Ratchet & Clank sind zurück - und das besser als je zuvor.
Lange, aber nie langweilige ReiheAbgesehen von den ganzen Singstars, Buzz' und Eyetoys dieser Welt ist
Ratchet & Clank die wohl längste Sony-eigene Reihe. Zusammen mit dem jüngst erschienenen
Ratchet & Clank: A Crack in Time bringt es die Reihe bereits auf neun Titel innerhalb von sieben Jahren - ein Handyspiel nicht einmal mitgerechnet. Wild verteilt auf PlayStation 2, PlayStation 3 und PlayStation Portable begeisterten die Spiele fast durchgehend durch den gelungenen Mix aus wilden Ballereien und gekonnt umgesetzten Jump'n'Run-Einlagen. Dazu gab es stets eine gehörige Portion Humor mit schrägen Charakteren, aberwitzigen Waffen und schicken Zwischensequenzen.
Auch
Ratchet & Clank: A Crack in Time nimmt dieses Konzept auf und garniert es mit allerlei neuen, tollen Ideen. So beweist Insomniac Games wieder einmal, dass sie nicht nur zu den fleißigsten Entwicklern dieser Konsolengeneration gehören, sondern auch zu den besten. Denn auch das neuestes Ratchet-Abenteuer ruht sich nicht auf alten Lohrbeeren aus, sondern
bereichert die Serie um viele neue Features, die für noch mehr Spielspaß sorgen. Doch alles von vorn ...
Gigantisches Weltraum-AbenteuerDie Story setzt da ein, wo das Addon
Ratchet & Clank: Quest for Booty aufhörte und zeigt Ratchet, der sich immer noch auf der Suche nach seinem verschollenen Freund Clank befindet. Dieser befindet
» General Azimut hilf Ratchet. |
sich in der Gefangenschaft des bösen Dr. Nevarius, welcher die Geheimnisse der großen Uhr, einer Raumstation, die die Zeit manipulieren kann, herausfinden will. Clank scheint irgendwie mit der Geschichte dieses äußerst mächtigen und gefährlichen Gerätes verbunden zu sein. Und dann ist da noch General Azimut, dem Ratchet auf seiner Suche nach Clank begegnet. Ein uralter Lombax, der die Uhr ebenfalls für seine Zwecke gebrauchen will, um die in der Vergangenheit geschlagenen Lombaxe rückwirkend zu retten. Komplettiert wird der Cast schließlich noch durch intergalaktische Kopfgeldjäger, Weltraumvalküren, die knuffigen Zonis und - natürlich - den trotteligen Captain Quwark, welcher auch dieses Mal für allerlei Lacher sorgt.
Alles in allem ist die
Geschichte im Gegensatz zu vielen früheren Titeln der Reihe spannend in Szene gesetzt und mit allerlei Wendungen versehen. Präsentiert wird das Ganze natürlich wieder in aufwändigen Render- und Ingame-Sequenzen, welche den Vergleich mit aktuellen Kino-Renderfilmen nicht scheuen müssen. Auch dieses Mal leisten sowohl die englischen Original- wie auch die deutschen Synchronsprecher hervorragende Arbeit und hauchen den Figuren gekonnt Leben ein. Als grafisches Grundgerüst liegt immer noch die Insomniac-eigene Engine vor, die bereits bei
Resistance: Fall of Man zum Einsatz kam. Deutliche Alterungs-Spuren sucht man allerdings vergebens. Die
Ratchet & Clank-Serie bot schon immer die Vorzeige-Grafik im Jump'n'Run-Sektor und besticht auch dieses Mal durch pralle Farben, geniale Animationen, detaillierte Umgebungen und knallige Effekte - zudem läuft der Titel zumindest weitestgehend auf 60 Frames pro Sekunde, was einen superflüssigen Spielablauf garantiert.
Ratchet auf der Suche...Das Gameplay mischt wohl Bekanntes mit allerlei neuen Features. So ist man dieses Mal nicht mit
Ratchet & Clank gemeinsam unterwegs, sondern spielt diese abwechselnd getrennt. Das Gros der
» Ratchet sorgt wieder für ordentlich Kleinholz. |
Spielzeit kommt dabei natürlich
Ratchet zu Gute. Mit diesem erforscht man nach wie vor diverse Planeten, Raumstationen und Kampfschiffe aus der
Third-Person-Perspektive und löst dabei allerlei knifflige Jump'n'Run-Einlagen und Rätsel, während man sich durch Horden von Feinden ballert. Das Repertoire an Ballermännern ist dabei wieder sehr umfangreich sowie abgefahren und bietet ein neues Feature: Waffen können mit gefundenen Modulen nun
individuell angepasst werden. So lässt sich der Space-Schrotflinte beispielsweise Explosivmunition verpassen oder der Standard-Blaster ballert plötzlich glühende Lava-Strahlen. Nach wie vor lassen sich die Waffen durch das Töten von Gegnern in fünf Stufen aufleveln. Die jeweils fünfte und damit höchste Stufe hält dabei eine besondere Überraschung bereit. Neben diversen Blastern, Minen, Raketenwerfern, Blitztürmen und Granaten/Minen gibt es auch richtig abgefahrenes Zeug. Beispielsweise ein Tentakel-Monster, welches Gegner in ein schwarzes Loch entführt, ein rülpsendes Alien oder Mr. Zurkon: ein Robotergehilfe, der Feinde nicht nur mit Schüssen aus seinem Blaster sondern auch mit allerlei sarkastischen Sprüchen ins Jenseits befördert.
Erworben werden neue Waffen und Munition abermals bei Händlern gegen gesammelte Bolts. Letztere finden sich in Kisten und bei Gegnern oder dienen als Belohnung für Nebenmissionen. Neu hinzu gekommen sind
Weltraumabschnitte: Bestimmte man in früheren Titeln der Serie lediglich sein Ziel in einem Navigationscomputer oder wurde auf Rail-Shooter-artige Weltraummissionen geschickt, darf man in
Ratchet & Clank: A Crack in Time nun selbst die Weltraumsektoren erkunden. Wer nun ein komplexes Weltraumspiel erwartet sei allerdings gewarnt: Man kann sich lediglich nach rechts/links und vorne/hinten, nicht aber nach oben/unten bewegen. Quasi so, als würde man auf nicht sichtbaren Straßen durch den Weltraum fliegen. Dem Spielspaß bringt dies jedoch keinen Abbruch. Jede der insgesamt fünf Galaxien bietet nämlich allerlei Nebenaufgaben und Monde. Erstere bekommt man von Auftraggebern und beinhalten allerlei witzige Tätigkeiten: Vom einfachen Kampf gegen Feindeshorden bis hin zum Erkunden von Asteroiden, Einsammeln von liegen gebliebenen Schiffen bis hin zur Sabotage bestimmter Ziele. Natürlich wiederholen sich diese Aufgaben mit der Zeit und gerade die Kämpfe sind etwas zu monoton ausgefallen. Die
Monde hingegen sind in sich geschlossene Mini-Levels von hoher Qualität, auf denen sich allerlei Power-Ups, Gold-Bolts (besonders wertvolle Bolts, die zudem diverse Bonus-Features freispielen) und Zonis sammeln lassen. Letztere sind die Hüter der Zeit und bringen Ratchets Raumschiff allerlei Upgrades wie neue Waffen, schnellere Triebwerke oder Schutzschilde.
... nach ClankDas Leveldesign an sich lebt sowohl von neuen wie auch alten Ideen. Die Plattform-Einlagen wurden durch den Einsatz von Raketenstiefeln bereichert. Diese erlauben es Ratchet mittels Schanzen über weite Strecken
» Die Zeiträtsel mit Clank haben es in sich. |
zu springen, kurze Distanzen zu schweben oder sich einfach schneller durch die Levels zu befördern. Ein Saugkanone wiederum kann diverse Flüssigkeiten aufnehmen. So lassen sich verrostete Schalter einölen und so wieder nutzen, heiße Lavauntergründe begehbar machen und termitenartige Außerirdische können mit Fruchtsaft abgelenkt werden. Ansonsten gibt es bekannte Kost: Sprünge über Abgründe sowie auf sich bewegende Plattformen, Schwingeinlagen und Grinden auf Rohren und Ranken, wüste Ballereien und gelungene Bosskämpfe. Unterwasser-Abschnitte wurden hingegen komplett gestrichen. Eine Kampf-Arena istallerdings wie fast immer enthalten. Das Leveldesign gibt sich bekannt abwechslungsreich und spaßig. Deutlich mehr Checkpoints als noch in
Ratchet & Clank: Tools of Destruction halten zusammen mit dem doch recht niedrigen Schwierigkeitsgrad die Frustgefahr in engen Grenzen. Wer dennoch den Drang nach Herausforderung spürt darf sich direkt am schweren Schwierigkeitsgrad versuchen. Nach dem Durchspielen gibt es zudem einen speziellen
Herausforderungs-Modus, in den man all seine aufgelevelten Waffen mitnehmen darf. Für Wiederspielwert ist in Zusammenarbeit mit den etlichen einsammelbaren Extras also gesorgt.
In den geschickt eingestreuten Abschnitten mit Clank geht es weitaus weniger ballerlastig, dafür aber rätselbetonter zur Sache, was einen sehr guten Kontrast zum Restprogramm bietet.
Besonders die kniffligen Zeiträtsel haben es hier faustdick hinter den Ohren. In diesen müssen mit Hilfe vom Spieler aufgenommener, zeitlicher Projektionen von Clank Hindernisse überwunden werden. Das Ganze muss man sich in etwas wie Koop-Spielen mit sich selbst vorstellen. Ein einfaches Beispiel für diese Rätsel wäre: Projektion 1 bedient einen Schalter und öffnet somit ein Tor, durch welches Projektion 2 durchgeht. Natürlich werden diese Rätsel mit dem Spielverlauf immer komplexer und kniffliger. Am Ende müssen bis zu vier Projektionen, welche jeweils mehrere Aufgaben übernehmen, miteinander kombiniert werden. Ähnlich gute und motivierende Rätsel-Einlagen hat man selten zuvor in einem Jump'n'Run erlebt.