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Final Fantasy I Anniversary Edition  
» Autor: Stefan Lehmler
» Datum: 17.03.2008
» Gesamtwertung:
/5
4/5: Empfehlenswert
mit zahlreichen Stärken.
Wie wir bewerten
Retro-RPG-Gameplay in seiner reinsten Form, welches immer noch begeistert.

Vier Helden, vier Kristalle und ein Oberbösewicht
Vier Helden durchstreifen das Land auf der Suche nach vier magischen Kristallen, welche zum Aufhalten einer urbösen Macht benötigt werden. Dabei passieren sie einen Feuerberg, einen unterirdischen
» Vier Helden auf der Suche.
Wassertempel, einen Windturm und allerlei andere 08/15-Dungeons. Viel langweiliger und uninspirierter könnte die Hintergrundgeschichte zu einem Rollenspiel kaum ausfallen. Doch das war vor über 20 Jahren kein Hindernis, es dennoch zu einem Kultklassiker zu bringen. Lange vor aufwändigen Rendersequenzen, verschachtelten Storys epischen Ausmaßes und tiefgreifenden Charakterzeichnungen war die Final Fantasy-Reihe weitaus rudimentärer.

Square-Enix bringt den ersten und zweiten Teil der Reihe nun in einer grafisch aufpolierten Fassung für Sonys PlayStation Portable. So wurden sämtliche Sprites und Hintergrundgrafiken überarbeitet, um einen klareren, saubereren Look mit pralleren Farben zu gewährleisten, ohne den Retro-Look zu zerstören. Zudem hat man dem Programm auch die Rendersequenzen aus der PlayStation 1-Portiertung namens Final Fantasy: Origins spendiert. Auch ist die musikalische Untermalung gelungen. Doch es gibt auch einen Nachteil gegenüber der Urfassung sowie dem GBA-Port: Durch die UMD entstehen hin und wieder sehr kurze Ladezeiten, die es bei den Modulen nicht gab. Auch das Speichern dauert sogar deutlich länger als damals.

Rudimentäres aber spaßiges Kampf-RPG
Spielerisch wird sehr kampfbetonte RPG-Kost geboten. Die meiste Zeit ist man in irgendwelchen Dungeons oder auf der Weltkarte unterwegs und vermöbelt in streng rundenbasierten Zufallskämpfen bis zu neun
» Die Grafik wurde schick überarbeitet.
Gegner gleichzeitig. Dabei stehen der Heldentruppe zahlreiche Angriffsformen, Zauber und Spezialfähigkeiten zur Verfügung, was den Auseinandersetzungen eine gewisse Tiefe verleiht. Schwarzmagier brutzeln Feinde mit Blitzen, Krieger verlassen sich auf ihre Waffen und Weißmagier heilen angeschlagene Verbündete. Mischklassen wie die Rotmagier glänzen gleich in mehreren Bereichen.

Durch Kämpfe erhalten die Recken Erfahrungspunkte und Gold. Letzeres kann in Dörfern und Städten gegen neue Ausrüstung und Zauber eingetauscht werden. Dialoge mit der Bevölkerung spielen dabei eine untergeordnete Rolle. Lediglich Konversationen mit Schlüsselcharakteren sollte man aufmerksam zuhören, damit stets klargestellt ist, wohin es als nächstes in der großen, frei breisbaren Spielwelt geht. In dieser verläuft man sich während der rund 20 bis 25 Stunden umfassenden Spielzeit nämlich des Öfteren mal. Als kleinen Bonus haben die Entwickler der PSP-Version übrigens noch den Bonus-Dungeon aus dem GBA-Port Dawn of Soulds sowie einen brandneuen spendiert. Leider rechtfertigt dies nicht den PSP-Vollpreis von rund 30 bis 35 Euro. Für diesen Betrag gab es damals Final Fantasy 1 & 2 auf dem GBA nämlich zusammen auf einem Modul.
Pro
Spaßige Retro-RPG-Kost
Flotter Spielablauf
Motivierendes Dungeon-Crawling
Leicht zugänglich
Neuer Bonus-Dungeon
Contra
Minimale Ladezeiten durch UMD
Preis
Story, Charaktere, Dialoge
Fazit
Final Fantasy ist japanische RPG-Kost wie sie klassischer und rudimentärer kaum sein könnte. Die Story ist belanglos und Persönlichkeit bei den Helden nicht vorhanden, die Dungeons sind uninspiriert und die Gespräche uninteressant. Trotzdem macht dieses Spiel auch über zwanzig Jahre nach seinem Erstrelease eine Menge Spaß. Warum? Weil es sich so schön einfach und flott spielt. Das Aufleveln der Heldengruppe, Erkunden von Dungeons und Töten mächtiger Bossgegner erzeugt ein primitives Suchtpotenzial, welches Final Fantasy 1 aus der heutigen Masse immer langwieriger werdender RPGs herausstechen lässt. Wer also leicht verdauliche Rollenspiel-Unterhaltung inklusive rundenbasiertem Kampfsystem im Retro-Look für unterwegs sucht, der ist hier an der richtigen Adresse. Gleichzeitig bekommt man die bis dato beste Version des Klassikers. Die Grafik wurde deutlich aufpoliert, die wenigen neuen Rendersequenzen sind ein echter Hingucker und sowohl der Bonus-Dungeon der GBA-Portierung wie auch ein komplett neuer sind enthalten. Nur die gelegentlichen, minimalen Ladezeiten durch die UMD sowie der ungerechtfertige Vollpreis sind negativ anzumerken.