Die Urbz fesseln mit charmanter und abwechslungsreicher Präsentation, was man vom Gameplay aber nicht behaupten kann.Das Sims-Franchise entstand aus Klassikern mit solch klingenden Namen wie
Sim City oder
Sim Ant. Unter Aufbausimulationsfans sorgt bereits die Erwähnung des Namen von Entwickler
Maxis für Verzücken. Dank
Electronic Arts hat sich der bekannteste Ableger
Die Sims zum absoluten Verkaufserfolg entwickelt. Mit dem vor kurzem erschienenen
Die Urbz: Sims in the City kommen nun auch Konsolenbesitzer in den Genuss einer eigenen Version.
EA versucht mit diesem Produkt einen schwierigen Spagat: einerseits sollen Leute angesprochen werden, die das PC-Original lieben und andererseits soll das Spiel genug Abwechslung und Spielspaß für
hippe Konsoleros bieten. Ob dieses Unterfangen gelang, erfahrt ihr in unserem Master-Review.
Sims in the City Die Urbz versetzt den Spieler in die Welt eines jungen urbanen Bewohners, der gerade erst in die City gezogen ist. Connections sind das A und O des Erfolgs, um im unbarmherzigen Großstadt-Dschungel zu überleben.
So müsst ihr euch erst einmal akklimatisieren und erste Kontakte sowie persönliche Netzwerke aufbauen. Zu den wichtigsten Aufgaben zählen: sich eine erstklassige Reputation zu verschaffen, Freunde zu gewinnen und Beziehungen zu den anderen Bürgern geschickt zu nutzen.
Der Löwenanteil des Spiels dreht sich um die
Interaktion mit anderen Urbz, dem Nachgehen einer Arbeit und dem Einrichten des Eigenheims. Wichtige Gameplay-Elemente stellen auch exzessives Shopping und die damit einhergehenden Veränderungen am Aussehen des eigenen Urbz dar. Damit das Ganze nicht in heillosem Chaos ausartet, habt ihr ständig einen PDA dabei. Dieser lässt sich auch hervorragend als Handy einsetzen und bietet stets Überblick über Inventar, Terminkalender und Bedürfnisse. Per SMS erhaltet ihr Updates über bald stattfindende Events oder wichtige Termine, die ihr nicht versäumen solltet.
Funky TownGenretypisch verfügt
Die Urbz über wenig Story, dafür gibt es in der fiktiven Stadt abwechslungsreiche Bezirke, die eigene Besonderheiten haben. Die Viertel verfügen über je ein
eigenes Thema und bilden so ein soziales
» Ein Charakter nach dem eigenen Geschmack. |
Biotop mit Mini-Story. Da gibt es etwa die trendigen Yuppies, die Tokyo-angehauchten Raver oder die modebewussten Disco-Freaks. Nach einer simplen Charakterauswahl (im wesentlichen Frisur, Körperproportionen und Kleidung) dürft ihr eine Partie in einem der Stadtteile beginnen. Die schrille und recht eigenwillige Atmosphäre drückt dem ganzen Spiel ihren Stempel auf. So ist es kein Zufall, dass viele bekannte Tanzfilme der 70er Jahre auf die Schaufel genommen werden.
Die Urbz bedient sich dabei stark an Klischees von ABBA bis John Travolta und entführt euch so in eine Welt mit ganz eigenem Humor.
Das Hauptziel besteht darin, nützliche
Beziehungen zu anderen Urbz aufzubauen und dadurch vorgegebene Ziele zu erreichen. Mittels weniger Kommandos, die von Smalltalk, Einschüchterung bis hin zu heftigem Flirting reichen, könnt ihr euch mehr oder weniger beliebt machen.
Oftmals gilt es auch monetäre Vorgaben zu erfüllen. Um an Geld zu kommen, müsst ihr euch einen Job suchen. Meistens stellt ein Beruf aber nicht viel mehr als eine Geschicklichkeitsaufgabe dar. So müsst ihr z.B. als Barkeeper Cocktails mixen, indem bestimmte Tastenkombinationen schnell und in richtiger Reihenfolge gedrückt werden. Macht ihr eure Sache gut, so winken Geld und Prestige – zwei Dinge, die bekanntlich so manche Tür öffnen.
Die fünf GrundbedürfnisseIm Wesentlichen reduzieren die Entwickler die Komplexität der realen Welt auf eine
Handvoll Eigenschaften, auf die ihr ständig achten solltet. Durch kleine farbige Balken habt ihr die Grundbedürfnisse
Schlaf,
Hygiene,
Hunger,
Spaß und den
Ruf der Natur ständig im Blickfeld. Die Anzeigen muss man aber nicht immer genau im Auge behalten, ihr werdet mehr oder weniger sanft durch ein Aufblinken darauf hingewiesen, falls eine Situation allzu brenzlig wird. Dann heißt es aber handeln.
Während Hunger noch relativ harmlos ist und durch einen Griff in den Kühlschrank schnell abgestellt werden kann, stellt Schlaf ein hartnäckiges Bedürfnis dar. Es kann auch schon mal vorkommen, dass ihr an Ort und Stelle ein Nickerchen einlegen müsst. Leider finden es die anderen Urbz gar nicht toll, wenn einfach mitten auf der Straße oder an anderen nicht dafür vorgesehen Orten gepennt wird. Vor allem der Freund und Helfer in Form des Stadtpolizisten kann sehr penetrant werden - sprich eine saftige Geldstrafen aufbrummen - wenn nicht an der eigenen Matratze gelauscht wird.
Ganz wichtig ist auch die persönliche Körperhygiene, da sie eine große Rolle in eurer (Geruchsein-)Wirkung auf andere Urbz spielt. Eine Dusche sollte also auf jeden Fall zu den ersten Wohnungsverschönerungen zählen.
Unter Spaß verstehen die Entwickler einen recht
eigenwillig definierten Wohlfühlfaktor, der sich z.B. durch soziale Interaktion, neue Kleidung oder Frisur und den Erfolg im Berufsleben beeinflussen lässt.
Der Ruf der Natur ist unaufhaltsam und bedarf wohl keiner weiteren Erklärung... sorgt aber für die eine oder andere lustige Situationskomik.
Allerdings drängen sich die Grundbedürfnisse nicht störend in den Vordergrund und können praktisch nebenbei erledigt werden. So bleibt stets genug Zeit, um den eigentlichen Spielzielen nachzugehen.
GrafikDie Entwickler haben sich für
Die Urbz eine Reihe von recht eigenwilligen Themen und gefälligen Grafikstilen einfallen lassen. Ob einem dieser knallig-bunte Cartoonstil gefällt, muss jeder für sich entscheiden.
Maxis hat die Essenz der 12 urbanen Kulturen – wenn auch sicherlich humorvoll überzeichnet – gut eingefangen. Die Grafik trägt viel zum eigenwilligen Charme von
Die Urbz bei. Vereinzelt leidet die Übersicht jedoch etwas und wenn sich recht viel auf der Straße tut, kann auch der eine oder andere Slowdown für Schluckauf sorgen. Im Großen und Ganzen hat
EA alles gut hinbekommen. Übel stoßen aber die langen Ladezeiten zwischen verschiedenen Spielabschnitten auf.
SoundDie gelungene Geräuschkulisse versetzt euch in eine mit Leben vibrierende City. Einen etwas zwiespältigen Eindruck hinterlässt aber die Sprachausgabe. Alle Charaktere sprechen eine komische Babysprache, die nur bedingt witzig ist und sich darüber hinaus schnell wiederholt. In Sachen Soundtrack hat
EA die gerade recht angesagten Black Eyed Peas mit ihrem Hit
Shut Up verpflichtet. Jeder Stadtabschnitt verfügt zusätzlich über einen stimmigen Soundtrack zum jeweiligen Thema, der sich leider allzu schnell wiederholt.
Spielspaß Solo Die Urbz ist ein gefälliges Spiel, welches das Sims-Franchise gut aufgreift und das Gameplay etwas vereinfacht, ohne den ursprünglichen Reiz zu verlieren. Während bei anderen Sims-Spielen eher das Ausstatten der eigenen Wohnung oder das Nachgehen von zufälligen Aufgaben im Mittelpunkt stehen, versucht
Maxis dem Gameplay einen neuen Twist zu verpassen. In
Die Urbz stehen soziale Interaktion und das Erfüllen von festgelegten Zielen im Vordergrund. Die meisten Aufgaben ähneln sich aber zu stark, um für echte Abwechslung zu sorgen. Im Prinzip muss man in jedem Bezirk mehr oder weniger die gleichen Herausforderungen (einen Job erledigen, verschiedene Social Skills erlernen, einen Fiesling einschüchtern, etc.) meistern. Eine große Sims-Schwäche ist auch in
Die Urbz zu beobachten: hat man einmal den Bogen raus, so können alle anderen Aufgaben in sehr kurzer Zeit bewältigt werden. Darüber hinaus hat das Spiel auch einige lästige Bugs: manchmal erscheinen wichtige Charaktere einfach nicht oder der eigene Urb feiert das Erreichen eines Ziels, obwohl man gar nichts getan hat.
Spielspaß MultiIm Spiel ist kein Multiplayer-Modus enthalten.