Diesmal tritt Sega ins Fettnäpfchen und präsentiert eine misslungene Heim-Konvertierung eines mittelmäßigen Arcade-Titels.
Grand Theft Safari Mit seinen Arcade-Ports für
Nintendos Wii hat
Sega bislang viel Geschick bewiesen. Sowohl
Ghost Squad als auch
Samba de Amigo boten reichlich Spielspaß und griffen dabei in gelungener Weise auf die Steuerungsmöglichkeiten der Big-N-Heimkonsole zurück. Was liegt also
» Giraffen auf zwölf Uhr! |
näher, als diesem Erfolgsrezept weiterhin zu frönen? Der nächste Streich, der diesem Muster folgt, ist das nun vorliegende
Jambo! Safari. Hier übernehmt ihr die Rolle eines angehenden Safari Park-Rangers, der mit seinem Jeep durch die Savanne Afrikas streift und sich um das Wohlergehen der tierischen Parkbewohner kümmert.
Ganz entfernt erinnert das Gameplay dabei an Open World-Titel wie
Grand Theft Auto. In der frei erkundbaren Umwelt orientiert ihr euch mit einem kleinen Radar, auf dem neben den Tieren auch die Orte der einzelnen Missionen verzeichnet sind. Diese Missionen reichen dabei vom Einfangen bestimmter Tiere mittels Lasso (Wii-Fuchtel-Bewegungen lassen grüßen) über das Einsammeln von Müll (oder sonstigen Items) bis zu diversen Foto-Aufträgen. Für jeden erfolgreich absolvierten Auftrag werden euch Ranger-Punkte gut geschrieben, für die ihr
zusätzliche Ranger-Outfits oder
optische Modifikationen für euren Jeep erhaltet. Eingefangene Tiere könnt ihr im Rahmen diverser Minispiele und unter verstärktem Wiimote-Einsatz gar von ihren Blessuren heilen.
I am a strange loop Was auf dem Papier nach abwechslungsreichem Spielspaß in einem frischen Setting klingt, offenbart sich allerdings recht schnell als
eintöniger und technisch missratener Durchschnitts-Brei. Allen Missionen ist die Grundstruktur gleich: Fahre nach Punkt B und erledige X, bzw. fahre nach Punkt B
» Die Savanne ... unendliche Weiten. |
und bringe mir Gegenstand Y. Ob es dabei um das Aufsammeln von Müll, Besorgen bestimmter Items oder Aufspüren eines besonderen Tiers geht, macht dabei eigentlich keinen Unterschied. Auch das sukzessive
Freischalten neuer Park-Regionen ändert nichts an der Repetition.
Technisch ist dieser Titel gar ein Beinahe-Affront. Die
simple und pixelige Optik geizt nicht mit
Popup-Orgien und erinnert optisch eher an einen frühen PS2-Titel als an den gängigen Wii-Standard (der ja selbst nicht als allzu hoch einzustufen ist). Die selbst für Arcade-Maßstäbe primitive Fahrphysik und die teils träge Steuerung (vor allem beim Reversieren) verstärken den insgesamt durchwachsenen Eindruck. Stellenweise wird sogar der Verdacht der Schlamperei erweckt: bei Missions-Briefings in den Weiten des Parks rammt euch etwa plötzlich ein Tier über den Haufen. Noch schlimmer fällt der Wechsel zwischen den einzelnen Park-Regionen aus: Wer Region A verlässt, ist nach gehöriger Ladezeit oft derart in Region B positioniert, dass ein kurzer Druck aufs Gaspedal gleich wieder in Region A (mit der damit verbundenen Ladezeit) zurück führt.