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Spielinfos Bewertungen (23) User-Reviews (3) Screenshots (10) Spiel bewerten

46. Jade Empire

Xbox
» Grafik: 90
» Sound: 90
» Spielspaß Solo: 92
» Spielspaß Multi: 1
» Gesamtwertung:
92
» Anzahl Bewertungen: 23     » alle zeigen
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» Gesamtwertung: 4 /5
» Durchschnittswertung: -
» Anzahl Bewertungen: 0     » alle zeigen
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Infos
» Von: Agarwaen
» Am: 29.09.2005
» Spielzeit: 40 h
» Grafik: 85
» Sound: 74
» Spielspaß Solo: 78
» Spielspaß Multi: -
» Gesamtwertung: 79
Pro
schöne u. glaubhafte Spielwelt
gute Story
einfach zu bedienen
viel zu erledigen
Contra
Ladezeiten
Kampftaktik verkommt schnell zur Monotonie
kleinere Kameraaussetzer
minimales Ruckeln
Qualität
» bewertet mit: 10
Nach dem Ausflug ins Star Wars-Universum hat sich der mit Preisen überschüttete West-Rollenspiel-Entwickler Bioware nun einem anderen Setting zugewandt: dem alten, kaiserlichen China. Ob sie auch mit Jade Empire wieder Erfolg ernten können und wie ihr selbst kreiertes Reich geworden ist, erfahrt ihr hier.


Die Reise beginnt

Bevor die Reise losgeht, müsst ihr euch für eines der 6 Alter Egos entscheiden, die sich jeweils durch Name, Geschlecht, Aussehen sowie der Aufteilung dreier Attribute und den Anfangs-Skills unterscheiden. Falls ihr keinen der vorgegebenen Charaktere wollt, könnt ihr euch selber einen Krieger basteln, müsst beim Aussehen aber auf einen vorgefertigten Recken zurückgreifen - beim Rest habt ihr aber freie Wahl. Sobald ihr alles erledigt habt, beginnt die Handlung von Jade Empire.



Brennende Idylle

Euer Abenteuer beginnt in einem der wohl lauschigsten Schauplätze, die es bislang gegeben hat. Ihr seid Schüler einer Kampfschule in der Provinz Zwei Ströme, die von eurem Meister Li geführt wird, und habt bereits ein hohes Ansehen bei euren Mitschülern erlangt. Alles scheint friedlich, doch nach eurem Einführungskampf mit Freund Jing Woo droht bereits der erste Ärger: Diebe sind dabei euer Heimatdorf zu plündern und ihr müsst sie aufhalten. Auf dem Weg zum Brennpunkt nehmt ihr noch schnell eure beste Freundin Morgenstern mit. Kaum habt ihr die Tore zum Hauptplatz durchschritten, beginnt auch schon die erste Prügelei.



Eure Buttons sind Eure Fäuste!

Jade Empire ist ein waschechtes Action-Rollenspiel, heißt also, dass die Kämpfe (anders als beispielsweise in Biowares „Star Wars: Knights of the Old Republic“) komplett in Echtzeit ablaufen. Dabei könnt ihr jederzeit pausieren, um einfach mal kurz Luft schnappen, in Ruhe euren Stil oder im Menü den Schwierigkeitsgrad wechseln zu können.
Richtige Kämpfer schaffen das aber auch ohne und teilen dank des einfach zu bedienenden Kampfsystems kräftig aus. Um dies zu tun, hält euer Gamepad Tasten für leichte und starke Angriffe, treten, springen und blocken bzw. ausweichen parat. Die Angriffe unterscheiden sich insofern, dass ihr den leichten Angriff mehrmals hintereinander benutzen könnt und somit auch imstande seid den schweren Angriff eurer Kontrahenten zu blocken. Der schwere Angriff kann nur einmal in Folge ausgelöst werden und ist dafür da, die Verteidigungshaltung eurer Widersacher zu durchbrechen, die leichte Angriffe abblockt. Drückt ihr die Angriffs-Tasten mehrmals in Folge, bekommt der Gegner eine deftige Kombo um die Ohren. Unterstützen könnt ihr eure Schlagfertigkeiten durch den Fokus- oder Chimodus. Ersteres lässt das Geschehen um euch herum langsamer werden, sodass ihr Angriffen leichter ausweichen könnt, während letzteres bewirkt, dass ihr härter austeilen und eine so genannte harmonische Kombo zu Ende führen könnt, die den Feind unter Umständen in einen roten Klumpen verwandelt – yummie. Chi kann euch allerdings auch auf Knopfdruck heilen. Während der Auseinandersetzung solltet ihr aber auch immer ein Auge auf eure Statusanzeige werfen, die euch verrät, wie lange ihr noch zu leben habt und wie viel Fokus und Chi euch noch bleibt, denn diese werden durch Einsatz der jeweiligen Modi nach und nach verbraucht.



Stein, Schere, Papier

Obacht sei gegeben, wenn ihr in einen Kampf einsteigt, denn wenn ihr mit lautem Geschrei und einem Schwert in der Hand in Richtung eines Geistes stürmt, kann einem das Game Over schneller auf die Mattscheibe knallen, als einem lieb ist. Hinter den Kämpfen steckt ein System, in dem jeder Gegnertyp eine besondere Schwäche hat. Körperlose Wesen gähnen wie oben beschreiben beim Anblick einer Waffe, Dämonen und Menschen dagegen schlottern die Knie. Damit ihr also in keine Bredouille geratet, solltet ihr recht häufig euren Stil wechseln. Diese finden sich im Spiel zu hauf und unterscheiden sich dabei in fünf Kategorien. Waffen und Waffenlos erklären sich genauso gut von selber wie der Magiestil, mit der Dämonenform könnt ihr euch in mächtige Angreifer verwandeln und mit den Unterstützungsstilen könnt ihr eure Gegner zum Beispiel verlangsamen und die harmonische Kombo auslösen. Doch auch die Stile (bis auf den Waffenlosen) verbrauchen Fokus und Chi, weshalb ihr sie mit Bedacht einsetzen solltet.
Das Kampfsystem ist also schon recht komplex, aber dennoch simpel zu bedienen.
„Einfach“ ist auch leider ein Stichwort für die Contras im Spiel, denn die Kämpfe stellen selbst auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad keine wirkliche Herausforderung dar. Erst recht spät im Spiel kann es auch etwas knackiger werden. Hinzu kommt, dass die Experimentierfreudigkeit mit den verschiedenen Stilen nicht wirklich gefördert wird, denn dafür bieten die einzelnen Auseinandersetzungen in sich zu wenig Abwechslung. Die Angreifergruppen bestehen jeweils immer nur aus einem Gegnertyp, wie zum Beispiel aus Menschen. So braucht ihr theoretisch immer nur einen Stil zu benutzen, um die Truppe zu zerschlagen. Auch kommt es vor, dass ihr euren Feind durch bloßes Buttonsmashing bezwingen könnt. Schade, denn so verlieren die Kämpfe im späteren Verlauf an Spannung und Spaß.



Level Up!

Im Kampf gegen die Piraten steht euch Morgenstern zur Seite, indem sie aktiv mitkämpft und euch einen Bonus auf eure Attribute spendiert, in ihrem Falle regeneriert sie euer Chi langsam wieder. Im Laufe des Spiels gesellen sich weitere Mitglieder zur eurer Truppe, zur Unterstützung könnt ihr allerdings nur jeweils einen mitnehmen. Das muss aber nicht immer mit Fäusten sein; mit Hou könnt ihr beispielsweise den „Betrunkene Faust-Stil“ ausführen, indem er euch während des Fights mit Alkohol versorgt.
Sobald ihr das plündernde Pack aus dem Dorf gejagt habt, sind ausreichend Erfahrungspunkte für einen Levelaufstieg erreicht. Im Menübildschirm verteilt ihr dann 3 Punkte auf die drei Attribute Körper, Geist und Seele, die eure Gesundheit, Fokus und Chi wiederspiegeln. Zusätzlich dürft ihr dann noch Punkte auf eure erlangten Stile verteilen um sie stärker oder kostenniedriger zu machen.



Geschlossene Faust und Offene Hand

Man merkt der Welt von Jade Empire an, dass man sich bei Bioware große Mühe gegeben hat. Die Geschichte um das große Kaiserreich ist von Mythen und Legenden umrankt, die man (überall in der Welt verteilt) in erzählter oder schriftlicher Form findet, womit alles rund um das Jade Reich glaubhaft wirkt. Sogar eine eigene Fremdsprache wurde extra für dieses Spiel entwickelt, die in der Welt als „alte Sprache“ fungiert. Ist das Drumherum schon gelungen, so ist auch die Story erlebenswert. Dramatik, Verrat, Intrigen, beste Bioware Comedy und sogar eine kleine Liebesgeschichte wird geboten, um den Spieler bei der Stange zu halten. Ferner sorgen massig Quests und Dialoge, die durch das Gut-/Böse Prinzip mehrere Bewältigungsmöglichkeiten bieten, dafür, dass die Unterhaltung nicht abbricht. Weil man immer mehrere Auswahlmöglichkeiten bei Dialogen zur Verfügung hat und sich der Verlauf dieser entsprechend ändert, lohnt es sich, ähnlich wie bei „Knights of the Old Republic 1+2“, Jade Empire öfters durchzuspielen.


Traumhaft schön


Grafisch bietet Jade Empire zwar keine Ausmaße eines Fable, aber dennoch eine wunderschöne Welt, die Lust macht, sie zu erkunden. Harmonische Fleckchen wie Zwei Ströme, düstere Orte wie die Geisterstadt von Tiens Anleger oder imposante Städte wie die Kaiserstadt zeigen, wie viel Arbeit in das Spiel gesteckt wurde. Alles wirkt stimmig. Dummerweise musste für all das leider ein Opfer gebracht werden: Ladezeiten. Am Anfang stören sie noch nicht sonderlich, aber spätestens ab der kaiserlichen Arena dürfte es auch dem geduldigsten Spieler auf die Nerven gehen. Man nimmt den Kampf an, Ladebildschirm, man kämpft kurz, Ladebildschirm, man nimmt an, Ladebildschirm und so weiter...
Bei rund 20 Kämpfen schlagen einem die rund 20 Sekunden Ladezeit schon aufs Gemüt, muss das auf einer derart leistungsstarken Hardware wirklich sein? Es geht ganz bestimmt besser. Auch bei der Kamera hätte ein wenig Feinschliff nicht geschadet. Zwar kommt es nur recht selten vor, doch manchmal positioniert sich die Kamera auf Kosten der Übersicht ungünstig. Ähnlich sieht es bei Konversationen aus; so kann es unter Umständen vorkommen, dass man den Gegenüber aus dem Blickwinkel verliert. Insgesamt aber nur ein kleiner Wehrmutstropfen. Aufgrund von Performanceproblemen sackt Jade Empire während der Kämpfe manchmal zusammen, was nicht ausschließlich passiert, wenn auf dem Bildschirm einiges los ist; selbst bei 1:1-Duellen treten Slowdowns auf. Allerdings ist alles im verschmerzbaren Bereich, KotoR 2-Dimensionen werden hier Gott sei Dank nicht ansatzweise erreicht. Der Sound ist genauso wie Grafik und Story schön atmosphärisch geworden. Sanfte fernöstlich angehauchte Melodien wechseln sich ab mit rhythmisch, treibenden Trommelklängen. Die dt. Synchro ist durch die Bank wirklich gut geworden, wobei bei manchen wohl auch subjektives Empfinden hinzukommt. So hören sich manche Charaktere so trashig an, dass man sich gut und gerne an alte Easternfilme erinnert. Die meisten Stimmen wurden aber gut gewählt, wobei es natürlich auch Gurken gibt. Meister Li beispielsweise dümpelt so vor sich hin als sei er soeben aus dem Winterschlaf erwacht.


Um Missverständnisse zu vermeiden, dieses Review liegt in einer ähnlichen Fassung bei Consolegamers.de vor ;>
Fazit
Jade Empire ist insgesamt ein durch und durch gutes Spiel geworden, das an manchen Stellen leider etwas rumkränkelt. Größtes Manko wären natürlich die langen und vor allem oft auftauchenden Ladezeiten. Ansonsten leidet das Spiel an kleineren Fehlern, wie etwa leichten Performanceschwächen, kleineren Kameraaussetzern und durch ein gutes, aber nicht perfekt ausgeklügeltes Kampfsystem. Die Kämpfe waren oftmals viel zu leicht, ein wenig mehr Vielfalt innerhalb einer Gegnergruppe hätte etwas mehr Taktik in die Kämpfe gebracht und somit auch den Schwierigkeitsgrad ein wenig knackiger gemacht. Was ich leider auch schmerzlich vermisst habe, waren die vielen Einkaufsmöglichkeiten, wie ich sie auch bei Knights of the Old Republic hatte. Wenn in der großen Kaiserstadt lediglich eine Schmiede steht, bei der ich Sachen kaufen kann, die ich teilweise ein paar Schritte weiter in einem Fass für lau bekomme, komme ich mir etwas veralbert vor. Dem Spiel zu Gute halten muss man allerdings, dass die Spielwelt und die Story mit ihren Charakteren, den malerischen Landschaften und der schönen Musikuntermalung einfach gelungen sind. Wer als geneigter RPGler mal eine Pause von den üppigen Auflevel-Schinken haben und stattdessen lieber selber auf die Feinde eindreschen will und dabei auf größeres RPG Pipapo verzichten kann, sollte einmal einen Blick auf Jade Empire riskieren.
Infos
Erhältlich für
Genre
Rollenspiele
Publisher
Microsoft Game ...
Entwickler
BioWare
Website
www.xbox.com/de...
Release
22. April 2005
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