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EyePet

» Autor: Stefan Lehmler
» Datum: 23.12.2009
» Gesamtwertung:
/5
3/5: Unterhaltsam
mit diversen Glanzpunkten.
Wie wir bewerten
Lediglich ganz nette Mischung aus interaktivem Tamagotchi und Minispiel-Sammlung mit hohem Knuddelfaktor.

EyeToy wird erwachsen
Neuartige Eingabe-Schemata bei Videospielen sind spätestens seit der Nintendo Wii das Thema in der Branche. Mit Natal will Microsoft im nächsten Jahr die Bedienung virtueller Welten und deren Einwohner
» Es ist ein ... Eyepet!
revolutionieren - und das ganz ohne Controller, sondern per Gestenerkennung über eine Kamera. Neu ist diese Idee natürlich nicht. Bereits zu Hochzeiten der PS2 konnte man mittels EyeToy-Kamera Minispiele absolvieren.

EyeToy ist mittlerweile zum PlayStation-Eye geworden. Die offizielle Kamera für die PS3 hat bisher allerdings kaum revolutionäre Spiele hervorgezaubert. Lediglich das tolle Trading Card Game The Eye of Judgment zeigte eindrucksvoll, was alles möglich ist, wenn sich Entwickler ein paar Gedanken machen. Ansonsten wird das PlayStation-Eye von den meisten Spielern hauptsächlich für die Video-Chats oder einige Mini-Spiele aus dem PSN genutzt. Mittels EyeCreate kann man darüber hinaus Videos aufnehmen und bearbeiten.

Vom Ei zum Knuddelwesen
EyePet soll das triste Dasein des PlayStation-Eyes nun gewaltig umkrempeln und der Kauf-Grund schlechthin für Sonys Kamerasystem werden. Daher ist das Spiel logischerweise auch im Bundle mit der Kamera zu haben -
» Das EyePet kann vielseitig eingekleidet werden.
oder Standalone für Besitzer eines solchen Aufnahmegeräts. EyePet selbst zeigt sich als Mischung aus virtuellem Tamagotchi und Minispiel-Sammlung.

Bevor das Spiel so richtig losgeht, durchläuft der Spieler eine umfangreiche Einleitungsphase. Mittels Videobotschaften erklärt ein verrückter - und leider extrem unlustiger und dazu nerviger - Professor, dass man für genügend Platz vor dem TV, die richtige Kamera-Einrichtung, eine ausreichende Belichtung und das Zur-Hand-Nehmen der Zauberkarte (im Lieferumfang enthalten) sorgen soll. Letztere dient quasi als Orientierungspunkt für die Kamera und verwandet sich so auf dem Fernseher in diverse Utensilien, mit welchen man mit dem EyePet interagieren kann. Ist alles vorbereitet, wird auch gleich getestet, ob alles richtig eingerichtet wurde. Mittels einiger Streichel- und Schüttelbewegungen soll das EyePet-Ei ausgebrütet werden. Wie in EyeToy-Spielen üblich, bewegt man dazu seine Hände vor der Kamera und verfolgt auf dem Bildschirm seine Aktionen.

Technik von vor 5 Jahren?
Leider merkt man bereits beim Ausbrüten des EyePets, dass sich die Kamera-Technik seit dem Ur-EyeToy anscheind kein bisschen weiterentwickelt hat. Klar, die Cam hat eine höhere Auflösung und kann auch
» In zahlreichen Mini-Spielen belustigt man das EyePet.
Symbole erkennen sowie in Befehle umwandeln. Andernfalls wäre das tolle The Eye of Judgment auch gar nicht möglich gewesen. Allerdings reagiert das EyePet bei der Erkennung von Handbewegungen kaum besser als uralte EyeToy-Spiele aus PS2-Zeiten. Vor allem dann nicht, wenn der Spielbereich nicht genau ausgeleuchtet ist. Das Licht darf weder zu grell, noch zu dunkel erscheinen und der eigene Schatten macht dem Ganzen auch gerne mal einen Strich durch die Rechnung.

Das eigentliche Spiel präsentiert sich letztendlich als interaktives Tamagotchi inklusive Minispiel-Sammlung. Ist das niedliche EyePet - eine Mischung aus Affe und Hund - erst einmal ausgeschlüpft, rennt es vor der Kamera herum, kann gestreichelt, angestoßen, eingekleidet sowie frisiert und zu diversen Spielchen aufgefordert werden. Dank umfangreichen Gestaltungs-Möglichkeiten in Bezug auf das Fell, die Farbe, einzelne Körperteile und die Kleidung kann bei kreativen Spielnaturen alleine beim individuellen Gestalten des EyePets schon einmal die ein oder andere Stunde verstreichen. Während des Spielverlaufs schaltet man natürlich neue Utensilien frei und - selbstverständlich - gibt es nochmehr im PlayStation-Store zu ergattern. Allerdings gegen Bares.

Mach doch mal jemand den Professor weg ...
Die Minispiele mit dem EyePet fallen recht abwechslungsreich aus. So füttert man es beispielsweise, indem man ihm Nahrungsstückchen zuwirft, unterhält es durch selbst gemalte Bilder, die es dann nachzeichnet oder navigiert
» Das EyePet ist stolz auf sein Bild.
ein Trampolin, um es möglichst häufig springen zu lassen. Je mehr Herausforderungen man abschließt, desto mehr solcher Spiele werden freigeschaltet, was EyePet im Endeffekt zu einer recht umfangreichen Minispiel-Sammlung werden lässt.

Technisch gesehen gibt es bis auf die nach wie vor vorhandenen Probleme bei der Bewegungs-Erkennung und nervigen Lichteinstellungen nichts zu beanstanden. Das EyePet ist großartig animiert und strotzt nur so vor Details. Der Sound ist ebenfalls passend. Weniger technisch als viel mehr inhaltlich schlecht sind die Videoeinspielungen des erklärenden Tutorial-Professors. Dieser nervt wie eingangs erwähnt bereits nach wenigen Minuten gewaltig und kommt weder sonderlich kindgerecht noch witzig rüber.
Pro
Toll animiertes EyePet
Hoher Knuddelfaktor
Insgesamt solide Minispiel-Sammlung
Weitreichende Gestaltungs- möglichkeiten am EyePet
Contra
Bewegungserkennung der Kamera alles andere als perfekt
Aufwändiges Schaffen der richtigen Lichtverhältnisse
Extrem nerviger Tutorial-Professor
Fazit
Mit dem EyePet schickt Sony bereits lange vor Release von Natal einen direkten Konkurrenten zu Microsofts Kamera-Spielereien in den Konsolenkrieg. Leider überzeugt das Ergebnis gerade in Hinblick auf die Gestenerkennung nicht wirklich. Das hier Gebotene erinnert zu sehr an alte EyeToy-Spielereien aus PlayStation 2-Tagen. Der technische Quantensprung scheint trotz deutlich höher aufgelöster Kamerabilder ausgeblieben zu sein. Und auch das Schaffen der richtigen Lichtverhältnisse ist nach wie vor ein nerviges Vorspiel zum eigentlichen Game. Gerade ungeduldige Kinder, für die das Spiel wohl hauptsächlich gedacht ist, werden hier schnell frustriert wieder zum Pad greifen und lieber eine Runde Ratchet & Clank oder Little Big Planet auf er heimischen PS3 bevorzugen. Doch wirklich schlecht ist EyePet dadurch noch lange nicht. Die Herausforderungen innerhalb der zahlreichen Minispielchen wissen für einige Stunden zu unterhalten und das Designen des possierlichen Tierchens hält vor allem Spieler(innen) die auf "Och, wie süß" stehen einige Zeit bei der Stange. Alles in allem ist EyePet somit eine nette Mischung aus Minispiel-Sammlung und Tamagotchi, von der ich mir persönlich allerdings deutlich mehr in Hinblick auf die eigentliche Kamera-Technik erwartet hätte. Da hat mich The Eye of Judgment vor einem Jahre deutlich mehr begeistert. Sollte Natal das halten, was es bisher verspricht, dann wird Sony mit seiner jetzigen PS3-Cam-Technologie keinen Stich gegen den Redmonder Mega-Konzern machen können.
Infos
Erhältlich für
Genre
Unterhaltung
   Eyetoy
Publisher
SCEE
Entwickler
SCEE
Website
-
Release
23. Oktober 2009
Spiel kaufen
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»  game4game
User-Bewertung
60
1 Bewertung
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