Auch der dritte Anlauf überzeugt: MotoGP-Fans haben endlich wieder Futter!Lange mussten Anhänger des schnellen Zweirad-Sports auf einen Nachfolger zu
MotoGP: Ultimate Racing Technology 2 warten. Nach knapp 2 1/2 Jahren ist es nun endlich soweit: Mit
Moto GP 3 veröffentlicht
Climax den dritten Ableger der beliebten Moto GP-Serie für die Xbox. Ob die Neuauflage einmal mehr hält was sie verspricht, erfahrt ihr in unserem
Master-Review.
Created for the track…Mit harten Fakten geizt das
Offizielle Spiel zur Moto GP im
Grand Prix Modus nicht: Alle 24 Fahrer der Saison 2004 sind bereit, Kilometer um Kilometer auf den insgesamt 16
originalen GP-Strecken abzuspulen. Die erst dieses Jahr hinzugekommene Veranstaltung in
Laguna Seca sucht man natürlich leider vergebens. Das hält uns jedoch nicht davor zurück, endlich die Action im Getümmel zu suchen: Nach der Auswahl eines fahrbaren Untersatzes und der farblichen sowie gestalterischen Individualisierung desselbigen geht es im
optionalen Trainingsmodus auch schon auf die Piste. Hier lernt ihr nicht nur, sowohl eure Vorder- als auch Hinterbremse einzusetzen, sondern auch das richtige Anfahren an eine Haarnadelkurve oder die wohl dosierte Beschleunigung. Aufgrund der
simulationslastigen Steuerung habt ihr derartige Lehreinheiten auch bitter notwendig, will man im offenen Feld gegen die beinharte Konkurrenz reüssieren.
Habt ihr genügend trainiert, könnt ihr euch schon gleich an den
Karriere-Modus wagen. Über mehrere Saisonen hinweg führt man hier sein virtuelles Alter Ego von Sieg zu Sieg. Gelingt dies auf dem einfachsten Schwierigkeitsgrad noch recht einfach – wir sprechen hier von Überrundungen bei Drei-Runden Rennen – so darf man im frei schaltbaren
Legende-Modus durchaus an der Konkurrenz verzweifeln. Mit
Profi und
Champion stehen aber immerhin noch zwei mäßig bis mittel anspruchsvolle Levels zur Verfügung. Fahrt ihr Siege ein, erntet ihr dafür aber nicht nur Punkte für das WM-Ranking sondern steigt auch auf der Weltrangliste Stufe für Stufe empor. Im Menüpunkt
Extras wirft man dabei jederzeit einen Blick auf die frei zu spielenden Inhalte, die ihr euch für jeden Aufstieg in der Liste verdient. Neben den obligatorischen invertierten und Spiegel-Strecken, warten hier auch noch ein paar GP-Bikes und deren Fahrer, welche dann im
Zeitfahren und über
Xbox Live zu genüge getestet werden können.
…evolving on the streetMit der Herausforderung wächst natürlich auch die Erfahrung, und so präsentiert sich der Titel, wie auch schon der Vorgänger, mit einem rudimentären
Skill-System. Je nach Listenplatz auf der
Weltrangliste erhaltet ihr Punkte, welche auf die vier Fähigkeiten
Kurvenlage,
Bremsen,
Höchstgeschwindigkeit und
Beschleunigung nach Belieben verteilt werden können. Besonders erfreulich in diesem Zusammenhang ist, dass beim weltweiten Vergleich von Bestzeiten über Xbox Live neben dem Namen des Spielers und dem Typ des gefahrenen Motorrads nun auch eben diese Punkteverteilung angeführt wird. Dies macht das Spielgeschehen nicht nur transparenter, sondern erlaubt auch einfachere Analysen. Sehr gute Arbeit!
Damit das stete Im-Kreis-Fahren auf die Dauer nicht allzu langweilig wird, haben die Jungs von
Climax dem Titel ein besonderes Feature spendiert. Im so genannten
Extrem-Modus wagt ihr euch auf halsbrecherische Ausfahrten über Stadt und Land. Mit dabei ist zum Beispiel die idyllische Toskana oder das malerische Barcelona. Spätestens dann, wenn ihr zusammen mit neun KI-Gegnern auf euren Zweirädern über die Straßen heizt, ist es aber mit der Romantik vorbei. Anders als im
GP-Modus wagt ihr derartige Ausritte nämlich nicht auf GP-Maschinen sondern auf speziellen
600-,
1000- oder
1200-ccm Motrorrädern, welche darüber hinaus auch durch entsprechende Leistungstunings aufgewertet werden können. Doch keine Sorge, ein
Moto GP Underground erwartet euch hier nicht, es dürfen lediglich fünf Eigenschaften (Motor, Bremsen, Gewicht usw.) dreistufig ausgebaut werden. Das für den Kauf von Teilen und Bikes erforderliche Kleingeld gewinnt ihr beim siegreichen Beenden einzelner Rennen. Ebenso erwerbt ihr Punkte für die Weltrangliste – könnt also auch ohne Inangriffnahme des GP-Modus die Karriereleiter empor steigen.
300 km/h in the wrong laneGanz besonderes Augenmerk gilt es bei Ablegern der Moto GP-Serie selbstverständlich auf den
Xbox Live Modus zu legen – so auch bei
Moto GP 3. Neben den obligatorischen Quick- und
Optimatches, hat es Climax diesmal geschafft, On- und Offline-Spiel auf geradezu ideale Weise zu vernetzen. Steht in der Karriere ein Rennen an, so durchsucht das Programm auf Wunsch alle offenen Online-Spiele nach der entsprechenden Strecke. Menschlichen Gegnern den Vorzug vor KI-Kollegen zu geben ist also nun auch im Karriere-Modus kein Problem mehr. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit aber doch erwähnenswert: Über Xbox Live sind so gut wie
keine Lags zu beobachten – die seltenen gegenteiligen Fälle wiegen in einem Motorradspiel aber leider umso mehr.
Technisch gibt sich der Titel keine Blöße: Die Grafik ist superschnell und läuft mit stabilen 60fps. Lediglich die Replays kommen ab und an ins Stottern, was dem Genuss der
genial inszenierten Wiederholungen mit ihren vielen verschiedenen Kameras aber keinen Abbruch tut. Auch während eines Rennens darf man zwischen vier Außen- und zwei Innenansichten wählen – hier findet jeder seinen Favoriten. Die Sound- und Musikuntermalung ist hingegen bestenfalls gut: Während die Motoren- und Windgeräusche durchaus als authentisch durchgehen und der heiße Asphalt beinahe spürbar wirkt, klingen Karambolagen ein wenig hohl. Auch die Musik überzeugt mit ihren Techno- und Rock-Rhythmen weniger und sollte in den Rennen am besten deaktiviert werden. Echte Rennprofis schalten sie ohnehin zur Gänze aus.
Ein simulationslastiger Renntitel sollte natürlich auch über eine hervorragende Steuerung verfügen, damit der Frust bei der komplexen Beherrschung der Zweiräder nicht überhand nimmt.
Climax vertraut hier einmal mehr auf das bereits erprobte Modell der beiden Vorgänger – und es funktioniert auch: Während die Eingewöhnungsphase selbst für eine Simulation durchaus lange geraten ist, so schwingt man sich schon nach wenigen Stunden gekonnt Kurve um Kurve. Dabei verliert man nie das Gefühl für die Straße und hat sein Gefährt immer fest im Griff. Noch mehr als für die Vierradkollegen und Genrekönige
Gran Turismo 4 und
Forza Motorsport gilt aber hier:
Moto GP 3 ist nichts für Spieler mit schwachen Nerven und wenig Fingerspitzengefühl, hier wirkt sich jeder Fahrfehler unmittelbar aus – der Abflug ins Kiesbett stellt da noch das kleinste Problem dar.