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Jambo! Safari: Die Wildhüter

» Autor: Wolfgang Radax
» Datum: 25.12.2009
» Gesamtwertung:
/5
2/5: Für Fans des Genres
bietet nichts Besonderes.
Wie wir bewerten
Diesmal tritt Sega ins Fettnäpfchen und präsentiert eine misslungene Heim-Konvertierung eines mittelmäßigen Arcade-Titels.

Grand Theft Safari
Mit seinen Arcade-Ports für Nintendos Wii hat Sega bislang viel Geschick bewiesen. Sowohl Ghost Squad als auch Samba de Amigo boten reichlich Spielspaß und griffen dabei in gelungener Weise auf die Steuerungsmöglichkeiten der Big-N-Heimkonsole zurück. Was liegt also
» Giraffen auf zwölf Uhr!
näher, als diesem Erfolgsrezept weiterhin zu frönen? Der nächste Streich, der diesem Muster folgt, ist das nun vorliegende Jambo! Safari. Hier übernehmt ihr die Rolle eines angehenden Safari Park-Rangers, der mit seinem Jeep durch die Savanne Afrikas streift und sich um das Wohlergehen der tierischen Parkbewohner kümmert.

Ganz entfernt erinnert das Gameplay dabei an Open World-Titel wie Grand Theft Auto. In der frei erkundbaren Umwelt orientiert ihr euch mit einem kleinen Radar, auf dem neben den Tieren auch die Orte der einzelnen Missionen verzeichnet sind. Diese Missionen reichen dabei vom Einfangen bestimmter Tiere mittels Lasso (Wii-Fuchtel-Bewegungen lassen grüßen) über das Einsammeln von Müll (oder sonstigen Items) bis zu diversen Foto-Aufträgen. Für jeden erfolgreich absolvierten Auftrag werden euch Ranger-Punkte gut geschrieben, für die ihr zusätzliche Ranger-Outfits oder optische Modifikationen für euren Jeep erhaltet. Eingefangene Tiere könnt ihr im Rahmen diverser Minispiele und unter verstärktem Wiimote-Einsatz gar von ihren Blessuren heilen.

I am a strange loop
Was auf dem Papier nach abwechslungsreichem Spielspaß in einem frischen Setting klingt, offenbart sich allerdings recht schnell als eintöniger und technisch missratener Durchschnitts-Brei. Allen Missionen ist die Grundstruktur gleich: Fahre nach Punkt B und erledige X, bzw. fahre nach Punkt B
» Die Savanne ... unendliche Weiten.
und bringe mir Gegenstand Y. Ob es dabei um das Aufsammeln von Müll, Besorgen bestimmter Items oder Aufspüren eines besonderen Tiers geht, macht dabei eigentlich keinen Unterschied. Auch das sukzessive Freischalten neuer Park-Regionen ändert nichts an der Repetition.

Technisch ist dieser Titel gar ein Beinahe-Affront. Die simple und pixelige Optik geizt nicht mit Popup-Orgien und erinnert optisch eher an einen frühen PS2-Titel als an den gängigen Wii-Standard (der ja selbst nicht als allzu hoch einzustufen ist). Die selbst für Arcade-Maßstäbe primitive Fahrphysik und die teils träge Steuerung (vor allem beim Reversieren) verstärken den insgesamt durchwachsenen Eindruck. Stellenweise wird sogar der Verdacht der Schlamperei erweckt: bei Missions-Briefings in den Weiten des Parks rammt euch etwa plötzlich ein Tier über den Haufen. Noch schlimmer fällt der Wechsel zwischen den einzelnen Park-Regionen aus: Wer Region A verlässt, ist nach gehöriger Ladezeit oft derart in Region B positioniert, dass ein kurzer Druck aufs Gaspedal gleich wieder in Region A (mit der damit verbundenen Ladezeit) zurück führt.
Pro
Frisches Setting
Allerlei Customizing des Avatars
Contra
Null(!) Abwechslung
Schwache Grafik
Teils träge Steuerung
Wirkt stellenweise unausgereift
Fazit
Eigentlich hatte ich bei Jambo! Safari mit einem (klarerweise optisch abgespeckten) einzigartigen Spielerlebnis im Stile des PS3-Import-Schlagers Africa gerechnet. Diese Rechnung habe ich allerdings ohne den Wirt Sega gemacht. Was bereits in der Spielhalle kein Hit war, wird auch auf der Wii zu keinem Top-Titel. Die primitive Fahrphysik und die teils träge Steuerung lassen es bald erahnen. Sieht man als leidensgeplagter Wii-Nutzer selbst noch über die grafischen Schwächen hinweg, ist beim eintönigen Spielprinzip schließlich Schluss mit lustig. Bereits nach der ersten Spielstunde fühlte ich die erste Enttäuschung vom ewigen Einerlei aufkeimen, jede weitere pflichtbewusste Test-Stunde war dabei mehr Frust als Lust. Mich schmerzt diese Abmahnung gleich doppelt, da ich mir von Jambo! Safari aufgrund des erfrischenden Settings und dem scheinbaren Abwechslungsreichtum im Vorhinein so einiges erwartet habe. All den bisherigen Erfolgen mit Arcade-Portierungen zum Trotz: Leider hat Sega hier viel Potenzial verschenkt und es in diesem Fall echt vergeigt.
Infos
Erhältlich für
Genre
Sonstiges
Publisher
Sega
Entwickler
Sega
Website
-
Release
06. November 2009
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