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Crisis Core: Final Fantasy VII

» Autor: Stefan Lehmler
» Datum: 02.07.2008
» Gesamtwertung:
/5
5/5: Pflichtkauf
uneingeschränkte Empfehlung.
Wie wir bewerten
Großartiges Prequel zu einem der besten Japano-RPGs aller Zeiten.

Final Fantasy VII - Prolog
Final Fantasy VII gehört unumstritten zu den besten und gleichzeitig auch beliebtesten Japano-RPGs aller Zeiten. Das ursprünglich auf der PlayStation 1 erschienene Spiel hat mittlerweile sein ganz eigenes Franchise innerhalb der Final Fantasy-Reihe aufgebaut. Die Compilation of Final Fantasy VII umfasst drei Spiele, einen Kurz-Anime sowie einen Kinofilm. Zu den spielbaren Titeln gesellt sich nun noch das PSP-Spiel Crisis Core: Final Fantasy VII, welches die direkte Vorgeschichte zu Final Fantasy VII darstellt.

In der Rolle des SOLDIERS Zack kämpft man in Midgar für den Megakonzern Shinra, bis die er hinter ein dunkles Geheimnis kommt. Die Geschichte wird dabei in zahllosen grandiosen Rendersequenzen und kaum weniger beeindruckenden Ingame-Szenen fortgesponnen. Zentrale Rollen spielen hierbei aus Final Fantasy VII bekannte Charaktere wie Sephiroth, Cloud und Aeris, aber auch der in Dirge of Cerberus auftretende Genesis. Für sich alleine genommen ist die Storyline bereits sehr gut, ihr volles Potenzial entwickelt sie aber nur, wenn auch das Hauptspiel bekannt ist, da viele offen gebliebene Fragen beantwortet werden.

Runderneuertes Gameplay
Während das Setting und die Charaktere weitestgehend aus Final Fantasy VII übernommen wurden, beschreiten die Entwickler beim eigentlichen Gameplay neue Wege. Statt wie in einem klassischen Japano-RPG
» Die Kämpfe machen viel Spaß.
in rundenbasierten Kämpfen mit einer Party anzutreten, ist der Spieler in Crisis Core während Kämpfen stets auf sich alleine gestellt. Auch geht es in diesen nicht Zug-um-Zug zur Sache, sondern in Echtzeit. So führt man Schwerthiebe sowie zuvor ausgerüstete Spezialattacken und Zaubersprüche in bester Hack'n'Slay-Manier aus und vollführt Ausweich- und Blockmanöver, um gegen etliche Standardgegner sowie große Bosse zu bestehen.

Um seinen Charakter auszurüsten steht dem Spieler ein reichhaltiges Repertoire an Materia zur Verfügung. Wie in Final Fantasy VII können diese magischen Energiekugeln individuell aufgelevelt werden und stellen dem Spieler bestimmte Manöver oder Statusverbesserungen zur Verfügung. Außerdem lassen sie sich durch das neue Fusionssystem miteinander verschmelzen, um an immer bessere Substanzen zu kommen. Aufgrund der schieren Masse an verschiedenen Energiekugeln sowie etlichen Sondergegenständen, die ebenfalls zur Verbesserung der Materie hergenommen werden, ist die Motivation, mehr und mehr dieser Gegenstände durch Kämpfe anzuhäufen, enorm.

Einarmiger Bandit
Eine weitere Neuerung ist das sogenannte DMA-Rad. Dieses Glücksrad in Form eines einarmigen Banditen läuft während Kämpfen stets am oberen Bildschirmrand mit und gibt alle paar Sekunden drei
» Was führt Sephiroth im Schilde?
zufällige Bilder von im Spiel getroffenen Freunden und gesammelten Beschwörungen wieder. Je nach Kombination wirkt sich das Ganze positiv auf den Hauptcharakter aus, indem beispielsweise seine Energie regeniert wird. Bei drei gleichen Charakterbilden führt die entsprechende Person sogar einen Unterstützungsangriff aus, was durch eine längere, spektakuläre Sequenz eingeläutet wird – ähnlich den Beschwörungszaubern aus Final Fantasy VII. Leider lassen sich nicht alle diese Sequenzen abbrechen, was auf Dauer nervig sein kann.

Darüber hinaus funktioniert auch das Aufleveln von Materias und des Helden über das DMA. Neben den Bildern zeigt das Rad noch zahlen. Bei entsprechenden Zahlenkombinationen kommt es zu einem Level-Up. Doch keine Sorge: Zumindest das Charakterleveln ist nicht komplett zufällig. Genau genommen erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für eine „777“ (die zu einem Level-Up führt) mit jedem vernichteten Monster, so dass man wie in jedem anderen RPG auch regelmäßig im Level aufsteigt.

Prächtig inszenierter Hauptstrang, etliche Nebenmissionen
Der Ablauf des Hauptstory-Strangs abseits der zahllosen Fights ist klassisch. Der Protagonist erkundet Dörfer, Dungeons und Landschaften,
» Die Rendersequenzen sind bombastisch.
führt Gespräche mit NPCs und löst kleinere Rätsel- sowie Sucheinlagen. Der Spielablauf zeigt sich hier als sehr einfach und dürfte selbst blutige Einsteiger vor keine allzu großen Hürden stellen, so dass man ganz ohne Frust die großartig inszenierte Storyline verfolgen kann. Wer dennoch Lust auf Herausforderung und Aufleveln verspürt, darf sich an den insgesamt 200 Nebenmissionen des Spiels versuchen.

Diese sind über jeden der zahlreichen, im ganzen Spiel verteilten, Speicherpunkte zugänglich und präsentieren sich in bester Dungeon-Crawler-Manier mit immer stärker werdenden Monstern. Perfekt für Unterwegs: Kaum eine Mission dauert länger als 10 Minuten. Als Belohnung winken nicht nur Level-Ups sondern auch besonders mächtige Materias, Beschwörungszauber, Waffen, Ausrüstungsgegenstände und Objekte zum Verbessern der Magiesubstanzen. Abwechslung sollte man hier jedoch nicht erwarten. Die Nebenmissionen beschränken sich auf reines Monstermetzeln und Itemsammeln. Dank des tollen Materia-Systems und der etlichen unterschiedlichen Feinde aber dennoch eine sehr motivierende Angelegenheit.

Bombastfeuerwerk auf der PSP
Eine aufwändige Square-Enix-Produktion gibt sich natürlich auch grafisch keine Blöße. So zählt Crisis Core: Final Fantasy VII auch gleich zum technisch Besten, was die PlayStation Portable zu bieten hat. Detailgrad,
» Das DMA-Rad hat direkten Einfluss auf die Fights.
Texturen, künstlerische Gestaltung, Charaktermodelle, Framerate und Animationen sind auf höchstem Niveau - lediglich God of War: Chains of Olympus strahlt an dieser Stelle heller. Noch besser als die tolle Optik präsentiert sich der Soundtrack mit seinen treibenden Melodien, die teils komplett neu komponiert wurden und teilweise an alte Stücke der Serie anschließen.

Ebenfalls nicht gespart haben die Entwickler bei den Sprechern, welche die zahllosen Zwischensequenzen vertonten. Der Umfang des Titels schwankt übrigens sehr stark - ganz nach Spielweise. Wer die Nebenmissionen links liegen lässt und sich nur auf die Hauptstory konzentriert, schafft den Titel in 15 bis 20 Stunden. Mittels der optionalen Quests kann die Spielzeit aber locker auf über 50 Stunden gesteigert werden.

Pro
Grandiose Inszenierung der tollen Vorgeschichte
Top Technik
Flottes Gameplay
Etliche, später sehr fordernde Nebenmissionen
Sehr Motivierendes Materia-Sammeln & -Verbessern
Gigantischer Soundtrack
Witziges DMA-Rad
Contra
Hauptstory zu einfach
Die meisten Kampf-Zwischen
sequenzen lassen sich nicht abbrechen
Abwechslungsarme Nebenmissionen
Fazit
Square-Enix neuestes PSP-Werk ist eine Offenbarung für jeden Final Fantasy VII-Fan, der schon immer einmal wissen wollte, was eigentlich zu den Ereignissen in Final Fantasy VII führte. Während der rund 15 bis 20 Stunden umfassenden Storyline werden so einige Fragen beantwortet und im Hauptspiel nur angeschnittene Charaktere deutlicher hervorgehoben. Doch nicht nur Fans des Franchise ist Crisis Core wärmstens zu empfehlen. Die Inszenierung der Story ist ein wahres Bombastfeuerwerk und fesselt regelmäßig durch phänomenale Rendervideos sowie tolle Ingame-Szenen. Untermalt wird das Ganze durch einen der besten Soundtracks der letzten Jahre. Spielerisch werden sowohl Einsteiger wie auch Profis bedient. Während erstere sich gemütlich durch die Story metzeln können, erfreuen sich zweitere an den etlichen Nebenmissionen und dem umfangreichen Materia-System – wobei die Hauptstory wirklich ein wenig schwieriger und die Nebenmissionen etwas abwechslungsreicher hätten ausfallen dürfen. Unter dem Strich darf eine ganz klare Kaufempfehlung für alle Japano-RPG-Fans ausgesprochen werden. Für FFVII-Anhänger ist der Titel ohnehin ein absolutes Muss.
Infos
Erhältlich für
Genre
Rollenspiele
Publisher
Koch Media
Entwickler
Square Enix
Website
www.crisiscore....
Release
20. Juni 2008
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