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Midtown Madness 3

» Autor: Christian Krammer
» Datum: 08.07.2003
» Gesamtwertung:
/5
4/5: Empfehlenswert
mit zahlreichen Stärken.
Wie wir bewerten
Heiße Rennspiel-Action in der Großstadt mit Schwächen im Singleplayer, aber dafür einem Multiplayer-Modus der für alles entschädigt.

Obwohl ich im Vorfeld eher wenig von Midtown Madness 3 mitbekommen habe, habe ich mich vor kurzem dazu hinreißen lassen, es mir anzuschaffen - natürlich besonders deshalb, um euch ein ausführliches Review dazu liefern zu können.
Was Einem schon beim ersten Start des Spieles auffällt, sind die etwas längeren Ladezeiten - besonders am Anfang, wenn das Menü lädt. Ist zwar nicht so wichtig, macht aber keinen besonders guten Eindruck und sollte auf jeden Fall erwähnt werden.

Viel zu tun im Karriere-Modus
Endlich im Menü angelangt, hat man die Wahl zwischen verschiedenen Menüpunkten, die sich - man könnte sagen, kennt man ein Rennspiel, kennt man alle - in ähnlicher Form bei jedem anderen Rennspiel wiederfinden. Es gibt einen Karriere-Modus, genannt "Undercover arbeiten", in dem man sich vom kleinen Kurier zum Spezialagenten hocharbeiten und verschiedene Aufträge erledigen muss, die manchmal einfacher, manchmal schwerer zu handhaben sind. Begleitet werden diese Aufträge durch kleine Zwischensequenzen, die man aber getrost überspringen kann, da sie nicht gerade vor Humor sprühen, auch wenn das vielleicht beabsichtigt ist.
Bevor man den ersten Auftrag erfüllen kann, kann man sich noch aussuchen, welche Stadt man "unsicher" machen möchte. Es stehen Paris und Washington D.C. zur Auswahl, die jeweils nahezu detailgenau ihren realen Vorbildern nachempfunden sind. Wenn man schon immer mal in Paris unter dem Eifelturm hindurchdüsen wollte, hat man hier die Gelegenheit dazu.
Die zu erfüllenden Aufträge sind vielfältig und erstrecken sich vom Ausliefern von druckfrischen Zeitungen, bis zum Abholen und Absetzen von Taxi-Gästen, bis hin zu Fahrten in einem Rettungswagen, wo man Verletzte ins Krankenhaus befördern muss. Bei all diesen Aufträgen sitzt Einem natürlich unerbittlich eine Uhr im Nacken, die keine Gnade kennt. Schafft man es nicht rechtzeitig zum Zielort, so muss man den Auftrag wiederholen. So kann es schonmal vorkommen, dass man einen Auftrag wieder und wieder spielt, um auch beim 10. Mal abermals an der letzten Kreuzung zu scheitern, an der man hängenbleibt. Trotz der Vielfalt an verschiedenen Aufträgen läuft es immer darauf hinaus, so schnell wie möglich an einem Punkt und oft auch wieder am Ausgangspunkt zu sein. Ab und zu kommt es auch noch vor, dass man das Ganze schneller als ein Gegner machen muss oder von diesem auch am erfolgreichen Erfüllen des Auftrages gehindert wird.

Ein Fuhrpark der sich sehen lassen kann
Je weiter man im Karriere-Modus voranschreitet, desto mehr verschiedene Fahrzeuge schaltet man dann auch frei - aber immer nur diese, die man in der vorhergehenden Mission gefahren ist. Ist man z.B. als Sanitäter unterwegs und schließt man diese Kampagne (welche immer aus jeweils 4 Aufträgen besteht) ab, so erhält man den Rettungswagen, der einem dann auch für die anderen Modi zur Verfügung steht. Es stehen Einem aber auch zu Anfang des Spieles schon ein paar "normale" Autos zur Verfügung, mit denen man durch die Stadt rasen kann, darunter z.B. auch ein VW Beetle Rsi, der ordentlich Dampf macht.
Den Großteil der Autos schaltet man aber frei, indem man in den übrigen Spielmodi "Tour", "Blitz" und "Kontrollpunkt" Fortschritte macht und Rennen erfolgreich absolviert. So kann man sich im Laufe des Spieles bis zum wortwörtlichen König unter den Midtown Madness 3 Autos, dem Königsegg CC, hocharbeiten.
Es gibt auch einige „witzige“ Fahrzeuge wie einen Bus, einen Müllwagen oder einen Betonmischwagen. Von letzterem darf man sich z.B. keine Wahnsinns-Werte in der Beschleunigung erwarten, dafür kann er aber einiges an Schaden einstecken. Der Schaden ist besonders im Karriere-Modus wichtig, denn hat man seinen Wagen verschrottet, kann das ein schnelles Ende der Mission bedeuten. In den anderen Spielmodi ist der Schaden eher nebensächlich und hat man das Auto zu Schrott gefahren, wird der Schaden einfach wieder auf 0 gesetzt.
Natürlich kann man den Schaden auch am Auto selbst sehen und es kann schon mal passieren, dass man das eine oder anderere Teil verliert, dass ein Heckspoiler wackelt oder ein Auspuff nahezu am Boden mitschleift.
Wie nicht anders zu erwarten steuert sich natürlich auch jedes Fahrzeug anders. Während der Mini Cooper S wahrlich am Boden kleben, hat man mit einem Geldtransporter in einer Kurve schon mal alle Hände voll zu tun, um das Auto wieder in den Griff zu bekommen.

Die Qual der Wahl bei den Spielmodi
Diese orientieren sich wie schon erwähnt an anderen Rennspielen. Im Modus "Tour" kann man, ohne auf die Uhr sehen zu müssen, die Städte beliebig erkunden und neue Lackierungen für die Autos sowie auch versteckte Fahrzeuge finden. Auch kann man sich hier sehr gute Verstecke für den Multiplayer Modus suchen.
Im Tour-Modus kann man auch verschiedene Angaben, wie Verkehrsdichte oder Fußgängerdichte (Null bis sehr hoch), Jahrezeit (wie nicht anders zu erwarten von Frühling bis Winter) bis hin zum Wetter (heiter oder Regen) machen um sich die Stadt genau so herzurichten, wie man möchte. Natürlich haben diese Angaben auch eine Auswirkung auf das Fahrverhalten der Autos. Während man bei trockener Fahrbahn keine Probleme beim Beschleunigen hat, drehen die Räder auf regennasser Fahrbahn schon mal durch.
Im "Blitz"-Modus gilt es, eine Strecke, die in verschieden Abschnitte unterteilt ist, so schnell wie möglich zu absolvieren, ohne dass die Zeit abläuft. In welcher Reihenfolge man die Abschnitte durchfährt, ist dabei egal, Hauptsache man hat alle passiert, bevor man ins Ziel fährt. Dies gilt auch für den Karriere-Modus.
Der letzte Modus ist "Kontrollpunkt", der dem Blitz-Modus ähnelt, wobei man hier aber gegen Computergegner antritt und als erster über die Ziellinie rasen muss, man hier aber keinen Zeitdruck hat.

Die Tücken der Großstadt
Da Midtown Madness 3 wie schon erwähnt in der der Großstadt spielt, sollte man bei allen Modi aber auch ein Auge auf den Verkehr werfen. Dieser kann Einem zwar nicht besonders viel anhaben, ist aber trotzdem hinderlich, wenn nur noch 1 Sekunde Zeit ist, aber gerade ein LKW den Weg kreuzt.
Auch sonst sind die Straßen mit Fußgängern bevölkert, die zur Seite springen, wenn man ihnen zu nahe kommt. Wer aber denkt, ein Blutbad anrichten zu können, den muss ich enttäuschen, denn kann ein Fußgänger mal nicht flüchten, dann fährt man einfach durch ihn hindurch.
Anders ist es aber bei Bäumen - hat man hier zu wenig Geschwindigkeit drauf, dann bleibt man schon mal hängen und darf zurücksetzen, um vorbeizukommen. Aber auch sonst gibt es genug an Dingen umzunieten, die so in einer Stadt herumstehen - Laternen, Tische, Stühle von Cafés usw.

Der Multiplayer Modus hat es in sich
Hat man kein Interesse am Multiplayer-Modus, so könnte man "Undercover arbeiten", also den Karriere-Modus, als das Kernstück von Midtown Madness 3 bezeichnen. Anders sieht es aber aus, wenn man sich entweder ein paar Freunde einlädt, und das Spiel zuhause im Multiplayer-Modus zockt - oder noch besser, wenn man sich in Xbox Live einloggt und sich gegen Menschen aus aller Welt heiße Rennen liefert. Dann könnte man eher dazu verleitet werden, und das als das Kernstück von Midtwon Madness 3 bezeichnen.
Besonders in einem Rennspiel hat es natürlich einen weitaus größeren Reiz, gegen menschliche Gegner anzututreten, als sein Glück gegen Computergegner zu versuchen. Dazu kommen noch die unzählichen Modi, sodass es im Multiplayer-Modus sicher so schnell nicht langweilig wird. Hier hat Microsoft ein echt heißes Eisen im Feuer und ist man gerade dabei, sich Xbox Live zuzulegen, dann kann ich nur sehr empfehlen, Midtown Madness 3 gleich mitzukaufen.

Nun zu den verschiedenen Modi im Multiplayer, wo natürlich Xbox Live am meisten zu bieten hat. Hier sind natürlich die schon vom Einzelspieler her bekannt Modi vertreten (außer Blitz), zusätzlich gibt es aber noch "Kampf ums Gold", "Fangen", "Jäger" und "Stayaway", worauf ich jeweils im Einzelnen kurz eingehe.
In "Kampf ums Gold" geht es darum, möglichst viele Goldsäcke einzusammeln, natürlich immer mehr als die Anderen, und diese dann auch ins sogenannte Versteck zu bringen. Der Haken dabei ist aber, dass Einen die Mitspieler einfach rammen müssen, um in den Besitz des Goldes zu kommen. Nicht sehr selten kommt es dann zu wahren Massenkarambolagen wo jeder Spieler versucht, dem anderen Spieler das Gold abzunehmen und somit der Goldsack alle paar Sekunden den Besitzer wechselt.
Bei "Fangen" ist einer der Mitspieler der "Fänger" und muss versuchen, einen anderen Mitspieler zu fangen, der dann zum Fänger wird. Da die Uhr im Hintergrund läuft, ist es besser, gerade nicht Fänger zu sein, wenn die Zeit abgelaufen ist, da man sonst verloren hat.
"Jäger" ist ähnlich, wobei es hier am Anfang einen "Jäger" gibt, der beim Berühren die "Beute" ebenfalls in Jäger in Form eines Polizeiwagens (bei dem man übrigens die Sirene und das Blaulicht einschalten kann) verwandelt. Wer übrigbleibt und danach noch eine zeitlang ausharren kann, gewinnt. In diesem Modus läuft es meist drauf hinaus, dass derjenige gewinnt, der sich am besten verstecken kann – und Verstecke bietet Midtown Madness 3 genug. Eines dieser Verstecke ist z.B. das Dach eines Hauses, das man per Sprungschanze erreichen kann. Kennt man sich in der Stadt (noch) nicht so gut aus, hat man hier oft eher schlechte Karten, denn weiß man den „Zugang“ zu einem Versteck nicht, bleibt einem nur das Warten, bis es dem Opfer zu blöd wird und es sich freiwillig zeigt.
Der letzte Modus ist "Stayway", bei man den sog. "Hasen" fangen und so lange wie möglich behalten muss.
Mir hat der Modus „Fänger“ gefolgt von „Kampf ums Gold“ am meist Spaß gemacht. „Kontrollpunkt“ ist meiner Meinung nach eher nicht so sehr für den Spaß in der Gruppe geeignet, da man eher schlechte Karten hat, wenn man Mitten in einem laufenden Rennen einsteigt und die anderen Mitspieler schon um Längen voraus sind. Bei den anderen Modi ist das Einsteigen während einer laufenden Partie kein Problem, da eigentlich immer offen ist, wer gewinnt.

Hat man Midtown Madness 3 einmal im Multiplayer Modus gespielt, gerät das Spielen im Einzelspielermodus schnell zur Nebensache, der einem dann eher langweilig vorkommt.

„Außer Kontrolle“
Die Steuerung ist wie nicht anders zu erwarten sehr arcade-lastig, was der Geschwindikeit des Spieles natürlich sehr zugute kommt. Auch ist man so sehr schnell im Spiel und hat keine Schwierigkeit die Fahrzeuge zu steuern und elegant um die nächste Hausecke zu driften.
Realismus darf man sich natürlich keinen erwarten, denn schon die zahlreich verteilten Schanzen, mit denen man irrsinnige Sprünge absolvieren
kann, entsprechen nicht wirklich den Naturgesetzen. Das ist natürlich halb so schlimm, denn übermäßiger Realismus sollte bei einem Titel wie Midtown Madness 3 eher außen vor bleiben.


Grafik
Die Grafik zählt eher nicht zu den Stärken von Midtown Madness 3. Da es nur für die Xbox entwickelt wurde, hätte man hier viel mehr aus der Konsole herausholen können. Am schönsten sind hier noch die Wagenmodelle selbst anzusehen, denn hier wurde durchaus wert aufs Detail gelegt und auch die Schäden an den Autos sind schön anzusehen.
Anders und schlechter sieht es bei der Umgebungsgrafik aus. Die Hausfassaden sind mit grobpixeligen Texturen überzogen, die Fußgänger nicht unbedingt hübsch anzusehen und besonders beim Anti Aliasing zeigen andere Titel, wie es besser geht (z.B. Burnout 2). Dafür haben sich die Grafiker z.B. bei der lebensechten Nachbildung des Eifelturms sehr viel Mühe gegeben, die man meiner Meinung nach eher in andere Bereiche hätte investieren können.
Man könnte die Grafik eigentlich als zweckmäßig bezeichnen, da es immer noch um Längen besser ist, dass die Grafik nicht so gut ist, dafür aber keine Ruckler auftreten, auch wenn 8 Fahrzeuge auf einmal am Fernseher zu sehen sind.
Auch ist mir ein leichtes "aufpoppen" aufgefallen, das zwar nicht oft vorkommt, aber eigentlich in aktuellen Spielen nichts mehr zu suchen hat.
An Detailreichtum mangelt es dem Spiel aber nicht, denn überall gibt es etwas zu entdecken – hier ein witziges Detail, dort etwas, das zum Stehenbleiben und Schauen einlädt.

Sound
Beim Sound setzt sich der eher schlechte Eindruck der Grafik fort, wobei mich hier besonders die eher nervige Hintergrundmusik gestört hat, die man aber zum Glück abstellen und gegen eigene Musik austauschen kann. Die Fahrzeug-Geräusche hingegen können sich aber hören lassen und passen zu den einzelnen Fahrzeugen. Begleitet wird das Spiel durch ebenfalls eher nervige Kommentare, die man aber leider nicht abstellen kann und sich immer und immer wieder anhören muss, wenn man eine Mission nicht beim ersten Mal schafft. Diesen Kommentaren sieht man es zwar an, dass sie auflockernd und witzig sein sollen, es für mich aber in keinster Weise sind.

Spielspaß Solo
Ist man am Anfang noch angetan von der Vielzahl an verschiedenen Aufgaben, die man im Karriere-Modus bewältigen muss, stellt sich schnell Langeweile ein, da es im Prinzip immer um das Gleiche geht, und zwar einen bestimmten Punkt schnellstmöglich zu erreichen. Zwar variiert hier die Aufgabenstellung immer wieder, das ändert jedoch nichts an der Sache. Die Motivation, den „Undercover arbeiten“ Modus doch noch durchzuspielen, liegt am Ende nur darin, alle Fahrzeuge freizuschalten, sodass diese auch im Multiplayer (ausgenommen Xbox Live, denn hier hat man sowieso immer Zugriff auf alle Fahrzeuge) vorhanden sind.

Spielspaß Multi
Ganz anderes sieht es hier aus, denn schon alleine die Vielzahl an verschiedenen Modi weiß Einen für längere Zeit vor den Fernseher zu fesseln. Es ist hier egal, ob man sich vor dem heimischen Fernseher versammelt und eine Runde Midtown Madness 3 spielt, oder sich in Xbox Live einloggt und gegen Mitspieler aus der ganzen Welt antritt, wobei natürlich letzteres angesichts der vielen verschiedenen „Gegner“, auf die man so trifft, einen weitaus größeren Reiz hat.
Hier zeigt das Spiel seine wahren Stärken und übertrifft den Singleplayer Modus um ein Vielfaches und ist schon alleine deshalb einen Kauf wert.
Pro
Unschlagbarer Multiplayer Modus der auf lange Zeit viel Spaß macht
Große Anzahl an Spiel-Modi
Große Anzahl an Fahrzeugen
Abwechslungsreiche „Strecken“ (die Städte) bei denen es viel zu erkunden gibt
Leicht zu erlernende Steuerung
Immer flüssig
Contra
Auf Dauer langweiliger Karriere-Modus
Schlechte Umgebungsgrafik
Nervige Musik und Kommentare, die krampfhaft komisch wirken sollen
Leichtes aufpoppen der Strecken, was aber eher selten auftritt
Relativ lange Ladezeiten
Fazit
Midtown Madness 3 kann leider nicht bedenkenlos allen Rennspiel-Freunden empfohlen werden, da der Singleplayer Modus mit der Zeit einfach langweilig wird und man eigentlich fast keine Motivation hat, das Spiel zu Ende zu spielen.
Anders sieht es hingegen aus, wenn man öfters mal Freunde zu Besuch hat oder sich zu den Glücklichen zählen kann, die Xbox Live ihr Eigen nennen. Hier kann das Spiel nahezu bedenkenlos empfohlen werden, da es einfach einen Heidenspaß macht, sich heiße Auto-Duelle gegen Mitspieler aus aller Welt zu liefern.
Einzig Grafik und Sound können den Spielspaß in der Gruppe noch ein wenig mindern, doch ist man mitten in einer Partie „Kampf ums Gold“, verkommt das eher zur Nebensache.
Infos
Erhältlich für
Genre
Racing
Publisher
Microsoft Game ...
Entwickler
Digital Illusio...
Website
www.xbox.com/mi...
Release
Erhältlich
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