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Tom Clancy's Splinter Cell: Pandora Tomorrow  
» Autor: Georg Gruber
» Datum: 26.06.2004
» Gesamtwertung:
/5
5/5: Pflichtkauf
uneingeschränkte Empfehlung.
Wie wir bewerten
UBISOFT liefert mit Splinter Cell Pandora Tomorrow eine sehr gute PS2-Umsetzung ab, die mit Online-Unterstützung und Bonusmaterial überzeugt.

Ost-Timor, im März 2006: ein Terrorist rast mit einem LKW, vollgepackt mit Sprengstoff, durch das Tor der US-Botschaft und verwandelt diese Sekunden später in eine Hölle aus Rauch und Flammen. Das ist die explosive Einleitung der Agentengeschichte in Pandora Tomorrow, dem Nachfolger des Stealth-Hits Splinter Cell.

Features
Third Person Action mit gelungenem Stealth-Gameplay
9 große detailreiche Levels (einer mehr als in der Xbox-Version)
überzeugende Grafik mit sehr guten Effekten
ausgezeichneter Dolby Pro Logic II-Soundtrack
anspruchsvolle Agentenstory
innovativer Multiplayer-Mode mit Online-Unterstützung (2-4 Spieler)

Fesselnde Handlung Marke Tom Clancy
Während das originale Splinter Cell viel Kritik an der "zu komplexen und schwer verständlichen" Handlung einstecken musste, hat Pandora Tomorrow eine zugänglichere Story, über die hier aber nicht zu viel verraten wird, denn selbst kleine Hinweise könnten den Spielspaß trüben. Die Geschichte wird durch eine Reihe von Cutscenes kurz und treffend erzählt. Das Spielszenario ist in der nahen Zukunft angesiedelt und wirkt streckenweise erschreckend realistisch: Sam Fisher wird als Ein-Mann-Armee ausgesendet um das Pulverfass des sich ausbreitenden Terrorismus' zu entschärfen. Neben der interessanten Story hat UBISOFT auch hie und da augenzwinkernd ironische Elemente mit eingebaut, die sich vor allem in den präsentierten Clips, wie z.B. Nachrichtensendungen, widerspiegeln.

Gelungenes Stealth-Gameplay
Im Single-Player-Mode haben sich die Entwickler von UBISOFT Shanghai stark am Vorbild des erfolgreichen ersten Teils orientiert. Mit Ausnahme von wenigen Änderungen und einigen neuen Moves bleibt das Gameplay dem Grundsatz "für den Feind unsichtbar operieren" treu. Damit Sam aber nicht ganz auf sich alleine gestellt ist, gibt es eine neue Qualität der Interaktion mit anderen Charakteren im Spiel.
Wer das in den Previews angedeutete, offen strukturierte Gameplay erhofft hat, wird leider etwas enttäuscht. Trotz diverser Freiheiten in der Auflösung eines Levels bleibt Pandora Tomorrow doch sehr linear. Es gibt einzelne Stellen im Spiel, wo es den Anschein hat, man könne seinen eigenen Weg wählen, aber die Wege unterscheiden sich substantiell nur wenig. So kann man sich z.B. an einer Wache vorbeischleichen, sie betäuben, niederschlagen oder unschädlich machen; es ändert nichts an der Tatsache, dass die Wache nicht umgangen werden kann. Dennoch wird wohl kein Spieler exakt das gleiche Spielerlebnis haben wie ein anderer - für Abwechslung ist also gesorgt. Die Gegner-KI (künstliche Intelligenz) ist bei Pandora Tomorrow gut gelungen: es gibt kaum Situationen, wo man als Spieler nicht ständig auf der Hut sein muss, um nicht entdeckt zu werden. Es gilt immer: die Situation genau analysieren, die einzelnen Optionen abwägen und schließlich den richtigen Zeitpunkt gnadenlos ausnutzen. Wer allzu "trigger-happy" ist und mit dem Kopf immerzu durch die Wand will, wird bei SCPT sehr schnell eines besseren belehrt und darf es gleich, ausgehend vom letzten Speicherpunkt, nochmals probieren.

Überzeugende Präsentation
Das detaillierte Level-Design ist ein Glanzpunkt von Pandora Tomorrow. Manchmal ist das Erlebnis schon Klaustrophobie auslösend und beklemmend. Das eingeblendete HUD (head-up-display) unterstützt den Spieler in seinen Missionen ungemein. Mag es auf den ersten Blick überladen wirken, indem viel Information am Bildschirm angezeigt wird, offenbart genaueres Hinsehen die wertvolle Hilfestellung. Ein gutes Beispiel hierfür ist, dass man die essentielle Information wie einen Tür-Code in einem separaten Menü einsehen kann, wenn das Lesen von sehr langen Hinweisen als störend empfunden wird. Aber damit noch nicht genug: steht man vor einer verschlossenen Tür, wird der richtige Code eingeblendet - Luxus eben.
Agent Sam Fisher bereist zahlreiche Schauplätze wie etwa Indonesien, Frankreich, Israel oder die USA. Im Gegensatz zur früher erschienenen Xbox-Version erwarten PS2-Spieler neun Missionen. Hinzu gekommen ist ein zusätzlicher umfangreicher Level im indonesischen Dschungel namens "Pundang Camp", der nicht nur durch außergewöhnliche Optik, sondern auch in Punkto Spielspaß und –länge punkten kann. Wie auch schon beim Vorgänger wurde die PS2-Version in einigen Punkten überarbeitet und wirkt "streamlined" im direkten Vergleich zur Xbox-Version. Während einige Details im Spiel einer subtilen Veränderung unterworfen wurden (manche Passagen spielen sich geringfügig anders, besseres Speichersystem, etwas einfacher vom Schwierigkeitsgrad her), gibt es auch drei offensichtliche Änderungen: Erstens der schon erwähnte neue Level, zweitens ein neues Mini-Game zum Entschärfen von Minen (ähnlich dem Lockpick, aber anspruchsvoller) und drittens gibt es am Ende eines Levels eine Statistik mit Zeit, eingesetzte Munition, eliminierte und ausgeschaltete Wachen sowie Sound und Light Accumulation. Letzteres gibt an, wie gut ihr eure Stealth-Eigenschaft eingesetzt bzw. wieviele Geräusche ihr verursacht habt. Je kleiner dieser Faktor, desto besser.
Die Spieldauer ist bei 15 Stunden anzusiedeln, was ein sehr guter Wert für heutige Spiele ist. Profis werden das Spiel wahrscheinlich in kürzerer Zeit durchspielen können. Auf sie wartet dann die Herausforderung, den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen und erneut ihre Stealth-Künste unter Beweis zu stellen. Die Spielzeit kann aber auch dramatisch länger ausfallen, wenn man zu unvorsichtig vorgeht und damit einen Spielabschnitt mehrmals neu beginnen muss. Insgesamt wirkt Pandora Tomorrow länger und intensiver als der Vorgänger.

Intuitive Steuerung
Die Kamera- und Spielsteuerung gehört zu den besten, die es je in einem Videospiel gab. Die Bewegungen von Sam Fisher laufen bereits nach dem Trainingslevel intuitiv von der Hand. Ein besonders schönes Beispiel ist: verkehrt von der Decke zu hängen und dabei mit gezogener Waffe einen Gegner anzuvisieren. Die vortreffliche In-Game-Kamera ermöglicht es, immer den Überblick zu bewahren - selbst wenn es einmal hektisch wird. Selbst die kleinen Verbesserungen, bereits bekannt aus der Splinter Cell-GameCube-Version sind übernommen worden.
Die nochmals verfeinerte Steuerung im Detail:

L-Stick (L3):Spielersteuerung / an die Wand pressen (Click)
R-Stick (R3):Kamerasteuerung / Fernrohr (Click)
L1-Trigger:Sekundärwaffe benutzen
L2-Trigger:Pfeifen (um Gegner zu irritieren)
R1-Trigger:Hauptwaffe benutzen / Klopfen
R2-Trigger:Waffe ziehen/wegstecken
Steuerkreuz-Rauf/Runter:Gegenstände auswählen
Steuerkreuz-Links:Nachtsichgerät
Steuerkreuz-Rechts:Wärmesichtgerät
Viereck Button:Inventory
Dreieck Button:Springen
Kreis Button:Kriechen / Rolle vorwärts
X Button:Waffe ziehen/wegstecken und Aktion
Select Button:OPSAT (Info-Menü) aufrufen
Start Button:Menü (Laden, Optionen etc.)


Killer-Application: Multiplayer-Mode
Sam Fisher ist zurück um die Welt mit seinen Stealth-Moves erneut zu retten, neue Gadgets hat er auch: der Single-Player-Mode ist unterhaltsam, aber schneller durchgespielt, als einem lieb sein kann. Habt ihr SCPT im Alleingang hinter euch, bietet der Online-Modus die Möglichkeit, euch im Multiplayer-Mode zu beweisen. Die Entwickler haben sich entschieden, die Anzahl der Spieler auf maximal vier zu begrenzen. Ihr könnt euch ganz beliebig (1 gegen 1 und 3 gegen 1) in jeweils zwei Teams aufteilen: SHADOWNET TEAM (Spione) oder das Team der ARGUS MERCENARIES (Söldner). Im Wesentlichen dreht sich für die Spione alles um die Neutralisierung von mit giftiger Substanz gefüllten ND133-Containern innerhalb der Spielzeit, während die Söldner dies verhindern müssen. Ein Spiel ist auch beendet, wenn das komplette gegnerische Team unschädlich gemacht wurde.
Als besonderer Faktor kommt hinzu, dass Spione in der vom Single-Player-Mode bekannten Third-Person-Perspektive spielen, während Söldner eine traditionelle First-Person-Perspektive (wie in FPS bzw. Ego-Shooter) haben. Dieser geniale Schachzug verleiht SCPT das gewisse Extra, das große Spiele ausmacht.
Die drei Multiplayer Modes und die Ziele je Team im Detail:

Neutralization Mode
Spione: Container innerhalb der Spielzeit neutralisieren oder alle Söldner unschädlich machen.
Söldner: Container innerhalb der Spielzeit beschützen oder alle Spione unschädlich machen.
Extraction Mode
Spione: bestimme Anzahl von Container zum Ausgangspunkt zurückbringen.
Söldner: siehe Neutralization.
Sabotage Mode
Spione: Container innerhalb der Spielzeit mittels Modems neutralisieren oder alle Söldner eliminieren.
Söldner: siehe Neutralization.

Dieser große Unterschied im Gameplay hebt SCPT von der Masse der üblichen Online-Spiele ab. Jedes Team hat eigene Fähigkeiten, Waffen und Gadgets, ja sogar die Spiel-Perspektiven (Third / First Person) sind unterschiedlich. Technisch wurde der Multiplayer-Mode perfekt in Szene gesetzt. Die Sprachkommunikation über ein Headset funktioniert tadellos. Zudem gibt es viele Lobbies, eine Buddy-List und umfangreiche Optionen.

Spion versus Söldner
Wie Sam Fisher muss sich das Spion-Team auf die perfekte Anwendung von Stealth-Techniken verlassen können, um das Ziel zu erreichen. Sie müssen gänzlich ohne tödliche Waffen auskommen - es geht sogar soweit, dass Söldner überhaupt nicht unschädlich gemacht werden können. Allerdings können Spione Gegner von hinten in den Schwitzkasten nehmen (Niederschlagen ist erlaubt) oder als menschliches Schild gegen andere Söldner einsetzen.
Der Spione größter Vorteil ist die Dunkelheit und der Einsatz von Gadgets. Mittels der "erhöhten Wahrnehmung" können die zu neutralisierenden ND133-Container, deren Distanz und der Neutralisierungsprozentsatz angezeigt werden. Unter anderem kommen dann noch Radar, Nachtsichtgerät, Thermalsichtgerät etc. hinzu. Hauptaufgabe ist es für die Spione, die hinterhältigen Fallen, Überwachungskameras und Bewegungssensoren der Söldner zu überwinden und die ND133-Container zu deaktivieren. Keine leichte Aufgabe - selbst mit einer Vielzahl von Gadgets.
In starkem Kontrast dazu hat das Söldner-Team Zugriff auf ein ansehnliches (und tödliches) Waffenarsenal. Neben Maschinengewehr und Granatwerfer gibt es auch noch das furchteinflössende Fernschützengewehr im Sniper-Modus. Auch die Söldner können die ND133-Container durch erhöhte Wahrnehmung lokalisieren. Zusätzlich weist ein Pfeil auf die Richtung, aus der ein naheliegendes Geräusch kommt, hin. Schlimmer noch: am Radar wird jeder Sicherheitsalarm gnadenlos angezeigt (z.B. ein ausgelöster Bewegungssensor). Zum Glück haben die Söldner kein Nachtsichtgerät dabei; dafür haben sie Sensoren für Bewegung und EMF (elektro-magnetische Aktivität), die mittels Steuerkreuz ausgewählt werden. Der Bewegungssensor zeigt sich schnell bewegende Objekte an und der EMF-Sensor zeigt die kleinen Gadgets der Spione an.
Insgesamt möchten die Entwickler damit die Teams möglichst gerecht ausstatten. Wenn sich die Spione zu sehr auf das Nachtsichtgerät verlassen, dann leuchten sie wie ein Weihnachtsbaum auf den Sensoren der Söldner auf. Zusätzlich haben Söldner noch den Sniper-Mode, in dem mit 6x Zoom ganz schnell ein lustiges Zielschiessen veranstaltet werden kann. Dazu kommen noch ein paar Minenarten und Fallen. SCPT ist somit ein Garant für spannende Multiplayer-Partien mit Online-Unterstützung.

Grafik
Das originale Splinter Cell war bereits ein Meilenstein. Gerne sprach man bei anderen Spielen von der Splinter Cell-Optik. Vor allem die einzigartigen Lighting-Effekte sind ein echtes Markenzeichen geworden. SCPT setzt klar auf die Stärken des Vorgängers. Das Rad wird allerdings nicht neu erfunden: vor allem Spielern, die den Vorgänger kennen, werden erst später die Details der Verbesserungen auffallen: neue Texturen, verbesserte Licht/Schatten-Effekte sowie neue Spezialeffekte verwöhnen das Auge.
Erwähnenswerte Neuerungen sind die Wassereffekte, die sehr stimmig sind. In Bezug auf Details hat sich aber einiges getan: die Levels wirken sehr realistisch und können klaustrophobische Wirkung entfalten. Nochmals verbessert wurde das Zusammenspiel zwischen den einzelnen Effekten wie Licht, Schatten, Nebel, und Rauch.
Einzig befremdlich wirken die teilweise unschön gestalteten Figuren in den Videos. Das Animationsteam, welches angeblich kein Motion Capturing verwendet hat, hat sich dafür selbst übertroffen: die Bewegungen der Charaktere im Spiel sind flüssig und realistisch.
Im direkten Vergleich zur Xbox-Version schlägt sich die PS2-Version wacker: trotz starker Abstriche bei Licht- und Particle-Effekten (sie sind schlicht und einfach nicht da) können Texturen, Animationen und Leveldesign voll überzeugen. Auch die Framerate bleibt sehr flüssig. Auf der PS2 ist SCPT eines der schönsten Spiele überhaupt.

Sound
Obwohl der Soundtrack zeitweise spartanisch wirkt, ist er von hervorragender Qualität. Erst nach ein paar Spielstunden kommt er voll zur Geltung und entfaltet ein Kino-Soundtrack-Feeling im Eigenheim. Technisch gesehen erreicht der Einsatz von Dolby Pro Logic II das Maximum des Machbaren. Besonders die Sound-Effekte beim Schleichen kommen glasklar rüber und tragen voll zum harmonischen Klangteppich des Spiels bei. Wer eine hochwertige HiFi-Anlage sein eigen nennt, kann durch reines Hinhören feststellen, ob sich ein Gegner in der Nähe befindet und aus welcher Richtung Gefahr droht. Massig Pluspunkte gibt es auch für das erstklassige Voice-Acting. Michael Ironside (Starship Troopers, Total Recall) haucht Sam Fisher erneut mit rauchiger Stimme Leben ein. Außerdem wird viel Sprachwitz benutzt, der hoffentlich auch in der Übersetzung für so manche Lacher sorgt. Sprüche wie "Paranoia Based Security" und "This was PGP encrypted... Easy stuff!" sind allgegenwärtig. Besonders cool ist es natürlich, wenn Sam Fisher auf die Frage nach seinem Arbeitsgeber die Antworten "I'm from the phone company." oder "I'm a penguin hunter." parat hat.

Spielspaß Solo
Stealth-Fans werden bei Pandora Tomorrow (abgesehen vom ultra-realistischen Rainbow Six 3) auf die wohl härteste Probe gestellt. Zähigkeit, Hirnschmalz und auch eine große Portion Mut (manche sagen Glück) werden dem Spieler abverlangt. Die Belohnung ist meist eine nur kurze Cutscenes, in der die durchwegs spannende Tom-Clancy-like-Story weiter gesponnen wird. Die echte Belohnung ist die wirklich elegante Stealth-Vorgehensweise: Fans kommen hier voll auf ihre Kosten und inhalieren die Atmosphäre des "lautlosen Herumtreibens" geradezu. Auch Neueinsteiger müssen nicht verzagen: zwei Schwierigkeitsgrade (Normal und Schwer) bieten für jeden genau das richtige Maß an Herausforderung.

Spielspaß Multi
Das Konzept der Spione versus Söldner macht einen soliden Eindruck. Jedenfalls versprechen die einzelnen Level-Maps viel Abwechslung und die Idee, den Söldnern eine FPS-Perspektive zu verpassen, gehört mitunter zum innovativsten was dieses Jahr rauskommen wird. Auch die Begrenzung auf maximal vier Spieler ist eigentlich ein Vorteil: es unterstützt die Stealth-Atmosphäre von Pandora Tomorrow erstklassig. Mehr Spieler hätten den Levels wohl den gewissen Stealth-Touch streitig gemacht - zumal ja auch die Kommunikation mittels Headset zwischen den Team-Spielern hohe Spannung garantiert. Besonders reizvoll ist, dass die Maps in einzelne Zonen unterteilt sind, d.h. nur gewisse Bereiche können von einzelnen Teams betreten werden. Wird in einer Zone der ND133-Container neutralisiert, öffnet sich z.B. eine Sicherheitstür und die Spione können in eine andere Zone vorrücken.
Das echte Highlight ist aber das Vergnügen zwischen der "guten" und "bösen" Seite wählen zu können. Pandora Tomorrow steht für tollen und sehr abwechslungsreichen Multiplayer-Spielspaß.
Pro
Gelungenes Gameplay
Sehr gute Grafik
Herausragender Soundtrack und gelungenes Voice-Acting
Innovativer Multiplayer-Mode mit Online-Unterstützung
Bonus-Level und Detail-Feinschliff für die PS2-Version
Contra
Zeitweise sehr herausfordernde Missionen (Trial-and-Error)
Lange Ladezeiten unterbrechen den Spielablauf
Speichern nicht jederzeit möglich
KI wirkt etwas simpler als auf der Xbox
Fazit
Splinter Cell Pandora Tomorrow ist ein unglaublich intensives Spiel und dank des innovativen Multiplayer-Mode ein Anwärter auf das Spiel des Jahres. Jeder Aspekt des ersten Teils wurde aufgegriffen und weiterentwickelt: die Handlung, die Steuerung, das Gameplay, Grafikdetails, Soundtrack und und und! Was im Vergleich zur phantastisch anzusehenden Xbox-Version an Abstrichen in Sachen Grafik hingenommen werden muss, wird durch zahlreiche subtile Verbesserungen im Gameplay und im Leveldesign ausgeglichen. Die Grafik ist trotzdem prächtig ausgefallen und gehört zum Besten, was die PS2 anzubieten hat. Durch den neu hinzu gekommenen umfangreichen Bonus-Level würde ich persönlich die PS2-Version als mehr als ebenbürtig bezeichnen.
Nur zwei kleine Kritikpunkte sind anzumerken: zeitweise kann es sehr frustierend sein, wenn es gleich beim kleinsten Fehler "Zurück zum Start" heißt. Vor allem die störend langen Ladezeiten verlangen ein hohes Maß an Geduld. Das Speichersystem wurde nochmals überarbeitet, allerdings bleibt die Kritik, dass nur an Speicherpunkten der Spielstand gesichert werden kann. Etwas seltsam ist mir die Gegner-KI aufgefallen; die PS2-Version ist etwas simpler ausgefallen und somit leichter geworden.
Äußerst gelungen präsentieren sich der Multiplayer-Mode und eine Online-Unterstützung, die eine echte Bereicherung des Spiels darstellt. UBISOFT liefert eine sehr gute Umsetzung der ursprünglichen Xbox-Version ab und zeigt, was auf der PS2 grafisch noch rauszuholen ist. Nach dem bemerkenswerten Prince of Persia erscheint mit Tom Clancy's Splinter Cell Pandora Tomorrow das nächste empfehlenswerte UBISOFT-Highlight.
Für Stealth-Fans ist SCPT ein Pflichtkauf und jedem, der sich auch nur im Entferntesten für das Agenten/Spion-Genre interessiert, sei Pandora Tomorrow wärmstens ans Herz gelegt.