Geniales Action-Abenteuer vor tropischer Kulisse, welches das Potenzial der PS3 zeigt.
Naughty Dog = Hitgarant?Nachdem die Mannen von Insomniac mit
Resistance: Fall of Man und
Ratchet & Clank: Tools of Destruction bereits zwei Hochkaräter für die PlayStation 3 veröffentlicht haben, werkelte ein anderer Topspiel-Garant für Sony-Konsolen länger an seinem Next-Gen-Debüt. Die Rede ist natürlich von Naughty Dog, welche in PS1-Zeiten mit
Crash Bandicoot und zu PS2-Zeiten mit der
Jak & Daxter-Reihe für Aufsehen sorgten. Mit
Uncharted: Drakes Schicksal haben sie nun ihr erstes Game für die PlayStation 3 herausgebracht, in dem sich der Spieler als Schatzsucher auf die geheimnisvolle Insel El Dorado begibt, um einem
sagenumwobenen Geheimnis auf die Spur zu kommen.
Abenteurer
Nathan Drake verschlägt es dabei zusammen mit seinem alten Freund
Sulivan und der sensationsgeilen Reporterin
Elena auf eine Tropeninsel. Allerdings sind nicht nur sie dem
Geheimnis auf der Spur. Eine Piratenbande will sich den wertvollen Schatz ebenfalls unter den Nagel reißen und setzt sich gegen ihre Konkurrenten mit Waffengewalt zur Wehr. Zudem lassen sterbliche Überreste von spanischen Konquistadoren und Wehrmachtssoldaten, die wohl ebenfalls auf der Suche waren, nichts Gutes verheißen ...
Action, Action, Action und ein bisschen AdventureWas nach geballter Action-Adventure-Kost klingt, spielt sich allerdings
sehr actionorientiert. Zwar wird der Spielverlauf immer wieder durch Kletter- und Rätseleinlagen gekonnt aufgelockert, der Fokus liegt allerdings
auf wüsten Schusswechseln mit finsteren Piraten. Wer also ein reinrassiges Action-Adventure mit ausgiebigen Erkundungstouren sowie einer ausgeglichenen Balance aus Action, Rätsel und Klettern erwartet, der sei an dieser Stelle vorgewarnt.
Uncharted: Drakes Schicksal ist im Grunde ein
streng linearer Third-Person-Shooter, in dem simple Rätsel- und Klettereinlagen eher als Auflockerung denn als essenzieller Spielbestandteil zu sehen sind.
Dennoch spielen sich diese Abschnitte aufgrund der
sehr guten Steuerung extrem gut und sorgen für einige unvergessliche Momente. Beispielsweise dann, wenn man in mehreren hundert Metern Höhe an einer Klippe entlang schwingt und sich anschließend über abbröckelnde Felsen den Weg nach oben bahnt. Das Ganze ist nicht zuletzt wegen den großartigen Animationen des Protagonisten und der famosen Kameraarbeit der Entwickler absolut
filmreif in Szene gesetzt.
Hollywood lässt grüßenViel wichtiger ist natürlich die Frage, wie sich der Kern des Titels spielt: Die Schießereien. Um diese mit drei Worten zu beantworten: Spannend, adrenalingeladen, genial. Auch hier
» Gut gezielt ist halb gewonnen. |
macht
Uncharted: Drakes Schicksal alles richtig und beschert dem geneigten Käufer ein unvergessliches Erlebnis. Die
Bedienung geht auch hier einfach und intuitiv von der Hand. Mittels L1-Button und rechtem Analogstick wird gezielt, während der linke Stick zum Bewegen der Spielfigur und R1 zum Schießen dient. Darüber hinaus kann
Drake Hechtsprünge ausführen, um beispielsweise Granaten auszuweichen oder im Nahkampf per Viereck- und Dreieck-Taste Kinnhacken zu verteilen.
Auch ist es möglich sich jederzeit an Wände, Steine oder sonstige stabile Objekte zu lehnen, um
Schutz vor feindlichem Beschuss zu suchen. Aus der Deckung darf natürlich sowohl gezielt wie auch blind auf die Feinde gefeuert werden. Dazu stehen einem allerlei realen Vorbildern nachempfundene Waffen zur Verfügung, welche verschiedene Schrotflinten, Sturmgewehre und Pistolen sowie ein Scharfschützengewehr, Granaten und einen Granatwerfer umfassen. Das Tragelimit ist allerdings auf eine Hauptwaffe, eine Pistole sowie maximal fünf Granaten beschränkt.
Fordernd und flottDank flottem Bewegungstempo des Protagonisten, umfangreichen Möglichkeiten im Kampf sowie einer grundsoliden Gegner-KI präsentieren sich die Fights sowohl
dynamisch wie auch fordernd – aber nie
» Elena gibt Gas und Drake ballert. |
unfair. Häufige Munitionsknappheit, teils zerstörbare Deckung und geschickt platzierte Gegner zwingen den Spieler darüber hinaus zum ständigen Positionswechsel, was zusätzliches Tempo in die Kämpfe bringt. Anfänger sollten übrigens unbedingt auf Leicht spielen, denn bereits auf Normal ist
Uncharted: Drakes Schicksal kein wirklich gemütliches Unternehmen.
Obwohl der Spielablauf streng linear ist, zeigt sich das
Leveldesign als äußerst gelungen. Dies kommt sowohl den Kämpfen als auch der Abwechslung zu Gute. Schwingt man in der einen Minute noch von einer Klippe zu Klippe, liefert man sich in der nächsten nervenaufreibende Gefechte im Innenhof einer alten Burgruine. Weitere Schauplätze sind unter anderem düstere Höhlen, der tiefe Dschungel, ein verlassenes Uboot sowie zahlreiche Ruinen. An einigen Stellen im Spiel geht es in gelungenen Fahrzeugpassagen mit Jetski sowie Jeep auf Tour. Während man auf letzterem nur das MG bedient, darf das Jetski selbst gesteuert werden.
Audiovisuell beeindruckendTechnisch beeindruckt
Uncharted: Drakes Schicksal auf ganzer Linie und darf zweifelsohne zur Creme de la Creme der
Grafikbomben gerechnet werden. Die extrem detaillierten und artistisch wundervoll
gestalteten Umgebungen begeistern ebenso wie die tollen Effekte sowie grandios animierten und detaillierten Figuren. Letztere kommen vor allem in den
filmreifen Ingame-Zwischensequenzen zur Geltung, die vor Action, Dramatik, tollen Charakteren und einer Menge Wortwitz und dummen Sprüchen nur so strotzen. Passend dazu gibt es natürlich einen
Soundtrack der hinter großen Hollywood-Produktionen nicht zurückstecken muss sowie professionelle deutsche Sprecher. Wahlweise darf natürlich auch ins englische Original umgeschaltet werden.
Ladezeiten sucht man übrigens vergebens. Die Spielwelt wird im Hintergrund stets nachgeladen. Negativ anzurechnen sind lediglich
Tearing und kleinere Popups in weiter Entfernung. Die Spielzeit liegt bei ungefähr acht bis zehn Stunden, was für ein Actionspiel ein solider, wenn auch nicht wirklich hoher Wert ist. Dafür gibt es dank vielen versteckten Extras, Medaillien für besondere Leistungen und höheren Schwierigkeitsgraden einen ordentlichen Wiederspielwert. Einen Mehrspieler-Modus sucht man allerdings vergebens.