Infos
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» Von: |
Evoli |
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» Am: |
31.08.2005 |
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» Spielzeit: |
25 h |
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» Grafik: |
90 |
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» Sound: |
80 |
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» Spielspaß Solo: |
88 |
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» Spielspaß Multi: |
- |
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» Gesamtwertung: |
88 |
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Pro
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Abwechslungsreiches, nie langweiliges Gameplay |
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Herrlich witzige Mumie mit passenden Rätseln |
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Liebevoll animierte Charaktere... |
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...und wunderhübsche Spielwelt |
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Fast perfekte Steuerung... |
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Contra
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... nur eine Lock-On-Funktion wäre nett gewesen |
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Keine Sprachausgabe |
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Qualität
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Seit Tausenden von Jahren bewacht die steinerne Sphinx Ägyptens Pyramiden. Viele Theorien und Legenden ranken sich um die ebenso geheimnisvolle wie gigantische Statue, deren Aussehen Merkmale von Löwe und Mensch in sich vereint. Verlor sie unter Beschuss von Napoleons Kanonen ihre Nase, oder hatte der verschwundene Zinken vielleicht doch eher unter der Begegnung mit dem dicken ...äh, Verzeihung... stattlichen Obelix zu leiden? Nicht nur das Gesicht des monumentalen Miezekätzchens gibt den modernen Menschen jedenfalls bis heute so manches Rätsel auf.
In THQs Action-Adventure bekommen wir es dagegen mit einer quicklebendigen Sphinx zu tun, welche sich in einer von altägyptischen Zeiten inspirierten Fantasiewelt herumtreibt. Dunkle Wolken in Gestalt böser Mächte aus der Vergangenheit ziehen am sonnigen Horizont des einstmals friedlichen Reiches auf, als für den durchtrainierten Zauberlehrling Sphinx und seinen hochmütigen Mitschüler Horus unter Leitung von Meister Imhotep die „Abschlussprüfung“ beginnt. Noch ahnt Sphinx nicht, dass die geplante Suche nach der Klinge des Osiris nur den Anfang eines weit umfangreicheren Abenteuers darstellt...
Als der sagenumwobene Kind-Pharao Tutanchamun verstarb (oder aber ermordet wurde), hatte der arme Junge mit dem prachtvollen Grab höchstens 18 Jahre auf dem Buckel. Ein ähnlich verfrühtes Ableben droht auch Fast-Namensvetter Tutankhamen, der ausgerechnet an seinem Geburtstag zum Opfer einer üblen Zeremonie wird. Die Party hatte er sich bestimmt etwas anders vorgestellt. Nur durch das unverhoffte Eingreifen von Sphinx kann wenigstens ein kleiner Teil der pharaonischen Lebensenergie vor dem endgültigen Abgang bewahrt werden. Als vertrocknete Mumie findet sich der Prinz in den modrigen Katakomben des berüchtigten Palasts von Uruk wieder. Nur nach dem fleißigen Sammeln mysteriöser Urnen kann Tut vielleicht seine alte Gestalt zurückerlangen...
Der Junge mit dem Löwenschwanz
Sphinx und Mumie trennen in der zerfallenen Spielwelt meist riesige Distanzen, doch der von Imhotep beschworene Helfer Tragek-Orb (hihi, dieser Name ist hier wirklich Programm) transportiert storyrelevante Gegenstände von einem Helden zum anderen. Abwechselnd steuert man beide Figuren, wobei die Abschnitte mit dem einbalsamierten Pharao insgesamt nur einen kleineren Teil des Spiels ausmachen.
Alles beginnt mit Sphinx´ Jagd nach dem scharfen Schwert. Der Spieler wird dann auch schon gleich ins kalte Wasser bzw. zwischen glühende Lavaströme geworfen und muss ohne große Umschweife, abgesehen von ein paar kurzen Erklärungen zur Button-Belegung, weitgehend selbstständig erste Aufgaben bewältigen. Ein bisschen aufpassen sollte man dabei schon, denn gerade in dieser frühen Phase sind die wichtigen Speicherstatuen etwas rar gesät.
Spätestens seit der Geschichte von Ödipus weiß man, dass eine Sphinx vorbeikommenden Leuten gerne das eine oder andere scheinbar unlösbare Rätsel mit auf den Weg gibt - auch im Spiel werden eure Gehirnwindungen zwischen den Kämpfen immer wieder ordentlich gefordert. Der Held versorgt so etwa ein nimmersattes Monster mit leckeren Kokosnüssen, die vorher mit einem Stein vom Baum geschüttelt wurden, lässt sich anschließend auf einen unerreichbaren Felsvorsprung spucken, überquert nach dem gewitzten Vernichten fieser Bombenblümchen - gestärkt durch göttliches Blut - die brodelnde Lava oder schleicht vorsichtig an mechanischen Wächteraugen vorbei.
Ist man zu Beginn noch ganz ohne Hilfsmittel unterwegs, setzen die Puzzles später immer mehr den Gebrauch gefundener Objekte voraus. Ein herbeigerufener Adler befördert Sphinx nach oben, mit dem Blasrohr werden in der Ego-Ansicht Schalter betätigt, Gummigeschosse prallen von Wänden ab und ermöglichen so Schüsse um die Ecke, magische Handschuhe verleihen Sphinx Bärenkräfte zum Verschieben großer Steinblöcke (Zelda lässt grüßen).
Nicht zu verachten ist der Nutzen spezieller Monster, welche (am besten äußerst vorsichtig!) angelockt rissige Wände in die Luft jagen oder Holzbarrikaden niederbrennen. Nach dem Erhalt sogenannter Fangkäfer dürfen die beiden aggressiven Kreaturentypen sogar für den späteren Einsatz aufbewahrt und bei Gelegenheit freigelassen werden.
Übrigens: Der Dreieck-Knopf und zwei Schultertasten können zwecks schneller Auswahl nach Belieben mit einigen wichtigen Funktionen (wie etwa Blasrohr oder Fangkäfer) belegt werden.
Scharfe Klinge und schnelle Füße
Blasrohr-Pfeile können lästige Viecher zwar auch verletzen, die eigentliche Waffe unseres jungen Helden ist jedoch das zu Beginn entdeckte Schwert. Schnelle Hiebe oder ein mächtiger Schmetterschlag von oben plätten, die richtige Taktik vorausgesetzt, nicht nur mit Schätzen gefüllte Vasen sondern natürlich auch die anrückende Gegnerschar. Beim fröhlichen Monstermähen stören im Prinzip nur ein paar Kameraproblemchen, weil man in brenzligen Situationen häufig mit dem rechten Analogstick die Perspektive korrigieren muss, um die Feinde richtig im Auge zu behalten. Da wünscht man sich des öfteren ein praktisches Lock On-System.
Der Monsterzoo setzt sich unter anderem aus den unterschiedlichsten Tiermenschen (Katzen, Stiere etc.), klapprigen Skeletten, bissigen Zwerghündchen sowie den für Wüstengegenden typischen Schlangen oder Skorpionen zusammen. Nicht nur in Auseinandersetzungen mit mächtigen Bossen wirken geschickte Angriffe aus dem Hinterhalt oder ausweichende Sprünge meist wahre Wunder. Überhaupt wird in Sphinx und die verfluchte Mumie weit öfter gehüpft, gehangelt und geschwommen als etwa in den beliebten Zelda-Spielen. Während Nintendos Link an Kanten automatisch loshopst, muss man bei Sphinx und Tut schon etwas mehr Geschick und Timing an den Tag legen, um etwa Hindernisse wie schwebende Plattformen zu meistern.
Schützenfest und Sidequests
Abseits der vorgeschriebenen spannenden Handlung locken in der schönen Stadt Abydos vier nette Minigames, die interessierte Spieler mit Geldpreisen und Medaillen belohnen (ganz abgesehen davon, dass ihr dabei auch auf unterhaltsame Weise eure Fähigkeiten trainieren könnt). Gedächtniskünstler spielen z.B. Sequenzen aus bunten Lichtern nach, während Scharfschützen ihr Glück im Blasrohr-Schießstand versuchen. Die Kuratoren des örtlichen Museums sind darüber hinaus hoch erfreut, wenn Sphinx durch eigenes dafür gefangene Monster ihre aktuelle Ausstellung verschönert.
Als weitere freiwillige Nebenaufgaben stehen unter anderem ein Hindernisparcours oder das Hüten kleiner Tierchen auf dem Programm. Gewissenhafte Freunde und Helfer der einheimischen Bevölkerung sammeln so wertvolle Ankh-Teile zur Vergrößerung des maximalen Lebensenergie-Vorrats.
Tut ist tot – aber toll *g*
Kommen wir endlich zur wohl wichtigsten Eigenheit des Spiels: Mr. Mumie ;)
Als frischgebackener Untoter steckt der traurige Tut, auch liebevoll die wandelnde Mullbinde genannt, so einiges weg. Sämtliche Todesfallen des dunklen Palasts können ihm kaum etwas anhaben. Im Gegenteil: Nur durch die zeitlich begrenzten Auswirkungen der überall installierten Gemeinheiten kann der unbewaffnete Tollpatsch neue Bereiche des riesigen Gemäuers erreichen.
Von Laserstrahlen oder Feuerkammern in Brand gesteckt, fackelt das unfreiwillige Streichholz beispielsweise Zäune nieder und spaziert über kochende Lavaseen, Stromschläge verwandeln Tut in einen Energiespender für verschiedenste Mechanismen und das papierdünne Opfer quetschender Steinwände stolziert ungehindert zwischen Gitterstäben hindurch. Eine mutierte Flugmonster-Gestalt und der später von Sphinx geschickte Unsichtbarkeits-Stein machen das Rätsel-Zubehör komplett.
Besonders knifflig werden die Puzzles, wenn die Mumie von gewaltigen Klingen in drei eigenständige Teile zerschnitten wird. Per Knopfdruck schaltet ihr dann von einem Einbalsamierten zum nächsten, positioniert die Helfer auf Bodenschaltern, lasst sie Hebel betätigen oder sonstige Aufgaben übernehmen.
Ziemlich schweigsam, aber witzig
Schon in der Eröffnungsszene, welche wie alle folgenden Zwischensequenzen in feinster Spielgrafik gehalten wurde, fällt auf, dass die Charaktere (abgesehen von kurzen Zwitschergeräuschen oder anderen Ausrufen) allesamt stumm sind. Das bedeutet: Keine Sprachausgabe (nicht einmal englische), dafür wenigstens sehr gut übersetzte deutsche Bildschirmtexte.
Die ulkige Mimik der Figuren wird dadurch natürlich umso wichtiger. Zum Glück verfügen selbst Nebencharaktere über außergewöhnlich hübsch animierte Gesichter, von den ausdrucksstarken Antlitzen der beiden Hauptdarsteller ganz zu schweigen. Auch der Rest der Bewegungen könnte praktisch aus einem lustigen computeranimierten Trickfilm stammen. Tuts verzweifeltes Zappeln unter Strom oder seine Versuche, die brennenden Bandagen zu löschen, sind einfach zu schön ;)
Ansonsten gefällt die Grafik nicht zuletzt dank farbenfroher Umgebungen, samt buntem Sonnenuntergang, prächtiger Architektur und abwechslungsreicher Szenerie. Da kann man ganz gut darüber hinwegsehen, dass mancher Ort zwischendurch vielleicht einen etwas leeren Eindruck macht. Die Soundkulisse aus arabisch angehauchten Klängen und anderen stimmungsvollen Melodien untermalt das Geschehen stets passend, manche Passagen wiederholen sich aber recht häufig.
Los, kaufen :)
In vielen Bereichen erfindet Sphinx und die verfluchte Mumie das Rad sicherlich nicht neu – das Blasrohr ersetzt praktisch Links Bogen, Schalter- oder Schieberätsel kennt man selbstverständlich auch schon zur Genüge und einige grundsätzliche Abläufe werden von Veteranen schnell durchschaut. Doch im Gegensatz zu vielen anderen Nachahmern macht dieses Spiel bei der Umsetzung bekannter Ideen fast alles richtig, ergänzt die genretypischen Elemente durch ein paar interessante Neuerungen (vor allem natürlich die wunderbare Mumie) und sorgt mit einer Mischung aus Action, Rätseln und Jump&Run-Passagen für gut zwanzig wirklich unterhaltsame Stunden in einer unverbrauchten Fantasy-Welt.
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Um Missverständnisse zu vermeiden: Fast den gleichen Test habe ich auch bei GameCaptain.de veröffentlicht ;)

Fazit
Es ist jammerschade, dass diesem Spiel nicht der erwünschte kommerzielle Erfolg beschieden war. Sphinx und die verfluchte Mumie ist nämlich eigentlich ein echtes Must Have für alle Action-Adventure-Freunde und eine ausgesprochen gelungene Zelda-Alternative. Traurig, dass man wahrscheinlich nie die (wohl ursprünglich geplante) Fortsetzung dieses sympathischen Abenteuers zu Gesicht bekommen wird.
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