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595. Richard Burns Rally

Xbox
» Grafik: 80
» Sound: 85
» Spielspaß Solo: 83
» Spielspaß Multi: 30
» Gesamtwertung:
81
» Anzahl Bewertungen: 4     » alle zeigen
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Infos
» Von: gabrielb
» Am: 01.08.2004
» Spielzeit: > 10 h
» Grafik: 60
» Sound: 60
» Spielspaß Solo: 50
» Spielspaß Multi: -
» Gesamtwertung: 50
Qualität
» bewertet mit: 10
Wie realistisch kann und darf ein Rennspiel sein? Diese Frage stellt man sich unweigerlich, wenn man die DVD von Richard Burns Rally in die Xbox einlegt. Und schnell spaltet sich die Spielergemeinde in zwei Lager. Die eine Seite liebt das Spiel, die andere hasst es.

Dieses Spiel wird sicherlich kein weltweiter Hit werden. Das liegt nicht an der eher durchschnittlichen Grafik oder dem durchschnittlichen Sound, sondern einzig und allein an der Zugänglichkeit des Spiels. Die
Entwickler haben es sich zur Aufgabe gemacht, ein Spiel auf die Beine zu stellen, das den Realismus von Colin MacRae noch in den Schatten stellt. Wer denkt, dass er wie in RalliSport Challenge 2 eher mit den Streckenführung zu kämpfen hat, denn mit dem Auto, wird schnell eines Besseren belehrt. Zuerst absolviert man eine Fahrschule.
In dieser Fahrschule wird man an das Handling der Autos herangeführt. Es gilt, kurze Streckenabschnitte innerhalb eines Zeitlimits zu durchfahren, die Geschwindigkeit innerhalb eines bestimmten Bereichs zu halten, etc. Mann kennt solche Fahrschulen aus zahlreichen anderen Rennspielen. Dann, endlich, geht es ans Eingemachte.
Und spätestens hier werden die meisten "Normal-Spieler" das Spiel verfluchen. Sollte man in der Fahrschule noch nicht gemerkt haben, dass das Handling der Autos verdammt schwer ist, dann merkt man das nun auf der ersten Etappe einer regulären Meisterschaft. Anfangs scheint es schlicht unmöglich zu sein, das Auto auf einer geraden Strecke abzubremsen. Was in anderen Rennspielen problemlos funktioniert, wird hier zu einer schweißtreibenden Angelegenheit. Ohne gefühlvolles Abbremsen und Dosieren, bricht die Kiste sofort aus und landet unkontollierbar im Kiesbett oder sonstwo neben der Strecke. Das ist das größte Problem dieses Spiels. Man muss sehr viel Zeit und Geduld investieren, um das Auto kontrolliert um jede noch so harmlose Kurve zu bringen. Ich bin noch nie ein Rally Auto gefahren, aber wenn die Dinger sich wirklich so schwer fahren lassen, dann gute Nacht. Dieses Spiel ist nur für absolute Simulations-Freaks spielbar. Entweder man ist ein Naturtalent und findet auf Anhieb einen Zugang zu diesem Spiel, oder man ist bereit, viel zu üben und sich nicht in den ersten Stunden der Misserfolge frustieren zu lassen. Denn zu dem komplizierten Handling der Autos kommt das, keine Fehler verzeihende, Schadensmodell. Die meisten Kollisionen mit Zäunen, Bäumen oder sonstigen Objekten am Streckenrand führen spätestens beim zweiten Crash zu einem Totalausfall des Autos oder sie beschädigen es so sehr, dass man nur noch im Schneckentempo ins Ziel schleicht. Es kann auch vorkommen, dass man in einem seichten Bach landet. Dann kommen einige Zuschauer und schieben das Auto wieder auf die Strecke. Das ist ein witziges Feature. Leider kann man nach einem solchen Abflug aber eh nicht mehr weiter fahren, weil das Auto sich kaum noch bewegen lässt.

Grafik und Sound

Die Wagenmodelle sind sehr schön gestaltet. Das Schadensmodell wirkt sich auch auf die Optik aus. Hier ist alles bestens. Das kann man von den Umgebungen leider nicht sagen. Aus der Ferne sehen die Landschaften eigentlich sehr schön aus. England beispielsweise macht einen sehr tristen Eindruck und die Atmösphäre wird sehr gut vermittelt. Aber sobald man sich den Objekten abseits der Strecke nähert, erlebt man eine Enttäuschung. Die Texturen wirken matschig und können sich mit der grandiosen Grafik von RalliSport Challenge 2 nicht im Geringsten messen. Ein trauriges Beispiel ist der Regen. Der Sound wirkt zuerst auch sehr gut. Ein Negativbeispiel hört man aber, wenn man durch einen flachen Bach oder eine Pfütze fährt. Dann wird ein schlechtes Soundfile abgespielt und es passt einfach nicht zu der Situation. Es ist nur ein "Platsch".

Fazit

Das ist nix. Jedenfalls nicht für mich. Man muss schon einen ausgeprägten Hang zu relistischen Spielen haben, um mit Richard Burns Spaß zu haben. Es ist ja nicht so, dass das Spiel keine guten Seiten hätte, aber richtiger, dauerhafter Spielspaß stellt sich erst nach sehr langer Zeit ein, wenn überhaupt und es gibt Rennspiele, die wesentlich mehr Spaß machen. Dass hier ein Online Modus fehlt, fällt dagegen nicht so sehr ins Gewicht, da das Spiel eher für einen einzigen Spieler gemacht ist, der die harten Herausforderungen meistern will.