Lust auf einen lauten Blockbuster-Desasterfilm mit Koop-Gameplay?
Zweimannarmee Vor knapp zwei Jahren bewies
Electronic Arts viel Mut zum Risiko und gab grünes Licht für das schwer Koop-lastige Gameplay-Konzept von
Army of Two. Das zwar kurze aber knackige Actionfeuerwerk von Entwickler
EA Montreal hat der Kundschaft offenbar gut gefallen und so erschien vor kurzem mit
» Wenn das mal keine Aggressionen weckt? |
Army of Two: The 40th Day das Sequel für Xbox 360, PS3 sowie PSP. Tyson Rios und Elliot Salem geben erneut die harten
Söldner der Zweimannarmee mit dem klingenden Firmennamen Trans World Operations (T.W.O.) zum Besten. Zusammen mit ihrem Handler, Alice Murray, übernehmen sie eine scheinbare Routinemission in Shanghai.
Die südchinesische Metropole fällt allerdings gerade verheerenden Terror-Angriffen der "The 40th Day"-Initiative zum Opfer und die beiden werden rasch
in den brodelnden Konflikt hineingezogen. Für Rios und Salem entwickelt sich der vermeintlichen Picknick-Ausflugsmission schnell in einen Kampf ums nackte Überleben. In sieben kurzen Kapiteln müssen sich die beiden aus dem unter Beschuss befindlichen Stadtgebiet herauskämpfen. Die Spielzeit fällt mit kaum mehr als
sieben Stunden sehr kurz aus. Dafür wurde vor allem das kurzweilige Koop-Gameplay weiter ausgebaut. Wer einen Freund auf der Couch im Wohnzimmer hat, darf via Splitscreen zu zweit in die Action einsteigen. Natürlich besteht auch die Möglichkeit über Xbox LIVE mit einem Partner in Crime oder einem zufällig ausgewählten Mitglied gemeinsam anzutreten.
Dude, where's my buddy? Zieht man alleine in den Kampf, so stehen im Gegensatz zum Vorgänger mehr Koop-Kommandos zur Verfügung. Mit dem Steuerkreuz erteilt man dem CPU-Partner den Befehl zum Angriff, Decken oder Halten der Stellung. Ein zweifaches Antippen wandelt den Befehl
» Dieses Frühjahr sind Masken en vogue. |
von passive auf aggressive Vorgehensweise um. Dank dem
Aggro-Konzept können so Gegner oftmals genial geflankt oder ausgetrickst werden. Aggro bedeutet so viel wie Aufmerksamkeit, die man auf einen der beiden Protagonisten zieht. Der Spieler, der eine besonders auffällige Waffe oder besonders großkalibrigen Munition abfeuert, bekommt Aggro hinzugezählt. Je mehr man davon hat, desto heller sticht der jeweilige Charakter hervor.
Dies hat zur Folge, dass Feinde ihre Aufmerksamkeit (= ihr Feuer) hauptsächlich
auf einen der beiden Spieler konzentieren. Ein geschickter Move wäre z.B. den Partner aggressiv vorrücken zu lassen, damit er viel Aggro aufbaut und von den Feinden beschossen wird. Danach lässt man ihn dort die Stellung verteidigen und schleicht sich in die Flanke der gegnerischen Positionen, um diese aufzumischen. Zusätzlich darf auch tief in die Trickkiste gegriffen werden. Darüber hinaus gibt es
spezielle Täuschungsmanöver wie etwa das Vortäuschen einer tödlichen Verletzung oder auch eine gefakte Kapitulation, mit der man feindliche Soldaten ordentlich ins Bockshorn jagen kann. Diese kleinen Fiesheiten machen oft die beste Laune.
Pimping my gun, so much fun Grafisch macht
Army of Two: The 40th Day eine gute Figur. In späteren Levels wird so manch
riesiges Actionfeuerwerk abgefackelt. Die Gegner-KI wirkt kompetent, vor allem auf höherem Schwierigkeitsgrad läuft sie zur Höchstform auf.
» Howdy Partner, yeah-ha!! |
Auch der CPU-Partner arbeitet großteils autonom ohne dass viel Babysitting notwendig ist. Allerdings muss betont werden, dass es eine
klare Ausrichtung auf Koop mit einem zweiten Spieler gibt. Als besonderes Feature haben die Entwickler eine
gigantische Vielfalt beim Waffen-Customizing eingebaut: Wer immer schon mit einer pinken Hello Kitty-AK47 rumlaufen wollte, ist hier goldrichtig.
Erweiterte wurde auch das Moral-System, welches nun auch
die Konsequenzen von einzelnen Entscheidungen in Form von stilisierten Zwischensequenzen zeigt. Je nachdem ob man unschuldige Geiseln rettet oder Gegner verschont gibt es separate Ratings. Zurück geschraubt wurde dafür der triefende (aber sehr unterhaltsame) Sarkasmus des ersten Teils. Es gibt zwar immer noch so
schräge Aktivitäten wie Stein, Papier, Schere-Partien zwischen den Gefechten oder einen ermunternden High-Five-Handschlag für gute Leistungen, die
zynischen Untertöne hat man jedoch klar zurückgeschraubt. Dadurch wirkt
The 40th Day zwar etwas ernster, aber es geht auch einiges an der verrückten Buddy-Movie-Atmosphäre verloren.