Einer für alle, alle für einen
Red Faction: Eine Widerstandsorganisation im Jahre 2161, welche mit Gewalt gegen den mächtigen Kanzler Sopot und dessen Regime vorgeht. Und an ihrer Spitze der Elitesoldat Alias, dessen Rolle ihr übernehmt. Doch keine Sorge, an Unterstützung mangelt es in Red Faction 2 nicht. Zur Seite steht dem Spieler ein ganzes Team fähiger Spezialisten. Der Captain der Truppe namens Molov, Repta, welcher mit seinen riesigen Kalibern eine Einreißfirma aufmachen könnte, Shrike, der Spezialist für alle Arten von Vehikeln, Tangier, die Ansprechpartnerin wenn es um Tarnung geht und Quill, welche dem Spieler aus dem Hinterhalt mit dem Scharfschützengewehr den Rücken frei hält. Hier gilt das Motto „Einer für alle, alle für einen“, denn die Mitstreiter helfen nicht bloß per Funk, sondern erbitten auch selbst öfters die Hilfe des Spielers. Alles geschieht über die von Metal Gear Solid bekannte Nano-Technologie.
Der Hauptaspekt von Red Faction 2 liegt eindeutig in der Waffenvielfalt des Spiels, sowie dem Umgang mit selbigen. Gut 17 Ballermänner stehen euch im Verlauf des Spiels zur Verfügung, beispielsweise eine CSP-19 Halbautomatische Pistole, welche besonders wirkungsvoll gegen nicht gepanzerte Ziele eingesetzt werden kann. Besonders cool kommt hier die Option, mit gleich zwei dieser Handfeuerwaffen einen Raum zu stürmen. Weiter geht es mit der CMG-32 Maschinenpistole, welche auf kürzeren Distanzen für jeden Gegner tödliche Folgen hat. Auch hier ist es möglich beidhändig zu schießen. Des weiteren lassen sich sehr schnell neue Waffe wie etwa ein Granatenwerfer, ein Sturmgewehre, Anti-Fahrzeugraketen und Anti-Personenwaffen auflesen. Wem diese Feuerkraft immer noch nicht ausreicht, steigt einfach in eins der mannigfaltigen Fahrzeuge von Red Faction 2. Auch wenn der Spieler diese nicht selber steuern darf, kann er zumindest mit den Bordwaffen Gegner aufs Korn nehmen. Die Palette an befahrbarem Untersatz reicht vom Kampfflugzeug, über ein Mini-U-Boot, einem Panzer bis hin zum Kampfanzug. Jedes Vehikel ist natürlich mit eigenen, spezifischen Waffenmodi ausgestattet, von welchen es pro Fahrzeug immer zwei gibt.
Bei soviel Waffengewalt scheint das Gameplay schon zu Beginn vordeterminiert zu sein. Es geht hauptsächlich um Action. Auch wenn ein paar kleine Rätsel ins Spiel integriert wurden, so gilt auch hier meist bloß das „Finde einen Gegenstand, um diesen gleich darauf in die Luft zu jagen“-Prinzip. Die Hauptspielzeit wird der Spieler entsprechend damit verbringen, sich den generischen Truppen mit allen Waffen, die sich im Repertoire befinden, entgegenzustellen. Was für ein wenig Abwechslung sorgt, ist die Geo-Mod-Engine, welche schon im ersten Teil vorzufinden war und welche es erlaubt, so gut wie alles zu zerstören, was im Weg steht.
Leider ist die Zerstörungsorgie grafisch alles andere als komplett gelungen. Während man über die recht schwachen Texturen noch hinwegsehen kann, sorgt vor allem die triste Umgebung für Unmut. Hauptgrund für die detailarme Grafik dürfte eben jene verwendete Geo-Mod-Engine sein. Wo bei anderen Titeln der Großteil der Rechenleistung zum Stemmen möglichst vieler Polygonen verwendet wird, gilt es bei Red Faction 2 für die Playstation2 auch noch diverse Deformationen der Levelstruktur zu berechnen. Auch akustisch ist man auf der Sony-Konsole Besseres gewöhnt. Spieler, die des Englischen nicht besonders mächtig sind, dürfen sich zwar über eine deutsche Synchronisation freuen, jedoch ist diese leider alles andere als gelungen. Es macht auf die Dauer einfach keinen Spaß, wenn jeder zweite Bösewicht ein „Du hast keine Zukunft! “ von sich gibt. Wer der englischen Sprache mächtig ist, kann zumindest seine Konsole in der Ländereinstellung umstellen und so den Titel im Original durchspielen.
Besonders positiv ist allerdings die PAL-Anpassung. Schwarze Balken und Ruckler sucht der Spieler vergebens. Die Steuerung mit dem Pad, welche auch um einiges besser ausgefallen ist als zum Beispiel bei TimeSplitters 2, gefällt ebenfalls und zu guter Letzt sei noch der Mehrspieler-Modus angepriesen. Es macht einfach Spaß gegen Freunde anzutreten und ihnen eine Ladung Raketen nach der anderen um die Ohren zu semmeln. Wohl gemerkt, auch hier ohne Anzeichen von kleinsten Einbrüchen der Spielgeschwindigkeit