Eishockey ist ein harter Sport. Besonders, wenn sich die Rivalen auf dem Eis treffen, die Teams, zwischen denen der Hass fühlbar ist. Hier entstehen Spiele, bei denen es nicht nur um das Gewinnen geht, sondern um die Ehre, die Genugtuung, das andere, verhasste Team geschlagen zu haben. Dieses Setting ist Grundlage des neuen Sporttitels aus dem Hause Microsoft: NHL Rivals 2004.
NHL Rivals 2004 ist das erste, von Microsoft Game Studios entwickelte Eishockeyspiel. Um einen guten Einstand zu haben, wurde lange dran gefeilt, nach Angaben von Microsoft sind über 700 Bewegungsabläufe per Motion-Capturing eingefangen worden, um dem Spiel die Authentizität zu geben, die es braucht, um Bereich der Sportspiele zu bestehen. Das hat bei Amped 2 schon gut geklappt und macht Sinn, denn was wäre ein Sportspiel ohne die Gesten und Moves der Profis.
Während die normale Grafik eher Durchschnitt ist, ist der Detailreichtum des Titels das, was einen – auch als Nicht-Fan von Eishockey – in das Geschehen hineinzieht. Das Publikum, die kleinen Gesten und die perfekten Animationen der einzelnen Teammitglieder. Die Bodychecks sehen toll aus, die Fightszenen, wenn ihr einen Spieler solange provoziert habt, bis er seine Handschuhe auszieht, machen richtig Spaß und nach ein oder zwei Partien hat man das Spiel lieb gewonnen.
Tolle Atmosphäre bringt auch der Sound, die aufgepeitschten Massen und besonders die 20.000 Zeilen gesprochen Kommentars, informativer Dialoge, Anekdoten und Analysen von Sam Rosen, John Davidson und deren Kollegen Dick Fain an der Bande bringen schon aufgrund der Masse Spaß. Selten hört man einen Spruch zwei Mal, immer gibt es etwas Neues (sehr viel umfangreicher als zum Beispiel die EA Sports-Titel). Die Aggressivität zwischen den Teams ist ebenfalls leicht erkennbar, alles durch Animationen und Sound.
Für diejenigen unter euch, die Sportspiele im Allgemeinen und besonders Mannschaftsspiele noch nicht auf der Xbox gespielt haben, gibt es ein komplettes Hockey Camp in dem man alle Arten von Schüssen, Pässen und andere Bewegungen lernen kann. Das Tutorial ist sehr schön gelungen und hilft, schnell einen Einstieg in das Spiel zu finden. Neben dem Schießen und dem Passen will ja auch Bodychecking, Face-Off und so weiter gelernt sein. Um einen möglichst hohen Grad an Realismus zu gewährleisten, haben die Entwickler von Microsoft sich da einiges einfallen lassen, so ist alles eigentlich alles möglich, was die Profis auch mit dem Puck machen (inkl. des coolen Abstoppens des Pucks per Kufe).
Was NHL Rivals 2004 aber wirklich zum Leben bringt, ist Multiplayer. Der Titel ist ein XSN Sports-Titel und somit prädestiniert für Ligen unter dem Dach von Xbox Live. Obwohl dieses System in Deutschland noch nicht so stark frequentiert wird (lediglich Top Spin, Links 2004 und Amped 2 werden mehr gespielt), denken doch Microsoft, dass sich dies schnell ändern wird, besonders durch Rallisport Challenge 2.
Verschiedenste Multiplayer-Modi machen das Game zu echtem Fun für Enthusiasten. Ihr könnt normal per Xbox Live 1-1 spielen, ihr könnt an einer Konsole 1-1 spielen. Das ist normal und wäre nicht eine Erwähnung wert. Der Clou ist der „Pickup Game“-Modus, zwei Teams à 3 Spieler spielen gegeneinander über Xbox Live, nur die Torhüter werden von der Xbox gesteuert. Klingt wie normales Multiplayer-Verfahren? Wer das einmal gegen Freunde gespielt hat, wird es mit anderen Augen sehen.
NHL Rivals 2004 ist ein toller Sporttitel mit vielen schönen Details, die es sogar einem Nicht-Eishockey-Fan wie mir ermöglichen, Spaß an dem Spiel zu haben und sich durch die verschiedenen Turniere zu kämpfen. Wenn auch die normale Kameraperspektive auf den ersten Blick eher langweilig ist, so hat einen das Spiel doch nach ein paar Minuten gepackt. Mein Tipp für Fans und Nicht-Fans: spielt den Titel an und spielt ihn auf Xbox Live.
Fazit:
Für Fans genauso geeignet wie für Nicht-Fans. Wer allerdings absolut was gegen Eishockey hat, muss nicht mal einen Test wagen. Alle anderen: testen, besonders gegeneinander.