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Obwohl ich im Vorfeld eher wenig von Midtown Madness 3 mitbekommen habe, habe ich mich vor kurzem dazu hinreißen lassen, es mir anzuschaffen - natürlich besonders deshalb, um euch ein ausführliches Review dazu liefern zu können. Was Einem schon beim ersten Start des Spieles auffällt, sind die etwas längeren Ladezeiten - besonders am Anfang, wenn das Menü lädt. Ist zwar nicht so wichtig, macht aber keinen besonders guten Eindruck und sollte auf jeden Fall erwähnt werden. Bevor man den ersten Auftrag erfüllen kann, kann man sich noch aussuchen, welche Stadt man "unsicher" machen möchte. Es stehen Paris und Washington D.C. zur Auswahl, die jeweils nahezu detailgenau ihren realen Vorbildern nachempfunden sind. Wenn man schon immer mal in Paris unter dem Eifelturm hindurchdüsen wollte, hat man hier die Gelegenheit dazu. Die zu erfüllenden Aufträge sind vielfältig und erstrecken sich vom Ausliefern von druckfrischen Zeitungen, bis zum Abholen und Absetzen von Taxi-Gästen, bis hin zu Fahrten in einem Rettungswagen, wo man Verletzte ins Krankenhaus befördern muss. Bei all diesen Aufträgen sitzt Einem natürlich unerbittlich eine Uhr im Nacken, die keine Gnade kennt. Schafft man es nicht rechtzeitig zum Zielort, so muss man den Auftrag wiederholen. So kann es schonmal vorkommen, dass man einen Auftrag wieder und wieder spielt, um auch beim 10. Mal abermals an der letzten Kreuzung zu scheitern, an der man hängenbleibt. Trotz der Vielfalt an verschiedenen Aufträgen läuft es immer darauf hinaus, so schnell wie möglich an einem Punkt und oft auch wieder am Ausgangspunkt zu sein. Ab und zu kommt es auch noch vor, dass man das Ganze schneller als ein Gegner machen muss oder von diesem auch am erfolgreichen Erfüllen des Auftrages gehindert wird. Den Großteil der Autos schaltet man aber frei, indem man in den übrigen Spielmodi "Tour", "Blitz" und "Kontrollpunkt" Fortschritte macht und Rennen erfolgreich absolviert. So kann man sich im Laufe des Spieles bis zum wortwörtlichen König unter den Midtown Madness 3 Autos, dem Königsegg CC, hocharbeiten. Es gibt auch einige „witzige“ Fahrzeuge wie einen Bus, einen Müllwagen oder einen Betonmischwagen. Von letzterem darf man sich z.B. keine Wahnsinns-Werte in der Beschleunigung erwarten, dafür kann er aber einiges an Schaden einstecken. Der Schaden ist besonders im Karriere-Modus wichtig, denn hat man seinen Wagen verschrottet, kann das ein schnelles Ende der Mission bedeuten. In den anderen Spielmodi ist der Schaden eher nebensächlich und hat man das Auto zu Schrott gefahren, wird der Schaden einfach wieder auf 0 gesetzt. Natürlich kann man den Schaden auch am Auto selbst sehen und es kann schon mal passieren, dass man das eine oder anderere Teil verliert, dass ein Heckspoiler wackelt oder ein Auspuff nahezu am Boden mitschleift. Wie nicht anders zu erwarten steuert sich natürlich auch jedes Fahrzeug anders. Während der Mini Cooper S wahrlich am Boden kleben, hat man mit einem Geldtransporter in einer Kurve schon mal alle Hände voll zu tun, um das Auto wieder in den Griff zu bekommen. Im Tour-Modus kann man auch verschiedene Angaben, wie Verkehrsdichte oder Fußgängerdichte (Null bis sehr hoch), Jahrezeit (wie nicht anders zu erwarten von Frühling bis Winter) bis hin zum Wetter (heiter oder Regen) machen um sich die Stadt genau so herzurichten, wie man möchte. Natürlich haben diese Angaben auch eine Auswirkung auf das Fahrverhalten der Autos. Während man bei trockener Fahrbahn keine Probleme beim Beschleunigen hat, drehen die Räder auf regennasser Fahrbahn schon mal durch. Im "Blitz"-Modus gilt es, eine Strecke, die in verschieden Abschnitte unterteilt ist, so schnell wie möglich zu absolvieren, ohne dass die Zeit abläuft. In welcher Reihenfolge man die Abschnitte durchfährt, ist dabei egal, Hauptsache man hat alle passiert, bevor man ins Ziel fährt. Dies gilt auch für den Karriere-Modus. Der letzte Modus ist "Kontrollpunkt", der dem Blitz-Modus ähnelt, wobei man hier aber gegen Computergegner antritt und als erster über die Ziellinie rasen muss, man hier aber keinen Zeitdruck hat. Auch sonst sind die Straßen mit Fußgängern bevölkert, die zur Seite springen, wenn man ihnen zu nahe kommt. Wer aber denkt, ein Blutbad anrichten zu können, den muss ich enttäuschen, denn kann ein Fußgänger mal nicht flüchten, dann fährt man einfach durch ihn hindurch. Anders ist es aber bei Bäumen - hat man hier zu wenig Geschwindigkeit drauf, dann bleibt man schon mal hängen und darf zurücksetzen, um vorbeizukommen. Aber auch sonst gibt es genug an Dingen umzunieten, die so in einer Stadt herumstehen - Laternen, Tische, Stühle von Cafés usw. Besonders in einem Rennspiel hat es natürlich einen weitaus größeren Reiz, gegen menschliche Gegner anzututreten, als sein Glück gegen Computergegner zu versuchen. Dazu kommen noch die unzählichen Modi, sodass es im Multiplayer-Modus sicher so schnell nicht langweilig wird. Hier hat Microsoft ein echt heißes Eisen im Feuer und ist man gerade dabei, sich Xbox Live zuzulegen, dann kann ich nur sehr empfehlen, Midtown Madness 3 gleich mitzukaufen. Nun zu den verschiedenen Modi im Multiplayer, wo natürlich Xbox Live am meisten zu bieten hat. Hier sind natürlich die schon vom Einzelspieler her bekannt Modi vertreten (außer Blitz), zusätzlich gibt es aber noch "Kampf ums Gold", "Fangen", "Jäger" und "Stayaway", worauf ich jeweils im Einzelnen kurz eingehe. In "Kampf ums Gold" geht es darum, möglichst viele Goldsäcke einzusammeln, natürlich immer mehr als die Anderen, und diese dann auch ins sogenannte Versteck zu bringen. Der Haken dabei ist aber, dass Einen die Mitspieler einfach rammen müssen, um in den Besitz des Goldes zu kommen. Nicht sehr selten kommt es dann zu wahren Massenkarambolagen wo jeder Spieler versucht, dem anderen Spieler das Gold abzunehmen und somit der Goldsack alle paar Sekunden den Besitzer wechselt. Bei "Fangen" ist einer der Mitspieler der "Fänger" und muss versuchen, einen anderen Mitspieler zu fangen, der dann zum Fänger wird. Da die Uhr im Hintergrund läuft, ist es besser, gerade nicht Fänger zu sein, wenn die Zeit abgelaufen ist, da man sonst verloren hat. "Jäger" ist ähnlich, wobei es hier am Anfang einen "Jäger" gibt, der beim Berühren die "Beute" ebenfalls in Jäger in Form eines Polizeiwagens (bei dem man übrigens die Sirene und das Blaulicht einschalten kann) verwandelt. Wer übrigbleibt und danach noch eine zeitlang ausharren kann, gewinnt. In diesem Modus läuft es meist drauf hinaus, dass derjenige gewinnt, der sich am besten verstecken kann – und Verstecke bietet Midtown Madness 3 genug. Eines dieser Verstecke ist z.B. das Dach eines Hauses, das man per Sprungschanze erreichen kann. Kennt man sich in der Stadt (noch) nicht so gut aus, hat man hier oft eher schlechte Karten, denn weiß man den „Zugang“ zu einem Versteck nicht, bleibt einem nur das Warten, bis es dem Opfer zu blöd wird und es sich freiwillig zeigt. Der letzte Modus ist "Stayway", bei man den sog. "Hasen" fangen und so lange wie möglich behalten muss. Mir hat der Modus „Fänger“ gefolgt von „Kampf ums Gold“ am meist Spaß gemacht. „Kontrollpunkt“ ist meiner Meinung nach eher nicht so sehr für den Spaß in der Gruppe geeignet, da man eher schlechte Karten hat, wenn man Mitten in einem laufenden Rennen einsteigt und die anderen Mitspieler schon um Längen voraus sind. Bei den anderen Modi ist das Einsteigen während einer laufenden Partie kein Problem, da eigentlich immer offen ist, wer gewinnt. Hat man Midtown Madness 3 einmal im Multiplayer Modus gespielt, gerät das Spielen im Einzelspielermodus schnell zur Nebensache, der einem dann eher langweilig vorkommt. Realismus darf man sich natürlich keinen erwarten, denn schon die zahlreich verteilten Schanzen, mit denen man irrsinnige Sprünge absolvieren kann, entsprechen nicht wirklich den Naturgesetzen. Das ist natürlich halb so schlimm, denn übermäßiger Realismus sollte bei einem Titel wie Midtown Madness 3 eher außen vor bleiben. Anders und schlechter sieht es bei der Umgebungsgrafik aus. Die Hausfassaden sind mit grobpixeligen Texturen überzogen, die Fußgänger nicht unbedingt hübsch anzusehen und besonders beim Anti Aliasing zeigen andere Titel, wie es besser geht (z.B. Burnout 2). Dafür haben sich die Grafiker z.B. bei der lebensechten Nachbildung des Eifelturms sehr viel Mühe gegeben, die man meiner Meinung nach eher in andere Bereiche hätte investieren können. Man könnte die Grafik eigentlich als zweckmäßig bezeichnen, da es immer noch um Längen besser ist, dass die Grafik nicht so gut ist, dafür aber keine Ruckler auftreten, auch wenn 8 Fahrzeuge auf einmal am Fernseher zu sehen sind. Auch ist mir ein leichtes "aufpoppen" aufgefallen, das zwar nicht oft vorkommt, aber eigentlich in aktuellen Spielen nichts mehr zu suchen hat. An Detailreichtum mangelt es dem Spiel aber nicht, denn überall gibt es etwas zu entdecken – hier ein witziges Detail, dort etwas, das zum Stehenbleiben und Schauen einlädt. Hier zeigt das Spiel seine wahren Stärken und übertrifft den Singleplayer Modus um ein Vielfaches und ist schon alleine deshalb einen Kauf wert.
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