Infos
|
» Spielzeit: |
10 h |
|
|
» Grafik: |
70 |
|
|
|
» Sound: |
73 |
|
|
|
» Spielspaß Solo: |
75 |
|
|
|
» Spielspaß Multi: |
- |
|
|
|
» Gesamtwertung: |
70 |
|
|
Pro
|
|
 |
|
Gelungene Story |
|
|
|
 |
|
Gute Sprachausgabe der Darsteller |
|
|
Contra
|
|
 |
|
Schwache künstliche Intelligenz der Gegner |
|
|
|
 |
|
Unfeinheiten im Gameplay |
|
|
Qualität
|
Second Sight
Das Ungewöhnliche ist nah!
In letzter Zeit stellt sich das Problem des gegenseitigen Kopierens in Videospielen so scharf wie noch nie zuvor. Das ist einerseits verständlich, andererseits aber natürlich auch sehr bedauerlich, da innovative Konzepte größtenteils von Nintendo oder SEGA kommen, und die machen ja bekanntlich nicht gerade den größten Umsatz in der Branche.
Das First-Person-Shooter-Genre ist ja bekanntlich sehr beliebt auf allen Konsolen. Eine der letzten Neuerungen, die einen Hauch von Abwechslung in das angestaubte Konzept bringen, sind die sparanomalen Fähigkeiten des Hauptdarstellers, wie etwa Telekinese, Telephatie usw. Eines der ersten Spiele, die von diesen Möglichkeiten Gebrauch machte, war „Psi-Ops: The Mindgate Conspirasy“ von Midway. Die zugegebenermaßen originelle Idee konnte natürlich auch andere Entwickler „inspirieren“, und so erschien ein wenig später auch „Second Sight“ von Free Radical Design.
Vielleicht ist es ein bisschen übertrieben von einem waschechten „Ideenklau“ zu sprechen, aber es ist nun mal trotzdem kaum zu glauben, dass so eine unkonventionelle Idee den Entwicklern von alleine gekommen ist. Die Helden der beiden Spiele leiden an Amnesie (Gedächtnisverlust), und dazu wird die Handlung durch Flashbacks vorangetrieben.
Leider muss man sagen, dass „Second Sight“ nicht so gelungen geworden ist wie „Psi-Ops: The Mindgate Conspirasy“. Midway hat sich bei dem Spiel „Havok“ bedient, um ihrem Spiel eine realistische Physik zu ermöglichen, Free Radical Design hat sich aber entschlossen, sie aus eigenen Ressourcen zu kreieren. Und das Ergebnis ist echt bedauerlich geworden – das physische Modell ist viel primitiver ausgefallen. Beispiele: tonnenschwer aussehende Fässer werden kinderleicht zerschmettert, sobald John Vattik (der Hauptheld) sich auch nur mit der Fußspitze berührt, die Leichen der Feinde erstarren in völlig unglaubwürdigen Posen usw. Zusätzlich verschwinden die Leichen komischerweise nach einiger Zeit, als hätte es sie nie gegeben. Die Kamera ist im Spiel fest fixiert, jedoch kann man den First-Person-Look auch manuell einstellen.
Zusätzlich muss man noch sagen, dass „Second Sight“ viel humaner als Midway´s Projekt erscheint: hier ist es (leider) nicht möglich, die feindlichen Soldaten mit einer riesigen Glocke auszuschalten oder einen Schreibtisch in deren Richtung stoßen. Die Mehrzahl der telephatischen Fähigkeiten hat einen Verteidigungscharakter, und völlig ausgefallene Quälereien mit den Widersachern werden im Spiel auch nicht begrüßt. Das gesamte Gameplay geht deutlich in Richtung „Stealth Action“, und es ist manchmal schwer einem Vergleich mit „Metal Gear Solid: Sons of Liberty“ zu entkommen. Sobald die Feinde Vattik sehen, berichten sie unverzüglich darüber per Funk, und schon müsst ihr auf eine viel größere Anzahl der Kontrahenten gefasst sein. In solchen Fällen ist es sehr ratsam, sich in den Schränken zu verstecken, wenn da nicht ein „kleines“ Problem wäre: diese Schränke sind im Spiel ziemlich ungeschickt platziert. Leider lässt es sich auch generell sagen, dass viele Elemente des Gameplays nicht richtig aufeinander angepasst sind, so dass es schwierig wird, das Spiel als ein einheitliches Projekt zu betrachten.

Fazit
„Second Sight“ kann als Pluspunkte klar die gelungene Story und tolle Sprachausgabe der Darsteller verbuchen, jedoch hat auf der Seite der Spielmechanik zu viele kleine Mängel, die leider alle zusammen ziemlich auf die Nerven gehen. Free Radical Design versichert jedoch seit kurzem immer wieder, dass man neue und originelle Spielkonzepte entwickeln möchte, was uns allen letztenendlich doch noch Hoffnung auf eine Besserung macht.
|