Wunderschön präsentiertes Adventure, das mit logischen Rätseln und einer spannenden sowie humorvollen Story aufwartet.
Auf der Flucht „In meinem Flugzeug fliegt ihr sicherer als in der Air Force One.“ Welch ein fataler Irrtum, denn was nützt ein funktionierender Metallvogel, wenn der Pilot während des Fluges das Zeitliche segnet? Nicht viel,
» Die Dialoge sprühen nur so vor schwarzem Humor. |
aber
Brian Basco, ein ehemaliger Physikstudent, gibt nicht so schnell auf. Seiner bildhübschen Freundin
Gina überlässt er den einzigen Fallschirm, während er versucht die Maschine im nahegelegenen Dschungel der Ferieninsel
Mala Not zu landen. Mit viel Glück überlebt
Brian den Crash und begibt sich auf die Suche nach seiner Gefährtin, die wie vom Erdboden verschluckt zu sein scheint. Bei seinen Nachforschungen entdeckt der junge Mann einen US-Militärstützpunkt auf dem Eiland, der ein dunkles Geheimnis birgt. Soviel zum Auftakt des
spannenden und zugleich humorvollen Point & Click-Adventures Runaway: The dream of the turtle.
In dem
sechs Kapiteln übergreifenden Abenteuer muss
Brian mit der Hilfe des Spielers zahlreiche Knobelaufgaben lösen, um sein Ziel zu erreichen. Neben dem Führen von Gesprächen steht auch das Untersuchen der Schauplätze und Kombinieren von Gegenständen an der Tagesordnung. Nur wer genau aufpasst und seine grauen Zellen richtig arbeiten lässt, hat eine Chance, die
knackigen, aber zumeist logischen Rätsel zu meistern.
Jener, der weiß, redet nicht Die
Steuerung des Adventures ist äußert
simpel ausgefallen. So wird der Protagonist rein per Touchpen kontrolliert. Durch kurzes Antippen einer Stelle geht der Held zum
» Die Videos strotzen nur so vor Spannung. |
gewünschten Zieltort. Fährt man mit Stylus über einen interessanten Gegenstand, verwandelt sich das Steuerkreuz in eine Lupe. Dadurch ist es möglich die Umgebungen noch genauer zu untersuchen. Wechselt man nun von der Lupe zum Interaktionsbefehl, so nimmt
Brian das Utensil an sich oder führt die angegebene Aktion aus. Gesammelte Items landen im Inventar, wo diese des Öfteren miteinander kombiniert werden müssen, um bestimmte Rätsel zu lösen. Durch einfaches Drag & Drop oder Durchwählen per Schultertasten kann man die Gegenstände an den gewünschten Stellen bzw. Personen anwenden. Trotz dieser simpeln Interaktionsmöglichkeiten ist
die Steuerung zeitweise sehr fummelig ausgefallen.
Drückt man mit dem Stylus länger auf den Touchscreen wechselt das Spiel von der normalen Perspektive in die
Detailansicht. Dies ist vor allem bei sehr kleinen Gegenständen bitter nötig, da sie sonst leicht übersehen werden. Hält man aus Versehen den Stylus einen Bruchteil zu lange gedrückt wechselt das Game die Perspektive, womit sich auch der Befehl ändert. Dies sorgt für unnötigen Frust, da es manchmal mehrere Versuche benötigt, um eine Aktion auszuführen.
Die Affeninsel lässt grüßen Natürlich stehen während des Abenteuers auch zahlreiche Gespräche mit verschiedenen Charakteren an. Diese laufen per
Multiple-Choice-Verfahren ab und liefern viele wichtige
» Der Comic-Look ist äußerst detailliert gelungen. |
Informationen zu den anstehenden Knobelaufgaben. Aber sie dienen nicht nur zum Sammeln von Hinweisen, sondern bieten auch einen großen Unterhaltungswert. Regelmäßig stellt
Brian seinen
schwarzen Humor zur Schau, in dem er seinem Gegenüber mit bissigen Kommentaren begegnet. Filmkenner werden auch zahlreiche Anspielungen auf bekannte Hollywoodstreifen wie
Forrest Gump,
Verschollen oder
Fluch der Karibik entdecken. Ebenso amüsant wie die Dialoge sind auch die Charaktere selbst ausgefallen.
Dank dem
wunderschönen und detailreichen Comic-Look versprühen diese einen besonderen Charme. So amüsiert man sich über den studierten Surfer, der seine Übungen auf dem Trockenen ausführt, oder die sexy Bardame, die ständig über ihre Ex-Freunde redet. Aber nicht nur die liebevolle Spielgrafik weiß mit ihren vielen Details und dem Artwork zu begeistern, auch die
toll animierten Videosequenzen wissen Spieler zu entzücken. Einzig die
zeitweise erkennbaren Artefakte trüben ein wenig das Bild, sind aber auf die begrenzten Möglichkeiten der Hardware zurückzuführen. Für die entsprechende Atmosphäre sorgen nette Melodien, die zu den jeweiligen Schauplätzen passen, ebenso wie die kräftigen Klangeffekte.