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Als die Xbox im März 2002 das Licht der Welt erblickte, konnte Microsoft bereits einige Spieleperlen aufbieten. Darunter befand sich auch RalliSport Challenge, das bis heute zu den spielerisch und grafisch besten Rennspielen auf der Xbox zählt. Ob Entwickler Digital Illusions CE mit RalliSport Challenge 2 einen würdigen Nachfolger abgeliefert hat, erfahrt ihr im folgenden Master-Review. Im Hauptmenü angelangt sollte der erste Weg zum Punkt „Karriere“ führen, besonders wenn man Xbox Live sein Eigen nennt. In vier aufeinanderfolgenden Schwierigkeitsgraden schaltet man hier neue Strecken, Autos und Lackierungen frei. Insgesamt bringt es das Spiel somit auf 91 Strecken in 7 Ländern und 43 verschiedene Autos. Die Streckenanzahl mag auf den ersten Blick sehr hoch erscheinen, wird jedoch durch den Umstand entschärft, dass viele Pisten nur Abwandlungen sind oder einen anderen Verlauf haben, ansonsten aber im gleichen Setting angesiedelt sind. An Abwechslung mangelt es aber auf keinen Fall. Pro Auto stehen vier Lackierungen bereit, wobei man drei davon erhält, wenn man eine bestimmte Anzahl an Kilometern fährt; hier zählen sowohl die offline als auch online gefahrenen. Kann man in der Stufe „Amateur“ selbst als Anfänger mit Leichtigkeit alle 21 Rennen im ersten Anlauf als Sieger beenden, wird es bei „Profi“ und den 36 dabei zu absolvierenden Fahrten schon etwas schwieriger. Mit ein wenig Übung sollte man jedoch auch hier keine allzu großen Probleme haben. Etwas anders sieht die Sache dann im Schwierigkeitsgrad „Meister“ und seinen 48 Herausforderungen aus. Jeder Fehler kann den Sieg kosten und ohne volle Konzentration hat man hier nicht viel zu lachen. An die „Superrallye“ und ihre 16 Rennen sollten sich wirklich nur Profis wagen, außer man hat eine hohe Frustschwelle. Diese dient jedoch zum Glück eher als Herausforderung denn zum Freischalten. Den Großteil der Autos und Strecken erspielt man sich also in den anderen Stufen, womit man selbst als geübter Spieler eine ganze Zeit lang beschäftigt sein sollte. Dies ist zugleich auch der erste Kritikpunkt, denn bei 121 Herauforderungen kommt es unweigerlich zu Wiederholungen. Halten sich diese in Form von ähnlichen oder wiederkehrenden Strecken in den ersten beiden Schwierigkeitsgraden noch eher zurück, wird man sich spätestens bei „Meister“ öfters „das hab’ ich doch schon gesehen“ sagen hören. Meist wird dieser Umstand jedoch geschickt dadurch kaschiert, dass einfach das Wetter oder die Tageszeit anders ist oder sich der Streckenverlauf ein wenig ändert, das Drumherum der Pisten aber gleich bleibt. Leider artet der vormalige Spielspaß trotzdem schnell in Arbeit aus, besonders wenn man öfter online anzutreffen ist und so viel Material wie möglich freigeschaltet haben sollte, da man sonst durch fehlende Autos und Strecken schlichtweg gehörig im Nachteil ist. Geht es einem in Abwesenheit von Xbox Live jedoch nur um den Spielspaß, wird einem der Karriere-Modus viele unterhaltsame Stunden bereiten. An weiteren Betätigungsfeldern bietet RalliSport Challenge 2 die obligatorischen Modi Zeitfahren und Einzelrennen. In ersterem macht man sich an das Aufstellen und Knacken von Rekorden und im zweiten kann man mit einem beliebigem Auto auf einer bereits freigeschalteten Strecke fahren. Auch ein Offline-Multiplayermodus darf nicht fehlen, wobei man hier entweder per Splitscreen oder System-Link gegeneinander antreten kann. Hinter dem Menüpunkt „Zeittafeln“ verbergen sich die Streckenrekorde inkl. der zugehörigen Geister-Dateien. Ist man gerade online, lassen sich hier auch alle gespeicherten „Geister“ der anderen Xbox Live-Spieler abrufen. Rallye: Man ist alleine auf einer Strecke unterwegs und kämpft gegen die Uhr - Gegner wird man also vergeblich suchen. Der Beifahrer ist hier von besonderer Bedeutung, da er den Streckenverlauf in Worte fasst und beispielsweise auf Kurven hinweist. Je nach Einstellung macht er dies entweder mit Zahlen, wobei eins für eine leichte Kurve, neun für eine sehr scharfe steht, oder mit Worten wie z.B. „leicht“, „halb“ oder „scharf“. Zusätzlich wird dies am oberen Bildschirmrand durch verschiedenfarbige Pfeile verdeutlicht. Anstatt dieser kann man sich zur Verringerung des Schwierigkeitsgrades auch eine Abschnitts-Karte anzeigen lassen, was aufgrund des Rallye-Feelings aber tunlichst vermieden werden sollte. Bergfahrt: Ähnlich wie die Rallye, jedoch dass man hier einen Berg hinauf oder hinunter jagt. Auch hier gibt es die Karte als Hilfsmittel, einen Beifahrer wird man aber vergeblich suchen. Gelände-Rallye: Eher untypisch für den Rallye-Sport ist man hier zu Viert auf einem Rundkurs unterwegs, es kann also auch zu heißen Positionskämpfen mit zugehörigen Karambolagen kommen. Im Qualifikationslauf, der über nur eine Runde geht, wird festgelegt, in welcher Gruppe man im eigentlichen Rennen startet und wie viele Punkte man somit für die Beendigung erhält. Um den Streckenverlauf zu verdeutlichen, kann man sich links unten eine Karte anzeigen lassen, die jedoch im Gegensatz zur Bergfahrt im Ganzen angezeigt wird. Crossover: Auch hier gilt es einen Rundkurs inkl. Qualifikation zu absolvieren, jedoch mit dem Unterschied, dass man nur gegen einen Konkurrenten antritt. Dieser fährt auf einem separaten Kurs, der sich teilweise aber in Form von Brücken mit dem eigenen kreuzt. Zusammenstöße sind somit aber ausgeschlossen. Eis-Rennen: Wie der Name schon vermuten lässt, geht es hier auf einem sehr rutschigen Untergrund zur Sache. Ansonsten bietet sich aber das gleiche Bild wie bei der Gelände-Rallye. Die ersten beiden Renn-Arten sind in eine bestimmte Anzahl an Läufen, meist drei bis vier, auf verschiedenen Strecken unterteilt. Je nachdem, welche Position man am Ende aller Fahrten belegt, erhält man eine gewisse Anzahl an Punkten – 20 für den ersten Platz, 17 für den zweiten usw. Punkte gibt es natürlich auch bei Gelände-Rallye, Crossover und Eis-Rennen, nur dass man diese unmittelbar und je nach Platzierung nach dem Rennen erhält. Um bei den Rennen ja keine Monotonie aufkommen zu lassen, geht es in den verschiedensten Ländern dieser Welt auf ebenso unterschiedlichen Untergründen zur Sache: Sand in Australien, Schotter in Monte Carlo, Asphalt in Groß Britannien sowie Argentinien und Schnee in Schweden. Nicht nur der Untergrund unterscheidet sich hier, sondern auch das Drumherum der Strecken. So rast man etwa durch herbstliche Wälder, kleine Provinzdörfer und graue Gebirgslandschaften. Besonders beeindruckend ist in diesem Zusammenhang die phänomenale Weitsicht, die bereits im Vorfeld einen Blick auf den weiteren Streckenverlauf bietet und sehr gut die liebevoll designten Pisten zeigt. Natürlich hat die Beschaffenheit des Bodes drastische Auswirkungen auf das Fahrverhalten der Autos. Während diese auf Asphalt nur so kleben, ist das Driften auf Schotter umso schöner. Besonders schwer wird es auf einer Schneefahrbahn, wo man das Auto nur mit viel Geschick auf der rechten Bahn halten kann und sehr sorgsam mit dem Gasfuß umgehen muss, um nicht in der nächsten Schneewechte zu landen. Erschwerend kommen oft noch verschiedene Witterungsverhältnisse und Tageszeiten hinzu. Regen als Beispiel macht nicht nur die Straße rutschig, sondern auch die Sicht schlecht (was grafisch übrigens hervorragend umgesetzt ist). In Verbindung mit Dunkelheit lässt sich so oft der eine oder andere Abstecher ins Dickicht nicht vermeiden. Leider kann man diese Umwelteinflüsse jedoch nicht beliebig einstellen, sondern sind auf die jeweilige Strecke beschränkt. Besonders im Multiplayer-Modus würde dies für eine gehörige Portion Abwechslung sorgen. Wer sich nun anhand der vielfältigen Tuning-Möglichkeiten auf eine ordentliche Portion Realismus freut, der wird leider schnell enttäuscht. RalliSport Challenge 2 ist ein Arcade-Racer wie er im Buche steht. Die Bremse wird größtenteils dazu benötigt, um einen Drift einzuleiten, wobei nicht viel Unterschied zwischen Handbremse oder normaler Bremse gemacht wird und auch die Fuß-Bremse ein Ausbrechen des Hecks zur Folge hat. Gestaltet sich die Steuerung auf Schnee noch halbwegs anspruchsvoll, hat man auf Asphalt zu keiner Zeit Mühe, das Fahrzeug auf der Straße zu halten. Wenn man nicht zu übermutig fährt und immer einen Blick auf die Karte hat bzw. den Anweisungen seines Beifahrers Folge leistet, sollten sich keine allzu großen Probleme ergeben. Anfänger mag dies zwar freuen, als Profi wünscht man sich jedoch des Öfteren eine etwas anspruchsvollere Steuerung, die auch wirklich Rallye-Feeling aufkommen lässt. Um immer die Übersicht zu behalten, stehen fünf Ansichten zur Verfügung: von hinten nah und weiter entfernt, Stoßstange, Motorhaube und Cockpit, wobei bei letzterer keine Instrumente zu sehen sind. Im Gegensatz zu Teil 1 bietet die Von-Hinten-Ansicht viel mehr Überblick über das Renngeschehen, da nicht so viel Platz vergeudet wird. Egal für welche Ansicht man sich entscheidet kommt es leider des Öfteren vor, dass der weitere Streckenverlauf nur sehr schwer zu erkennen ist und man mehr oder weniger blind erahnen muss, wo es nun weiter geht. Dies zeigt sich besonders bei matschiger oder Schnee-Fahrbahn und auch die Dunkelheit macht die Sache nicht gerade einfacher. Hier hätte etwas mehr Feintuning definitiv nicht geschadet. Wenn man sich dadurch mal wieder abseits der Piste wiederfindet, kommt das sehr gute Schadensmodell zur Geltung. Nahezu jedes Teil am Auto lässt sich irgendwie verbiegen oder mutwillig entfernen. Diese Beschädigungen haben jedoch keine Auswirkungen auf das Fahrverhalten und sind meist nur optischer Natur. Anders sieht es schon aus, wenn sich ein Reifen selbstständig macht und man zukünftig ziemlich „behindert“ das Rennen zu Ende fahren muss. Der nächste Kritikpunkt ist, dass man im Rennen jeweils nur mit seinem Vorder- und Hintermann per Headset kommunizieren kann. Dadurch wird sehr viel an Multiplayer-Atmosphäre eingebüßt, da das „Tratschen“ während des Rennens einen hohen Spaßfaktor hat und die Fahrt selbst oft zur Nebensache avanciert. Ein Pluspunkt in diesem Zusammenhang ist jedoch, dass selbst in den Ladebildschirmen gesprochen werden kann – hier sogar mit allen Mitspielern. Die Ladezeiten unterscheiden sich übrigens drastisch, ob man nun offline oder online spielt. Im Einzelspieler-Modus wartet man gut und gerne eine Minute, bis man sich ins Geschehen stürzen kann, nimmt man aber an einer Xbox Live-Partie teil, ist die Strecke auf einmal in wenigen Sekunden geladen. Ansonsten haben die Entwickler aber tadellose Arbeit geleistet und einen sehr guten Online-Modus abgeliefert. Wie bei jedem Xbox Live-Spiel dürfen hier natürlich die Menüpunkte „Schnell ins Spiel“, „Optimatch“ und „Eigenes Spiel erstellen“ nicht fehlen. In ersterem wird man ohne Umwege in ein offenes Spiel versetzt, bei zweitem kann anhand verschiedenster Parameter nach offenen Sitzungen gesucht werden und der dritte Punkt erlaubt es einem, selbst Host zu sein und andere Spieler zu heißen Duellen herauszufordern. Zuerst kann man hier vielfältige Einstellungen wie Streckenauswahl, Rundenanzahl, Schadensmodus, Erzwingung von manuellem Getriebe usw. tätigen, danach noch ein Auto auswählen und schon kann es losgehen. Nachdem sich mindestens ein weiterer Spieler eingefunden hat, ist man auch schon bereit fürs erste Rennen. Anders wie in Project Gotham Racing 2 muss jeder Spieler jedoch zuvor durch einen Druck auf „X“ bestätigen, dass er bereit ist. Das Spiel kann vom Host zwar trotzdem gestartet werden, alle Spieler die jedoch innerhalb von 10 Sekunden nicht den entscheidenden Knopf drücken, bleiben außen vor. So kann es einerseits nicht vorkommen, dass man es als Mitspieler versäumt, seine Einstellungen zu tätigen, andererseits kann man als Spielleiter aber ein wenig Druck machen ohne unfair zu sein. Nach dem Rennen erhält dann jeder Spieler wie im Offline-Modus je nach Platzierung eine bestimmte Anzahl an Punkten, die nach jedem Rennen addiert werden, nach einem Ausstieg aus der Sitzung aber unwiderruflich verloren gehen. Dies ist ein wenig schade, da man so nie sieht, mit welchen Mitstreitern man es zu tun hat, denn es ist nirgends erkenntlich, wie viele Punkte sie bereits gesammelt oder welchen Level sie erreicht haben. Natürlich kann für eine Xbox Live-Partie ein beliebiger Renn-Modus ausgewählt werden, jedoch mit der Einschränkung - und das unterschiedet sie vom Einzelrennen - dass z.B. ein Crossover-Rennen nur mit den dazugehörigen Autos gefahren werden kann. Angefangen bei den bis ins letzte Detail modellierten und sehr detailreich gestalteten Autos inkl. Enviroment-Mapping und Echtzeit-Schatten, bis hin zu den sehr lebensnah wirkenden Strecken sorgt das Spiel zu jeder Zeit für offene Münder. Alleine die Fahrt durch einen herbstlichsten Wald muss man gesehen haben. Hinzu kommen noch eine fantastische Fernsicht, wirkungsvoll eingesetztes Bump-Mapping und sehr schöne Wetter-Effekte. Auch ein 16:9 Modus darf natürlich nicht fehlen und rundet das Bild perfekt ab.
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