Auch drei Jahre nach Release immer noch ein absoluter Top-Hit.
The Last Free Man Half-Life² setzt da ein, wo der erste Teil aufhörte, zumindest aus der Sicht von Protagonist
Gordon Freeman. Dieser befand sich viele Jahre in einer Art Raum/Zeit-Schlaf und wird nun vom mysteriösen
G-Man zurück in die reale Welt geholt, welche mittlerweile komplett von Aliens besetzt worden ist. Nur ein kleiner Untergrund-Widerstand setzt sich gegen die außerirdischen Invasoren zur Wehr. Ehrensache also, sich diesem anzuschließen und
gegen die feindseligen Allbewohner vorzugehen. Schauplatz für
Half-Life² ist die Stadt
City 17, in der sich das Erden-Hauptquartier der Aliens – eine gigantische Zitadelle - befindet.
Freemans Auftrag ist klar: Nimm Kontakt zum Widerstand auf, kämpfe dich in die Zitadelle vor und zerstöre deren Energiekern, um die Invasoren zu vertreiben. Doch bis dahin ist es ein langer, steiniger Weg, auf dem allerlei interstellarer Abschaum darauf wartet, mit einem breiten Waffenarsenal, vom Brecheisen über Schrotflinte, Maschinengewehr und Armbrust bis hin zum hochentwickelten Alien-Sturmgewehr, in die ewigen Alien-Jagdgründe gewarpt zu werden. Dass das Ganze von vorne bis hinten spannend bleibt, verdankt der Titel vor allem seiner
genialen Inszenierung und dem
extrem abwechslungsreichen Leveldesign.
Schweißtreibende ActionDie Inszenierung von
Half-Life² zeichnet sich vor allem durch etliche Script-Ereignisse aus, welche plötzlich auftauchende Gegner, spektakuläre Explosionen aber auch etliche Dialoge mit den NPCs beinhalten. So
» Man ist nicht nur zu Fuß unterwegs. |
entsteht eine
sehr dichte Atmosphäre und die Welt gewinnt an Lebendigkeit. Auch sind die Script-Ereignisse nicht so extrem ausgefallen wie beispielsweise in
Call of Duty 4. Während man in letzterem fast wie auf Schienen durch die Levels gelenkt wird und kaum Handlungsfreiheit besitzt, bleiben die Kämpfe in
Half-Life² fast durchgehend dynamisch.
Dank
vielen verschiedener Gegnertypen wie feindlichen Soldaten, fiesen Headcrab-Aliens, Zombies und gigantischen Stridern ist auch in den Gefechten stets für Abwechslung gesorgt. Das
einfallsreiche Waffenarselnal trägt hier seinen Teil hinzu und lässt dem Spieler auch taktischen Freiraum beim Kämpfen gegen die meistens in Überzahl agierenden Kontrahenten. Die Action ist stets spannend, adrenalingeladen und fordernd. Unfair geht es dabei allerdings nie zur Sache. Außerdem dienen gut gesetzte Checkpoints und die Möglichkeit jederzeit zu speichern als Frustsperre. Wem es dennoch zu schwer zugeht, darf in den Optionen jederzeit auf einen leichteren Schwierigkeitsgrad umschalten. Die
Bedienung geht dabei stets präzise und genau von der Hand und hält sich an gegebene Genre-Standards.
Abwechslung purDoch
Half-Life² ist wie sein Vorgänger kein Spiel, in dem man nur von einer Schießerei zur nächsten rennt und zwischendurch ein paar vorgescriptete Ereignisse anschaut. Dank dem genial abwechslungsreichen
» Das Alien-Sturmgewehr in Aktion. |
Leveldesign gleicht sich keine Situation der anderen und man ist auch mit allerlei anderen Dingen als Ballern beschäftig. Hier gehören etwas schwammig zu steuerende Fahrzeugabschnitte genauso dazu wie ein Ausflug in die von Zombies verseuchte Stadt
Ravenholm, in der Fallen und die Umgebung für den eigenen Vorteil nutzbar sind. Auch eine Stelle, an der Geschütztürme gegen anrückende Feindverbände platziert werden wollen, soll hier nicht unerwähnt bleiben.
Zudem haben es
zahlreiche Rätsel- und Sprungeinlagen in den Titel geschafft. Vor allem die Gravity Gun – ein Gerät mit dessen Hilfe Gegenstände angehoben und geschleudert oder abgelegt werden können – sowie die bis dato immer noch unerreichte Physikengine des Titels sorgen hier für intelligente Kopfnüsse. Sei es das Bauen von Wippen oder Sprungschanzen oder Balancieren in Schwindel erregenden Höhen –
Half-Life² bietet alles, was das Actionherz begehrt und vieles darüber hinaus. Es ist nicht übertrieben, diesen Titel als den
abwechslungsreichsten Ego-Shooter aller Zeiten zu betiten.
Angestaubt? Von wegen!Obwohl es sich bei
Half-Life² um einen bereits drei Jahre alten Titel handelt, befindet sich die
Optik immer noch auf einem sehr hohen Niveau. Leider hat man es auf der Xbox 360 jedoch nicht
» Die Grafik weiß immer noch zu überzeugen. |
geschafft, die grafische Güte der PC-Version zu erreichen. Vor allem das
fehlende Anti-Aliasing fällt hier negativ auf. Ansonsten gibt es, bis auf einige matschige Texturen, allerdings nichts zu beanstanden. Die Weitsicht ist großartig, die Animationen toll, die Physik- und Ragdoll-Engine zumindest auf Konsolen Referenzklasse und die Effekte echte Hingucker. Die Ladezeiten wurden angenehm verkürzt und auch die Modelle der Widersacher und Verbündeten machen eine sehr gute Figur.
Akustisch bietet Half-Life² wuchtige Soundeffekte, spärlich aber extrem passend eingestreute Musikstücke sowie eine extrem gelungene Sprachausgabe. Letzteres ist allerdings mit Vorbehalten zu genießen, denn nur die englischen Sprecher sind toll gewählt. Stellt man seine Xbox 360 auf Deutsch, bekommt man eine der wohl schlechtesten Synchros aller Zeiten zu hören. Glücklicherweise ist die Orange Box
multilingual, so dass man die Sprache jederzeit aufs Original wechseln kann.