Fantasievolles Rätsel-Jump’n Run, das alle Mario- und Sonic-Titel im Regen stehen lässt.
Rätselfreaks aufgepasst!Es fällt unheimlich schwer, das Spielerlebnis von
Braid in Worte zu fassen. Aus Büchern erfährt der Spieler die Geschichte um Tim (den Hauptcharakter) und dass seine große Liebe nach einem Vertrauensbruch spurlos verschwunden ist. In der Spielwelt abgesetzt, steuert man Tim, ganz Mario-typisch, bis zum Ende des Levels und überquert ein Fähnchen, wo gesagt wird, dass die Prinzessin leider nicht in diesem Schloss wäre. Auch das ein oder andere 1:1 übernommene Zitat aus Donkey Kong Country findet man wieder. Aber das war es auch schon mit den Parallelen zu den bekannten Genre-Vertretern.
Ein besonderes Feature in
Braid ist die Kontrolle über die Zeit. Per Knopfdruck lässt sich diese zurückspulen und jeder Bildschirmtod verhindern, falls man mal in eine Schlucht stürzt oder von Gegnern angegriffen wird. Alle Feinde und Gegenstände bewegen sich rückwärts, mit Ausnahme solcher, die von einer
grünen Aura umgeben sind. Sie bleiben an Ort und Stelle. Dies ist für einige Rätsel immens wichtig. So kann man mit Schlüsseln in Tims Hand durch Türen zurück laufen, obwohl die Tür vorher hinter einem zugegangen ist. Als Spieler sollte man schon einiges an Ausdauer und Gehirnschmalz mitbringen, um die doch
sehr knackigen Rätsel zu lösen. Es gilt jeden Level geradezu auswendig zu kennen. Ziel der Stages stellt primär das Aufsammeln von Puzzleteilen dar, welche ziemlich gemein versteckt sind und ohne die Interaktion mit den Gegebenheiten unerreichbar bleiben.
Traumhafte MärchenweltNicht nur die Spielmechanik hebt
Braid von anderen Jump’n Runs ab. Als 2D-Spiel erinnert es zwar direkt an Super Mario Bros., die optische Präsentation gleicht aber eher einem Ausschnitt aus einem Märchen.
» Geschick und Denkvermögen sind gefragt. |
Die pastellfarbenen Hintergründe könnten einem Aquarell-Gemälde entsprungen sein und unterstreichen die
fantasievolle Atmosphäre, genauso wie die Musik dem Spieler einen wohligen Schauer über den Rücken jagt. Das Charakterdesign geht eher in Richtung Comic-Look und hebt sich wunderbar vom Setting ab ohne aufgesetzt zu wirken.
Spielt man
Braid, lehnt man sich zurück, kuschelt sich in eine Decke ein und genießt einfach nur das gesamte Spielerlebnis. Im Zusammenspiel mit den Storypassagen bekommt man eins der emotionalsten Spiele, das man für 15 Euro kaufen kann. Lediglich die Tatsache, dass die Rätsel extrem knackig und teilweise nur durch
nerviges Trial & Error lösbar sind, sorgt für etwas Unmut. Die Nettospielzeit ist darüber hinaus auch etwas kurz geraten, weil man beim zweiten Spielen kaum mehr Motivation hat, noch einmal hinter die Rätsel zu steigen, außer um den Speedrun-Erfolg freizuschalten. Das hält aber definitiv nicht davon ab, einem der innovativsten Spiele für Xbox Live Arcade Tribut zu zollen.