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448. Sudeki

Xbox
» Grafik: 89
» Sound: 80
» Spielspaß Solo: 86
» Spielspaß Multi: -
» Gesamtwertung:
85
» Anzahl Bewertungen: 12     » alle zeigen
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» Gesamtwertung: 4 /5
» Durchschnittswertung: -
» Anzahl Bewertungen: 0     » alle zeigen
Infos
» Von: gabrielb
» Am: 01.08.2004
» Spielzeit: > 10 h
» Grafik: 90
» Sound: 80
» Spielspaß Solo: 70
» Spielspaß Multi: -
» Gesamtwertung: 75
Qualität
» bewertet mit: 10
Eine weithin verbreitete Meinung ist, dass es für die Xbox, im Gegensatz zur Playstation 2, nur sehr wenige gut Rollenspiele gibt. Aus diesem Grunde fiebern Rollenspiel Fans seit fast zwei Jahren dem Release von Sudeki entgegen. Denn was die Entwickler während dieser Zeit an Informationen bekannt gegeben haben, lässt auf einen Hit schließen.

Neben Knights Of The Old Republic und Morrowwind gibt es kaum nennenswerte Rollenspiele für die Xbox. Natürlich schielt man da schon etwas verträumt zur Playstation 2. Ein Spiel oder gleich eine ganze Spielreihe wie Final Fantasy hätte wohl jeder Rollenspieler gern auch auf seiner Xbox umgesetzt. Da das aber wohl kaum so schnell passieren wird, sind die Erwartungen an Sudeki entsprechend groß. Das Spiel sieht nicht nur aus wie sein berühmtes Vorbild, es spielt sich über weite Strecken auch fast so. Natürlich ist es etwas unfair, diese beiden Spiele miteinander zu vergleichen. Aber vielleicht war genau das die Absicht der Entwickler. Ganz bewusst wird das Spiel in einem sehr japanischen Stil präsentiert. Die Entwickler kommen allerdings aus England www.climax.com. Einen Vergleich beider Spiele wird man im Kopf also immer wieder anstellen.

Optik und Sound

Die Optik und der Sound sind erste Klasse. Aus unzähligen Screenshots, die vorab veröffentlicht worden sind, kennt man die ungemein bunten Umgebungen. Das Spiel erzeugt einen Bilderrausch. Es bleibt aber nicht immer so bunt. Sudeki bietet nicht nur fröhlich kitschige Fischerdörfer, sondern auch düstere Unterwelten. Dabei wird alles in Echtzeit berechnet. Es gibt keine vorgerenderten Umgebungen oder Gegner. Alles was der Spieler sieht, wird während des Spielens von der Xbox erzeugt und was man da sieht ist schon erstaunlich. Detaillierte Umgebungen, teils riesige Gegner und eine fantastische Weitsicht. Nur manchmal, wenn man mit einer Spielfigur in die Egoperspektive umschaltet, sieht man, dass die Texturen aus der Nähe nicht mehr so hochauflösend sind, wie es den Anschein hat. Dies bemerkt man jedoch nur, wenn man penibel darauf achtet und es mindert den sehr guten Eindruck nicht im Mindesten. Der Sound steht dem in nichts nach. Meist sehr gelungene Sprachsamples und bidirektionale Dolby Digital Effekte werden von stimmungsvoller Musik untermalt. Das ist doch ein sehr guter Anfang.

Story

Die Story, tja, was soll man zur Story sagen. Eigentlich nicht viel. Sie ist wie in fast allen Rollenspielen. Nach dem gleichen Muster gestrickt. Das Böse versucht die Welt zu erobern und die Guten, angeführt von einer Königin, wollen das natürlich verhindern.

Der Spieler schlüpft dabei in die Rolle von bis zu vier Helden, die sich zusammenfinden, um das Böse zu bekämpfen.

Kämpfe und Kämpfer

Und kämpfen muss man natürlich auch in Sudeki. Der Spieler fängt mit Tal an. Tal ist ein junger Bursche, der gerade seinen letzten Schliff in der Armee erhält. Ausgebildet wird er von seinem strengen Vater, der nicht gerade gut auf ihn zu sprechen ist. Warum, soll hier nicht verraten werden. Im Laufe des Spiels bekommt Tal Unterstützung von Ailish, Buki und Elco. Diese vier sind zusammen ein starkes Gespann. Dabei hat jeder der vier Charaktere ganz besondere Fähigkeiten. Buki kann beispielsweise an Wänden hoch klettern, Ailish hat die besondere Gabe, in einem Kampf ihre Mitstreiter zu heilen und Elco hat nicht nur eine ziemlich beeindruckende Wumme in seinem Rucksack, sondern auch ein kleines Jetpack auf seinem Rücken mit dem er für kurze Zeit über Abgründen schweben und so Hindernisse überwinden kann, die seine Kameraden nicht überqueren können.

Wie es sich für ein Rollenspiel gehört, werden die vier im Verlaufe der Handlung immer stärker. Sie gewinnen nicht nur Erfahrungspunkte nach jedem Kampf, sie finden auch immer wieder neue Waffen und Ausrüstungsgegenstände. Diese Items und Erfahrungspunkte können dabei dann relativ frei auf die einzelnen Fähigkeiten und Waffen verteilt werden. So kann man die Gesundheit, die Schlagkraft oder die magischen Mittel eines Kämpfers stärken. Gefundene Items können mit Waffen oder Schilden kombiniert werden. So kann man beispielsweise das Schwert von Tal so aufrüsten, dass er bei einem Schlag von seinem Gegner Gesundheitspunkte abzieht und sein Schild schützt gleichzeitig gegen Giftangriffe. Das ist natürlich sehr praktisch. Da aber nicht alle Charaktere auf diese Weise geschützt werden können, muss man schon etwas kombinieren, um den richtigen Mittelweg zu finden.

Sehr praktisch ist, dass man sich bis zu vier Items als Quick Menü auf die vier analogen Richtungstasten legen kann. So kann man in der Hitze des Gefechts, wenn es mit der Gesundheit nicht sehr gut steht, einfach die "Nach oben" Taste drücken und damit sehr schnell einen Heiltrank zu sich nehmen. Ebenso schnell und praktisch kann man im Kampfgetümmel die gelbe Taste drücken und bekommt daraufhin ein Menü präsentiert aus dem man Zaubersprüche, zusätzliche Items ein eher aggressives oder defensives Kampfverhalten auswählen kann. Während man in diesem Menü das Passende aussucht, wird der gesamte Spielverlauf extrem verlangsamt. Wie in Zeitlupe läuft das Geschehen weiter. So hat man genügend Zeit, das Gesuchte zu finden, zu viel Zeit sollte man sich dabei jedoch nicht lassen.


Kommt es zu einem Kampf, dann ist jeder auf sich allein gestellt. Die einzelnen Figuren können aber schon recht gut auf sich selbst aufpassen. Im Rahmen ihrer Möglichkeiten natürlich. Kommt jemand dann doch zu sehr in Bedrängnis, dann macht er sich durch lautes Rufen bemerkbar. Man kann dann mit einem Knopfdruck die Kontrolle über den Charakter übernehmen und ihn entweder in Sicherheit bringen oder ihn heilen. Oder man wendet bei dieser Gelegenheit eine der möglichen Spezialattacken an. Dabei entsteht bei den Gegnern zum Teil beträchtlicher Schaden. Besonders oft kann man diese Angriffe oder heilzauber allerdings nicht anwenden, da dabei immer etwas von der vorhandenen Magie verloren geht und jeder Kämpfer nur einen bestimmten Vorrat davon hat.


Eine Besonderheit ist, dass die Kämpfe von Elco und Ailish aus der Ego Perspektive stattfinden. Besonders die Kontrolle über Elco macht Spaß, da man sich an einen Ego Shooter erinnert fühlt. Elco hat einige besonders überzeugende Wummen in seinem Repertoire. Kämpft man in einem weitläufigen Areal, dann kann man seinen Gegnern besonders übel zusetzen. Man entfernt sich etwas, lässt seine Kanone aufladen und feuert eine Salve mitten ins Getümmel. Mit etwas Glück werden dann gleich mehrere Gegner von den Füßen gehauen. Wo Elco hinzielt, da wächst kein Gras mehr.


Motivation


Bis hierhin scheint das Spiel mühelos mit Final Fantasy mithalten zu können. Es gibt Kämpfe, Helden, tolle Grafik und einen Haufen Monster.

Das Spiel hat leider auch Schattenseiten. Es ist zu leicht, zu flach und zu linear.

So schön das Spiel auch aussieht und so intuitiv die Steuerung auch ist, es fehlt etwas. Durch alle Bereiche zieht es sich hindurch, dass der nötige Tiefgang fehlt. Besonders in den ersten Spielstunden wird man immer wieder feststellen, dass man mehr agiert als reagiert. Es gibt eine Zwischensequenz, die die Story weiter führt, daraufhin muss man sich an einen bestimmten Ort begeben und etwas tun. Auf dem Weg dorthin ist man aber sehr eingeschränkt. Es ist weder möglich, den Weg zu verlassen oder etwas zu tun, was nicht mit der Aufgabe zu tun hat. Hin und wieder gibt es zwar einige Sidequests, aber die sind so leicht und banal, dass sie keine Herausforderung darstellen. Ein Beispiel: Vor der Küste ist ein Schiff gesunken. Die Bewohner eines Städtchens möchten nun bestimmte Gegenstände aus dem Wrack wiederbekommen. Also spricht man mit allen Leuten, die man trifft und fast jeder erklärt, was er aus dem Wrack haben möchte. Daraufhin begibt man sich also zu einem nahe gelegenen Strand, bekämpft einige Monster und findet an diesem Strand diverse Kisten. Diese Kisten bricht man auf, holt die Gegenstände heraus und übergibt sie den einzelnen Stadtbewohnern. Eine solche Aufgabe ist keine große Herausforderung und die Belohnungen, die man erhält, sind kaum der Rede wert. Manchmal hat man das Gefühl, dass diese Neben-Aufträge nur der künstlichen Verlängerung des Spiels dienen. Leider sind nach einiger Zeit und zunehmender Stärke der Charaktere auch die Kämpfe keine große Herausforderung, da die Gegner immer an der gleichen Stelle, in gleicher Formation und gleicher Taktik angreifen. Vieles ist vorhersehbar. Viele Gespräche mit Personen, die man im Laufe des Spiels trifft, sind einfach nur belanglos und bestehen fast immer aus nur ein, zwei Sätzen, die sich ständig wiederholen. Und leider, und das ist eine der größten Schwächen, werden die unterschiedlichen Fähigkeiten der einzelnen Charaktere kaum benutzt. Dass Elco mit seinem Jetpack schweben kann, ist sehr gut, aber man kann diese Fähigkeit nur an wenigen Stellen einsetzen und wenn, dann wird man mehr als deutlich darauf hingewiesen, dass man mit ihm nun eine Aufgabe meistern müsste. Die Rätsel, die man also bewältigen muss, sind mehr als banal. Da fallen viele Dialoge, die mal platt, mal lächerlich naiv oder einfach nur überflüssig sind, kaum noch ins Gewicht.


Fazit


Das Spiel wendet sich eindeutig an Anfänger. Ein Rollenspiel Profi wird kaum mit der Wimper zucken beim Durchspielen, da es keine Heruasforderung für ihn gibt. So schön die Optik, der Sound und auch das Drumherum sind, so schade ist es, dass das Spiel so wenig Tiefgang bietet. Der Versuch, die japanische Vorherrschaft bei Rollenspielen mit einem japanisch angehauchten Gegenstück aus Europa zu brechen, ist was die Story angeht, gründlich schief gegangen.