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Fiese, schleimige Aliens planen eine Invasion auf dem Planeten Hillys und entführen dessen Bewohner um sie für garstige Experimente zu missbrauchen. Nur eine Fotografin, ein in die Jahre gekommenes, technisch begabtes Schwein und ein trotteliger Widerstandskämpfer können dies verhindern! Zugegeben, die drei entsprechen nicht gerade dem Idealbild eines Heldentrios, doch die Erfinder der Rayman-Serie zeigen in ihrem neusten Werk Beyond Good & Evil, dass diese drei Recken weitaus witziger und sympathischer daher kommen als das typische Heroenallerlei. Wer bei bunten, abgedrehten Szenarien mit vielen Knuddelcharakteren nicht gleich an "Kindergarten" denkt, darf sich den wilden Genre-Mix keinesfalls entgehen lassen. Warum? Lest selbst, in unserem Review. Nachdem die Situation geklärt scheint geht es erst richtig los: Der Boden tut sich auf, noch mehr Aliens erscheinen und entführen Jades Freunde, während sie selbst von einem riesigen Monstrum in den Abgrund gezogen wird. Nach gerade einmal zwei Minuten Nettospielzeit erwartet den Spieler hier der erste Endgegner! Eine art Pflanzenmonster, bei dem Jades Ziehvater und Begleiter, ein gealtertes Schein(!) namens Pey?J, hilfreich zur Seite steht. Nachdem auch dieser fiese Gegner in die ewigen Jagdgründe eingegangen ist, kehrt erst einmal etwas Ruhe ein und der Spieler erhält seine erste Belohnung: Eine Perle, die im weiteren Spielverlauf noch von großer Wichtigkeit sein wird. Nach einem kurzen Gespräch mit Pey?J, geht es wieder zurück an die Oberfläche. Bei Dialogen hat der Spieler meistens eine Auswahl an verschiedenen Fragen, die er dem NPC stellen kann. Allerdings hat das keinerlei Auswirkungen auf den Spielablauf und läuft eigentlich immer darauf hinaus, das einfach alle zur Verfügung stehenden Fragen der Reihe nach abgeklappert werden. Ebenfalls negativ ins Gewicht fällt die Tatsache, dass viele Dialoge nur per Textfeld, nicht aber per Sprachausgabe wiedergegeben werden. Mit den gesammelten Credits lassen sich nicht nur Aufträge abschließen, sondern auch nützliche Power-Ups per Kreditkarte an im ganzen Land verteilten Automaten kaufen. Neben großen und kleinen Lebensenergieauffrischern gibt es Herzcontainer, welche die maximale Lebensenergie genau wie in The Legend of Zelda: The Wind Waker dauerhaft erhöhen. Neben fleißigem Fotosammeln erhöhen getötete Gegner, versteckte Kristalle und abgeschlossene Jobs den Kontostand. Ähnlich wie bei Jades Lebensenergie kann auch die Lebensenergie des Hovercrafts ausgebaut und bei Schäden repariert werden. Darüber hinaus gibt es ein Boost-Power-Up, das dem Gefährt einen kurzzeitig Geschwindigkeitsbonus verleiht. Damit der Spieler nicht sofort das gesamte Land bereisen kann, wurde Hillys einfach in kleinere Abschnitte unterteilt, von denen jeder nur mit bestimmten Ausbauten des Hovercrafts zu erreichen ist. Um zum Beispiel brummende Laserschranken zu überwinden benötigt Jade ein Sprungmodul. Beim Aufrüsten hat man allerdings keine Auswahlmöglichkeiten. Das Level- und Aufgabendesign ist so aufgebaut, dass man stets nur so viele Perlen zur Verfügung hat, wie man für die nächste Ausbaustufe braucht. So kann es nicht passieren, dass man ein Power-Up erwirbt, welches man erst später im Spielverlauf braucht und dadurch nicht mehr genug Perlen für das eigentlich benötigte zur Verfügung hat. Ist das Hovercraft erst einmal in Stand gesetzt, gibt es allerhand zu entdecken: In der Hauptstadt des Planten gibt es verschiedene Händler, Bewohner und eine Kneipe mit einer sehr spaßigen Variante des Tischhockespiels. Zudem gibt es in der Stadt die Möglichkeit, an den ersten beiden Rennstrecken der Hovercraftmeisterschaft teilzunehmen. Diese schnellen Rennen sind nicht nur äußerst spaßig und adrenalinfördernd, sondern bringen beim Belegen des ersten Platzes eine Perle. In der Hauptstadt nimmt Jade im Verlauf des Spiels auch Kontakt zu einer Widerstandsbewegung auf. Eine weitere interessante Location des idyllischen Planeten ist das Schlachthaus, in dem die Rennstrecken 3 und 4 anstehen. Auch hier gibt es wieder Perlen zu gewinnen. Leider sind dies auch schon die letzten beiden Strecken der enorm spaßigen Rennserie. Neben der Teilnahme an der Meisterschaft lohnt sich außerdem das Erkunden abgelegener Höhlen, in denen Piraten in halsbrecherischen Hovercraftverfolgungsjagden gestellt und besonders seltene Tiere gefunden werden können. Auch Jades Begleitung lernt einiges dazu. Schwein Pey?J beseitigt beispielsweise mittels Rohrzange Maschendrahtzäune oder kann mit Hilfe seiner metangasbetriebenen Düsenschuhe höher gelegenen Plateaus erreichen, wo er für Jade unerreichbare Schalter umlegt. Geheimagent Double H rammt Hindernisse einfach mit seinem Stahlhelm und viel Manneskraft aus dem Weg. Zudem zerlegt er anrückende Gegner zuverlässig mit seinem Kampfhammer oder bietet Schutz mit Hilfe seines Schutzschildes. Eine besonders spektakuläre Komboattacke lässt sich mit einem Druck auf den Partner-Button starten. Der Mitstreiter schlägt dann mit Schmackes auf den Boden, so dass alle Gegner in die Luft geschleudert um dann von Jade wie beim Baseball durch die Gegend geschlagen zu werden. Um das Zielen und Treffen zu vereinfachen, läuft die ganze Aktion in Zeitlupe ab. Vereinzelt auftretende Hüpfpassagen meistert das Programm automatisch. Man muss Jade lediglich Richtung Abgrund bewegen und sie springt automatisch zum nächstgelegenen festen Untergrund. Sofortiges Ableben durch ?in-den-Abrund-Fallen? wird hierdurch vermieden. Schnelle Reaktionen sind dennoch gefragt. In gelegentlich auftretenden Geschicklichkeitspassagen muss Jade plötzlich auftauchenden Objekten ausweichen. Besonders spektakulär ist eine Szene, in der der Spieler vor wild ballernden Aliens über Häuserdächer flüchten und dabei dem Beschuss und verschiedenen Hindernissen ausweichen muss. Ebenfalls genial: Gegen Ende des Spiels gibt es ein echtes Weltraumgefecht im zum Kampfjet aufgemotzten Hovercraft: Ein riesiges Sternenschiff muss bekämpft werden. Nahezu alle Missionen sollten keinen Spieler vor eine unlösbare Aufgabe stellen. Im Inventar sammeln sich immer mehr Heilmittel an und man weiß nicht mehr wohin mit all dem Zeug. Frustmomente gibt es keine. Die Hintergrundgeschichte rund um eine geheimnisvolle Verschwörung und den Angriff der Aliens wird innerhalb der Missionen weitergesponnen. Zwischendurch gibt es immer wieder tolle, in Spielgrafik inszenierte, Zwischensequenzen zu bestaunen, die durch rasante Schnitte und witzige Dialoge zu überzeugen wissen. Auch wenn die Story an sich keinen Preis gewinnen würde und das Ende reichlich aufgesetzt wirkt, bleibt die Spannung durch viele Wendungen und die rasante Erzählweise stets auf hohem Niveau. Wirklich störend - besonders auf kleinen Fernsehern - sind zwei dicken schwarzen Balken am oberen und unteren Rand des Bildschirms. Dies sind nicht etwa PAL-Balken, die durch eine schlechte Lokalisierung zustande kamen, sondern von den Entwicklern extra eingebaute "Film-Balken". Eine definitive Fehlentscheidung. Das Spiel würde auch ohne diese Balken seine volle Wirkung entfalten. Soundtechnisch dreht das Spiel voll auf. Filmreife Musikuntermalung unterstreichen perfekt fast jede Szene. Besonders der flotte Latino-Soundtrack bei den Hovercraftrennen geht tief in den Gehörgang und bringt den ganzen Körper zum mitwippen. Auch die (deutsche) Sprachausgabe ist mehr als gelungen. Professionelle Sprecher leihen den Figuren ihre Stimmen und versehen sie mit einer ganz persönlichen Note. Waffeneffekte, Explosionen und Motorgeräusche können sich ebenfalls hören lassen.
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