Weiterer gelungener Lightgun-Shooter für Resident Evil-Fans.
Dunkle Hindergründe Es gibt wohl kaum einen Gamer in der Welt, dem die klingenden Namen
Biohazard bzw.
Resident Evil nichts sagen. Wahrscheinlich hat jede/r von uns schon mal einen Titel der Erfolgsreihe aus dem Hause
Capcom gezockt. Immer wieder gab es auch (mäßig erfolgreiche)
» Da waren's nur mehr fünf kleine Zombies. |
Ausflüge in die Lightgun-Shooter-Szene mit der
Survivor-Reihe und dem
Dead Aim-Ableger. Dass sich die Wii mittlerweile zur Nummer 1 für Lightgun-Fans entwickelt hat, bemerkte
Capcom bereits 2007. Damals erschien Wii-exklusiv mit
The Umbrella Chronicles der unmittelbare Vorgänger und erfreute sich durchaus guter Kritiken.
Die Ereignisse in vorliegendem Titel,
Resident Evil: The Darkside Chronicles, beleuchten die
persönlicheren Aspekte und bislang unbekannte Hintergrundstorys von altbekannten Charakteren aus
Resident Evil 2 bzw.
Code Veronica. Der Spieler übernimmt abwechselnd die Rollen der Protagonisten Leon S. Kennedy sowie Claire Redfield. Mit von der Partie sind auch die Sidekicks Ada Wong sowie Sherry Birkin. Später darf nochmals mit Claire und Steve Burnside auf Monsterhatz gegangen werden. Es gibt auch einen neuen Abschnitt bei dem man auch die Rolle von Jack Krauser übernehmen darf. Es liegt somit auch auf der Hand, dass sich dieser
Lightgun-On-Rails-Shooter klar an Fans der Serie richtet. Vorkenntnisse sind zwar keine Voraussetzung, heben den Unterhaltungswert jedoch beträchtlich.
Das Rad wird nicht neu erfunden Bei
The Darkside Chronicles handelt es sich um eine waschechte Fortsetzung ohne viel neuartigem Schnörkel. An der
bewährten Formel von Survival Horror + Lightgun Shooter wurde nichts geändert. Aber insgeheim ist dies auch gar nicht notwendig,
» Teh (sic!) Horror: Alligatoren in der Kanalisation! |
denn die solide Spielmechanik des On-Rail-Shooters bleibt intakt. Das Spiel bzw. die Kameraperspektive zeigt die Gegner
in Ego-Perspektive und die Gamer sollen dank schneller Reflexe
draufhalten was das Zeug hält. Überraschenderweise spendierte
Capcom eine gar nicht mal so dünne Storyline, die
einige Hintergründe zu vorangegangenen Titeln der Serie liefert und (vor allem Fans der Serie) zu unterhalten weiß. In diesem Review wird dazu aber natürlich nix verraten.
Egal ob man sich alleine oder
mit einem Freund durch die Levels schlägt, es wird einige Abwechslung geboten. Die Stages reichen von grünen Dschungelhöllen bis hin zu großräumigen Dorf- und Stadtgebieten. Auch die obligaten Ausflüge in dunkle Dungeons und mysteriöse Abwassersysteme dürfen da natürlich nicht fehlen. Die Story wird durch zahlreiche, meist kurze
Zwischensequenzen in feiner Rendergrafik vorangetrieben. Auch diesmal konnte
Capcom die
unfreiwillig komischen Momente einer Over-the-Top-Synchronisation nicht ganz vermeiden. Fans sprechen hier sicherlich von Absicht, insgesamt muss das Flair jedoch als sehr "cheesy" bezeichnet werden. Dafür bleibt die Handlung stets dem Motto "Survival" und "Horror" treu. Ängstlicheren Spielern dürfte das Herz des Öfteren in die Hosentasche rutschen.
Was sich Fans erwarten Grafisch liefert die Wii eine solide Leistung ab, so richtig aus den Latschen haut das jedoch keinen mehr. Die Optik erfüllt ihren Zweck, aber ganz zu dicht vor dem 50-Inch-HDTV sollte man dann doch nicht sitzen. Besonders fällt dies bei den Übergängen
» Zu zweit macht's noch mehr Spaß. |
von den hübschen Render-Cutscenes zum Spielgeschehen auf. Das eigentliche Shooter-Gameplay ist dafür jedoch
trotz etwas grober Grafik recht präzise. Vor allem der Umfang,
mit rund fünf bis acht Stunden gut bemessen, überzeugt. Da jede der acht Stages
mit verschiedenen Charakteren und alternativen Storys/Wegen durchgezockt werden darf, multipliziert sich die Spielzeit um ein Vielfaches. Dank
fair verteilter Checkpoints kommt auch kein unnötiger Frust auf. Wählbare Schwierigkeitsgrade und diverse aufsammelbare Items sorgen überdies für echten Wiederspielwert.
Glanzpunkte der Technik stellen eine
flotte Framerate mit nur kaum wahrnehmbaren Slowdowns sowie die
überzeugenden Effekte dar. Vor allem Feuer sieht höllisch gut aus. Auch die Physik der herumfliegenden Zombie-Teile weiß zu gefallen. Die Kamera mit Ego-Perspektive ist zwar sehr "shaky" ausgefallen, wird jedoch gut eingesetzt, um die beklemmenden Situationen besser zu vermitteln. Die Sprachausgabe weiß auch zu gefallen: Sie fängt einerseits
das Flair der Serie gut ein und andererseits gibt es nur wenige unfreiwillig komische Stellen. Musikalisch bietet der Soundtrack die gewohnt gute Mischung aus spannungsgeladenen Actionpassagen und ruhigen Momenten.