Gameplay, welches auch im Mehrspielermodus voll zur Geltung kommt.

Spielspaß Multi
Ein Multitap vorausgesetzt, geht es mit bis zu fünf menschlichen Mitspielern ans Eingemachte – und das ist wortwörtlich zu nehmen: Bestünde nicht der Nachteil, dass zur Beherrschung der zahlreichen Tricks einiges an Eingewöhnungsarbeit vonnöten ist – NBA Street V3 könnte vom Spaßfaktor glatt als Party-Spiel durchgehen. Number One! Lediglich der im Vergleich zur US-Fassung gestrichene Online-Modus stößt ein wenig sauer auf – warum hier auf eine Bevormundung europäischer Zocker bestanden wurde, ist wohl nur in einigen EA-internen Papers nachzulesen – vor allem hinsichtlich der großen Tauglichkeit des Titels hinsichtlich Rankings, Tabellen und Turnieren.
Pro
Fantastisches Gameplay
Umfangreicher Karrieremodus
Court- und Charaktereditor
Tolle Optik
Unschlagbares Mehrspieler-Erlebnis
Contra
In Europa fehlender Online-Modus
Nerviger Kommentator
Fazit
Ob NBA Street V3 eine Erleuchtung ist? Bei Kennern des Vorgängers vielleicht weniger – für Neulinge in jedem Fall. Besonders gut gefallen hat der umfangreiche und – für Funsport-Titel eher ungewöhnlich – motivierende Einzelspielermodus, der außerdem mit tonnenweise freispielbaren Extras lockt. Auch die Platz- und Charaktereditoren haben aufgrund ihrer Tiefe an dieser Stelle noch eine gesonderte Erwähnung verdient – machen sie doch einen nicht unerheblichen Teil am Gesamtspielspaß aus. Was schlussendlich aber doch mehr als alles andere zählt, ist das Gameplay; und dieses ist - wie schon bei den Vorgängern – famos. Der adaptierte Gamebreaker erlaubt nun erstmals ein direktes Eingreifen von Seiten des Spielers und der Trick-Stick hat seinen Namen mehr als verdient – spezielle Manöver, die so einfach von der Hand gehen, streichen die Funsport-Krone dieses Titels nur noch deutlicher hervor. Die einfache aber eindeutige Conclusio lautet also: Wer sich als Sportfan tituliert und NBA Street V3 nicht besitzt, gehört von Shaq O’Neal kopfüber einge’dunk’t. Punktum. Daran rüttelt auch der fehlende Online-Modus nicht.
Infos
Erhältlich für
Genre
Sport
Publisher
Electronic Arts
Entwickler
EA Sports Big
Website
www.electronic-...
Release
18. Februar 2005
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User-Bewertung
92
6 Bewertungen
2 Reviews
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