Steven Spielbergs Videospieldebüt gibt sich technisch bieder, bietet jedoch reichlich Spielspaß mit Bauklötzen.
Hansdampf in allen GassenZahlreiche Filmpreise, dutzende Blockbuster und ein volles Bankkonto stellen Hollywood-Mogul Steven Spielberg offensichtlich nicht zufrieden. In Kooperation mit
Electronic Arts arbeitet der Starregisseur jetzt auch an drei
» Die Bombenblöcke hinterlassen ihre Wirkung. |
Videospielen. Das erste greifbare Ergebnis dieser Zusammenarbeit liegt nun mit
Boom Blox vor und weiß durchaus zu gefallen. Das Spielprinzip zeigt sich dabei intuitiv und ist auch schnell erklärt. In der Mehrzahl der Modi gilt es, Türme von Bauklötzen durch gezielte Ballwürfe zum Einsturz zu bringen. Das klingt erstmal nicht besonders spannend, fesselt einen allerdings alsbald vor dem Bildschirm.
Sowohl das simple Prinzip als auch die einfach gestrickte Steuerung sorgen dafür, dass im Nu die ganze Familie dem Spektakel beiwohnt, mit besserwisserischen Bemerkungen das Geschehen kommentiert und schließlich selbst zur Wiimote greift. Mit dieser führt ihr ein Fadenkreuz, welches durch Halten des A-Buttons quasi eingelockt wird. Dann schleudert man den Ball durch eine Wurfbewegung mit der Wiimote (ein Hoch auf die Handschleife) in Richtung des anvisierten Punktes. Das Spiel erkennt dabei auch die Stärke des Wurfes akkurat. Insgesamt erweist sich die Steuerung als sehr exakt, stellenweise fast schon übersensibel. Diese Genauigkeit ist aber in vielen Herausforderungen dringend zur Lösung erforderlich.
Abwechslung, Abwechslung, Abwechslung Das Hauptmenü gewährt euch den Zutritt zu den zwei Hauptmodi des Titels. Der
Entdeckungsmodus bietet sechs verschiedene Spielvarianten. Vom Jenga-ähnlichen vorsichtigen Entfernen
» Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt. |
von Bausteinen aus riesigen Türmen über Schießbuden bis zum Niederreißen von aufwändigen Konstruktionen mit möglichst wenigen Würfen bietet
Boom Blox allerhand Abwechslung. Gerade letztere Variante wird durch Spezialblöcke wie Bomben oder Chemikalien, welche bei Berührung eines Steins gleicher Art explodieren, enorm bereichert. Viele der Herausforderungen erfordern dabei einiges an Hirnschmalz, bis sie mit der Bestnote abgeschlossen werden können.
Den zweiten wichtigen Bestandteil des Spiels bildet der
Abenteuermodus. Hier findet sich das Bauklötzespektakel in insgesamt
vier Kampagnen zu je 18 Missionen verpackt, welche durch eine – zugegebenermaßen hanebüchene – Story vorangetrieben werden. In all diesen Modi belohnt der Titel euren Fortschritt mit dem Freischalten von Komponenten für den durchwegs
gelungenen Level-Editor oder weiteren Herausforderungen belohnt. Insgesamt bietet
Boom Blox somit
über 300 einzelne Levels und damit gleichzeitig eine ganze Menge Unterhaltung. Zwar sind einige der Varianten nicht ganz so gelungen, ein richtiger Reinfall gesellt sich jedoch glücklicherweise nicht zum Angebot. Die mit dem oben bereits erwähnten Level-Editor kreierten Abschnitte dürfen übrigens über WiFi-Connection an Freunde versendet werden. Weitere Online-Möglichkeiten bietet
Boom Blox leider nicht.
Die inneren Werte zählen Optisch ist der Spielberg-Titel garantiert
kein Hingucker. Auch in der letzten Konsolengeneration hätte sich
Boom Blox in dieser Kategorie bestenfalls im unteren Mittelfeld eingereiht. Durch eine frei drehbare Kamera
bleiben die Herausforderungen zumindest stets übersichtlich. Das Fehlen einer Zoom-Funktion erschwert aber stellenweise die Zugänglichkeit. Der Sound verdient höflich umschrieben auch höchstens das Prädikat zweckmäßig. Dafür
überzeugt die Physik-Engine über weite Strecken auf ganzer Linie und sorgt für oftmals unvorhergesehene Kettenreaktionen bei euren destruktiven Vorhaben.
Auch für Freunde von Multiplayer-Partien hat der Titel einiges in petto. Sowohl kooperativ als auch gegeneinander können viele der Modi bestritten werden. Während die Coop-Challenges vorwiegend zu zweit spielbar sind, darf man in den übrigen Mehrspieler-Herausforderungen bis zu viert vor einem Bildschirm Gefechte austragen. Einige dieser Modi laufen dabei rundenbasiert ab, so dass eine Wiimote völlig ausreicht. Lobenswert muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass der Mehrspieler-Part bereits zu Beginn völlig frei geschalten ist. So sind keine langwierigen Solo-Orgien notwendig, um in den vollen Genuss der Auseinandersetzungen mit menschlichen Mitspielern zu kommen.