Mäßige Portierung eines soliden, aber etwas kurzen Action-Spiels.
Publisher im PortierungswahnEntwickler Capcom ist derzeit im Portierungsrausch wie kaum ein anderes japanisches Unternehmen. So erwischte es zunächst das als PS3-exklusiv gehandelte
Devil May Cry 4, welches nun auch für die
» Wer hat da gerade 'Starship Troopers' gesagt? |
Xbox 360 und den PC erschienen ist. Dieses Mal drehen die Entwickler den Spieß um und bringen das ehemals Xbox 360-exklusive
Lost Planet auch für Sonys Konsole. Dieses wurde nun veröffentlicht und will wie bereits auf Microsofts fehleranfälligem Lautstärkewunder für
gediegene Action-Unterhaltung sorgen.
Im Spiel schlüpft man in die Rolle des jungen Wayne, der fernab der Erde auf einem öden Eisplaneten gegen
insektenartige Aliens und fiese Weltraum-Piraten um sein Überleben kämpft. Dabei ist er die meiste Zeit ganz auf sich alleine gestellt, profitiert aber von der immensen Kampfkraft sogenannter Vital Suits. Kampfroboter, die ihrem Benutzer gigantische Feuerkraft und Panzerung verleihen. Gut inszenierte Zwischensequenzen erzählen zwischen den Fights über zwölf Missionen hinweg die unspektakuläre Story.
Kampf auf fernem PlanetenDas Gameplay gestaltet sich simpel und eingängig. Aus der
Third-Person-Perspektive steuert man sein virtuelles Alter Ego durch die ausgedehnten Levels und nimmt alles unter Beschuss, was sich einem in den
» Die Effekte sind stimmig! |
Weg stellt. Zunächst ist man dabei meistens zu Fuß und mit typischen Infanterie-Waffen wie
Maschinengewehren, Panzerfäusten und Schrotflinten bewaffnet unterwegs. Außerdem verfügt die Spielfigur über einen
Greifhaken, mit dem man höher gelegene Orte erreichen oder sich an tiefen Stellen abseilen kann.
Dabei sollte man stets seine
Thermo-Energie im Auge behalten, welche stetig sinkt und nur durch Extrahieren von Feinden oder Abchecken von Versorgungspunkten wieder aufgefüllt werden kann. Richtig rund geht es, wenn man einen der zahlreichen verschiedenen Mechtypen besteigt. Diese reichen von leichten, flotten Aufklärungsvehikeln bis hin zu schweren, vierbeinigen mobilen Raketenplattformen mit
massiver Feuerkraft. Außerdem verfügen die Roboter über die Fähigkeit kurze Strecken zu fliegen, beziehungsweise sich mit einem Turboschub blitzschnell fortzubewegen.
Starker Widerstand in der EishölleNatürlich braucht ein Actionspiel auch genügend Widersacher. Hier haben sich die Entwickler ebenfalls nicht lumpen lassen und bieten ein hohes Feindaufkommen. Vom einfachen Insektenkriecher bis hin zum schwer
» Die Umgebungen sind abwechslungsreich. |
bewaffneten Piraten-Mech
bietet die Standardgegner-Palette genügend Kanonenfutter. Wirklich spektakulär wird es aber erst bei den Bossfights, welche teils gigantische Ausmaße annehmen. Besonders einige Rieseninsekten sorgen hier für WOW-Effekte. Weniger spektakulär hingegen ist das Leveldesign ausgefallen. Die Missionen sind
allesamt sehr linear ausgefallen und geizen mit aufregenden Script-Ereignissen. Hier ist pure Action angesagt, die lediglich durch
kleine Kletter- und Sprungeinlagen aufgelockert wird.
Allerdings hält die Bedienung dabei einige Tücken bereit. Das Springen ist vor allem mit den Mechs etwas zu behäbig und schwerfällig ausgefallen. Beim Zielen hingegen nervt das
wandernde Fadenkreuz. Dieses ist nicht immer zentral auf dem Bildschirm, sondern in einem kleinen Radius beweglich. Will man seine Spielfigur also drehen, muss zunächst das Fadenkreuz ein kleines Stück bewegt werden. Das ist ungewohnt, unnütz und zudem ziemlich nervig.
Xbox 360-Version > PS3-VersionAbseits der leider nur rund fünf bis sieben Stunden umfassenden Kampagne bietet
Lost Planet noch einen Mehrspieler-Modus, in dem man online auf dem Eisplaneten gegen menschliche Kontrahenten antreten darf.
» Einige Gegner sind wirklich groß. |
Dieser zeigt sich gelungen und weiß vor allem durch seine Mech-Gefechte zu überzeugen. Verschiedene Spiel-Modi sorgen darüber hinaus für genügend Abwechslung. Die PS3-Version ist darüber hinaus gleich mit den kostenpflichten Download-Maps und Multiplayer-Skins der Xbox 360-Variante ausgestattet - löblich.
Die
technische Umsetzung weiß nicht ganz zu überzeugen. Zwar wurden im Vergleich zur Xbox 360-Version keine merklichen grafischen Abstriche gemacht, was den Titel immer noch hübsch aussehen lässt, allerdings ist die
Framerate auf der PS3 weitaus unbeständiger. Angesichts eines Jahres an Portierungszeit sowie einer vorangehenden, rund
viertelstündigen Zwangsinstallation ist dies nur durch Schlampigkeit bei der Programmierung zu erklären. Immerhin hat Capcom beim Preis Fairness walten lassen. Statt den üblichen 59,99 Euro bekommt man den Titel bereits für
zwanzig Euro weniger.