Legacy of Kain: Defiance
Hersteller: Eidos
Entwickler: Crystal Dynamics
Genre: Action-Adventure
Spieler: 1
Facts:
- 2 Hauptcharaktere
- 13 Kapitel
- 5 Reaver (Kain), 7 Reaver (Raziel)
Extras:
- -
Grafik
Crystal Dynamics haben sich mal wieder ins Zeug gelegt und eine makellose Grafik geschaffen. Vor allem die Fülle an malerischen Texturen, welche die pompösen Gebäude oder detaillierte Landschaften zieren versetzten einen immer wieder ins Staunen. Auch die Charaktere sind wieder fabelhaft modelliert und man sieht gerne ihren geschmeidigen Animationen zu. Natürlich wurde auch nicht an Effekten gespart und so wirken besonders die Kämpfe mit Reaver-Spezial-Attacken und beeindruckenden Moves mit telekinetischer Unterstützung spektakulär. Die Framerate bleibt bei all dieser Pracht (sogar mit hohe Weitsicht) konstant hoch.
Sound
Der Sound gefällt ebenfalls sehr. Die einzelnen Klänge passen stets perfekt und sorgen für die richtige Atmosphäre. Besonders das Rauschen gemischt mit verzweifelnden Stimmen verlorener Seelen in der spektralen Welt haben es mir angetan. Die Musik hält sich eigentlich sehr bedeckt, tauchen aber Feinde auf (,was oft passiert,) wird sie sofort laut und bedrohlich. Vor allem in den Bosskämpfen wird für die richtige Dramaturgie gesorgt. Des weiteren kann sich auf jeden Fall die deutsche Synchronisierung hören lassen. Die bekannten Sprecher klingen engagiert und vermitteln die Story ausgezeichnet.
Spielverlauf / Handling
In den Vorgänger war bekanntlich immer nur Kain oder Raziel spielbar. In Defiance übernimmt man nun abwechselnd nach Kapiteln die Kontrolle über beide Vampire. Bei Kain geht es dabei hauptsächlich um Action und weniger ums Nachdenken. Raziel muss wie schon in der Vergangenheit Rätsel lösen, indem er zwischen der Welt der lebenden und Toten hin und her wechselt, um im Level weiterzukommen. Was Kämpfe anbelangt geht es aber auch bei ihm ganz schön zur Sache. Auseinandersetzungen mit Feinden sind überhaupt das Hauptelement in dem Spiel und glücklicherweise macht das Gameplay hier alles richtig. Die einzelnen Angriffe gehen schon nach wenigen Minuten flott von der Hand, ohne dass das Kampfsystem zu simpel wirkt. Im Gegenteil, man entdeckt immer neue Varianten seine Attacken zu kombinieren, um dem Gegner noch weiter überlegen zu sein. An einigen Stellen kann man seine telekinetischen Fähigkeiten auch dafür nutzen, die Feinde in einen tiefen Abgrund zu stoßen oder sie an spitzen Halterungen aufzuspießen.
Fazit
LoK: Defiance ist ein erstklassiges Action-Adventure, dass in den wichtigsten Bereichen punktet. Technisch lässt die neue Episode von Nosgoth kaum Wünsche offen und kann zusammen mit der Präsentation einfach nur begeistern. Der Spielverlauf garantiert zudem viel Spielspaß. Die unterschiedlichen Charaktere sorgen für Abwechslung, obwohl sich das intelligente Leveldesign bei beiden oft auch ähnelt. In den Kämpfen kann man sich richtig schön austoben, ohne dass man unterfordert oder unfair behandelt wird. Dem Titel könnte man nur seine Linearität vorwerfen. Man kann zwar einige Items sammeln, ein richtiger Forscherdrang entsteht aber nicht wirklich. Was mich zudem ein wenig gestört hat, waren die Tempel in denen Raziel seine Reaver sammelt. Mit beiden Vampiren gelangt man sehr oft in diese Anlagen, die in ihrer Grundarchitektur aber immer gleich aufgebaut sind, was mit der Zeit ein wenig eintönig wird. Die spannende Story treibt einen aber immer voran und lässt das Geschehen nie langweilig werden. Neueinsteiger in die Serie sollten sich vorher aber schon über die Hintergrundgeschichte der Vorgänger informieren, da die ohnehin schon komplizierten Gespräche sonst vielleicht viel zu verwirrend seien können und gar keine Motivation darstellen. Doch eigentlich sollte man sich dieses Abenteuer nicht entgehen lassen.
Shortcut
+ Kain und Raziel in einem Spiel spielbar
+ fehlerfreie Grafik mit unzähligen schicken Texturen
+ atmosphärische Musik und Soundeffekte
+ klasse deutsche Synchronisation
+ fesselnde Story und coole FMVs
+ intelligentes Leveldesign
+ dynamisches Kampfsystem
+ viele Reavervarianten
+ sehr gut ausbalancierter Schwierigkeitsgrad
- für manche etwas zu linear (und zu kurz)
- eine Tempelart wird immer wieder durchschritten
- Story manchmal nicht ganz verständlich
Wertung
8,5 von 10