Sei edel und gutmütig wie Luke Skywalker – oder böse und hinterlistig wie Darth Vader.Im neuesten Streich von Bioware, die zuletzt für Erfolge wie Baldurs Gate oder Neverwinter Nights verantwortlich waren, dem Rollenspiel Star Wars: Knights of the old Rebublic liegt es in deiner Hand, ob du dem hellen oder dunklen Pfad der Macht folgst – oder auch neutral bleibst und einfach das beste beider Seiten für dich herausschlägst.
Aller Anfang ist schwer Gleich nach dem kurzen Intro, das Spielszenen zeigt, gelangt man ins Hauptmenü, wo man sogleich ein neues Spiel startet und Rollenspiel-typisch natürlich zuerst einen Charakter erschafft, mit dem man das Spiel bestreitet.
Man hat hier die Auswahl zwischen 3 verschiedenen Charakterklassen, dem Gauner, dem Späher und dem Soldaten, die sich vorallem dadurch unterscheiden, wie schnell sie in bestimmten Bereichen aufsteigen können, sprich wieviele Punkte für sie zum Verteilen zur Verfügung stehen. Wachsen z.B. beim Soldaten die Talente schnell und die Fähigkeiten eher langsam, ist es beim Gauner genau umgekehrt. Nicht ganz selbstverständlich kann man auch zwischen männlich und weiblich wählen.
„Talente“ sind in erster Linie kampfbezogen, ermöglichen dem Charakter also bessere Angriffe durchzuführen, schwere Rüstungen zu tragen oder mit 2 Waffen gleichzeitig besser zu kämpfen. „Fähigkeiten“ hingegen haben mit Kämpfen eher nicht so viel zu tun, sondern beziehen sich eher auf bestimmte Eigenschaften, die sich während des Spieles einsetzen lassen. Dazu gehören das Entschärfen von Sprengstoff, die Tarnung oder das Hacken von Computern. Der Hauptcharakter kann zusätzlich noch Punke auf „Überreden“ verteilen, die einem das Überreden von anderen Personen ermöglicht und somit Vorteile herauszuschlagen.
Natürlich sind da auch noch die Attribute, wie Stärke, Geschicklichkeit oder Intelligenz, auf die es am Anfang gilt, Punkte zu verteilen.
Beim Erstellen des Charakters kann man selbst Hand anlegen oder auch auf den Computer vertrauen und einen vorgefertigten verwenden. Dann noch schnell das Aussehen und den Namen ausgewählt, und schon kann’s losgehen.
Die Vergangenheit – ein großes, schwarzes Loch Hat man seinen Charakter erstellt, erwacht man an Bord der Endar Spire, einem Kampfschiff der Rebellen, auf dem man statoniert ist. Das dumme daran ist, dass einem seine eigene Vergangenheit abhanden gekommen ist und man sich nicht wirklich an viel erinnern kann.
So trifft es sich natürlich gut, dass der Anfang das Spieles als Tutorial gedacht ist, wo man durch Hilfetexte behutsam in die Grundfunktionen des Spieles eingeführt wird – was aber leider auch schon das einzig behutsame am Anfang ist, denn in Knights of the old Republic geht es gleich so richtig los und man wird sich bald in einem Kampf wiederfinden, wo man auch gleich sein erstes Teammitglied befehligen darf. Da es um die Endar Spire nicht so gut bestellt ist, muss man sich den Weg zu einer Rettungskapsel bahnen, um nicht gemeinsam mit dem Schiff abzuschmieren. Da dem gerade erst kennengelernten Kameraden ein nicht allzu langer Auftritt im Spiel beschert ist, darf man sich sogleich auf die Seite eines anderen Rebellen schlagen, der einen fortan und durch das ganze Spiel hindurch begeleitet.
In der Rettungskapsel angekommen wird diese sogleich gestartet und man findet sich nach einem nicht sonderlich erholsamen und langen Flug auf dem Planeten Taris wieder, der der Ausgangspunkt fürs Spiel ist.
Große Vielfalt vereint in einem Spiel Auf Taris geht dann das Spiel dann eigentlich erst so richtig los und man findet sich in einem Mix aus spannenden Kämpfen, dem Erfüllen von Aufträgen, dem Aufleveln der Gruppe und vor allem langen Dialogen wieder – die sich auf insgesamt 6 Planeten abspielen, daruner die Heimat der Wookies oder auch Taooine, welche man per Raumschiff in nahezu beliebiger Reihenfolge auf den Spuren der ultimativen Waffe anfliegen kann. Mehr sei an dieser Stelle zur Story aber nicht verraten.
Man muss das Spiel nicht alleine bestreiten und so schließen sich einem im Laufe des Spieles 9 weitere Charaktere an, wobei man mit max. 2 davon gleichzeitig durch die Gegend laufen darf. Je größer hier die Auswahl wird, umso wichtiger ist es, die richtigen Mitglieder im Team zu haben, um Aufträge möglichst effizient zu lösen.
Aufträge gibt es im Spiel viele und man hat fast immer die Möglichkeit, diese auf verschiedene Arten zu lösen – ob nun kampfbetont oder eher vorsichtig durch die Hintertür – man kommt immer ans Ziel. Je nachdem für welche Ckaraktere sich entschieden hat, wird man eher den einen oder anderen Weg nehmen und sich gegebenenfalls leichter tun – was natürlich auch vom eigenen Charkter abhängt. Befindet man sich nicht gerade in einem Auftag, kann man die Mitglieder des Teams auch beliebig und nahezu überall tauschen. Unter anderem werden einem auch Androiden zur Verfügung stehen, die zum erfolgreichen Abschluss des Spieles behilflich sein werden.
Neben den Hauptaufträgen gibt es zahlreichen Nebenquests, die natürlich für die Beendigung des Spieles nicht wichtig sind, einem aber zusätzliche Gegenstände, Geld oder in den meisten Fällen auch weitere Erfahrungspunkte bescheren, welche natürlich besonders wichtig für den Spielverlauf sind, da sie es ermöglichen, den eigenen Charakter und auch die Teammitglieder zu verbessern, sprich deren Talente und Fähigkeiten auszubauen. Um die zurückgebliebenen Teammitglieder nicht zu benachteiligen erhalten auch diese Erfahrungspunkte und sobald man diese wieder zum Team hinzufügt, kann man auch diese auf einen höheren Level bringen.
Auch Geld ist natürlich wichtig, besonders um Medipacks zu kaufen, die einem in Kämpfen die bitter benötigten Gesundheitspunkte wieder zurück bringen – was aber nicht das einzige ist, was man käuflich erwerben kann. Hier stehen Schwerter, Rüstungen, verschiedene Granaten, Implantate und noch vieles mehr zur Auswahl. Vieles davon kann man aber auch seinen Gegnern abnehmen und sich somit den Kauf sparen.
Um zu Aufträgen zu kommen und den Spielverlauf vorunzutreiben, dienen größtenteils die gesprochenen Dialoge, die in der deutschen Version natürlich vollkommen übersetzt sind. Leider ist Electronic Arts hier ein wenig schlampig gewesen und so kommt es ab und zu vor, dass zu den Untertiteln kein Text zu hören ist, dass mal ein Textteil vergessen wurde zu übersetzen oder auch dass eine unverkennbare Frau mit einer Männerstimme spricht. Oft passen die Untertitel auch nicht mit dem Gesprochenen zusammen.
Ansonsten sind die Dialoge aber immer sehr gut und die Sprecher passen zur Atmosphäre des Spieles. Schon alleine die Tatsache, dass alle Dialoge auch gesprochen sind, gebührt aber eine großen Anerkennung.
Wähle den Weg für deine Zukunft Der Umstand, gezielt durch die Auswahl von verschiendenen Antworten zu bestimmen, in welche Richtung das Spiel geht, und auf welche Seite der Macht man letztendlich kommt, macht das Spiel nahezu einzigartig. Wollte man in einem Spiel schonmal so richtig böse sein, so hat man hier nun die Gelegenheit dazu.
Nahezu jedes Gespräch kann über verschiedene Antworten in eine andere Richtung geführt werden und einem somit der hellen oder dunklen Seite näher bringen. Oft ist es so, dass man durch eine „böse“ Antwort Vorteile für sich herausschlagen kann und z.B. mehr Geld bekommt. Andererseits kann man aber durch eine gute Antwort auch einem Kampf entgehen und das Spiel an manchen Stellen so etwas leichter machen.
Letztendlich hängt es aber vom Gesprächspartner ab, wie man reagiert. Oft bietet es sich so richtig an, eine böse Antwort zu geben, manchmal kann man aber nicht anders und muss einfach nett und friedlich sein, dann man sich sonst vielleicht noch schlecht vorkommt, wenn man unschuldige Menschen beleidigt.
Je nachdem, wohin es einen eher zieht, verändert sich auch die Darstellung des Charakters im Inventar. Ist man ein ganz lieber, so steht der Held mit stolz geschwellter Brust und edlem Gesichtsausdruck da, ist man hingegen böse, so ändert sich der Hingrund in ein bedrohliches rot und man hat einen gar nicht mehr so netten Gesichtsausdruck.
In diesem Fall ist man aber nicht alleine, da sich auch Charaktere der Gruppe anschließen, die eine nicht so ganz freundliche Gesinnung haben.
Im weiteren Verlauf das Spieles wird man Star Wars typisch natürlich auch mit Jedi in Kontakt kommen und auch selber zu einem werden. Hier kann man dann wiederum die Entscheidung treffen, welcher Jedi man werden möchte und im Prinzip obige Charakterklassen wiederspiegeln, sprich ob man lieber kämpferisch oder eher durch den Einsatz von Kräften weiterkommen möchte.
Wie nicht anders zu erwarten, darf man als Jedi natürlich auch ein Lichtschwert in die Hand nehmen und fortan Gegner damit das Fürchten lehren.
Bahne dir deinen Weg durch Massen von Gegnern Natürlich wird man noch so freundlich und nett sein können – irgendwann kommt es unausweichlich zu einem Kampf, die in Knights of the old Republic sehr gut in Szene gesetzt sind und auf den Regeln von D&D basieren und in Echtzeit ablaufen, aber jederzeit gestoppt werden können. In diesen Pausen kann man den Gruppenmitgliedern verschiedene Angriffsbefehle geben, befehlen eine Granate zu werfen oder aber auch ein Medipack zu verwenden.
Um Kämpfe möglichst erfolgreich zu bestreiten, stehen einem eine Vielzahl an Waffen zur Verfügung – angefangen von einfachen Schwertern bis zu Kampfstäben über Blasterpistolen bis hin zu schweren Gewehren. Wie schon angesprochen ist natürlich auch das Lichtschwert dabei, das man mithilfe von verschiedenen Kristallen verbessern und mit zusätzlichen Eigenschaften versehen kann. Auch andere ausgewähle Waffen und Rüstungen kann man mit Hilfe einer Werkbank noch schlagfertiger oder undurchdringlicher machen.
Sind die Kämpfe meist durch die Pausenfunktion sehr übersichtlich, kann die Übersicht bei einer größeren Anzahl an Gegnern aber schonmal unübersichtlich werden und man man den Kampf immer wieder pausieren und nicht vollständig den Überblick zu verlieren und den eigenen Recken beim Sterben zuzusehen.
Abgesehen davon sind die Kämpfe sehr gut in Szene gesetzt und es wird nie langweilig, dabei zuzusehen. Auch grafisch können sich diese durchaus sehen lassen und tragen sehr zur hervorragenden Atmosphäre bei.
Die Kämpfe sind größtenteils so ausgelegt, dass sie nie unfair werden und man mit der richtigen Taktik immer einen Chance auf den Sieg hat – vorausgesetzt man hat immer genügend Medipacks im Gepäck, denn ohne die geht schonmal garnix. Im späteren Spielverlauf kann man aber auch die „Macht“ zum Heilen einsetzen.
Die „Macht“ kann aber auch für das Gegenteilige, also für das Vernichten sehr gut eingesetzt werden und ein starker Charakter der diese gut beherrscht, kann Gegner lähmen, wie Darth Vader würgen, mit Blitzen schwächen oder durch die Luft wirbeln lassen.
In und auswändig Der gut ausgetüftele Invenatar- bzw. Optionsbildschirm leistet seinen übrigen Beitrag sodass das Spiel gut von der Hand geht. Es findet sich hier eine Übersichtskarte, das Spiel kann bequem geladen und gespeichert werden, es können die Attribute der Charaktere abgefragt werden und natürlich kann man diese hier auch ausrüsten und verschiedene Waffen zuweisen. Besonders komfortabel ist der Umstand, dass anstehende Aufträge aufgelistet sind und man so immer weiß, was zu tun ist und so nie den Überblick verliert. Auch wird jedes Gespräck mitprotokolliert, falls man mal nicht richtig aufgepasst hat.
Im Kartenbildschirm ist es ebenfalls möglich, schnell zu seinem „Stützpunkt“ zurückzukehren, wo man geheilt wird und seine Waffen aufrüsten kann. Per Knopfdruck geht es dann auch wieder zurück zum Ausgangspunkt, was sehr komfotable ist Hier kann man auch sein Team neu zusammenstellen, außer man ist gerade mitten in einem wichtigen Auftrag.
Die Steuerung selbst geht ebenfalls sehr leicht von der Hand. Mit dem linken Analogstick wird die Laufrichtung bestimmt, mit dem rechten die Blickrichtung. Mit dem linken und rechten Trigger kann man durch die verschiedenen Ziele schalten, die man dann mit „A“ auswählt. Mit „Start“ kommt man ins Inventar, mit „Select“ schaltet man in den Solo-Modus, wo man sich unabhängig von seinen Teammitgliedern bewegen kann.
Grafik Diese geht von mittelmäßig bis sehr gut, reicht aber keinesfalls an die von LucasArts veröffentlichten Screenshots heran. Zu Beginn des Spieles ist die Grafik nicht gerade auf der Höhe, doch gibt es auch Momente, wo einem durchaus ein „Wow“ entkommen könnte.
Besonders schön anzusehen, sind die Spiegelungen auf Rüstungen bzw. der Haut von Außererdischen, die wortwörtlich zu den „Glanzpunkten“ des Spieles gehört. Damit verbunden ist es auch sehr schön, wenn man eine Rüstung anhat und sich darin die Sonne spiegelt. Auch wurde der Effekt, wenn man ins Sonnenlicht sieht und geblendet wird, sehr gut umgesetzt. Hervorzuheben ist auch das im Wind sanft wiegende Gras auf einigen Planeten.
Wirklich negativ aufgefallen sind mir eigentlich nur die gelegentlichen Ruckler im Spiel. Ansonsten kann man die Grafik als durchaus angemessen sehen und damit zufrieden sein.
Die Zwischensequenzen sind größtenteils in Ingame-Grafik, ab und zu gibt es aber auch eine Rendersequenz, z.B. wenn man einen Planeten per Raumschiff verlässt.
Was mir ein wenig gefehlt hat, ist ein 16:9 Modus da sich in diesem Spiel die weitläufigen Areale besonders dafür angeboten hätten und es sicher auch den Kämpfen zugute gekommen wäre.
Sound Dieser ist den Star Wars Filme durchaus würdig und schon am Anfang, wo die Intro-Schrift von vorne nach hinten scrollt, tönt die typische Musik durch die Boxen.
Die Musik ist sitatuationsabhängig - ist sie in normalen Situationen, wie beim Herumlaufen und Erkunden eher zurückhaltend, schwillt sie in Kämpfen zu einem wahren Schlachtmusik ein, die einen nochmal so richtig anspornt.
Auch die Soundeffekte haben einiges zu bieten und besonders der toll umgesetzte Sound des Lichtschwertes hat es mir natürlich angetan. Nichts geht über das typsiche Surren, wenn ein Lichtschwert gezogen und bald darauf ein Gegner fachmännisch zerlegt wird.
Besonders hervorzuheben ist hier der Dolby Digital Sound der einen mitten ins Spiel zieht und speziell in Kämpfen sein übriges zur tollen Atmosphäe beiträgt.
Spielspaß Solo Die Mischung aus spannenden Kämpfen, interessanten Aufträgen, dem immerwehrenden Wunsch, eine noch besser Waffe oder Rüstung zu finden, und vor allem dem Aufleveln der Charaktere haben einen unglaublichen Reiz und das Star Wars Thema und die tolle Story tragen ihr übriges dazu bei, dass man sich nicht so schnell vom Fernseher lösen kann und erst zufrieden ist, wenn der Abspann zu sehen ist.
Hinzu kommt noch, dass man natürlich auch wissen möchte, wie sich das Spiel auf der anderen Seite der Macht spielt, also ist man nocheinmal dazu motiviert, weitere Stunden vor dem Fernseher zu verbringen.
Das Spiel wird dabei aber nie unfair und mit der richtigen Taktik hat man nahe nie Probleme, einen Kampf erfolgreich zu bestehen. Auch die Erfüllung der Aufträge sollte nicht allzu großes Kopfzerbrechen bereiten, vorallem da man immer alle Aufträge im Invenatar nachlesen kann.
Spielspaß Multi Im Spiel ist kein Multiplayer-Modus enthalten.