Sein Name ist Pitfall, Harry Pitfall.
Ich bin leider nie in den Genuss gekommen den ersten Teil aus den 80er Jahren zu spielen, umso größer war meine Neugierde was denn so besonders an dem Spiel, bzw. an dem Charakter Pitfall eigentlich dran ist. Es war ca. 1984 als die damals noch unbekannte Firma Activision dieses Spiel herausbrachte. Das Spiel wurde zu einem Verkaufsschlager und es ist bis Heute jedem Spielefreak ein Begriff. Wer außer Mario und Sonic kann das schon von sich behaupten? Viele Remakes folgten, aber keines kam an den Erfolg des Originals heran. Vergangenes Jahr startete man einen neuen Versuch mit „Pitfall – Die verlorene Expedition“, diesmal sogar in 3D. Durch die vielen Teile hindurch blieb man dem Spielprinzip treu. Der Spieler steuert einen ebenso jungen wie draufgängerischen Abenteurer der verschiedenste Gefahren meistern muss um am Schluss immer das Mädchen zu bekommen. Man hüpft, läuft, kämpft oder weicht vielerlei Hindernissen aus. Aber ist es Activision auch gelungen die Atmosphäre, den Spielwitz und Charme des Originals einzufangen?
Nach einer kurzen Ladephase findet man sich ohne jegliches Intro mitten in einem Kampf mit einem Feuerjaguar. Diese Minimission dient zugleich dem lernen der Steuerung als auch als nette Einleitung in die Geschichte der „verlorenen Expedition“. Nachdem man der großen Katze ein wenig Paroli geboten hat greift sie Harry in der nächsten Sequenz hinterrücks an. In dem Moment als der Jaguar zum tödlichen Schlag ausholen will und man nicht glauben kann das sich Harry da noch einmal retten kann friert das Bild ein und man erlebt gemeinsam mit unserem Helden noch einmal seine letzten 24 Stunden und erfährt wie es zu diesem Kampf kam.
24 Stunden zuvor war Pitfall auf dem Weg zu seinem nächsten Vorschungsgebiet. Mit an Bord sind auch verschiedene andere Wissenschaftler, Dr. Bittenbinder und auch die hübsche Nicole an die sich unser Held auch gleich ran macht. Plötzlich gerät das Flugzeug in Turbulenzen, wird vom Blitz getroffen und stürzt ab. Wie es sich für einen Helden von Harry´s Schlag gehört rettet er alle Passagiere, um schlussendlich den allerletzten Fallschirm Nicole zu geben. Als Harry nach der Bruchlandung wieder zu sich kommt macht er sich auf die Suche nach anderen Überlebenden. Für jeden Normalsterblichen wäre das schon Herausforderung genug, unser Protagonist hat aber schon ganz andere Ziele, einerseits das Herz Nicoles zu erobern und vielleicht nebenbei noch einen Schatz zu finden. Gleich zu Beginn wird einem bewusst dass der peruanische Dschungel kein normaler Gemüsegarten ist, es gilt einer Fleisch fressenden Pflanze auszuweichen, dies gelingt mittels einer herumhängenden Liane. In den über 35 Level begegnet Harry noch ganz anderen ihm nicht ganz freundlich gestimmten Lebewesen, gefräßige Krokodile, Piranhas, Kokosnuss werfende Affen und sprechende Leoparden gehören da schon eher zum Alltag.
Vom technischem Standpunkt aus kann das Spiel durchaus überzeugen, auf den ersten Blick jedenfalls. Sowohl der Grafik (Comic Stil) als auch die Soundkulisse sind überdurchschnittlich. Nach einer gewissen Spielzeit offenbaren sich hier auch schnell die Schwächen, Clipping Fehler und eine miserable Kamera. Trotzdem verliert das Spiel nur wenig an Charme, Harry ist sehr witzig und seine Sprüche sind sehr unterhaltsam. Alles in allem macht es viel Spaß mit ihm von Liane zu Liane zu springen. Die Missionen und Gegner sind recht abwechslungsreich, Krokodile, Affen, unterirdische Grotten, Berge und viele andere Gebiete gilt es zu erforschen und die „heimischen“ Gegner zu besiegen.