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EA Sports hat den Bogen fein raus: mit beeindruckender Lizenz kommt jedes Jahr der vorprogrammierte Verkaufshit in die Regale. Bei FIFA Football 2005 (im Folgenden kurz FIFA 2005) hat sich EA aber besondere Mühe gegeben und neben den obligaten kleinen Verbesserungen das bislang beste Spiel mit der offiziellen FIFA-Lizenz auf die Beine gestellt. Die Features umfassen eindrucksvolle 12.000 Spieler mit 20 internationalen Ligen und gut 40 Nationalteams. Erstmals mit von der Partie ist auch ein Fußballmanager, der neben dem optimierten Gameplay für gute Stimmung sorgen soll. Was euch bei FIFA 2005 erwartet, erfahrt ihr im folgenden Master-Review.
Hat man erst einmal den Ball erobert, so kommt die Off the Ball-Steuerung ins Spiel. Sie ermöglicht z.B. Flanken und das Freilaufen von Anspielpartnern vorzubereiten. Per Tastendruck kann aus drei potenziellen Passempfängern gewählt werden. Der R-Stick ermöglicht es, diesen Anspielpartner zusätzlich noch zu steuern, um sich freizulaufen. Die besonders angepriesene Off the Ball-Steuerung wurde überarbeitet, ist jedoch immer noch nicht ganz zufrieden stellend ausgefallen. Wahrscheinlich bin ich nicht der einzige, der hie und da einen Knoten in den Fingern zustande brachte. Den Entwicklern ist es aber geglückt, in 1:1-Situationen für das bislang Unmögliche zu sorgen: in FIFA 2005 können Torhüter und auch Gegner ausgespielt werden. Was in den Vorgängern nicht immer gut gelöst war, geht jetzt sehr leicht von der Hand. Dank überarbeiteter KI bieten sich die eigenen Teammitglieder besser als je zuvor zum Abspiel an. Besonders schön funktioniert dies, wenn man eine perfekte Flanke vorbereitet und einen kurzen Blick in die Strafraummitte riskiert, wo einem ein Teamspieler per Armzeichen andeutet, dass er frei steht. Zur erweiterten Steuerung zählen auch Lupfer und Heber, die so manchen Goalie zur Verzweiflung treiben. Man kann einen Schuss sehr gut antäuschen - Gegner regelrecht austricksen - sich dann den Ball geschickt vorlegen und noch schöner kurze, flache Pässe im Strafraum platzieren. Eckbälle und Standardsituationen bieten jetzt noch größere Freiheit zur Raffinesse. Darüber hinaus stehen durch die verbesserte KI immer mehrere Anspielpartner zur Verfügung.
Über den Turniermodus muss man eigentlich nicht viele Worte verlieren. Zuerst wird ein Land, dann eine Liga oder eine Pokalsaison gewählt. Internationale Turniere mit den Nationalteams können separat eingestellt werden. Im Prinzip spielt man dann einfach eine komplette Saison, eine Pokalrunde oder ein Turnier im K.O.-Modus durch. Erstmals mit von der Partie ist ein Fußballmanager. Während einer 15-jährigen Trainer- und Managerkarriere kann man das Schicksal des eigenen Lieblingsclubs beeinflussen. Doch bevor man sich zum Fußball-Trainer von internationalem Ruf aufschwingt, müssen erst einmal Lehrjahre absolviert werden. Die eigene Laufbahn beginnt zunächst bei einem kleinen Zweitligisten. Nach und nach muss man sich anhand von Vorgaben hocharbeiten. Wer diese Ziele erreicht, darf sich am Ende des Jahres über zahlreiche attraktive Angebote von prestigeträchtigeren Clubs freuen. So verschafft man sich schließlich die notwendige Reputation, um in Zukunft einem internationalen Spitzenteam als Trainerlegende vorzustehen. Der Fußballmanager ist dabei gut ausgewogen und weder zu komplex noch zu simpel ausgefallen. Verschiedene Einstellungen wie Taktik und Aufstellung dürfen beliebig geändert werden. Die Mannschaft könnt ihr durch Transfers ganz nach eurem Geschmack verändern. Spezielle Trainer und Betreuer kümmern sich um die Fähigkeiten der eigenen Mannen. Aber auch der eigentliche Spielspaß kommt nicht zu kurz, da man in die simulierten Spiele jederzeit selbst eingreifen kann. Im integrierten Shop dürfen hart erkämpfte Punkte dann gegen Gimmicks eingetauscht werden.
Toll integriert wurden auch die speziellen Eigenschaften einzelner Superstars. So hat z.B. Ronaldo einige echte Markenzeichen und auch ein paar Tricks aus Brasilien mitgebracht, die ein durchschnittlicher Fußballer nicht einfach so aus dem Trikotärmel schüttelt. Neu ist auch die Möglichkeit, sich in FIFA 2005 selbst zu verewigen. Ein eigenen Spieler kann kreiert und anschließend in eine Mannschaft transferiert werden. FIFA 2005 ermöglicht es bis zu vier Spielern mit- oder gegeneinander anzutreten. Wie bei allen EA Sports Titeln kann man sich bei jeder Partie mit dem Controller-Symbol auf die eine oder andere Seite schlagen. Die Entwickler integrierten diesmal auch einen kompletten Online-Modus. Zum Glück hat sich EA diesmal ganz am Xbox Live Standard orientiert und es gibt QuickMatches für Ungeduldige und OptiMatches für die besonderen Vorlieben. Auch Lobbies sind vorhanden, wo Freunde zu einer Partie herausgefordert werden können. Per Chat oder Textnachrichten darf man sich auch eingeschränkt unterhalten. Darüber hinaus hat man so den Überblick, wer gerade welche Partie spielt. Eine ausführliche Statistik gibt über Siege, Remis oder Niederlagen Auskunft. Auch Turniere (K.O.-Modus) können mit FIFA 2005 ausgetragen werden. Dabei dürfen Parameter wie Teilnehmerzahl, Rundenzeiten und Spielzeiten vorab festgelegt werden. EA überzeugt bei der Präsentation vor allem mit der gigantischen Lizenzumsetzung. Wer sich für Fußball interessiert, wird die kleinen Details zu schätzen wissen. Der erstmals integrierte Fußballmanager sorgt für Abwechslung und entpuppt sich als eine der wichtigsten Neuerungen. FIFA 2005 zeigt, wie perfekte Fußball-Unterhaltung auszusehen hat. Aber die Präsentation und der Spielspaß stimmen. Vermisst habe ich die Möglichkeit, eine Saison oder eine Weltmeisterschaft (Gruppen-Modus) zu veranstalten. Aber das nächste Jahr und das nächste FIFA kommen bestimmt.
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