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Resident Evil: The Darkside Chronicles

» Autor: Georg Gruber
» Datum: 14.12.2009
» Gesamtwertung:
/5
4/5: Empfehlenswert
mit zahlreichen Stärken.
Wie wir bewerten
Weiterer gelungener Lightgun-Shooter für Resident Evil-Fans.

Dunkle Hindergründe
Es gibt wohl kaum einen Gamer in der Welt, dem die klingenden Namen Biohazard bzw. Resident Evil nichts sagen. Wahrscheinlich hat jede/r von uns schon mal einen Titel der Erfolgsreihe aus dem Hause Capcom gezockt. Immer wieder gab es auch (mäßig erfolgreiche)
» Da waren's nur mehr fünf kleine Zombies.
Ausflüge in die Lightgun-Shooter-Szene mit der Survivor-Reihe und dem Dead Aim-Ableger. Dass sich die Wii mittlerweile zur Nummer 1 für Lightgun-Fans entwickelt hat, bemerkte Capcom bereits 2007. Damals erschien Wii-exklusiv mit The Umbrella Chronicles der unmittelbare Vorgänger und erfreute sich durchaus guter Kritiken.

Die Ereignisse in vorliegendem Titel, Resident Evil: The Darkside Chronicles, beleuchten die persönlicheren Aspekte und bislang unbekannte Hintergrundstorys von altbekannten Charakteren aus Resident Evil 2 bzw. Code Veronica. Der Spieler übernimmt abwechselnd die Rollen der Protagonisten Leon S. Kennedy sowie Claire Redfield. Mit von der Partie sind auch die Sidekicks Ada Wong sowie Sherry Birkin. Später darf nochmals mit Claire und Steve Burnside auf Monsterhatz gegangen werden. Es gibt auch einen neuen Abschnitt bei dem man auch die Rolle von Jack Krauser übernehmen darf. Es liegt somit auch auf der Hand, dass sich dieser Lightgun-On-Rails-Shooter klar an Fans der Serie richtet. Vorkenntnisse sind zwar keine Voraussetzung, heben den Unterhaltungswert jedoch beträchtlich.

Das Rad wird nicht neu erfunden
Bei The Darkside Chronicles handelt es sich um eine waschechte Fortsetzung ohne viel neuartigem Schnörkel. An der bewährten Formel von Survival Horror + Lightgun Shooter wurde nichts geändert. Aber insgeheim ist dies auch gar nicht notwendig,
» Teh (sic!) Horror: Alligatoren in der Kanalisation!
denn die solide Spielmechanik des On-Rail-Shooters bleibt intakt. Das Spiel bzw. die Kameraperspektive zeigt die Gegner in Ego-Perspektive und die Gamer sollen dank schneller Reflexe draufhalten was das Zeug hält. Überraschenderweise spendierte Capcom eine gar nicht mal so dünne Storyline, die einige Hintergründe zu vorangegangenen Titeln der Serie liefert und (vor allem Fans der Serie) zu unterhalten weiß. In diesem Review wird dazu aber natürlich nix verraten.

Egal ob man sich alleine oder mit einem Freund durch die Levels schlägt, es wird einige Abwechslung geboten. Die Stages reichen von grünen Dschungelhöllen bis hin zu großräumigen Dorf- und Stadtgebieten. Auch die obligaten Ausflüge in dunkle Dungeons und mysteriöse Abwassersysteme dürfen da natürlich nicht fehlen. Die Story wird durch zahlreiche, meist kurze Zwischensequenzen in feiner Rendergrafik vorangetrieben. Auch diesmal konnte Capcom die unfreiwillig komischen Momente einer Over-the-Top-Synchronisation nicht ganz vermeiden. Fans sprechen hier sicherlich von Absicht, insgesamt muss das Flair jedoch als sehr "cheesy" bezeichnet werden. Dafür bleibt die Handlung stets dem Motto "Survival" und "Horror" treu. Ängstlicheren Spielern dürfte das Herz des Öfteren in die Hosentasche rutschen.

Was sich Fans erwarten
Grafisch liefert die Wii eine solide Leistung ab, so richtig aus den Latschen haut das jedoch keinen mehr. Die Optik erfüllt ihren Zweck, aber ganz zu dicht vor dem 50-Inch-HDTV sollte man dann doch nicht sitzen. Besonders fällt dies bei den Übergängen
» Zu zweit macht's noch mehr Spaß.
von den hübschen Render-Cutscenes zum Spielgeschehen auf. Das eigentliche Shooter-Gameplay ist dafür jedoch trotz etwas grober Grafik recht präzise. Vor allem der Umfang, mit rund fünf bis acht Stunden gut bemessen, überzeugt. Da jede der acht Stages mit verschiedenen Charakteren und alternativen Storys/Wegen durchgezockt werden darf, multipliziert sich die Spielzeit um ein Vielfaches. Dank fair verteilter Checkpoints kommt auch kein unnötiger Frust auf. Wählbare Schwierigkeitsgrade und diverse aufsammelbare Items sorgen überdies für echten Wiederspielwert.

Glanzpunkte der Technik stellen eine flotte Framerate mit nur kaum wahrnehmbaren Slowdowns sowie die überzeugenden Effekte dar. Vor allem Feuer sieht höllisch gut aus. Auch die Physik der herumfliegenden Zombie-Teile weiß zu gefallen. Die Kamera mit Ego-Perspektive ist zwar sehr "shaky" ausgefallen, wird jedoch gut eingesetzt, um die beklemmenden Situationen besser zu vermitteln. Die Sprachausgabe weiß auch zu gefallen: Sie fängt einerseits das Flair der Serie gut ein und andererseits gibt es nur wenige unfreiwillig komische Stellen. Musikalisch bietet der Soundtrack die gewohnt gute Mischung aus spannungsgeladenen Actionpassagen und ruhigen Momenten.
Pro
Starke Atmosphäre
Hoher Wiederspielwert
Gute Präsentation inkl. schöner Cutscenes
Tolle Zwei-Spieler-Action
Faire Checkpoints und wählbarer Schwierigkeitsgrad
Contra
Ohne Vorkenntnisse ist die Handlung nur schwer verdaulich
Grafik im Vergleich zu Cutscenes bescheiden
Sprachausgabe manchmal unfreiwillig komisch
Fazit
Resident Evil: The Darkside Chronicles bietet nicht nur das übliche kurzweilige Spielhallen-Lightgun-Feeling sondern überzeugt mich vor allem in Sachen Handlung und Umfang. Die Story mag zwar verworren wirken, aber immerhin sprechen wir hier auch von der Resident Evil-Serie, wo seltsame und undurchsichtige Plots an der Tagesordnung stehen. Beim Inhalt hat sich Capcom ordentlich angestrengt und liefert ein für das Genre wirklich langes Spielvergnügen ab. Besonders gut gefällt mir die Möglichkeit, Levels mit alternativen Lösungswegen und auch jeweils an den wählbaren Charakter angepassten Inhalten durchzuzocken. Wer wirklich alles freispielen will, darf also locker mit drei oder vier Durchgängen rechnen. Technisch wird die Wii gut genutzt, vor allem die Framerate überzeugt. Die Auflösung ist natürlich Hardware-bedingt gering und ich persönlich hätte mir schönes Anti-Aliasing gewünscht, aber dank der starken Atmosphäre kann über diese Schwächen getrost hinweg gesehen werden. Vor allem die Cutscenes haben es mir besonders angetan. Da kommt echt das typische Resident Evil-Gruselfeeling auf. The Darkside Chronicles zeigt abermals spektakulär auf, dass die Wii ein Paradies für Lightgun-Shooter-Fans ist.
Infos
Erhältlich für
Genre
Arcade
   Lightgun-Shooter
Publisher
Capcom
Entwickler
Cavia Inc.
Website
-
Release
27. November 2009
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