Brachiale Action, gewürzt mit einer Brise Taktik.In letzter Zeit gab es über keinen Titel im Vorfeld derart viele Spekulationen und Gerüchte. Auch nach dem Release differenzieren die Meinungen über Brute Force gewaltig. Eines haben die Entwickler auf jeden Fall geschafft: es wird darüber gesprochen – Brute Force mag man oder mag man nicht!
Wir schreiben das Jahr... 2340. Und damit sind wir auch schon bei der Story, besser gesagt „Rahmenhandlung“ zum Spiel. Ihr kontrolliert die 23. Sondereinheit der Konföderation. Ein Team von 4 Söldnern, jeder bis an die Zähne bewaffnet und mit speziellen Fähigkeiten ausgestattet. Terroristen gibt’s anscheinend auch in der Zukunft und eure Aufgabe besteht natürlich darin, das fiese Gesindel und deren Boss unschädlich zu machen. Die Story gibt also nicht wirklich viel her und darf bestenfalls als Begleiterscheinung zum Spiel betrachtet werden. Euer Vorgesetzter erteilt euch auf einem Raumkreuzer die entsprechenden Befehle und ab geht’s an die Front. Dazu gibt es meistens eine kurze Team-Besprechung bei der man erfährt, wer liquidiert werden muss. Von da an sprechen nur mehr die Waffen...
Die verschiedenen Mission führen eigentlich immer auf eines hinaus – Search & Destroy! Das Leveldesign ist relativ linear gestaltet, Handlungsfreiraum bzw. Rätseleinlagen und dergleichen werden außen vor gelassen. Man sollte sich also darüber im Klaren sein, dass sich das Spiel aufs wesentliche konzentriert – Action auf der ganzen Linie; hierbei hat man dafür gute Arbeit geleistet.
Einzeln gefährlich... Am Beginn des Spiels steht vorerst nur ein Krieger zur Verfügung: Tex - der Mann fürs Grobe, ein schwer bewaffneter Sturmsoldat. Neben seiner Funktion als Bomben-Entschärfer ist er auch der einzige unter den vier Charakteren, der gleichzeitig zwei Wummen bedienen kann. Durch Drücken der weißen Taste wird diese Sonderfunktion für einige Zeit zugänglich. Im weiteren Verlauf stoßen dann noch die 3 anderen Team-Mitglieder zu euch...
...im Team tödlich – Brothers in Arms... ...die da wären: Brutus, der Feraner: ein reptilienartiges Wesen, ebenfalls ein Freund von schwerem Geschütz, als spezielle Fähigkeit kann er überdies Feinde besser wahrnehmen und eignet sich daher vorzüglich dazu, als erster in z.B. das Dickicht des Dschungels vorzudringen. Die erste Frau im Bunde ist Hawk, die Späherin. Ihre Vorzüge sind das Erkunden von Gebieten, was ihr durch ihre Tarnfunktion erheblich erleichtert wird. Die letzte der geselligen Runde ist ein weiterer weiblicher Vertreter: Flint, die synthetisch/menschliche Scharfschützin. Aufgrund ihrer synthetischen Struktur ist sie resistent gegen Giftgas und verfügt über ein äußerst ziel- und treffsicheres Auge.
Neben den bereits erwähnten Spezial-Fähigkeiten unterscheiden sich die Charaktere in puncto Durchhaltevermögen und Tragfähigkeit der Waffen. Tex hält z.B. länger feindlichem Beschuss stand als die zierliche Hawk. Es ist den Ladies auch nicht möglich, schwere Waffen zu bedienen. Die richtige Mischung machts also aus... Jeder der Protagonisten kann 2 Kanonen bei sich tragen – Halo lässt grüßen. Die restlichen Utensilien wie etwa Granaten, andere Sprengkörper oder Medi-Kits stehen im allgemeinen Inventar für jedes Teammitglied zur Verfügung.
Schaurig schöne Schauplätze... Als Szenarien dienen sechs unterschiedliche Welten bzw. Planeten. Die Umgebungen wurde hierbei stilgerecht und detailverliebt in Szene gesetzt, erstrecken sich von der feuchten Sumpflandschaft bis hin zum heißen Wüstenplaneten und bergen selbstredend allesamt natürliche Gefahren. Auch an Gegnervielfalt mangelt es dem Titel mit Sicherheit nicht. Es gibt ein großes Betätigungsfeld für die Vielzahl an unterschiedlichen Waffen. Egal ob Minigun, Lasergewehr oder Energiegranate – alle eignen sich hervorragend um Mutanten, Höllenhunde, Feranische Geächtete, Milizen und Seher-Priester in rauen Mengen ins Jenseits zu befördern.
Alle Gruppierungen haben selbstverständlich nur ein gemeinsames Ziel – euch das Leben zur Hölle zu machen. Dabei wird auf unterschiedliche Weise gegen die Brute Force vorgegangen. Reicht es auf dem leichtesten Schwierigkeitsgrad noch aus, sich einfach ins Getümmel zu werfen und alles umzunieten was nicht bei drei auf den Bäumen ist, so muss man in der höchsten der drei anwählbaren Stufen gezielt die jeweiligen Fähigkeiten und Waffen einsetzen um überhaupt auch nur den Funken einer Chance zu haben. Das Befehlsmenü ist übersichtlich gestaltet und einfach zu bedienen. Somit fällt es auch nicht schwer, dem Rest des Teams gezielte Anweisungen zu geben. Feuer aus allen Rohren, Feuerschutz, Stellung halten und sich an einen bestimmten Ort zu begeben bilden die Grundlagen im Team-Befehlsmenü. Die K.I., egal ob Freund oder Feind, unterliegt hierbei manchmal starken Schwankungen. Im Grossen und Ganzen wurde aber schon weit Schlechteres geboten und man kann durchaus mit dem Vorgehen der Waffenbrüder und Schwestern leben.
Fortschritt durch Technik... Sollte euer Team mal das Zeitliche segnen – kein Problem, im 24. Jahrhundert ist klonen schließlich keine Hexerei mehr. Flugs ist man wieder in alter Frische am letzten Speicherpunkt. Natürlich ist die ganze Angelegenheit nicht völlig kostenlos, die Bearbeitungsgebühr wird euch vom Sold abgezogen.
Gespielt wird aus der 3rd-person-Perspektive. Dies gestaltet sich am Anfang etwas ungewohnt – nach kurzer Zeit hat man aber schnell ins Spiel gefunden. Vor allem Zocker, die schon bei Conflict Desert Storm durch die Wüste gezogen sind, werden sich auf Anhieb mit der Steuerung zurechtfinden. Im Sniper-Modus wird zwecks besserer Übersicht wie üblich in die Ego-Perspektive umgeschaltet, ab und an kann es in der normalen Ansicht schon zu Problemen mit Kameraführung kommen, diese halten sich aber doch im verträglichen Rahmen.
Technisch siedelt sich das Game in jedem Fall auf einem gehobenen Level an. Egal was sich auf dem Bildschirm abspielt - zuweilen jede Menge ;-) - das Spiel bleibt flüssig. Neben der gelungenen Grafik weiß auch der Sound zu überzeugen. Vor allem in Verbindung mit einer Dolby Digital-Anlage lässt sich die Geräuschkulisse noch besser genießen und dies trägt einen wesentlichen Anteil zur Vertiefung ins Geschehen bei. Des weiteren wurde dem Spiel eine deutsche Sprachausgabe spendiert. Wie auch bei Halo kommen die Sprüche aber manchmal doch eine Spur zu heftig rüber, ist aber diesbezüglich wohl sehr geschmacksabhängig.
Ein derartiger Titel bietet natürlich perfekte Voraussetzungen für gepflegte Multiplayer- Unterhaltung. Auf eine XBL-Unterstützung wurde unverständlicherweise verzichtet, einzig das Saugen von neuen Levels bzw. Goodies soll über den Online-Dienst in Zukunft möglich sein. Dafür wackelt aber offline mit bis zu vier Kumpels via Splitscreen die Bude. Voraussetzung hierfür ist allerdings ein großer Bildschirm, sonst geht die Übersicht komplett flöten. Neben Deathmatch und Truppen-Deathmatch bietet sich natürlich die Kampagne als ausgezeichnetes Betätigungsfeld für mehrere Zocker an. Dadurch ist man auch nicht mehr auf die obig erwähnte durchwachsene K.I. in den eigenen Reihen angewiesen, auch im höchsten Schwierigkeitsgrad ist somit ein besseres Vorankommen gewährleistet. Darüber hinaus macht es mit menschlichen Mitstreitern wie üblich sowieso mehr Spaß.
Grafik Eine Vielzahl an spektakulären Effekten, schön gestaltete Hauptdarsteller und ansprechende Szenarien lassen das Game definitiv in der oberen Liga mitspielen. Es läuft auch überwiegend flüssig, egal ob solo, multi oder wie viele Gegener sich am Bildschirm tummeln. Kurz gesagt: alles richtig gemacht, fürs Auge wird was geboten.
Sound Auch am Sound gibt’s eigentlich nicht viel zu bemängeln. Passt hervorragend zur Atmosphäre, die Geräuscheffekte der Waffen sprechen ebenfalls eine eindeutige Sprache. Die deutsche Synchronisation hätte wieder mal etwas mehr Feinschliff vertragen, aber immerhin gibt’s eine.
Spielspaß Solo Nach einmaligen Durchzocken der Kampagne gibt es nicht mehr viel was einen noch mal vors Pad locken würde. Es ist daher ratsam, gleich von Beginn an einen der höheren Schwierigkeitsgrade anzuwählen, um nicht allzu schnell mit dem Spiel fertig zu sein. Des weiteren kommt erst im höchsten Schwierigkeitsgrad der taktische Aspekt zum tragen und somit ist doch - auch solo - längerfristige Motivation gewährleistet. Anständige Genre-typische Unterhaltung wird also allemal geboten.
Spielspaß Multi Auch hier gilt zum Glück – je mehr desto besser! Mit mehreren Spielern an der Konsole entfaltet das Teil seine Stärken erst richtig. Ein herrlich unkompliziertes Gemetzel ohne große Eingewöhnungsphase. Je nach belieben kann hier natürlich auch verstärkt taktisch vorgegangen werden, da die Anweisungen an menschliche Mitspieler immer noch am besten umgesetzt werden können. So oder so, jeder begeisterte Multi-Gambler sollte den Kauf von Brute Force in Erwägung ziehen!