Der Klassiker aus C64-Zeiten sorgt dank des unverwüstlichen Spielprinzips auch heute noch für reichlich Spaß.
Simple is beautifulAufwändige Grafik- und Physik-Engines, millionenschwere Budgets, Entwicklerteams mit hundert Mitarbeitern, komplexe Steuerungsschemata, die auf zwei Analogsticks und acht Buttons zurückgreifen: Keine Frage, heutige Games haben einen Komplexitätsgrad erreicht, der die Spiele früherer Generationen wie simple Programmierübungen erscheinen lässt. Dass jedoch auch ohne all diese Faktoren Spielspaßgranaten produziert werden können, hat das Software-Angebot auf dem C64 bereits vor über 20 Jahren eindrucksvoll bewiesen.
International Karate+ ist ein Artefakt aus jener Frühzeit des Zockens, als noch der Home Computer das Zentrum für Spielbegierige repräsentierte. Der Nachfolger zum ebenfalls durchwegs gelungenen
International Karate (
500 Wii-Punkte) besticht durch sein simples Design, das dennoch für reichlich Spieltiefe sorgt. Auf einem Bildschirm kämpfen drei Karatekas um den Sieg. Diesen erlangen sie, indem sie mit Treffern Punkte sammeln. Erwischt man einen Gegner von vorne, so werden zwei Punkte gut geschrieben, bei einer gelungenen Attacke von hinten gibt es lediglich einen Punkt. Wer zuerst sechs Punkte erreicht oder die meisten Zähler vor Ablauf des Zeitlimits besitzt, bekommt den Sieg zugesprochen und steigt in die nächste Runde auf.
Kick itObwohl die Steuerung lediglich auf das Digikreuz und einen Aktionsknopf zurückgreift, ist der Weg zum Sieg mit einem
umfangreichen Move-Repertoire verziert. Unterschiedliche Schläge
» Der blaue Karateka hat aufgeräumt. |
und Tritte haben jeweils eigene Reichweiten und so gibt es für jede Spielsituation den geeigneten Angriff. Wer dieses Repertoire meistert, wird reichlich Punkte scheffeln und so schließlich immer bessere Gürtel einheimsen – bis hin zur Meisterklasse, dem schwarzen Gürtel. Um das Geschehen aufzulockern, wird zwischen den Kämpfen immer wieder eine
Bonus-Stage eingestreut, die genug Futter für Highscore-Jäger bietet.
Technisch darf man sich von einem C64-Spiel natürlich kein Husarenstück erwarten. Für die geltenden Beschränkungen wurde allerdings allerhand aus dem Brotkasten gezaubert. Die drei Kämpfer bewegen sich geschmeidig und der Hintergrund wimmelt nur so vor kleinen Details. Im Vergleich zur optisch überlegenen Amiga-Konvertierung müssen allerdings einige Einschränkungen hingenommen werden. So ändert sich leider die Gürtelfarbe der Kämpfer nicht bei einem Rangaufstieg. Aber diese kleinen Mäkel ändern nichts am Spielspaß, der vor allem zu zweit auf Hochtouren kommt. Im Duo den Computer-Kontrahenten zu drangsalieren macht gleich doppelt Spaß und oftmals kommt es zu fiesen Szenen, wenn aufgrund eines nahenden Sieges der Nichtangriffspakt gebrochen wird.