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Army of Two: The 40th Day

» Autor: Georg Gruber
» Datum: 30.01.2010
» Gesamtwertung:
/5
3/5: Unterhaltsam
mit diversen Glanzpunkten.
Wie wir bewerten
Lust auf einen lauten Blockbuster-Desasterfilm mit Koop-Gameplay?

Zweimannarmee
Vor knapp zwei Jahren bewies Electronic Arts viel Mut zum Risiko und gab grünes Licht für das schwer Koop-lastige Gameplay-Konzept von Army of Two. Das zwar kurze aber knackige Actionfeuerwerk von Entwickler EA Montreal hat der Kundschaft offenbar gut gefallen und so erschien vor kurzem mit
» Wenn das mal keine Aggressionen weckt?
Army of Two: The 40th Day das Sequel für Xbox 360, PS3 sowie PSP. Tyson Rios und Elliot Salem geben erneut die harten Söldner der Zweimannarmee mit dem klingenden Firmennamen Trans World Operations (T.W.O.) zum Besten. Zusammen mit ihrem Handler, Alice Murray, übernehmen sie eine scheinbare Routinemission in Shanghai.

Die südchinesische Metropole fällt allerdings gerade verheerenden Terror-Angriffen der "The 40th Day"-Initiative zum Opfer und die beiden werden rasch in den brodelnden Konflikt hineingezogen. Für Rios und Salem entwickelt sich der vermeintlichen Picknick-Ausflugsmission schnell in einen Kampf ums nackte Überleben. In sieben kurzen Kapiteln müssen sich die beiden aus dem unter Beschuss befindlichen Stadtgebiet herauskämpfen. Die Spielzeit fällt mit kaum mehr als sieben Stunden sehr kurz aus. Dafür wurde vor allem das kurzweilige Koop-Gameplay weiter ausgebaut. Wer einen Freund auf der Couch im Wohnzimmer hat, darf via Splitscreen zu zweit in die Action einsteigen. Natürlich besteht auch die Möglichkeit über Xbox LIVE mit einem Partner in Crime oder einem zufällig ausgewählten Mitglied gemeinsam anzutreten.

Dude, where's my buddy?
Zieht man alleine in den Kampf, so stehen im Gegensatz zum Vorgänger mehr Koop-Kommandos zur Verfügung. Mit dem Steuerkreuz erteilt man dem CPU-Partner den Befehl zum Angriff, Decken oder Halten der Stellung. Ein zweifaches Antippen wandelt den Befehl
» Dieses Frühjahr sind Masken en vogue.
von passive auf aggressive Vorgehensweise um. Dank dem Aggro-Konzept können so Gegner oftmals genial geflankt oder ausgetrickst werden. Aggro bedeutet so viel wie Aufmerksamkeit, die man auf einen der beiden Protagonisten zieht. Der Spieler, der eine besonders auffällige Waffe oder besonders großkalibrigen Munition abfeuert, bekommt Aggro hinzugezählt. Je mehr man davon hat, desto heller sticht der jeweilige Charakter hervor.

Dies hat zur Folge, dass Feinde ihre Aufmerksamkeit (= ihr Feuer) hauptsächlich auf einen der beiden Spieler konzentieren. Ein geschickter Move wäre z.B. den Partner aggressiv vorrücken zu lassen, damit er viel Aggro aufbaut und von den Feinden beschossen wird. Danach lässt man ihn dort die Stellung verteidigen und schleicht sich in die Flanke der gegnerischen Positionen, um diese aufzumischen. Zusätzlich darf auch tief in die Trickkiste gegriffen werden. Darüber hinaus gibt es spezielle Täuschungsmanöver wie etwa das Vortäuschen einer tödlichen Verletzung oder auch eine gefakte Kapitulation, mit der man feindliche Soldaten ordentlich ins Bockshorn jagen kann. Diese kleinen Fiesheiten machen oft die beste Laune.

Pimping my gun, so much fun
Grafisch macht Army of Two: The 40th Day eine gute Figur. In späteren Levels wird so manch riesiges Actionfeuerwerk abgefackelt. Die Gegner-KI wirkt kompetent, vor allem auf höherem Schwierigkeitsgrad läuft sie zur Höchstform auf.
» Howdy Partner, yeah-ha!!
Auch der CPU-Partner arbeitet großteils autonom ohne dass viel Babysitting notwendig ist. Allerdings muss betont werden, dass es eine klare Ausrichtung auf Koop mit einem zweiten Spieler gibt. Als besonderes Feature haben die Entwickler eine gigantische Vielfalt beim Waffen-Customizing eingebaut: Wer immer schon mit einer pinken Hello Kitty-AK47 rumlaufen wollte, ist hier goldrichtig.

Erweiterte wurde auch das Moral-System, welches nun auch die Konsequenzen von einzelnen Entscheidungen in Form von stilisierten Zwischensequenzen zeigt. Je nachdem ob man unschuldige Geiseln rettet oder Gegner verschont gibt es separate Ratings. Zurück geschraubt wurde dafür der triefende (aber sehr unterhaltsame) Sarkasmus des ersten Teils. Es gibt zwar immer noch so schräge Aktivitäten wie Stein, Papier, Schere-Partien zwischen den Gefechten oder einen ermunternden High-Five-Handschlag für gute Leistungen, die zynischen Untertöne hat man jedoch klar zurückgeschraubt. Dadurch wirkt The 40th Day zwar etwas ernster, aber es geht auch einiges an der verrückten Buddy-Movie-Atmosphäre verloren.
Pro
Brachiale Action-Einlagen
Auf Koop-Gamepaly optimiert
Interessante Aggro- und Moralsysteme
Umfangreiches Customizing für Waffen ...
Contra
... hebt kaum die Motivation
Sehr kurze Solo-Kampagne
Sinnfreier Story-Wirrwarr
Nicht genug dreckige Witze
Fazit
Army of Two: The 40th Day kommt wie ein kurzweiliger Sommer-Kino-Blockbuster daher. Riesige Explosionen, laute Handgranaten, viel Geballere und zwei muskelbepackte Söldner, die sich mehr oder weniger dreckige Witze erzählen. Die technische Seite gefällt mir gut, der ganz große Wow-Effekt blieb jedoch trotz der in den späteren Levels immer besser werdenden Grafik aus. Allgemein vermisse ich den deutlich gewagteren Humor aus dem ersten Teil. EA Montreal hat wahrscheinlich viel Kritik einstecken müssen, weil es eben mutig war, ein so zynisches Duo auf die Welt loszulassen. Die Idee mit dem Moralsystem, das einem die Konsequenzen der Entscheidungen vor Augen führt ist eine prinzipiell gute, allerdings wirkt die Umsetzung halbherzig. Die meiste Zeit habe ich mich gefragt, worum es eigentlich wirklich geht und wozu sich Rios und Salem die Strapazen antun. Die kurze Spielzeit und die eher schlecht präsentierten Story sind die größten Mankos der Solo-Kampagne. Die KI, sowohl bei Freund und Feind, hat mich stets überzeugt - ein wenig Babysitting fällt kaum ins Gewicht. Wer hingegen auf Koop-Action mit einem Freund steht, darf ohne Bedenken zugreifen! Denn Army of Two: The 40th Day ist perfekt auf kurzweilige Balleraction für zwei Spieler ausgelegt.
Infos
Erhältlich für
Genre
Action
Publisher
Electronic Arts
Entwickler
EA Games
Website
-
Release
15. Jänner 2010
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