Bemerkenswerter Genre-Mix aus Strategie-Denkspiel und tiefem -Rollenspiel.
Wer hat mit meinen Murmeln gespielt? Puzzle Quest: Challenge of the Warlords ist erfrischend anders: Der originelle Fantasy-Cocktail, welcher mehrere Genres bemerkenswert gut unter einen Hut bringt, schaffte den Sprung von PC- und
» Obacht auf die Totenköpfe! |
Online-Plattformen nun auch auf den Handheld. Das
einfach zu erlernende Spielprinzip dreht sich dabei ganz um
Bejeweled, weist aber darüber hinaus
tiefe RPG-Elemente wie Charakterklassen und Levelling auf. Verpackt wurde das Ganze in Anime-lastige Grafik, die aufgrund des üppig eingesetzten Weichzeichnungsfilters auf dem kleineren DS-Display etwas unscharf aber sehr farbenfroh wirkt.
Auf den ersten Blick spielt sich
Challenge of the Warlords wie ein traditionelles RPG. Man wählt den Charakter einer Klasse, vergibt einen Namen und landet auf der Landkarte des Fantasy-Reiches, welche es zu erkunden gilt. Doch sobald ein Quest beginnt und der erste Gegner einem gegenüber steht, erscheinen nicht die typischen Kampfszenen in 3D, sondern ein
8x8-Brettspiel-Screen. Auf dem "Schachbrett" befinden sich verschiedene Symbole, die horizontal oder vertikal zu
gleichfarbigen Ketten von mindestens drei Elementen verbunden werden sollen. Einziger Spielzug stellt simples Austauschen von zwei an einander grenzenden Feldern dar.
Das bedeutet Krieg! Durch Bilden von mindestens einer 3er-Kette verschwinden die Symbole und machen so Platz für frischen Nachschub an neuen Steinen. Bei jedem erfolgreichen Zug wandern je nach Art der Kombo Punkte auf das
» Etwas klein geratener Text, dafür viel davon. |
Mana-, Geld- oder Erfahrungskonto. Dabei wechseln sich die Spieler pro Zug nach bestimmten Regeln (z.B. 4er-Ketten bedeuten eine Extrazug) ab. Ultimativ gilt es, die Totenkopf-Symbole, welche den Gegner Lebenspunkte wegknabbern, zu den eigenen Gunsten einzusetzen. Denn wer keine Lebensenergie mehr hat, muss sich geschlagen geben. Obwohl
Puzzle Quest auf den ersten Blick einen sehr simplen Eindruck macht, ist es durchaus eine
große Herausforderung strategisch optimal vorzugehen.
Einerseits gilt es, möglichst viele Kombinationen auf das eigene Konto wandern zu lassen, andererseits sollte man auch darauf achten, dem Gegner fette Kombos zu versauen - und natürlich wollen die kritischen Totenköpfe auch im Hinterkopf behalten werden. Da die Züge immer abwechselnd stattfinden und ständig neue Symbole auf das Spielfeld "fallen", kann es ziemlich knobelig zu gehen - und schließlich gibt es ja noch die tiefen RPG-Aspekte.
Je nach Farbe der Symbole und des eigenen Charakters werden andere Eigenschaften aufgefüllt: Beispielsweise brauen Druiden Heiltränke, während Ritter die Schadensstärke der Angriffe hinaufschrauben.
Im Anime/Fantasy-Land Wohlgemerkt: Das ganze Kampfgeschehen mag sich auf einem 8x8-Brett abspielen, doch rundherum gilt es
ein ganzes Königreich zu erforschen. Dialoge werden, phasenweise aufgelockert durch Geräusche
und Klänge, über lange Textpassagen abgehandelt. Grafisch kommt die im Anime-Look gehaltene Optik auf dem DS gut rüber. Das Artwork wurde für Nintendos Handheld jedoch etwas lieblos überarbeitet und macht nicht ganz soviel her wie für die PSP, dafür gibt's aber im Gegensatz zu Sonys Handheld gar keine Ladezeiten mehr.
Soundtrack und Sprachausgabe sind die Achilles-Ferse der DS-Fassung, der an sich stimmigen
Musik mangelt es an Vielfalt und die Klangqualität ist bescheiden: Man gewinnt rasch den Eindruck, dass die Musik stark komprimiert wurde.
Challenge of the Warlords bietet zwar einen schnörkellosen Modus für zwei Spieler mit jeweils eigener SD-Card, leider haben es die Entwickler aber verabsäumt einen echten Online-Modus zu implementieren. Abgesehen von ein paar kleineren Optionen wie Rundenzeit oder Handicap bleibt das Mehrspieler-Erlebnis von
Puzzle Quest unverändert: Wer zuerst die Lebenspunkte des Gegners auf Null reduziert gewinnt.