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Ninja Gaiden: Dragon Sword

» Autor: Stefan Lehmler
» Datum: 01.07.2008
» Gesamtwertung:
/5
4/5: Empfehlenswert
mit zahlreichen Stärken.
Wie wir bewerten
Sehr gelungene DS-Portierung einer knallharten Action-Reihe, die allerdings beim Umfang spart.

Von Groß auf Klein
Früher oder später erwischt es alle großen Serien: Sie bekommen einen Handheld-Ableger spendiert. Das kann, wie beispielsweise im Falle von God of War: Chains of Olympus ganz hervorragend funktionieren, aber
» Ryu nun auch auf dem DS.
auch mächtig in die Hose gehen, wie beispielsweise Splinter Cell: Essentials vor geraumer Zeit zeigte. Nun ist Vorzeige-Ninja Ryu Hayabusa aus Ninja Gaiden an der Reihe, der sich bisher nur auf beiden Xbox-Systemen sowie der PlayStation 3 wacker geschlagen hat.

Dass ausgerechnet der Nintendo DS für die Portierung herhalten musste, gab vielen Martial-Arts-Fans bei der Ankündigung von Ninja Gaiden: Dragon Sword mächtig zu denken. Doch hier sei gleich einmal eine Entwarnung ausgesprochen: Team Ninjas neuestes Werk spielt sich richtig gut und erfreut obendrein durch eine sehr intuitive Steuerung, welche die Gegebenheiten des Nintendo DS perfekt ausnutzt.

Der Stylus ist mächtiger als das Schwert
Natürlich schlüpft der Spieler auch in Ninja Gaiden: Dragon Sword in die Rolle des fernöstlichen Kriegers Ryu Hayabusa – zumindest nach dem ersten Level, der als eine Art Tutorial dient. In diesem spielt man
» Ninpo-Magie hilft immer weiter!
den neuen spielbaren Charakter Momiji, eine Kunoichi, die ebenfalls über die Künste der Ninja verfügen kann. In diesem Level wird der Spieler auf die bevorstehenden 13 Stages vorbereitet und in die Bedienung – welche übrigens fast komplett über den Stylus erfolgt – eingewiesen. Zunächst einmal muss der Nintendo DS wie beispielsweise bei Doktor Kawashiaras Gehirnjogging oder dem Adventure Hotel Dusk vertikal gehalten werden.

Wird der Stylus anschließend auf den Bildschirm gehalten, bewegt sich die Spielfigur an diese Stelle. Streicht man über einen Gegner wird dieser entsprechend der vorgegebenen Bewegung angegriffen. So führt das virtuelle Alter Ego beispielsweise einen Querhieb aus, wenn man den Stylus von links nach rechts über einen Feind führt, oder attackiert ihn mit einem Überkopfschlag, wenn man mit dem Stylus von oben nach unten über den Feind streicht. Ein von unten nach oben geführter führt, lässt die Spielfigur springen. Schnelles Rubbeln auf dem Touchscreen lädt des Schwert auf, welches anschließend Superattacken entfesselt.

Alles drin
Natürlich lassen sich sämtliche Aktionen nahtlos miteinander verbinden. So sind beispielsweise Abwärtsschläge aus der Luft ausführbar oder Feinde können durch Kombos malträtiert werden. Auch ans Blocken und Ausweichen
» Die Story wird in Standbildern erzählt.
haben die Entwickler gedacht. Das funktioniert allerdings nicht per Stylus sondern durch Gedrückthalten eines beliebigen Buttons. Wird anschließend auf den Bildschirm getippt, führt die Spielfigur eine Rolle in die entsprechende Richtung aus. Zu guter Letzt sei noch die Ninpo-Magie erwähnt, welche mittels Aufmalen von Runen ausgelöst wird. Alles in allem funktioniert die Steuerung ganz hervorragend und präsentiert sich perfekt auf DS-Gegebenheiten abgestimmt – auch wenn es hin und wieder anstrengend werden kann.

Auch die restliche Technik zeigt sich vorbildlich. Grafisch arbeiten die Entwickler mit einfachen Tricks], um gute Ergebnisse zu erziehen. Statt dreidimensionaler Hintergrunde bedient man sich einfach vorgerenderter Bilder, so dass viele Polygone in die Figurengestaltung fließen konnten. Akustisch werden sowohl tolle Soundeffekte wie auch pompöse Hintergrundmusik geboten. Allerdings muss man auf spektakuläre Zwischensequenzen verzichten. Statt Rendervideos gibt es hier nur schick gezeichnete Standbilder zu sehen.

Kurzes Ninja-Spektakel
Natürlich glänzt Ninja Gaiden: Dragon Sword nicht nur in technischen Belangen. Dank vielen verschiedenen Gegnertypen, teils riesigen Bossgegnern und geglücktem Leveldesign wird der Titel nie langweilig.
» Auch auf dem DS warten fiese Bosse.
Aufgelockert sind die actionreichen Fights durch einfache Rätsel und Geschicklichkeitseinlagen, in denen man Schalter umlegen oder im richtigen Moment blinkende Kristalle abschießen muss. Das Ganze findet im Vergleich zu den Konsolenpendants übrigens auf einem humanen Schwierigkeitsgrad statt, so dass auch Einsteiger ihren Gefallen an dem Titel finden werden. Für Profis schaltet sich nach dem Durchspielen ein Experten-Modus frei.

Allerdings gibt es auch bei Ninja Gaiden: Dragon Sword einige Haken: An erster Stelle ist hier der sehr magere Umfang des Titels zu nennen. Geübte Spieler dürften für die 13 Levels kaum mehr als fünf Stunden benötigen. Des Weiteren steht dem Helden nur eine Nahkampfwaffe – das Katana – zur Verfügung, während man in den Konsolenfassungen die Wahl aus einer Vielzahl an Kriegswerkzeug hat. Für Wiederspielwert sorgen lediglich freispielbare Extras in Form von Charakterbiografien, Zwischensequenzen und Tagebucheinträgen sowie der benannte Elite-Ninja-Modus. Wer möchte kann sich darüber hinaus per Online-Rangliste mit anderen Spieler via Highscore messen.

Pro
Sehr gelungene, neuartige Steuerung
Viele Gegnertypen und gute Bossfights
Technisch top
Spaßige Fights
Contra
Magerer Umfang
Auf Dauer anstrengend
Nur eine Nahkampfwaffe
Fazit
Ninja Gaiden: Dragon Sword ist eine absolut geglückte Handheld-Portierung einer großen Konsolen-Reihe. Vor allem die intuitive Bedienung, welche fast komplett per Stylus funktioniert, verdient besonderes Lob. Egal ob schnelles Ausweichmanöver, geschickter Block oder spektakuläre Luftkombo – mittels Stylus-Bewegungen ist alles einfach in die Tat umzusetzen. Ansonsten wird gewohnt hochwertige Kampfkost geboten, die dank zahlreicher Endgegner und anderer Schurken nie langweilig wird. Schade nur, dass man zum Kämpfen neben Wurfsternen und Bogen nur das Schwert einsetzen darf – mehr Waffen wären sehr wünschenswert gewesen. Auch beim sonstigen Umfang gibt sich Team Ninja knauserig. Gerade einmal fünf Stunden für den ersten Durchgang sind einfach viel zu wenig. Absolut gelungen wiederum die optische und akustische Gestaltung der Materie – für DS-Verhältnisse ein absoluter Augen- und Ohrenschmaus. Alles in allem ist Ninja Gaiden: Dragon Sword ein zwar sehr kurzes, dafür aber technisch einwandfreies Action-Abeneuter. Jeder Ninja-Fan, der nicht all zu sehr auf Umfang achtet, sei der Titel daher wärmstens ans Herz gelegt.
Infos
Erhältlich für
Genre
Action
Publisher
Ubisoft
Entwickler
Tecmo
Website
www.ninjagaiden...
Release
27. Juni 2008
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