Trotz Next-Gen-Verbesserungen immer noch das alte Spiel.
Next-Gen-Dynasty Warriors?Lange, lange mussten Fans der Dynasty Warriors-Reihe auf diesen Moment warten: Mit
Dynasty Warriors 6 erscheint der erste "echte" Next-Generation-Teil der lange laufenden, nach wie vor beliebten
» Einige Charaktere sind kaum wiederzuerkennen. |
Reihe nun auch in Europa. Nach immer neuen Aufgüssen und Spin-Offs mit Minimalverbesserungen und -veränderungen soll
Dynasty Warriors 6 der
Serie zu neuem Schwung verhelfen. Eine aufgemotze Grafik-Engine, überabeitete, teils kaum wiederzuerkennende Charaktere und ein besseres Missionsdesign waren die Versprechen der Entwickler.
Diese Versprechen wurden auch eingehalten. Allerdings haben sie auf das eigentliche Gameplay kaum merkliche Auswirkungen, so dass sich auch
Dynasty Warriors 6 spielt wie ...
Dynasty Warriors eben. Nach wie vor kloppt man sich mit einem von dieses Mal leider "nur" 41 Charakteren
durch immense Gegnerhorden, sammelt dabei Erfahrungspunkte und versucht die Schlacht zu seinen Gunsten zu entscheiden. Dazu müssen verbündete Truppen und Stützpunkte beschützt und feindliche besiegt beziehungweise eingenommen werden. Knifflig wird das Ganze durch zahlreiche gescriptete Ereignisse, auf die man stets angemessen reagieren muss, um den Sieg davon zu tragen.
Belagerungsschlachten und KampferfahrungInsgesamt sind die Missionen dezent besser ausgefallen als in den Vorgängern. Dies verdankt
Dynasty Warriors 6 vor allem den neuen Belagerungsschlachten, in denen man feindliche
Katapulte vernichten oder eigene beschützen muss, während Truppen Mauern erklimmen und Tore einreißen. Ansonsten bleibt alles beim Alten. Vor allem
das Spielgefühl an sich hat sich kein bisschen verändert. So führt man nach wie vor mittels der X- und Y-Buttons wüste Kombos aus, lädt seine Musou-Leiste auf und vernichtet anschließend dutzende Feinde gleichzeitig mit Spezial-Attacken. Neben den zig Standardgegnern sollte man hier vor allem auf feindliche Offiziere achten, da sie die gegnerischen Armeen anführen.
Am Ende jeder Mission werden Stufenanstiege mit Skillpunkten belohnt, welche auf einem
Fähigkeitenbaum gegen Statusverbesserungen und neue Kampffertigkeiten eintauschbar sind. Außerdem werden hier im Kampf gesammelte Waffen dem Inventar hinzugefügt. Diese unterscheiden sich nicht nur in ihren Angriffswerten, sondern bringen diverse Boni wie Elementarschaden oder Fertigkeiten-Boosts mit sich. Leider wurde das spaßige Waffenschmieden aus einigen Vorgängern nicht in den sechsten Teil übernommen, so dass man sich mit dem begnügen muss, was einsammelbar ist.
Aus alt mach neuJeder der 41 spielbaren Offiziere verfügt über ein
ganz eigenes Waffenset sowie individuelle Spezialfertigkeiten, Kombos und Charakterparameter. Einige Anführer wurden darüber hinaus gegenüber den
» Zwischensequenzen erzählen die Storys. |
Vorgängern sehr stark verändert, so dass sie sich wie neue Krieger spielen. So tragen diese nicht nur neue Frisuren und Kostüme, sondern sind auch mit neuen Waffen ausgerüstet. Xiahou Dun beispielsweise tauschte sein Schwert gegen einen gigantischen Streitkolben und trägt nun eine Kurzhaar-Frisur.
Neben dem Story-Modus – welcher leider nicht mit allen freispielbaren Offizieren gespielt werden darf – bietet das Spiel noch einen
Herausforderungs- sowie freien Modus. Ersterer verlangt dem Spieler diverse Aufgaben wie "sammle möglichst viele Schätze" oder "töte möglichst viele Gegner" ab, während im freien Modus bereits gewonnene Schlachten wiederholt werden dürfen. Praktisch: Hier gesammelte Erfahrungspunkte dürfen in die Kampagne übernommen werden.
Alleine oder zu zweitLeider vermag der Titel technisch
trotz sichtbarem Grafik-Update immer noch nicht wirklich zu überzeugen. Zwar erstrahlen Charaktermodelle und Umgebungen im neuen, schickeren Texturgewand, die typischen Fehler
» Da tobt der Dynasty Warrior. |
der alten Engine wurden – abgesehen vom Kantenflimmern – allerdings in keinster Weise behoben. So ist die Sichtweite immer noch recht beschränkt, während teils massive Popups einfach unschön wirken. Beispielsweise dann, wenn plötzlich ein ganzer Feindtrupp neben dem Spieler aus dem Nichts erscheint. Beeindruckend ist jedoch nach wie vor die immense Anzahl an gleichzeitig dargestellten Einheiten, welche im Gegensatz zu dem Vorgänger nochmals leicht erhöht wurde.
Der Sound ist gewohnt metallastig, während mäßige englische Sprecher das Geschehen kommentieren. Neben dem sehr umfangreichen Solo-Part mit etlichen freispielbaren Charakteren und Waffen bietet
Dynasty Warriors 6 wie gewohnt die Möglichkeit
kooperativ in die Schlacht zu ziehen. Dies ist in allen Spielmodi möglich, allerdings nur im Splitscreen. Das Integrieren eines Onlinemodus haben die Entwickler abermals verschlafen. Schade!