Der umfangreichste Ableger der Namco-Kampfspielreihe; nun auch mit Online-Modus.
Wie ein Rammstein-Song: Mein Herz brennt Namco-Bandai brachte vor kurzem das beliebte Waffenkampfspiel als vierten Ableger der erfolgreichen Soul Edge/Calibur-Reihe für die HD-Konsolen auf den Markt. Inhaltlich orientierten
» Praller Spielspaß? Man kann's auch übertreiben. |
sich die Entwickler konservativ an den beiden ersten Titeln nachdem Teil 3 offenbar nicht ganz überzeugte. Somit kehrt
Soul Calibur 4 wieder zu den Wurzeln zurück und das heißt: Stark repetitives Abkämpfen von diversen Gegnern in schönen, wenn auch wenig interaktiven, Arenen. Serienfans wird es auch kaum überraschen, dass sich am Gameplay wenig änderte: Aufwändige Kombos sind immer noch eher Beiwerk denn Notwendigkeit für den Erfolg. Dafür verlangt einem der Kampftitel ein gutes Gespür für Attacken und Blocks ab.
Einerseits bedeutet dies, dass
Soul Calibur 4, wie alle Vorgänger auch, ein einfaches Gameplay bietet. Es gibt keine große Lernkurve und selbst Neueinsteiger können nach kurzer Zeit mit ein paar mächtigen Moves aufwarten. Kehrseite der Medaille diese Designentscheidung ist jedoch eine hohe Anfälligkeit für Button Mashing sowie der simple Schwierigkeitsgrad. Ebenso spielt die richtige Auswahl des eigenen Charakters eine große Rolle, da diese teils höchst unterschiedliche Stärken und Schwächen (unbalanciert) ausfallen. Auch die Story bleibt inhaltlich komplett gleich: Abermals handelt sie vom Konflikt der zwei legendären Schwerter Soul Edge (böse) sowie Soul Calibur (gut) sowie die Hintergrundgeschichten der Protagonisten.
Star Wars Gastauftritt Mit gut über 30 Kämpfern (Achtung, einige sind reine Clones!) ist durchaus für Abwechslung gesorgt, doch
Namco-Bandai versucht mit Star Wars-Charakteren noch mehr Käufer zu gewinnen. Auf der PS3
spendierte man "exklusiv" Darth Vader, während die Xbox 360, ganz farbtreu, den kleinen "Green Mean Fighting Machine" Master Yoda abbekam - der übrigens wegen seiner Größe extrem benachteiligt ist. Beide Titel haben jedoch einen gemeinsamen Nenner: Den aktuellen Protagonisten aus
The Force Unleashed.
Für Solo-Spieler bietet
Soul Calibur 4 die übliche Routine an Einzelkämpfen und einem Mini-Story-Modus je Charakter. Der Character Creation Mode ist auf alle Fälle das neue Herzstück: Nicht nur die Star Wars-Figuren stehen hier zur Auswahl, man kann auch aufbauend auf dem Kampfstil eines Charakters diesen optisch komplett verändern. Es gibt unzählige Optionen und somit sind der eigenen Kreativität kaum Grenzen gesetzt. Ständig neue freispielbare Charaktere, Waffen und Gegenstände bereichern das Gameplay. Dabei sehen die Protagonisten trotz der enormen Anpassbarkeit umwerfend gut aus, abgesehen von den üblichen Clipping-Fehlern gibt es nichts zu beanstanden.
Alles wonderbra? Leider gibt es keine oppulenten Rendersequenzen mehr als Belohnung, dafür bekommt man aber jede Menge Punkte, die gegen Skills und Gegenstände eingelöst werden dürfen. Die Cutscenes sind somit komplett in-game
» Vorsicht, könnte ins Auge gehen! |
ausgefallen, was der Atmosphäre jedoch kaum einen Abbruch tut.
Wogende Dekolleté und extrem übertriebene Oberweiten (da kommt selbst Itagaki ins Schwitzen) wirken jedoch fehl am Platze. Insgesamt sieht
Soul Calibur 4 jedoch prächtig aus, optisch gibt es somit nicht viel zu meckern. Auch der satte Klang des Waffengemetzels überzeugt auf ganzer Linie. Mit von der Partie ist abermals der extrem übertriebene Stage-Ansager, optionale japanische/englische Sprachausgabe der Charaktere sowie eine nette Auswahl an Upbeat-Musikstücken.
Namco-Bandai hat einen vollwertigen Online-Modus eingebaut, der mit schneller Leitung auch sehr ordentlich funktioniert und nur hie und da von Lagging heimgesucht wird. Zur Auswahl stehen die üblichen Optionen für Ranked und Unranked Matches (1v1 only), wobei jedoch je nach Waffenart einige Special Modes zur Verfügung stehen. Die Steuerung ist gut gelungen und besonders auf der PlayStation 3 gibt es einen kleinen Vorteil - das Steuerkreuz des Dual Shock 3 ist einfach griffiger als das des ansonsten tollen Xbox 360 Controllers. Einzig die zwar optisch eindrucksvollen, jedoch kaum interaktiven Stages hätten noch einen Touch mehr Raffinesse verdient, man kann fast nichts zerbrechen oder gar als Waffe gebrauchen.