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Ein Rückblick, 3 Jahre zuvor: Max Payne, ein junger Polizist beim NYPD, findet seine Familie tot zu Hause auf - ermordet von Junkies, die der Designerdroge „Valkyr“, auch „V“ genannt, verfallen waren. Um die Ausbreitung der Droge zu verhindern, wird Max von der DEA als Undercover-Agent in die Kreise der New Yorker Mafia eingeschleust. Er scheint perfekt für diesen Fall, da er nun ohne Familie nichts mehr zu verlieren und selbst das größte Interesse daran hat, den Verantwortlichen hinter „V“ zur Strecke zu bringen. Je gelber die Sanduhr am linken unteren Rand ist, desto überlegener ist Max somit seinen Feinden. Auch wird hier angezeigt, wie viel Zeit noch für dieses Manöver zur Verfügung steht – denn neigt sich der Sand in der Uhr dem Ende zu, wird selbiges auch bald mit der Gesundheit passieren. Die Anzeige bleibt jedoch nicht dauerhaft leer und kann entweder durch Ausschalten weiterer Bösewichte, oder indem man einfach ein wenig Geduld hat, wieder aufgefüllt werden. Des weiteren finden sich an dieser Stelle die Gesundheitsanzeige von Max in Form seiner Silhouette und die Anzahl der noch zur Verfügung stehenden Schmerzmittel wieder. Diese können zur Auffrischung verlorener Energiereserven benutzt werden. Eine Abwandlung der Bullet Time ist das sogenannte Shootdodging. Hier kann Mr. Payne in Zeitlupe in eine beliebige Richtung hechten und ebenfalls den Vorteil für sich verbuchen, in Echtzeit feuern zu können. Am Boden angekommen, kann Payne weiterfeuern, bis entweder alle Gegner das Zeitliche gesegnet haben oder ihm die Munition ausgeht. Auch wenn man es vielleicht vermuten mag, benötigt Shootdodging keine Bullet Time, kann also auch noch ausgeführt werden, wenn diese verbraucht ist. Neben dem Spielerischen hat dieses Element einen weiteren Vorteil – es sieht einfach verdammt cool aus, wenn sich der Protagonist in Zeitlupe um die Ecke wirft, dabei dutzende von Gegner niederstreckt und ihm sichtbar die Kugeln um die Ohren fliegen. Zeitweise kommt es auch zu dem sehr nett anzusehenden Effekt, dass Max mit einer gekonnten Drehung einem nahenden Projektil ausweicht und die Kamera dann eine 360-Grad-Fahrt um ihn herum macht. Manche Feinde scheiden auch mit einer besonderen Sterbeanimation dahin, die fast schon theatralisch in Szene gesetzt ist. Hartgesottenen Spielern steht auch die sogenannte Bullet Time Kombo zur Verfügung, die oben genannte Manöver auf einen Knopfdruck vereint. Steht man still, wird die Bullet Time ausgelöst, drückt man zusätzlich eine Richtungstaste, kommt es zum Shootdodging. Was wäre jedoch all das ohne die richtige Waffen? Vermutlich nicht viel wert. So kann sich Mr Payne mit allerlei authentischen Waffen seiner zwischenzeitlich ziemlich lädierten Haut erwehren. Zu Beginn lediglich mit einer 9-mm-Pistole ausgestattet, nimmt man seinen Gegnern schnell weitaus durchschlagskräftigere Waffen wie Maschinenpistolen, Pumpguns oder die besonders starke Kalaschnikov ab – die allesamt sehr detailreich modelliert sind. Die drei zur Verfügung stehenden Pistolen-Arten (9-mm, Desert Eagle und Ingram) können auch beidhändig verwendet werden, was neben einer gewissen Coolness natürlich auch eine höhere Feuerkraft als Argument mit sich bringt. Als Königin der Waffen könnte man die Draganov, ein Scharfschützengewehr, bezeichnen. In Kombination mit der Bullet Time ist diese nahezu unschlagbar und die Feinde fallen reihenweise um. Ein Schuss wird in diesem Fall auch noch mit einer Kamerafahrt vom Austritt der Kugel aus der Waffe bis zum Eintritt in den Gegner begleitet. Neben diesem Kampfgerät, das die Primärwaffen darstellt, gibt es auch noch zwei sekundäre, die man sehr gut gegen größere Gegneransammlungen verwenden kann: den Molotov-Cocktail und die Handgranate. Geht einem mal die Munition aus, kann man als letzten Ausweg auch mit der Waffe zuschlagen – wovon man sich aber nicht zu viel erwarten sollte. Um vor dem nächsten Pulk an Feinden gewappnet zu sein, ist es auch möglich, zwischenzeitlich nachzuladen, sodass einem nicht im entscheidenden Moment die Argumente ausgehen. Eher ungewöhnlich ist auch, dass die Geschichte hinter The Fall of Max Payne nicht von vorne bis hinten in einem durch erzählt wird, sondern einige Sprünge aufweist, die man erst im weiteren Spielverlauf versteht und sich die Puzzleteile, die einem vorgeworfen werden, nach und nach zu einem sinnvollen Ganzen zusammenfügen. Um dem Spieler den Rest zu geben, wird die Story teilweise auch noch aus zwei verschiedenen Blickwinkeln gezeigt – einmal aus dem von Max Payne selbst, und einmal aus den Augen von Mona Sax. Diese Femme Fatale darf man übrigens in einigen Leveln auch selbst steuern, was aber leider eher kurz ausgefallen ist. In einem Fall muss man als Mona z.B. auf einem Gerüst in luftiger Höhe per Scharfschützengewehr dafür sorgen, dass der Weg für Max frei ist und sich ihm keine Bösewichte in den Weg stellen. Dieser Rollentausch ist nicht nur nettes Beiwerk, sondern fügt sich exzellent in den Spielablauf ein und gibt ihm einen sehr interessanten Touch. Auch die aus dem ersten Teil bekannten Traumsequenzen sind wieder mit von der Partie, obwohl sie sich hier zum Glück in Grenzen halten und eher als spielbare Zwischensequenz anzusehen sind. Nicht nur anhand der Story zeigt sich recht schnell, dass das Spiel nicht in Kinderhände gehört und zu recht keine Jugendfreigabe erhalten hat. Schon alleine die Thematik und die Wortwahl zielen sehr deutlich auf Erwachsene ab, und auch in den zahlreichen Schusswechseln wird nicht mit Blut gegeizt. In diese Fall hat das aber seine Daseinsberechtigung und wirkt zu keiner Zeit überspitzt, sondern zeigt unter anderem nur auf, wie ausweglos die Situation für Payne ist. Es muss an dieser Stelle jedoch sehr lobenswert erwähnt werden, dass auch die deutsche Fassung in ungekürzter Form vorliegt und sich unter anderem ebenfalls die original englische Version auf der DVD befindet. Ist man der englischen Sprache halbwegs mächtig, so sei es empfohlen, die Xbox beim ersten Anlauf auf Englisch zu stellen und das Spiel im Original zu genießen und erst beim zweiten Durchspielen mithilfe der deutschen Fassung die Story in ihrem vollen Umfang zu verstehen. Max Payne im Originalton darf man einfach nicht verpassen! Um die Locations nicht allzu leer wirken zu lassen, tummeln sich immer zahlreiche Gegner, die mehr oder weniger darauf warten, mit einer Desert Eagle ins Jenseits befördert zu werden. Den größten Teil machen hier die sogenannten „Cleaner“, Gangster in Reinigungsuniformen, aus, die schnell ihre wahre Identität zeigen und so gar keine weiße Weste haben, wie man es vielleicht von ihnen erwartet. Um ein wenig Abwechslung in die Sache zu bringen, finden sich jedoch auch Mitglieder der Mafia auf der eigenen Abschussliste wieder. Zwischenzeitlich bekommt man auch Verstärkung von etwas seltsamen Zeitgenossen wie einer Prostituierten, die fortan, wenn auch nur kurz, Seite an Seite mit einem kämpfen. Etwas effizienter geht es zur Sache, wenn Mona Sax in der Nähe ist und Feinde auf ihre Art und Weise ausschaltet, um Max ein wenig zu unterstützen. Meist bewerkstelligt sie das aus sicherer Entfernung, und würde man nicht vereinzelt Schüsse hören, müsste man sich wundern, wo all die Feinde geblieben sind. Da die Gegner im Spiel der Reihe nach zu Boden gehen, musste diesem Aspekt natürlich besondere Beachtung geschenkt werden – was mit der „Havok“ Physik-Engine auch sehr gut gelungen ist. Anstatt einfach schnöde umzufallen, nähern sich diese physikalisch korrekt und eindrucksvoll dem Untergrund und ist gerade eine Wand in der Nähe, verharren sie halb lehnend in ihrer Todesstellung. Auch wird so bewerkstelligt, dass z.B. die Füße an einem Abgrund auch wirklich hinunter hängen und nicht wie im Großteil der anderen Spiele absolut unrealistisch darüber hinaus stehen. Dies beschränkt sich aber nicht nur auf die Feinde, sondern beeinflusst auch herumstehende Gegenstände wie Kisten oder Farbeimer – die mit einem gezielten Schuss umfallen und wegrollen. Besonders eindrucksvoll wirkt sich diese Engine auf Explosionen aus, die durch eine Granate ausgelöst die Widersacher wild durch die Luft wirbeln und sehr realitätsnahe an ihren finalen Bestimmungsort befördern. Durch die PC-Version vorbelastet, war ich etwas skeptisch, ob sich Max Payne in Abwesenheit einer Maus auch auf einer Konsole gut steuern lässt – doch ich wurde schnell eines besseren belehrt. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase geht sowohl die Bewegung der Figur als auch das Zielen schnell in Fleisch und Blut über und man schaltet mit Leichtigkeit in den Bullet Time Modus, um im Anschluss dutzenden von Gegnern das Fürchten zu lehren. Sagt einem die voreingestellte Tastenbelegung nicht zu, kann diese auch ohne Probleme geändert werden. Besonders hervorzuheben ist die Schnellspeicherfunktion, die mich des öfteren vor einem schnellen Tod gerettet hat, da es zwischenzeitlich einige Sequenzen gibt, die man des öfteren wiederholen muss. Der Frustfaktor bleibt aber trotzdem erstaunlich niedrig und die Motivation, den Level doch zu schaffen, lässt nie nach. Ist man beim Speichern mal zu voreilig, steht auch die vorletzte Schnellspeicherung zur Verfügung. Abseits davon gibt es drei normale Spielstände, die angesichts des obigen Features aber eher selten verwendet werden. Die Texturen in Max Payne 2 sind durch die Bank sehr detailliert und es ist z.B. ein leichtes, Schriftzüge auf Schildern zu erkennen. Lediglich ab und zu kommt es vor, dass diese hochauflösender sein könnten und das ansonsten exzellente Bild etwas trüben. Positiv hervorzuheben ist auch das sehr schön anzusehende Mündungsfeuer, das besonders gut aussieht, wenn man sich im Bullet Time Modus befindet und die Kugeln im Sekundentakt die Waffe verlassen. Nicht zu vergessen sind natürlich auch an dieser Stelle die tollen Synchronsprecher, die besser nicht hätten besetzt werden können und den Charakteren auf imposante Weise Leben einhauchen. Daneben trägt die tolle Erzählform der Geschichte, die ihresgleichen sucht, sehr zur düsteren Atmosphäre bei und gibt dem Gemetzel einen tieferen Sinn. Auch die tollen Ideen, wie den Wechsel des zu steuernden Charakters oder die Sprünge in der Zeitabfolge, geben dem Spiel einen sehr interessanten Touch und heben es merklich von anderen aus diesem Genre ab. Lediglich der sehr lineare Spielverlauf könnte einigen Spielern etwas sauer aufstoßen und den Wunsch aufkommen lassen, dass man ab und zu ein paar Entscheidungsmöglichkeiten hat. Dies wird jedoch so geschickt kaschiert, dass es einem so gut wie nie auffällt, jedoch nicht verschwiegen werden sollte. Um Max Payne 2 auch über das Ende hin interessant zu halten, werden nach erstmaligem Durchspielen neue Schwierigkeitsgrade und Spielmodi freigeschaltt. So muss man sich z.B. bei „Todesurteil“ möglichst lange gegen eine immer größer werdende Anzahl von Gegnern bewähren, die an bestimmten Stelle in die Karte teleportiert werden. Eine Uhr zeigt dabei an, wie lange man schon durchgehalten hat – was gleichzeitig auch den Highscore darstellt.
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