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Siren: Blood Curse

» Autor: Stefan Lehmler
» Datum: 01.08.2008
» Gesamtwertung:
/5
4/5: Empfehlenswert
mit zahlreichen Stärken.
Wie wir bewerten
Das erste gute Survival-Horror-Spiel dieser Generation ist ein Download-Titel und jeden seiner 29,99 Euro.

Forbidden Siren-Remake
Mit Forbidden Siren sowie dessen Nachfolger brachte Sony in Playstation 2-Tagen seine ganz eigenen Survival-Horror-Spiele auf den Markt, um gegen Titel anderer Hersteller wie die Silent Hill-Reihe oder
» Nichts für schwache Nerven.
Project Zero bestehen zu können. Das Konzept ging leider nicht auf. Zwar boten auch die Forbidden Siren-Spiele eine deftige Atmosphäre, sorgten aufgrund des frustrierenden Gameplays und der klobigen Steuerung allerdings öfters für mehr Wut als Schauer beim Spieler.

Mit Siren: Blood Curse will Sony dieses Mal alles besser machen. Der erste Teil der Reihe wurde einer Generalüberholung unterzogen und als Remake in insgesamt zwölf Episoden im PSN als Download bereitgestellt. Wer nun eine Abzocke in kleinen Portionen erwartet, der sei beruhigt: Siren: Blood Curse lässt sich als Komplettpaket für gerade einmal 29,99 Euro herunterladen – ein sehr guter Preis für ein Programm, welches mit rund zehn Stunden Umfang und einer hochwertigen Technik anderen Vollpreistiteln in nichts nachsteht. Wahlweise kann das Ganze auch in vier Häppchen gekauft werden - dann wird es allerdings ein wenig teurer. Wer lieber handfeste Discs in seinen Händen hält, sollte sich allerdings noch ein Weilchen gedulden. Eine Blu-ray-Version des Spiels ist laut Sony nämlich bereits in Planung.

Da ist was im (japanischen) Busch
Das Spiel selbst präsentiert sich als klassischer Survival-Horror-Trip: In einem abgelegenen japanischen Dorf verwandeln sich die Bewohner in blutrünstige Wesen, die wie Zombies hinter dem Fleisch von Menschen
» Schwere Kindheit.
her sind. Die Geschichte wird dabei in allerlei hochwertigen Zwischensequenzen und durch etliche im Spiel versteckte Hinweise wiedergegeben. Der Spieler schlüpft von Episode zu Episode in die Rolle verschiedener Überlebender und Touristen, um sich einen Weg durch das Chaos zu bahnen.

Je nach Charakter stehen ihm dazu verschiedene Fertigkeiten zur Verfügung. So können einige Charaktere das Geschehen auf einem seperaten Bildschirm aus den Augen der Shibito genannten Zombies zu verfolgen, was ungemeine Vorteile beim Verstecken bietet. Starke Personen hingegen verlassen sich lieber auf Muskelkraft und können schwere Gegenstände wie Metalrohre als Waffe gegen die Untoten einsetzen. Gespielt wird – natürlich – aus der Third-Person-Perpektive. Wahlweise darf man aber auch direkt durch die Augen der Protagonisten schauen, was zwar für weniger Übersicht aber ein noch beklemmenderes Gruselerlebnis sorgt. Die Bedienung geht stets gut von Hand, auch wenn sich die Buttonmash-lastigen Kämpfe genretypisch etwas fummelig präsentieren.

Episodisches Grusel-Werk
Jedes Kapitel ist in verschiedene Missionsziele aufgeteilt. So muss man beispielsweise einem bestimmten Shibito entkommen oder aber zusammen mit anderen Überlebenden an vorgegebene Orte fliehen. Die
» Die Lichteffekte sorgen für viel Atmosphäre.
Levels sind strikt linear aufgebaut. Für Übersicht sorgt eine praktische, jederzeit aufrufbare Karte mit vielen Details. Dennoch kommt es des Öfteren zu Trial and Error-Passagen. Beispielsweise dann, wenn man nicht schnell genug eine Waffe findet, um einen anrückenden Feind ins Jenseits zu befördern oder das nächste Versteck nicht rechtzeitig erreicht. Ansonsten gibt sich der Schwierigkeitsgrad allerdings moderat – vor allem im Easy-Modus.

Die schauerliche Atmosphäre verdankt der Titel vielen Faktoren: Zum Einen brilliert die Grafik durch detailverliebte Settings, superbe Licht- und Schattenspiele sowie sehr gute Polygonmodelle, zum Anderen sorgen Musik und Soundeffekte für ständiges Unbehagen beim Spieler. Geschickt eingestreute Schockeffekte runden den gelungenen Nervenkitzel perfekt ab. Negativ fallen hingegen Slowdowns beim Splitscreen-Effekt auf, wenn man die Sicht eines Gegners einblendet.
Pro
Großartige Grafik und Sounduntermalung
Äußerst dichte Atmosphäre
Klassisches Survival-Horror-Gameplay
Sehr günstiger Preis
Hochwertige Zwischensequenzen
Contra
Viele Trial & Error-Passagen
Leicht fummelige Kämpfe
Slowdowns bei Splitscreens-Ansicht
Fazit
Die Entwickler bei Sony haben im dritten Anlauf endlich das geschafft, was sie mit Forbidden Siren 1+2 erreichen wollten: Ein gutes Horror-Spiel zu erschaffen. Das Remake des ersten Teils zeigt sich in allen Belangen besser als sein Vorgänger und erfreut den Spieler durch einen moderateren Schwierigkeitsgrad, großartige HD-Optik und eine noch beklemmendere Atmosphäre als im Original. Wer beim Stichwort "Episoden-Spiele" gleich auf Durchzug stellt, der sei an dieser Stelle beruhigt. Zwar lässt sich das Horror-Erlebnis in vier einzelnen Paketen herunterladen, allerdings können "Vollversion-Fans" für günstige 29,99 gleich alles kaufen – allerdings nicht in Deutschland. Die berechtige "ab 18"-Freigabe verwährte dem Titel den Weg ins deutsche PSN. Kritik gibt es dennoch: So ist der Spielverlauf immer noch durch einige nervige Trial & Error-Passagen geprägt und die Kämpfe nach wie vor etwas fummelig geartet. Die Slowdowns in der Splitscreen-Sicht sind allerdings nur ein kleiner Patzer im ansonsten technisch hervorragenden Horror-Trip.
Infos
Erscheint für
Genre
Adventure • Survival Horror
Publisher
Sony
Entwickler
Sony
Website
-
Release
2008
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»  game4game
User-Bewertung
78
3 Bewertungen
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