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Auf der PlayStation 2 buhlen schon seit längerer Zeit einige Spiele in der Machart von Grand Theft Auto, das gleichzeitig auch den Thron für sich beansprucht, um des Käufers Gunst. Nach The Getaway, Mafia und True Crime schickt sich nun Atari an, diese Herrschaft zu beenden. Ob es dem mit einem wahren Hype ausgestatteten und von Spielern sehnsüchtigst erwarteten Driv3r gelungen ist, erfahrt ihr in unserem Master-Review. Wie nicht anders zu erwarten ist der Name des Spieles Programm und man bewegt sich als Tanner vor allem fahrend, aber auch gehend und immer mit dem Schießeisen im Anschlag durch die drei detailgetreu nachgebauten Städte Miami, Nizza und Istanbul. Im weiteren Spielverlauf erwarten einen sehr abwechslungsreiche Missionen, bei denen das Auto eine große Rolle spielt, die aber teils weit über ordinäre Verfolgsjagden hinaus gehen. Einmal darf die Geschwindigkeit nicht unter 80 km/h fallen, da sonst eine Bombe im Wageninneren in die Luft fliegt, ein anderes Mal muss ein ganzer LKW inklusive Fracht gestohlen und effektvoll durch Polizeisperren befördert werden. Auch das Stehlen und anschließende Einladen von Luxuskarossen auf einen Transporter steht auf dem Programm. Wo man genau hin muss wird stets auf einer kleinen Karte eingeblendet, die bei Bedarf auch vergrößert, rotiert und bewegt werden kann. Die genauen Missionsziele bleiben jedoch oft im Verborgenen, da man diese nirgends abrufen kann und sich auf die Hinweise der Personen verlassen muss. Insgesamt wollen 70 verschiedene Vehikel, darunter auch Boote und Motorräder, gesteuert werden, was dank einer sehr realistischen Steuerung oft gar nicht so einfach ist. Hat man sich aber erst einmal daran gewöhnt, driftet man schnell gekonnt um die nächste Kurve. Lediglich die zahlreichen Straßenlaternen könnten dem Spieler dabei einen Strich durch die Rechnung machen, da diese nicht zerstörbar sind und man des Öfteren daran hängen bleibt. Das ist besonders beim Verfolgen eines anderen Fahrzeuges ärgerlich, da dies durch massiven Zeitverlust meist ein Scheitern des Auftrages zur Folge hat. Erschwerend kommt hinzu, dass die Feinde derart perfekt fahren und nur selten einen Fehler machen. Hat man sich dann endlich an die Stoßstange des Vordermannes geklemmt, kommt einem plötzlich ein Zivilfahrzeug in die Quere und wieder zeigt das eigene Heck in die falsche Richtung. All diese Faktoren führen dazu, dass man einige Fahrmissionen dutzende Male wiederholen muss und nur mit viel Glück nach dem zwanzigsten Mal erfolgreich ist. Somit ist Frust vorprogrammiert und lässt den Schwierigkeitsgrad in astronomische Höhen schnellen. Wäre das Spiel mit seinen 25 Missionen durch ein ordentliches Balancing normalerweise in ca. 10 Stunden zu schaffen, können so schon mal 15 oder mehr daraus werden. Somit bleibt der etwas bittere Nachgeschmack, dass auf diese Weise versucht wurde, das Spiel unnötig in die Länge zu ziehen. Doch auch das automatische Speichersystem wird nicht auf sehr viel Gegenliebe stoßen. Sind die Punkte an und für sich fair verteilt, muss man den kompletten Auftrag von vorne beginnen, wenn man das Spiel zwischendurch abbricht. Es ist zwar möglich, manuell zu speichern, doch hat das keinerlei Auswirkungen. Um nicht alle Missionen im Alleingang absolvieren zu müssen, findet sich ab und zu eine weitere Person am Beifahrersitz wieder, die für die etwas schlagkräftigeren Argumente in Form von Waffengewalt zuständig ist. Neben dem Fahren muss man sich somit auch dem Zielen und vor allem dem Treffen gegnerischer Fahrzeuge widmen, was angesichts des etwas ungenauen Zielkreuzes nicht immer ganz so einfach ist. Teilweise darf auch Tanner selbst zur Kanone greifen und den Verfolgern von der Ladefläche eines Transporters aus kräftig einheizen. Dabei stehen dem Möchtegern-Gangster die üblichen Mordinstrumente zur Verfügung – angefangen bei einer Pistole mit unendlicher Munition über MP, MG und Schrotgewehr bis hin zu einem ausgewachsenen Granatwerfer, der für ordentlich Verwirrung unter den Gegnern sorgt. Erst einmal losgelassen demonstriert dieser die sehr gute Physikengine, die – zwar etwas übertrieben, aber physikalisch korrekt – Autos durch die Luft wirbeln lässt und für das anschließende Auflösen in ihre Einzelteile sorgt. Ebenso lassen sich die zahlreichen umherstehenden Gegenstände entweder ganz zerstören oder mit einem gezielten Schuss realistisch durch die Gegend befördern. Am besten ist man bei Feuergefechten beraten, indem man einfach drauf los schießt, um die Widersacher nach ein paar Fehlschüssen dann doch einigermaßen gut im Visier zu haben. Die KI der Bösewichte trägt ihr Übriges zum Steuerungsdilemma bei und lässt diese zu hirnlosen Schießbudenfiguren verkommen, die ohne viel Anstrengung ins Jenseits befördert werden können. Lediglich die pure Übermacht kann ab und zu Schwierigkeiten verursachen. Spielerisch können es diese Aufträge mit denen im Fahrzeug jedoch leicht aufnehmen und bieten ebensoviel Abwechslung und Spannung. Auch die obligatorischen Minispiele sollen einem Driv3r über das Ende hinaus schmackhaft machen. In „Tor-Rennen“ muss man innerhalb eines Zeitlimits 100 Tore durchfahren während es bei „Nichts wie weg“ gilt, der Polizei zu entkommen. Ingesamt warten sechs Pausenfüller darauf, erkundet zu werden. Als gelungen kann man den Film-Regisseur-Modus bezeichnen. Jederzeit im Pausenmenü abrufbar, darf man sich hier selbst als Regisseur versuchen und die Spielsequenzen imposant in Szene setzen. Es ist möglich Kameras zu positionieren, die Ansicht festzulegen und Effekte wie Zeitlupe oder Bewegungsunschärfe zu verwenden. Daraufhin kann man sich entspannt zurück lehnen und seine eigenen Spielkünste beobachten. Zwar größtenteils nur eine Spielerei, kann dieser Modus auch für willkommene Abwechslung inmitten der zahlreichen Frusterlebnisse sorgen. Ein besonderes Lob gilt auch den drei originalgetreu nachgebauten Städten. Da man im Undercover-Modus jedoch nur Teile davon zu Gesicht bekommen wird und so gut wie keine Freiheiten hat, fragt man sich, „wozu der ganze Aufwand?“. Sonst gibt sich Driv3r jedoch keine Blöße und kann durch einen tollen Soundtrack und eine realistische Geräuschkulisse, die durch Raumklang in Pro Logic II sehr gut zur Geltung kommt, punkten.
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