Einmaliger Ballerspaß mit grafisch starker Präsentation trifft auf geringen Spielumfang.Ein Glück, dass sich Sega nun seit einiger Zeit ausschließlich auf Software spezialisiert hat, denn dadurch kommen nun auch alle Splatter-Fans auf der XBox in den Genuss des mittlerweile dritten Teils der The House Of The Dead-Reihe.
Geschichte muss sein Zwar ist und wird dieses Spiel niemals, aufgrund der Gesetzeslage, in Deutschland erscheinen, doch gleich vorneweg ist das ganze Menü und sämtliche Untertitel komplett in deutscher Sprache gehalten. So werden sich auch Spieler die der englischen Sprache nicht allzu vertraut sind, sofort zurechtfinden. Wie in den beiden Vorgängern gibt es auch in diesem Teil storytechnisch etwas zu bieten. Allerdings nicht in der Gegenwart, sondern um es genau zu sagen ganze 16 Jahre in der Zukunft spielt die Handlung rund um den Lightgun-Shooter aus dem Hause WOW Entertainment. Die Protagonisten des Spiels bilden „G“ und „Lisa“ die sich auf der Suche nach einem verlorengegangenen Spezialkommando befinden, dass unglücklicherweise in einem Forschungslabor von Zombies heimgesucht worden ist.
Modi-Variationen THOTD III lässt sich sowohl im Einzelspieler-Modus als auch im Zweispieler-Modus spielen. Des weiteren sind diesen beiden Modi zwei weitere Spielformen untergeordnet. Das Spiel teilt sich dann eben zum einen in den „Überlebensmodus“ und zum anderen in den „Kampf um die Zeit-Modus“. In den Menü-Optionen lassen sich bequem Einstellungen wie Continues, Leben, Blutfarbe usw. treffen. Steuern lässt sich dieser dritte Teil, wie alle Bisherigen auch, mit Light-Gun oder Game-Pad. Ersteres bewirkt selbstredend ein sehr authentisches Spielvergnügen und besonders im Zweispieler-Modus kommt hier der Spielspaß deutlich zur Geltung. Hingegen geht das Steuern mit dem Game-Pad leichter von der Hand und ermöglicht dadurch genauere und gezieltere Schüsse auf den Feind.
3, 2, 1 und Action Der Spieler bewegt sich anfangs auf einem riesigen Industriegebiet, auf diesem, wie soll es auch anders sein, er sich nicht alleine befindet. Riesige und vor allen Dingen sehr unterschiedliche Zombie-Horden wollen das Untersuchen auf diesem großen Areal weitestgehend verhindern. Natürlich dürfen hier einige Oberbosse nicht fehlen, diese melden sich meist am Ende eines jeden Level lautstark zu Wort. Jedoch kommt es im ersten Abschnitt vor, dass sich ein sehr großgewachsener Wächter euch des Öfteren in den Weg stellt, dabei sollte der Spieler den Kopf am Besten ausschalten und ohne Verluste diese gigantische Kreatur dem Erdboden gleichmachen. Eben dann zeigt sich, zu welchem Spielertyp der Einzelne gehört, denn der Schwierigkeitsgrad zwingt hier den einen oder anderen Monsterjäger ohne weiteres in die Knie.
Die Gegnervielfalt lässt hier ebenfalls so gut wie keine Wünsche offen, so kriechen schleimig grüne Zombies die Gitter einer Treppe empor, um dem Spieler so richtig an den Kragen zu gehen. Oder haben verschiedenste Wurm- und Fledermausansammlungen etwas gegen eine Fahrstuhlfahrt und versuchen den Spieler davon durch einen Angriff abzuhalten. Jedoch gibt es auch Monster mit Kettensägen, werfenden Messern, mit feschen Arbeitsanzügen oder einfach nur überfressende und fetttriefende Dickbäuche. Gut, dass man dann eben wie oben angesprochen die Lebens- bzw. Continuesanzahl nach oben korrigieren kann, denn teilweise geht es hier richtig knackig zur Sache.
Die durchzuspielenden Abschnitte überzeugen in erster Linie durch ihre Vielfalt. So ist der Monsterjäger zu Beginn noch auf einer riesigen Baustelle unterwegs, auf der es neben alten Autowracks und zerstörten Gebäuden nichts Anständiges zu holen gibt. Im weiteren Verlauf des Spiels geht es dann hauptsächlich im riesigen Gebäude des Industriegebiets zur Sache, so muss sich der Spieler seinen Weg durch verwinkelte Büroanlagen, vermoderte Schächte, weite Brückenübergänge oder dunkle Kellerräume schießen. Zwar kann der Hobbyschütze sobald er das Vorgrundstück überwunden hat, individuell einen Level der nächsten drei anstehenden Stages auswählen, jedoch ist die freie Wegwahl, wie es der Vorgänger auf der Dreamcast bot, nicht mehr gegeben, sodass es absolut irrelevant ist, welchen Level man als erstes angeht.
Die Levelanzahl hätte trotzdem den einen oder anderen Abschnitt mehr verdient, denn sehr geübte Schützen werden diesen Titel in knapp 45 Minuten durchgespielt haben, doch genau diesen Streitpunkt hat Herausgeber Sega genau überdacht und spendiert daher obendrein noch den sehr erfolgreichen Vorgänger, der im Jahre 2000 das Licht der Welt auf der Dreamcast erblickte. Somit ist der Spieler auch nach erfolgreicher Beendigung des 3. Teils einige Zeit mit dem auch noch heute sehr überzeugenden und teilweise im Gameplay überlegenden The House Of The Dead 2 beschäftigt.
Grafik THOTD III ist zu jeder Zeit auf hohem grafischen Niveau und kann teilweise sogar mit tollen Effekten auftrumpfen. Nicht nur die Fülle der „antanzenden“ Zombies sondern auch der Detailreichtum können auf der ganzen Linie überzeugen und lassen einen butterweichen Spielfluss zu. Mit dem Schadensmodell der Monster hat Sega einmal mehr bewiesen zu was sie fähig sind, denn komplette Durchschüsse und vereinzelte Gliedmaßenabtrennungen sind nicht nur möglich sondern sehen wirklich furchteinflößend aus. Die Darstellung innerhalb des Gebäudetrakts ist solide aber manchmal etwas eintönig ausgefallen, jedoch hinterlässt die Außenumgebung mit hohem Detailreichtum einen hervorragenden Eindruck.
Sound Soundtechnisch ist ebenfalls alles im akzeptablen Bereich, denn die Sprecher können seit dem ersten Teil überzeugen und das aggressive und teilweise erschreckende Gebrülle der Zombies und Monster hört sich aufgrund der Dolby Digital-Unterstützung sehr überzeugend an. Im eigentlichen Spielverlauf tönen unauffällige Melodien im Hintergrund und unterstützen das Spielgeschehen weitestgehend.
Spielspaß Solo Ist der Spieler mit seiner Schrotflinte alleine unterwegs trübt anfangs der harte Schwierigkeitsgrad doch ziemlich die Stimmung. Sobald man jedoch etwas Übung investiert hat oder Anfänger einige Einstellungen in den Optionen getroffen haben, macht dieser Lightgun-Shooter unheimlich viel Spaß und ein mehrmaliges Durchspielen wird zur Normalität. Neben dem gängigen Überlebensmodus, der mit dem herkömmlichen Original-Modus vergleichbar ist, bereitet der Kampf um die Zeit-Modus, aufgrund des rückwärts laufenden Timers und die individuelle Vergabe von Boni sehr viel Spaß und stärkt etwas die Motivationskurve.
Spielspaß Multi Der vorhandene Multiplayer-Modus lässt wie in allen bisherigen Teilen noch einen weiteren Jäger am Bildschirm zu. So ist es möglich zu zweit mit jeweils einer Lightgun gegen das Ungeziefer im Original-Modus anzutreten. Wobei einer in die Rolle von „G“ und der andere in die von „Lisa“ schlüpft. Beigefügt werden muss noch die Tatsache, dass sich das Spiel im 2-Spieler-Modus schwerer aber gleichzeitig spannender spielt, so dass gerade die Bosskämpfe enormen Spaß machen.