Gutes, umfangreiches Off-Road-Rennspiel mit äußerst trockener Präsentation.
Über Stock und SteinMit
Baja: Edge of Control schickt THQ einen direkten Konkurrenten zu Sonys
MotorStorm: Pacific Rift und Disney Interactives
Pure ins Rennen um die Off-Road-Krone. Statt wie die Mitbewerber aber auf
eine knallig-fetzige Präsentation, spektakuläre Stunts und explosive Unfälle zu setzen, schlägt
Baja eher
gemäßigtere, realistischere Saiten an. Nachbrenner, Stunteinlagen, Explosionen und unfaires Fahren gibt es hier nicht. Stattdessen bietet der Titel
rund 160 lizensierte Fahrzeuge, die sich mit über 200 Teilen tunen, aufmotzen und den persönlichen Anforderungen nach anpassen lassen. So ist vom schrottreifen Unterklassewagen bis hin zu hochgerüsteten Superjeep alles mit von der Party, was sich natürlich entsprechend aufs Fahrverhalten auswirkt.
Viel Wert wird dabei auch auf die Fahrphysik gelegt. Diese ist zwar nicht absolut realistisch gehalten, bewegt sich aber deutlich mehr im Simulationsbereich wie bei den genannten, arcadigen Konkurrenten. Dementsprechend geschickt muss man auch beim Fahren vorgehen. Ein
sicherer Fuß am Bremspedal ist hier mindestens genauso wichtig wie das gefühlvolle Beschleunigen im richtigen Moment. Angesichts der selbst auf dem leichten Schwierigkeitsgrad
gnadenlosen KI und den teils sehr anspruchsvollen Strecken richtet sich der Titel somit klar an erfahrene Rennpiloten – Einsteiger brauchen eine lange Übungsphase.
Gute Fahrt in trister OptikAn Spielmodi bietet der Titel neben einer
umfangreichen Kampagne inklusvie Geldverdienen und Auto- sowie Teilekauf noch zahlreiche Einzel-Renn-Möglichkeiten, in denen man gleich mit den dicken Klassen auf
» Baja überzeugt mehr durch innere als äußere Werte. |
die Piste gehen darf. Vom normalen Rennen bis hin zur vierstündigen Superrally inklusive Reperatur-Stopps ist hier alles abgedeckt. Zur Abwechslungs tragen noch Modi wie der Freeway sowie das Hill Climbing bei. In ersterem darf man die rund 1000km² große Spielwelt frei befahren, während in zweiterem das mühsame Erklimmen von Steilhängen sowie das anschließende heile Herunterkommen von diesen im Vordergrund steht. Natürlich darf auch online mit bis zu zehn Spielern an den Start gegangen werden. An einem System erlaubt
Baja: Edge of Control das Spielen zu viert im geteilten Bildschirm.
Wo Baja in Punkto Umfang und Spieldesign größtenteils überzeugen kann,
hapert es dem Titel an einem wesentlichen Punkt: Die Präsentation des Ganzen ist so trocken und langweilig wie die sandigen Pisten auf denen die Rennen ausgetragen werden. Das fängt bei den öden Menüs an, setzt sich über die fehlende Musikuntermalung während der Rennen fort und hört bei der schwächelnden Grafik auf. Letztere bietet zwar eine sehr schöne Weitsicht und ordentliche Fahrzeugmodelle, schreckt allerdings durch matschige Texturen und hässliche Streckenobjekte ab und sieht auf der PS3 zudem noch einen Tick schlechter aus als auf der Xbox 360. Außerdem macht sich auf Sonys Konsole stärkeres Kantenflimmern bemerkbar. Schade, denn dadurch geht viel an Flair und Atmosphäre verloren.