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Uncharted: Drakes Schicksal  
» Autor: Stefan Lehmler
» Datum: 14.01.2008
» Gesamtwertung:
/5
5/5: Pflichtkauf
uneingeschränkte Empfehlung.
Wie wir bewerten
Geniales Action-Abenteuer vor tropischer Kulisse, welches das Potenzial der PS3 zeigt.

Naughty Dog = Hitgarant?
Nachdem die Mannen von Insomniac mit Resistance: Fall of Man und Ratchet & Clank: Tools of Destruction bereits zwei Hochkaräter für die PlayStation 3 veröffentlicht haben, werkelte ein anderer Topspiel-Garant für Sony-Konsolen länger an seinem Next-Gen-Debüt. Die Rede ist natürlich von Naughty Dog, welche in PS1-Zeiten mit Crash Bandicoot und zu PS2-Zeiten mit der Jak & Daxter-Reihe für Aufsehen sorgten. Mit Uncharted: Drakes Schicksal haben sie nun ihr erstes Game für die PlayStation 3 herausgebracht, in dem sich der Spieler als Schatzsucher auf die geheimnisvolle Insel El Dorado begibt, um einem sagenumwobenen Geheimnis auf die Spur zu kommen.

Abenteurer Nathan Drake verschlägt es dabei zusammen mit seinem alten Freund Sulivan und der sensationsgeilen Reporterin Elena auf eine Tropeninsel. Allerdings sind nicht nur sie dem Geheimnis auf der Spur. Eine Piratenbande will sich den wertvollen Schatz ebenfalls unter den Nagel reißen und setzt sich gegen ihre Konkurrenten mit Waffengewalt zur Wehr. Zudem lassen sterbliche Überreste von spanischen Konquistadoren und Wehrmachtssoldaten, die wohl ebenfalls auf der Suche waren, nichts Gutes verheißen ...

Action, Action, Action und ein bisschen Adventure
Was nach geballter Action-Adventure-Kost klingt, spielt sich allerdings sehr actionorientiert. Zwar wird der Spielverlauf immer wieder durch Kletter- und Rätseleinlagen gekonnt aufgelockert, der Fokus liegt allerdings
» Lost.
auf wüsten Schusswechseln mit finsteren Piraten. Wer also ein reinrassiges Action-Adventure mit ausgiebigen Erkundungstouren sowie einer ausgeglichenen Balance aus Action, Rätsel und Klettern erwartet, der sei an dieser Stelle vorgewarnt. Uncharted: Drakes Schicksal ist im Grunde ein streng linearer Third-Person-Shooter, in dem simple Rätsel- und Klettereinlagen eher als Auflockerung denn als essenzieller Spielbestandteil zu sehen sind.

Dennoch spielen sich diese Abschnitte aufgrund der sehr guten Steuerung extrem gut und sorgen für einige unvergessliche Momente. Beispielsweise dann, wenn man in mehreren hundert Metern Höhe an einer Klippe entlang schwingt und sich anschließend über abbröckelnde Felsen den Weg nach oben bahnt. Das Ganze ist nicht zuletzt wegen den großartigen Animationen des Protagonisten und der famosen Kameraarbeit der Entwickler absolut filmreif in Szene gesetzt.

Hollywood lässt grüßen
Viel wichtiger ist natürlich die Frage, wie sich der Kern des Titels spielt: Die Schießereien. Um diese mit drei Worten zu beantworten: Spannend, adrenalingeladen, genial. Auch hier
» Gut gezielt ist halb gewonnen.
macht Uncharted: Drakes Schicksal alles richtig und beschert dem geneigten Käufer ein unvergessliches Erlebnis. Die Bedienung geht auch hier einfach und intuitiv von der Hand. Mittels L1-Button und rechtem Analogstick wird gezielt, während der linke Stick zum Bewegen der Spielfigur und R1 zum Schießen dient. Darüber hinaus kann Drake Hechtsprünge ausführen, um beispielsweise Granaten auszuweichen oder im Nahkampf per Viereck- und Dreieck-Taste Kinnhacken zu verteilen.

Auch ist es möglich sich jederzeit an Wände, Steine oder sonstige stabile Objekte zu lehnen, um Schutz vor feindlichem Beschuss zu suchen. Aus der Deckung darf natürlich sowohl gezielt wie auch blind auf die Feinde gefeuert werden. Dazu stehen einem allerlei realen Vorbildern nachempfundene Waffen zur Verfügung, welche verschiedene Schrotflinten, Sturmgewehre und Pistolen sowie ein Scharfschützengewehr, Granaten und einen Granatwerfer umfassen. Das Tragelimit ist allerdings auf eine Hauptwaffe, eine Pistole sowie maximal fünf Granaten beschränkt.

Fordernd und flott
Dank flottem Bewegungstempo des Protagonisten, umfangreichen Möglichkeiten im Kampf sowie einer grundsoliden Gegner-KI präsentieren sich die Fights sowohl dynamisch wie auch fordernd – aber nie
» Elena gibt Gas und Drake ballert.
unfair. Häufige Munitionsknappheit, teils zerstörbare Deckung und geschickt platzierte Gegner zwingen den Spieler darüber hinaus zum ständigen Positionswechsel, was zusätzliches Tempo in die Kämpfe bringt. Anfänger sollten übrigens unbedingt auf Leicht spielen, denn bereits auf Normal ist Uncharted: Drakes Schicksal kein wirklich gemütliches Unternehmen.

Obwohl der Spielablauf streng linear ist, zeigt sich das Leveldesign als äußerst gelungen. Dies kommt sowohl den Kämpfen als auch der Abwechslung zu Gute. Schwingt man in der einen Minute noch von einer Klippe zu Klippe, liefert man sich in der nächsten nervenaufreibende Gefechte im Innenhof einer alten Burgruine. Weitere Schauplätze sind unter anderem düstere Höhlen, der tiefe Dschungel, ein verlassenes Uboot sowie zahlreiche Ruinen. An einigen Stellen im Spiel geht es in gelungenen Fahrzeugpassagen mit Jetski sowie Jeep auf Tour. Während man auf letzterem nur das MG bedient, darf das Jetski selbst gesteuert werden.

Audiovisuell beeindruckend
Technisch beeindruckt Uncharted: Drakes Schicksal auf ganzer Linie und darf zweifelsohne zur Creme de la Creme der Grafikbomben gerechnet werden. Die extrem detaillierten und artistisch wundervoll
» Bloß unten bleiben!
gestalteten Umgebungen begeistern ebenso wie die tollen Effekte sowie grandios animierten und detaillierten Figuren. Letztere kommen vor allem in den filmreifen Ingame-Zwischensequenzen zur Geltung, die vor Action, Dramatik, tollen Charakteren und einer Menge Wortwitz und dummen Sprüchen nur so strotzen. Passend dazu gibt es natürlich einen Soundtrack der hinter großen Hollywood-Produktionen nicht zurückstecken muss sowie professionelle deutsche Sprecher. Wahlweise darf natürlich auch ins englische Original umgeschaltet werden.

Ladezeiten sucht man übrigens vergebens. Die Spielwelt wird im Hintergrund stets nachgeladen. Negativ anzurechnen sind lediglich Tearing und kleinere Popups in weiter Entfernung. Die Spielzeit liegt bei ungefähr acht bis zehn Stunden, was für ein Actionspiel ein solider, wenn auch nicht wirklich hoher Wert ist. Dafür gibt es dank vielen versteckten Extras, Medaillien für besondere Leistungen und höheren Schwierigkeitsgraden einen ordentlichen Wiederspielwert. Einen Mehrspieler-Modus sucht man allerdings vergebens.
Pro
Großartiges Gameplay
Grandiose Inszenierung
Wunderschöne Grafik
Hollywoodreifer Soundtrack
Liebenswerte Charaktere
Keine Ladezeiten
Contra
Grafik-Tearing und leichte Popups
Fazit
Resistance: Fall of Man, Ratchet & Clank: Tools of Destruction und jetzt Uncharted: Drakes Schicksal. Nachdem sich Insomniac bereits doppelt als Hitgarant beweisen durfte, ist nun Naughty Dog am Zug und liefert mit seinem PS3-Debut eines der besten Action-Feste des Jahres 2007 ab. Der Titel ist sowohl technisch als auch spielerisch auf allerhöchstem Niveau und verzaubert darüber hinaus durch tolle Charaktere sowie eine grandiose Inszenierung. Seien es die Klettereinlagen, die Rätsel oder die den Großteil des Spiels ausmachenden Schießereien. Der Titel spielt sich auf ganzer Linie perfekt und wirkt von der ersten bis zur letzten Minute durchdacht. Lediglich fanatische Adventure-Fans könnten Grund zum Meckern haben: Uncharted: Drakes Schickal ist nämlich kein zweites Tomb Raider sondern ein größtenteils auf wüste Schießereien ausgelegtes Action-Spiel mit auflockernden und eher simpel gehaltenen Klettereinlagen. Wer sich dessen also bewusst ist, gerne ballert und sehen will wozu seine PlayStation 3 im Stande ist, der muss hier einfach zugreifen. Definitiv eines der besten PS3-Spiele bisher.