Van Halen hätte sich mehr als diese Minimalleistung verdient.
Don't fix it, if it ain't broken In den letzten Monaten rauscht es schon ganz bedrohlich im Musikspieldschungel. Selbst hochwertige Vertreter des Genre haben sich nicht so gut verkauft, wie in den vorangegangenen Jahren. Der letzte Schrei ist die Spezialisierung
» Ende der 1970er hieß es: Hauptsache Haare! |
auf eine bestimmte Band, wobei immer mehr Songs und Extras mit auf die Disc gepackt wurden. Vor kurzem erschien das im Vergleich eher bescheiden ausfallende
Guitar Hero: Van Halen. Das Rhythmusspiel folgt dabei der typischen Formel: Es gibt die Möglichkeit Songs zu trainieren, gemeinsam abzurocken oder auch alleine eine Karriere zu bestreiten. Unter die altbekannten Charakteren mischen sich neuerdings auch einige den Van Halen-Clan nachempfundene Spielfiguren, für die auch eigene Outfits freispielbar sind.
Im Laufe der Karriere dürfen auf immer schöneren Bühnen - z.B. in New York City oder Berlin - Auftritte zelebiert werden. Jeder erfolgreich absolvierte Gig schaltet Achievements frei und spült auch etwas Kohle in die Bandkasse. Das Geld darf man im Rockshop sogleich für schönere Outfits oder coolere Intstrumente ausgeben. Ansonsten spielt sich die Karriere wie bei jedem anderen Spiel der Reihe auch. Es gibt kaum Abwechslung, selbst die ansonsten öfters vorkommenden Zugaben sind echte Mangelware. Für jeden Song können maximal fünf Sterne gehamstert werden. Dank wählbarem Schwierigkeitsgrand kommen auch Anfänger schnell zum Erfolgerlebnis und weiteren Gigs.
08/15-Präsentation mit wenigen Highlights Technisch ist
Van Halen zu den Vorgängern fast ein Rückschritt. Die Grafik und selbst die Bewegungsabläufe kennt man alle schon aus den Vorgängern. Im Prinzip hat Hersteller
Neversoft nur alten Wein in neue Schläuche gepresst.
» Wer kennt es nicht? Jump ist eine Hymne. |
Wer die
Guitar Hero-Reihe kennt, fühlst sich zwar rasch zuhause, allerdings kommt die Innovation deutlich zu kurz. Bis auf ein paar neue Schauplätze bietet dieser
Activision-Titel kaum mehr, als ein paar schnell zusammen geschusterte Songpacks von Van Halen. Aufgrund des willkürlichen Soundtracks - wesentliche Hits von ehemaligen Bandmitgliedern fehlen - bleibt
Guitar Hero: Van Halen selbst für Fans der Band unbefriedigend.
Ja, natürlich ist die Hymne "Jump" mit von der Partie, aber darüber hinaus fragen sich nicht nur jüngere Semester, was die Daseinsberechtigung für dieses Spiel mit vielen rund 30 Jahre alten Songs darstellt. Die Songauswahl der Guest Acts ist interessant und gefällig, bleibt jedoch bis auf den einen oder anderen Ohrwurm ebenso hinter den Erwartungen zurück. Der ansonsten soliden Präsentation fehlt der frischer Wind, um wirklich zu überzeugen. Es riecht alles nach Mindest- und Mittelmaß. Echten Grund zur Begeisterung sucht man vergebens. Auch die Abwechslung kommt viel zu kurz: Man spielt einfach die Lieder ohne große Lust runter, aufregende Dinge wie Zugaben oder wenigstens Goodies und Extras sind leider Mangelware.