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Bleach: Shattered Blade  
» Autor: Stefan Lehmler
» Datum: 17.03.2008
» Gesamtwertung:
/5
2/5: Für Fans des Genres
bietet nichts Besonderes.
Wie wir bewerten
Misslungener Versuch per Wiimote ein neues Beat'em Up-Erlebnis zu schaffen, der höchsten Hardcore-Fans zufriedenstellt.

Wiimote-Schlickern bis zum K.O.
Neben einem sehr gelungenen DS-Spiel zur vor allem in Japan extrem bliebten Anime-Serie Bleach schickt Sega auch ein Nintendo Wii-Spiel ins Rennen um die Beat'em Up-Krone. Außer dem Setting haben die beiden
» High Kick.
Games allerdings nicht viel gemeinsam – es handelt sich um eigenständige Entwicklungen. Leider treffen die Unterschiede auch auf die Qualität des Titels zu. Statt nämlich rundum gelungene, extrem umfangreiche Prügelkost inklusive Online-Modus wie auf dem DS zu bieten, wartet Bleach: Shattered Blade mit einem nicht sehr durchdachten Kampfsystem und schwacher technischer Umsetzung auf.

Statt wie in herkömmlichen Genre-Vertretern mit unterschiedlichen Buttons und Richtungsangaben alle möglichen Moves auszuführen, wird in Bleach: Shattered Blade die Wiimote hergenommen. Je nachdem in welche Richtung man diese bewegt, führt das virtuelle alter Ego unterschiedliche Moves aus. Zudem kann durch das Halten des A- oder B-Buttons zwischen kritischen, speziellen und leichten Schlägen variiert werden. Bewegen, blocken und springen hingegen funktioniert per klassischer Button- beziehungsweise Analgostick-Belegung. Die Kampfeskünste dürfen natürlich in allerlei Spielmodi unter Beweis gestellt werden. Bleach bietet Versus-Modus (nur offline), Arcade- und Story-Modi sowie 32 verschiedene Charakter - darunter ein exklusiver, neuer Streiter. Die Mini-Storys sind allerdings wenig ansprechend transportiert und langweilen Nicht-Fans durch dumpfe Dialoge und schwache Ingame-Sequenzen.

A + Fuchteln + Glück = Sieg
Was auf dem Papier interessant klingt, scheitert leider an dem im Vergleich zur DS-Variante miesen Kampfsystem. So wehren kritische Schläge normale Angriffe ab, durchbrechen Blocks und sind obendrein nur unwesentlich langsamer
» Die Figuren und Effekte überzeugen, der Rest nicht.
als normale Hiebe. Das führt natürlich schnell zu dem Entschluss A gedrückt zu halten und wild mit der Wiimote herumzufuchteln. Effektiv hiergegen ist lediglich ebenso zu handeln. Treffen nämlich zwei kritische Schläge aufeinander, kommt es zu einem Minispiel, welches dem bekannten "Stein, Schere, Papier"-Spielchen ähnelt. Statt Formen gibt man allerdings Schlagmuster an. Der Gewinner verpasst dem Gegner beträchtlichen Schaden.

Wer beim Feind genug Schaden angerichtet hat, darf übrigens noch in den Bankai-Modus wechseln. In diesem setzt die Spielfigur für kurze Zeit übermenschliche Kräfte frei und bombardiert den Feind mit enorm starken Angriffen und Spezialattacken. Diese stellen neben den gut eingefangenen Charaktermodellen gleichzeitig auch das grafische Highlight des Titels dar. Die Hintergründe hingegen sind extrem öde ausgefallen. Noch weitaus schlimmer präsentieren sich die überaus langen und häufigen Ladezeiten. Der Sound wiederum ist solide und bietet typisches Anime-Gedudel, gute Effekt-Sounds und eine ordentliche englische Sprachausgabe.
Pro
Gute Charaktermodelle und Spezialeffekte
32 Charaktere
Contra
Mieses Kampfsystem
Ständige, lange Ladeunterbrechung
Hässliche Hintergründe
Fehlender Online-Modus
Fazit
Schade, dass die Wii-Version von Bleach so gar nicht mit dem hervorragenden DS-Pendant mithalten kann. Die Idee mit der Wiimote-Steuerung an sich ist eine gute Sache, allerdings täuscht diese nicht über das vollkommen verhunzte Kampfsystem hinweg. Durch die Übermacht der kritischen Schläge wird man stets nur auf diese zurückgreifen – zumindest solange bis man in den Bankai-Modus wechseln kann, um dem Gegner mit überstarken Spezialattacken einzuheizen. Greift der Feind auf die selbe Technik zurück verkommt Bleach zum Glücksspiel. Denn hier entscheidet dann ein "Stein, Schere, Papier"-Match über Sieg oder Niederlage. Kurzum: Das Kampfsystem ist für die Katz. Hinzu gesellen sich technische Unzulänglichkeiten wie die massiven Ladezeiten, kargen Hintergründe und langweiligen Zwischensequenzen. Was bleibt sind schicke Spezialeffekte, gut eingefangene Charaktermodelle sowie ein exklusiver Streiter. Diese Features dürften allerdings nur die hartnäckigsten Fans der Serie hinter dem Ofen hervorlocken, was den Titel letztendlich auch nur für diese Zielgruppe interessant macht.