Infos
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» Spielzeit: |
>30 h |
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» Grafik: |
77 |
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» Sound: |
87 |
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» Spielspaß Solo: |
84 |
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» Spielspaß Multi: |
- |
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» Gesamtwertung: |
84 |
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Pro
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Kampfsystem |
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Lichteffekte |
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Über 100 Videosequenzen |
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Deutsche Sprachausgabe |
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Schatten Modus |
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Contra
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Grafik ruckelt teilweise |
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Orientierung |
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Maue Präsentation der Nebenmissionen |
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Keine epische Geschichte |
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Keine Geschäfte |
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Qualität
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Der Herr der Ringe: Das dritte Zeitalter
Nach den beiden Hack&Slay Vorgängern „Die zwei Türme“ und „Die Rückkehr des Königs“ macht sie Electronic Arts auf mit Das dritte Zeitalter das Herz der Rollenspielfans zu erobern. Die Entwickler versuchten sich dabei an das klassische Rezept eines guten Rollenspiels zu halten, nämlich eine spannende Geschichte, taktische Kämpfe und eine variable Charaktersteigerung.
Die Rahmenhandlung von Der Herr der Ringe: Das dritte Zeitalter beruht zwar auf der Filmtrilogie, allerdings übernehmt ihr im Spiel die Kontrolle über Berethor, eine Wache von Gondor. Er hat den Auftrag Boromirs Gefährten zufolgen und ihnen bei ihrem Unterfangen zur Seite zu stehen. Allerdings bestreitet ihr die zehn Kapitel umfassende Geschichte des Spiels nicht alleine, denn im Spielverlauf schließen sich euch weitere Mitglieder verschiedenster Klassen und Rassen an. So wächst eure Truppe auf insgesamt sechs unterschiedliche Kämpfer an, welche die Gefährten in ihrem Kampf gegen den bösen Herrscher Sauron tatkräftig unterstützen. Die nett erzählte Geschichte wird sowohl in Zwischensequenzen, welche in Spielgrafik gehalten sind, als auch in Videosequenzen weitererzählt. Vor allem die über 100 Videosequenzen aus der Filmtrilogie tragen enorm zur Atmosphäre des Spiels bei, die von Gandalfs Originalsynchronstimme unterlegt sind, da sie euch über den aktuellsten Stand über die Schlacht um Mittelerde informieren. Je länger das Spiel dauert, umso intensiver zieht euch das Spiel mitten ins Geschehen, bis ihr glaubt wirklich ein Teil der Geschichte zu sein.
In Das dritte Zeitalter steuert ihr einen der Helden aus der Third-Person-Perspektive durch die Welt von Mittelerde und nehmt zahlreiche Aufträge von NPCs entgegen. Allerdings sind die Aufträge nicht besonders abwechselungsreich. Zumeist müsst ihr irgendwelche Monster töten, einen bestimmten Gegenstand finden oder einfach nur einen vorgegeben Ort erreichen. Die Spielfigur lässt sich dabei sehr gut durch die Landschaft steuern, allerdings wird euch mit der Zeit die sich immer ändernde Kameraperspektive auf den Geist gehen. Aufgrund dieser ist es oftmals etwas schwierig den korrekten Ein- bzw. Ausgang zu finden. Die meiste Zeit orientiert ihr euch also anhand der Minikarte am rechten oberen Bildschirmrand, die euch euren nächsten Bestimmungsort anzeigt. Auf eurer langen Reise werdet ihr sehr viele Schatztruhen entdecken, die euch mit den neuesten Waffen und Gegenständen versorgen. Auf diese seid ihr auch unbedingt angewiesen, da im Spiel überhaupt keine Geschäfte vorhanden sind, in denen ihr Handel treiben könnt. Trotz der großen Anzahl an Ausrüstung verliert man in den übersichtlichen Menüs nie die Übersicht. Findet ihr einen neuen Gegenstand den einer eurer Helden ausrüsten kann, so wird dieser solange im Menü angezeigt bis ihr diesen euch näher angeschaut habt. Dadurch geht das Ausrüsten der Charaktere ähnlich leicht von statten wie in anderen modernen Rollenspielen.
Ein besonders großes Lob verdient die Charakterentwicklung, die euch eine Menge Freiraum lässt. Eure Helden sammeln zwar auf klassische Art und Weise Erfahrungspunkte um eine Stufe aufzusteigen und ihre Grundattribute zu verbessern. Sobald ein Charakter aber eine Stufe aufgestiegen ist, könnt ihr zusätzliche Punkte auf Fähigkeiten wie z.B. Stärke, Geist, Tempo oder Geschicklichkeit verteilen.
Sind eure Charaktere gut ausgerüstet und alle Fähigkeitspunkte verteilt, geht es wirklich ans Eingemachte. Das Dritte Zeitalter wartet sowohl mit Zufallskämpfen, als auch mit vorgegeben Kämpfen an bestimmten Stellen auf. Netterweise erkennt ihr rechtzeitig wenn sich ein Kampf ankündigt. Wenn ein vorgegebener Kampf ansteht, so erkennt ihr am oberen Bildschirmrand einen blauen Palantir, bei Zufallskämpfen Saurons Auge. Dadurch könnt ihr euch fast immer rechtzeitig auf die Kämpfe vorbereiten. Beim Kampfsystem ging Electronic Arts ebenfalls kein Risiko ein und kopierte im Prinzip das CTB (Conditional Turn-Based)-Kampfsystem von Final Fantasy X für die PS2. Ihr könnt mit maximal drei Kämpfern euch Saurons Schergen entgegenstellen, bei Bedarf könnt ihr auch problemlos eure Charaktere auswechseln. Dadurch könnt ihr den zahlreichen Kämpfen selbst in den engsten Situationen noch eine überraschende Wendung geben. Während der Kämpfe stehen jedem Charakter mehrere Befehle zur Verfügung, die wichtigsten sind: Attacke, Spezialfertigkeiten, magische Fähigkeiten und Objekt. Mit Attacke führt ihr den üblichen Standardangriff aus, der euch keine AP (Aktionspunkte) kostet, aber auch nicht sonderlich effektiv ist. Eure charakterspezifischen Fähigkeiten sind dafür durchschlagskräftiger, kosten im Gegenzug aber AP. Das Gleiche gilt übrigens auch für die magischen Fähigkeiten. Trotzdem solltet ihr so oft wie nur möglich eure Spezialtechniken und Zauber einsetzen, den für jede dieser aktiv verwendeten Fertigkeiten bekommt ihr Fähigkeitspunkte gut geschrieben, mit denen ihr weitere Fähigkeiten Freischalten könnt. In den übersichtlichen Menüs könnt ihr jeder Zeit sehen, welche Fähigkeiten euer Charakter versucht gerade zu erlernen und wie lange er noch dazu braucht.
Genau wie bei Final Fantasy X seht ihr während der Kämpfe am rechten Bildschirmrand eine CTB-Leiste, an der ihr erkennen könnt, wann welcher Kämpfer an der Reihe ist. Um also so schadlos wie möglich aus den Kämpfen hervor zu gehen, solltet ihr eure Fähigkeiten taktisch klug einsetzen, den die CPU weiß sich schon auf dem normalen Schwierigkeitsgrad zu wehren. Nehmt ihr mit der Zeit trotzdem zuviel Schaden füllt sich langsam eure Wuchtattacke auf, die wenn sie voll ist euch in den Perfekt Modus versetzt. Dann könnt ihr unglaublich mächtige Wesen oder Attacken herbeirufen, wie unter anderem die kräftigen Ent-Baumwesen oder eine Megapfeilsalve. Diese durchschlagskräftigen Attacken solltet ihr euch allerdings für die diversen Bossgegner, wie z.B. den Balrog, aufheben.
Grafisch ist das Spiel leider ein zweischneidiges Schwert. Die Bewegungen der Charaktere in der Third-Person-Ansicht sind etwas abgehackt und nicht so flüssig wie während der Kämpfe. Auch die Kameraperspektive ist leider nicht immer optimal, obwohl ihr sie händisch nachjustieren könnt. Leider ruckelt das Spiel auch oftmals, was dem Spielspaß zwar kaum etwas schadet, aber ein wenig ärgerlich ist es schon. Dafür sind Kämpfe wirklich toll in Szene gesetzt, sowohl eure Gegner als auch eure Truppe sind sehr detailreich gestaltet und wissen mit schönen Texturen und flüssigen Animationen zu überzeugen. Auch die spektakulären Lichteffekte der diversen Spezialfähigkeiten und Zaubersprüche wissen zu absolut jedem Zeitpunkt zu überzeugen. Nett gelungen sind auch die neu Zusammengeschnittenen Videosequenzen aus der Filmtrilogie, die enorm zur Atmosphäre des Spiels beitragen.
Der Soundtrack gehört wiederum unbestreitbar zu den besseren auf dem GameCube, dank der vielen bekannten Filmmelodien, die einen sofort in die dichte Atmosphäre von Mittelerde eintauchen lassen. Die deutsche Sprachausgabe ist ganz ordentlich gelungen, nur an manchen Stellen stoßen die Sprecher an ihre Grenzen. Gandalfs Synchronstimme macht allerdings seine Sache wie immer perfekt und begleitet die Videosequenzen mit neu geschriebenen Texten um euch immer auf den Laufenden zu halten. Die Soundeffekte der Waffen sind ebenfalls gut gelungen und lassen während der zahlreichen Kämpfe immer das richtige Flair aufkommen.
Herr der Ringe und Rollenspiel Fans können mit Das dritte Zeitalter eigentlich nichts falsch machen. Das Spiel baut dank der Filmlizenz die passende Atmosphäre auf und die Kämpfe bieten ausreichend Tiefgang um euch für längere Zeit zu unterhalten. Als kleinen Bonus haben die Entwickler noch den Schatten Modus eingebaut, indem ihr Saurons Schergen kontrolliert und gegen eure Truppe antreten lasst. Den Schattenmodus könnt ihr aber nur Freischalten, wenn ihr das jeweilige Kapitel zu 100% gelöst habt. Dies sollte zumeist auch kein Problem darstellen, da auf der Minikarte fast alle Missionen verzeichnet sind. Dennoch wird man manchmal einfach ziellos umher laufen um auch die letzte versteckte Quest zu entdecken.

Fazit
Dank des CTB-Kampfsystems und der Herr der Ringe Lizenz war ich von Anfang an von Das dritte Zeitalter fasziniert. Obwohl die Hintergrundgeschichte nicht so ausufernd ist wie bei anderen Rollenspielen, wollte ich unbedingt alle Missionen erfolgreich erfüllen und Sauron so richtig einheizen. Nur die schlechte Orientierung und die blasse Präsentation der Nebenaufgaben haben mich zeitweise etwas verärgert.
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